The Golden Age Piracy of the 17th and 18th Century ist das Thema, womit sich diese Hausarbeit befasst. Es gilt zu untersuchen, ob die sogenannte „Piratenrunde“ des 17. und 18. Jahrhunderts ein globales Problem darstellt. Es soll geprüft werden, ob William Kidds Verurteilung den Höhepunkt des globalen Piraterieproblems darstellt.
Vorab wird die grundlegende Quelle erwähnt und erläutert werden; daran anschließend wird der Einstieg in das Thema mit der begriffsgeschichtlichen Annäherung an die Ausdrücke „Buccaneer“ und „Privateer“ und einer Begriffserklärung der Bezeichnung „Pirat“ gestaltet werden. Darauffolgend wird eine kleine Diskussion über zwei auseinandergehende Positionen in der Forschung zum Thema der „Piratenrunde“ als ökonomisches System eröffnet werden. Die Quellenanalyse des Gerichtsprozesses William Kidds soll zeigen, welche bedeutsame Rolle die Verurteilung William Kidds für die Innen- und Außenpolitik Englands spielte.
Essenziell für die Arbeit ist der Gerichtsprozess The Arraignment, Tryal, and Condemnation of Captain William Kidd, for Murther and Piracy, Upon Six Several Indictments. Ausgewählt aus den insgesamt vier Gerichtsprozessen, soll das Augenmerk besonders auf dem zweiten Prozess, welcher William Kidd der Piraterie auf dem Schiff Quedagh Merchant bezichtigt, liegen. Der Prozess ist als Basis zur tieferen Analyse ausgewählt worden, da in diesem die Geschehnisse während William Kidds Expedition besonders detailliert, jedoch hin und wieder etwas konträr wiedergegeben werden. In der Forschung ist dieser sehr umstritten. Zusätzlich dazu wird aus der Literatur deutlich, dass das Thema der Piraterie im Zusammenhang mit globalgeschichtlichen Ansätzen und Perspektiven noch nicht hinreichend erforscht wurde; vor allem in Bezug auf wirtschaftshistorische Fragen besteht die Notwendigkeit weiterer Nachforschungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsgeschichtliche Annäherung
2.1 Vorgänger des Piraten? Buccaneer and Privateer
2.2 Begriffserklärung „Pirat“
2.3 Globale Piraterie: Die „Piratenrunde“ als ökonomisches System
3. William Kidd als Hauptverdächtiger der Piraterie
4. Über den Gerichtsprozess William Kidds
5. Quellenanalyse: The Arraignment, Tryal, and Condemnation of Captain William Kidd
6. Fazit
7. Quellen- und Literaturverzeichnis
7.1 Quellenverzeichnis
7.2 Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der sogenannten „Piratenrunde“ des 17. und 18. Jahrhunderts als globales ökonomisches sowie politisches Problem und analysiert in diesem Kontext, ob die Verurteilung von William Kidd den Höhepunkt dieser Entwicklung markierte.
- Begriffsgeschichtliche Einordnung von Buccaneer, Privateer und Pirat
- Diskurs über konträre Forschungspositionen zur Piratenökonomie
- Rolle von William Kidd im Spannungsfeld zwischen Whigs und Tories
- Analyse des Gerichtsprozesses gegen William Kidd als Quelle
- Einfluss der Piraterie auf die englische Innen- und Außenpolitik
Auszug aus dem Buch
3. William Kidd als Hauptverdächtiger der Piraterie
Im englischen Parlament des Jahres 1965 herrschte höchste Unzufriedenheit und Spaltung vor allem in der Thematik des Ostindienhandels. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts debattierten die zwei politisch einflussreichsten und rivalisierenden Parteien Englands – die Whigs und die Tories – über die Organisation der in Indien sesshaften East India Company und die Zukunft des Ostindienhandels im Allgemeinen. Man erkannte, dass eine engere Bindung zwischen den indischen Händlern und England dringend von Nöten war. Die von König Wilhelm III. bevorzugte Whig Partei war der Meinung, dass sich die Handelsmonopole, welche die East India Company zu dieser Zeit in der Hand hielt, schädlich auf Englands Manufakturinteressen ausüben könnten. Daher gründete die Partei eine weitere Company, die der East India Company konkurrierte, und regulierte diese eigenständig. Die Whigs machten sich mit diesem Plan gleich zwei große und miteinander verbündete Gegner: Die East India Company und, im Parlament, die Tories.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Thema der Hausarbeit vor, definiert die Forschungsfrage bezüglich der „Piratenrunde“ und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Auswahl der zentralen Quelle.
2. Begriffsgeschichtliche Annäherung: Hier werden die Begriffe Buccaneer, Privateer und Pirat voneinander abgegrenzt und die Piratenrunde als ökonomisches System mittels unterschiedlicher Forschungspositionen diskutiert.
3. William Kidd als Hauptverdächtiger der Piraterie: Dieses Kapitel beleuchtet die politischen Hintergründe der Whig-Partei, die zur Ausrüstung von William Kidds Expedition zur Piratenbekämpfung führten.
4. Über den Gerichtsprozess William Kidds: Hier wird der Verlauf der Gerichtsverhandlung nach der Festnahme Kidds, seine Inhaftierung und die politische Instrumentalisierung seines Falls dargestellt.
5. Quellenanalyse: The Arraignment, Tryal, and Condemnation of Captain William Kidd: Dieses Kapitel analysiert die Prozessakten im Hinblick auf globale Piratenstrukturen, Landstützpunkte und die Verteilung von Beute innerhalb der Mannschaft.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach Kidds Verurteilung ein politisch motiviertes Exempel darstellte, um sowohl außenpolitische Spannungen mit dem Mogulreich zu glätten als auch innenpolitische Machtkämpfe zu führen.
7. Quellen- und Literaturverzeichnis: Verzeichnis der herangezogenen Quellen und der wissenschaftlichen Fachliteratur.
Schlüsselwörter
William Kidd, Piratenrunde, Goldene Zeitalter der Piraterie, East India Company, Whigs, Tories, Piratenökonomie, Gerichtsverfahren, Kaperbriefe, Privateer, Buccaneer, globalgeschichtliche Perspektive, Indischer Ozean, Quellenanalyse, Handelsmonopole.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Phänomen der Piratenrunde im 17. und 18. Jahrhundert und konzentriert sich auf die Person Captain William Kidd als Fallbeispiel.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Publikation?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung verschiedener Seeräubertypen, die ökonomische Einordnung der Piraterie sowie die Verbindung zwischen maritimem Raub und der englischen Innen- und Außenpolitik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, ob die sogenannte Piratenrunde ein globales Problem darstellte und inwieweit die Verurteilung von William Kidd als Höhepunkt dieses globalen Piraterieproblems gedeutet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Einbettung sowie eine tiefgehende Quellenanalyse des historischen Prozessprotokolls „The Arraignment, Tryal, and Condemnation of Captain William Kidd“.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffsgeschichtliche Analyse, die politische Instrumentalisierung von William Kidd durch englische Parteien und eine detaillierte Auswertung der Prozessakten zur Aufdeckung globaler Piratennetzwerke.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die ausschlaggebenden Begriffe sind Piratenrunde, William Kidd, East India Company, politische Machtkämpfe zwischen Whigs und Tories, Piratenökonomie und globale Handelsnetzwerke.
Warum galt William Kidd plötzlich als Gefahr?
Kidd wurde zum Symbol der Pirateriegefahr, da seine Adventure Galley als britisches Schiff identifiziert wurde, als er ein Handelsschiff des indischen Großmoguls überfiel, was England diplomatisch unter massiven Druck setzte.
Welche Rolle spielten die verlorenen französischen Pässe?
Diese Papiere waren essenziell für Kidds Verteidigung, da sie seine Aufträge und damit die Legalität seiner Kaperungen belegt hätten; ihr Verschwinden wird in der Forschung als möglicher Akt zur Sicherung seiner Verurteilung gewertet.
- Quote paper
- Bithleem Sagiroglou (Author), 2019, William Kidd und die globale Piraterie. Eine Analyse der Piratenrunde im 17. und 18. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1496148