Die vorliegende Arbeit beinhaltet eine Unterrichtsplanung (inklusive Sachanalyse) zu dem Thema Engel. Dabei wird auf die Funktion von Engeln (Boten Gottes) Bezug genommen, indem ein Engel der Abrahamsgeschichte näher in in seiner Funktion betrachtet wird.
Engel sind längst nicht mehr nur ein religiöses Phänomen, denn sie begegnen uns immer häufiger auch außerhalb von Bibel und Kirche. Sei es als Dekoration, in Lyrik und Kunst, in der Werbung oder als Schutzengelfiguren. Dass Engel eine Verbindung zu Religion haben, ist für die meisten Menschen vermutlich noch präsent. Durch den Engel Gabriel, der in jedem Krippenspiel eine wichtige Funktion einnimmt oder Kirchenlieder wie „Hört der Engel helle Lieder“ wird diese Verbindung deutlich. Welche allgemeine Funktion und Bedeutung Engel im biblischen Kontext zugeschrieben wird, ist bereits schwieriger zu beantworten. Diese Frage beschäftigte mich ebenfalls, als ich begann mich mit dem Thema Engel zu befassen. Engel waren mir durchaus vertraut, denn in vielen Bibelgeschichten begegneten sie mir bereits. In meinem Religionsunterricht wurden sie allerdings nie näher behandelt. An meinem Schlüsselbund befindet sich ebenfalls eine Schutzengelfigur, wodurch ich tagtäglich Engeldarstellungen begegne. Inwieweit Gott tatsächlich mit Schutzengeln zu tun hat und welche Bedeutung Engel in Bezug auf den christlichen Glauben haben, wurde mir allerdings erst nach meinen Recherchen zum Thema Engel bewusst.
Diese Fragestellungen und Probleme in Bezug auf die Thematik Engel können bereits bei Schulkindern auftreten, weshalb ich es für sinnvoll erachte, dieses Thema im evangelischen Religionsunterricht zu behandeln.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Eigenes Verhältnis zum Thema
2. Unterrichtliche Rahmenbedingungen
2.1 Einordnung in den Lehrplan
3. Soziokulturelle Rahmenbedingungen
4. Fachliche Aspekte
4.1 Biblische Befunde zum Thema Engel
4.2 Systematisch-theologische Position zum Thema Engel
4.3 Einordnung von Gen 21 in den biblischen Kanon
4.3.1 Göttliche Verheißungen
4.4 Auslegung von Gen 21,8-21
4.4.1 Analyse des Engels in Gen 21
5. Lernvoraussetzungen der SchülerInnen
6. Themenformulierung
7. Religionsdidaktische Analyse
7.1 Gegenwartsbedeutung
7.2 Zukunftsbedeutung
7.3 Exemplarische Bedeutung
7.4 Elementare Erfahrungen
7.5 Wahrheitsfragen
7.6 Inhaltliche Schwerpunktlegung
8. Kompetenzorientierte Zielfestlegung
8.1 Ziele der Unterrichtseinheit
8.2 Ziele der Unterrichtsstunde
9. Lernarrangement und Lernaufgaben
9.1 Religionsdidaktischer Ansatz der Unterrichtsstunde
9.2 Lernarrangement und Lernaufgaben
9.2.1 Begrüßung und Einstiegsritual
9.2.2 Einstieg in die Unterrichtsstunde
9.2.3 Erarbeitungsphase und Sicherung 1
9.2.4 Erarbeitungsphase und Sicherung 2
9.2.5 Transferphase
9.2.6 Abschlussphase
10. Verlaufsübersicht
11. Überprüfungs- und Wiederholungsaufgaben
12. Literaturverzeichnis
12.1 Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, eine detaillierte Unterrichtsplanung für den evangelischen Religionsunterricht zu entwickeln, die den Schülern das Verständnis von Engeln als Boten Gottes näherbringt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie durch die biblische Geschichte in Genesis 21 ein exemplarisches Verständnis für Gottes rettendes Wirken und die Vermittlerrolle der Engel auf kindgerechte Weise erschlossen werden kann.
- Biblische Exegese zu Erscheinungsformen und Funktionen von Engeln
- Entwicklungskompetenzen von Kindern im Grundschulalter
- Religionsdidaktische Aufbereitung biblischer Texte
- Methodik der szenischen Deutung biblischer Erzählungen
- Transfer von biblischen Motiven in die Lebenswelt der Schüler
Auszug aus dem Buch
4.4 Auslegung von Gen 21,8-21
Genesis 21,8-21 setzt in Mitten der Erzählung über die Erzeltern Abraham und Sara an. Zu Beginn in Gen 12 wird Abraham die Zusage zu vielen Nachkommen von Gott gegeben, obwohl seine Frau Sara als unfruchtbar galt. Schließlich entscheiden sich Abraham und Sara dazu, dass er mit Hagar, Saras Magd, ein Kind zeugen soll. Dies geschieht auch und Ismael, der Sohn von Abraham und Hagar wird geboren. Allerdings flieht Hagar während der Schwangerschaft in die Wüste und kehrt erst wieder zurück, als ihr ein Engel Gottes begegnet, welcher Hagar auffordert zurückzukehren und ihrem Kind viele Nachkommen verheißt (vgl. Gen 16). Sara wird im Nachhinein ebenfalls schwanger, da Gott seine Verheißung erfüllt und den beiden Erzeltern Nachkommen durch den Sohn Isaak beschert.
Genesis 21,8-21 beginnt mit der Entwöhnung Isaaks und einem Fest zu diesem Anlass. Sara fürchtet allerdings um die Stellung Isaaks und insbesondere um die Verheißungen, die Gott Abrahams Nachfahren zugesagt hat und fordert Abraham anschließend dazu auf, Hagar mit ihrem Sohn zu vertreiben. Vers 11 gibt daraufhin Einblicke in Abrahams Innenleben und zeigt sein Unbehagen mit dieser Aufgabe. In einem persönlichen Gespräch mit Gott fordert dieser ihn auf, Saras Willen zu folgen, versichert ihm aber auch, dass Ismael viele Nachkommen bekommen wird. Bevor Abraham Mutter und Sohn entsendet, versorgt er die Beiden mit Proviant, welcher für den weiten Weg nicht ausreicht. Hagar irrt schließlich mit ihrem Sohn durch die Wüste und die Situation ist hoffnungslos. Diese Hoffnungslosigkeit und Resignation zeigt sich auch in Hagars Verhalten. Sie legt Ismael unter einen Baum und setzt sich ihm gegenüber. Einem entscheidenden Wendepunkt kommt. Gott reagiert zwar nicht auf Hagars Weinen oder ihre Stimme, aber er hört das Weinen Ismaels und handelt daraufhin. Der Engel Gottes spricht schließlich zu Hagar, in einer Art und Weise, die an das Gesprächs von Gen 16 erinnert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Eigenes Verhältnis zum Thema: Die Autorin reflektiert ihre persönliche Auseinandersetzung mit dem Engel-Motiv und begründet die Relevanz des Themas für Grundschulkinder.
2. Unterrichtliche Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel beschreibt die organisatorischen Gegebenheiten des Unterrichts, wie Zeitrahmen, Klassenzusammensetzung und räumliche Ausstattung.
3. Soziokulturelle Rahmenbedingungen: Es wird die soziale Zusammensetzung der Lerngruppe im Kontext einer baden-württembergischen Grundschule analysiert.
4. Fachliche Aspekte: Hier erfolgt eine theologische Fundierung zum Thema Engel anhand biblischer Befunde und einer Analyse der Erzählung Genesis 21.
5. Lernvoraussetzungen der SchülerInnen: Die Autorin beurteilt den Entwicklungsstand der Kinder anhand psychologischer Modelle von Fowler, Oser/Gmünder und Noack.
6. Themenformulierung: Das Kapitel definiert den Fokus der Unterrichtseinheit auf die Rolle der Engel als Boten Gottes im biblischen Kontext.
7. Religionsdidaktische Analyse: Darlegung der fachdidaktischen Relevanz hinsichtlich Gegenwarts-, Zukunfts- und exemplarischer Bedeutung sowie Elementarerfahrungen.
8. Kompetenzorientierte Zielfestlegung: Definition der Lernziele für die gesamte Einheit sowie die spezifischen Feinlernziele für die einzelne Unterrichtsstunde.
9. Lernarrangement und Lernaufgaben: Beschreibung der methodischen Umsetzung der Unterrichtsstunde unter Einbezug von Ritualen und Arbeitsphasen.
10. Verlaufsübersicht: Eine tabellarische Darstellung des zeitlichen Ablaufs der Unterrichtsstunde inklusive Sozialformen und Materialeinsatz.
11. Überprüfungs- und Wiederholungsaufgaben: Darstellung der Hausaufgabe zur Sicherung und Strukturierung des erlernten Wissens.
12. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, Grundschule, Engel, Boten Gottes, Genesis 21, Hagar und Ismael, Glaubensentwicklung, Gottesbild, Biblische Geschichten, Unterrichtsplanung, Anthropomorphismus, Gottes Boten, Religionsdidaktik, Schöpfungsglaube, Hilfe in der Not.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwickelt eine detaillierte Unterrichtsplanung für den evangelischen Religionsunterricht in einer Grundschulklasse, mit dem Ziel, das Thema „Engel als Boten Gottes“ biblisch fundiert und kindgerecht zu vermitteln.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören die biblische Exegese des Genesis-Textes 21, die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen der Lernenden sowie die religionsdidaktische Einbettung in religiöse Bildungsprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Die Unterrichtseinheit soll den Kindern ermöglichen, ein differenzierteres Verständnis von Engeln zu entwickeln und zu erkennen, dass Gott durch Boten den Menschen in Notlagen beisteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Unterrichtsstunde verwendet?
Die Autorin wählt einen bibeldidaktischen Ansatz, der die Erzählung über Hagar und Ismael durch Figurenspiel, gelenktes Gespräch und Einzelarbeitsphasen für die Kinder erfahrbar macht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst sowohl die fachwissenschaftliche Analyse der biblischen Texte und theologischer Konzepte als auch die konkrete Planung der Lernschritte vom Einstiegsritual bis zur Transferphase.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Religionsunterricht, Engel, Boten Gottes, biblische Exegese, Grundschule, Genesis 21, Gottesbild und Glaubensentwicklung.
Warum wurde ausgerechnet Gen 21 als Bibelstelle gewählt?
Die Autorin begründet dies damit, dass die Geschichte von Hagar in Not eine hohe Identifikationsmöglichkeit für Kinder bietet und das Handeln Gottes durch einen Engel sehr anschaulich verdeutlicht werden kann.
Welche Rolle spielt die Methodik der „Stuhlkreise“ und des „Einstiegsrituals“?
Diese Elemente werden genutzt, um eine wertschätzende Lernatmosphäre zu schaffen und den Kindern durch Ritualisierung Sicherheit sowie einen bewussten Übergang in den Religionsunterricht zu ermöglichen.
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- Jennifer Rothmann (Author), 2020, Engel - die Boten Gottes. Ausführliche Unterrichtsplanung (Fach: Evangelische Religion, Grundschule, Klasse 3), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1496248