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Friedrich Dürrenmatts "Physiker" - Dramentheoretische Studien und Deutungsversuche

Title: Friedrich Dürrenmatts "Physiker" - Dramentheoretische Studien und Deutungsversuche

Term Paper , 2008 , 24 Pages , Grade: A

Autor:in: Magistra Artium Catrin Altzschner (Author)

German Studies - Miscellaneous
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1956 erschien von Robert Jungk das Buch „Heller als tausend Sonnen“, das sich mit der Entwicklung der Atombombe (dem Manhattan-Projekt) und dem Schicksal der daran beteiligten Forscher befasste. Dürrenmatt verfasste 1957 eine Rezension dieses Buchs für „Die Weltwoche“ und baute seine Gedanken später in „Die Physiker“ ein.
Mit diesem Stück sollte Dürrenmatt einen Erfolg von Weltrang erlangen. Die Genesis dieser arglistigen Komödie fiel in die Zeit des Baus der Berliner Mauer, der Zeit des Kalten Krieges und nur unerhebliche Monate nach der Uraufführung sollte es zur Kuba-Krise kommen. Am 21. Februar 1962 findet die Uraufführung im Züricher Schauspielhaus statt. Die Weltformel ward von dem genialen Physiker Möbius entdeckt worden. Dieser fürchtet sich jedoch diese Erkenntnis zur Vernichtung der Erde in die Hände einer moralisch degenerierten Menschheit fallen zu lassen. Möbius versteckt sich vor den Folgen seiner Forschungen in der Nervenheilanstalt und spielt den Irren. Was er aber nicht weiß ist, dass zwei politische Geheimdienste ihm auf der Spur sind. Am Ende bleibt nur eine Erkenntnis: Was einmal je gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.
Medienberichte über eine so genannte neue atomare Bedrohung im Nahen Osten lassen „Die Physiker“ in neuem Licht erscheinen, auch die Entwicklung der Gentechnologie stellt erneut und verstärkt die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft, was nicht zu letzt als Anreiz gesehen werden kann, sich erneut mit diesem brisanten Theaterstück auseinander zu setzen.
Die vorliegende Hausarbeit widmet sich unter Berücksichtigung des historischen Kontexts thematischen und formalen Aspekten des Schauspiels „Die Physiker“. Wichtigsten theoretische und dramaturgische Merkmale der vom Autor entwickelten Theaterform sollen dabei aufgegriffen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. „Die Physiker“ im Blickwinkel der Dramentheorie

2.1. Bauelemente des Dramas und dramaturgische Begriffe

2.2 Theorie und Wirkungsabsicht des Dramas

3. „Die Physiker“ – Ein Deutungsversuch

4. Ausblick

5. Literaturabgaben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert Friedrich Dürrenmatts Theaterstück „Die Physiker“ unter Berücksichtigung des historischen Kontextes sowie der formalen Aspekte seiner Dramentheorie, um die zentrale Frage nach der moralischen Verantwortung von Wissenschaftlern in einer durch Technologie und politische Machtstrukturen geprägten Welt zu untersuchen.

  • Grundlagen der Dramentheorie und Anwendung auf Dürrenmatts Werk
  • Analyse der Begriffe „Mimesis“, „Katharsis“ und „Tragikomödie“
  • Die Funktion des Grotesken und des Zufalls bei Dürrenmatt
  • Kontrastierung von Dürrenmatts Dramaturgie mit dem epischen Theater Brechts
  • Interpretation der Physiker-Figuren als Vertreter diametraler Machtsysteme

Auszug aus dem Buch

2.1. Bauelemente des Dramas und dramaturgische Begriffe

„Die Physiker“ sind als Drama angelegt. Das heißt, es handelt sich um ein Durchspiel von Lebensmöglichkeiten, einer Darstellung einer Textvorlage im Bühnenraum, deren Textfunktion durch einen Regisseur, Schauspieler und dem Publikum erweitert wird. Elementares Motiv dieser Dichtkunst ist die „mimesis“, ein Begriff aus der Dramentheorie des Aristoteles, was so viel heißt wie Nachahmung oder Übersetzung. Jener Übersetzungsvorgang dient dazu, dass Grausame auf die Bühne zu bringen und so diskutierbar zu machen, womit es einen eigen Wirkungscharakter erhält. Ziel der „Mimesis“ ist das Erwirken eines Lernprozesses.

Um diese Gattung noch genauer zu fassen kann zwischen dem „Zieldrama“, welches auf einen zukünftigen Höhepunkt hinkonzentriert ist und dem „Analytischem Drama“, bei dem das entscheidende Ereignis dem Stück voraus geht, unterscheiden. Dass es auch Zwischenformen gibt ist natürlich nicht ausgeschlossen. Friedrich Dürrenmatts „Die Physiker“ kann man wohlmöglich zunächst für ein „analytisches Drama“ halten, da es zunächst um einen Kriminalfall zu handeln scheint, dem das entscheidende Ereignis, also der Mord schon voraus gegangen ist. Schnell zeigt sich jedoch, dass dem nicht so ist. Dieser Gewaltakt ist nämlich nur Teil einer längeren Handlungsverkettung ist, welche zum eigentlich Kern, bzw. Höhepunkt des Dramas führt, nämlich dem Moment in dem sich die Physiker erkennen und mit der moralischen Frage der Wissenschaft konfrontiert sind.

Das antike Drama wird in zwei Grundformen unterteilt, dabei handelt es sich zum einen um die Tragödie, dem Trauerspiel und zum anderen um die Komödie dem Lustspiel. Ersteres wird so hingehend definiert, als das es sich bei der Tragödie um die Nachahmung einer guten und in sich geschlossenen Handlung in anziehend geformter Sprache (meist Alexandriner und sechshebiger Jambischer Vers) handelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte von „Die Physiker“ im Kontext der Zeit des Kalten Krieges und definiert das Ziel der Hausarbeit, das Stück formal und inhaltlich zu analysieren.

2. „Die Physiker“ im Blickwinkel der Dramentheorie: Dieser theoretische Teil erklärt zentrale Begriffe wie Mimesis und die aristotelischen Einheiten, bevor er den historischen Wandel von Katharsis-Konzepten bis hin zur Abgrenzung zu Brechts epischem Theater diskutiert.

3. „Die Physiker“ – Ein Deutungsversuch: Hier werden die theoretischen Ansätze direkt auf das Werk übertragen, wobei die Rolle des Zufalls, die Funktion der Figuren als Machtvertreter und die „schlimmstmögliche Wendung“ als Gestaltungsmittel interpretiert werden.

4. Ausblick: Das Kapitel reflektiert die politische Position Dürrenmatts und ordnet die Relevanz des Stückes unter Berücksichtigung moderner technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen neu ein.

5. Literaturabgaben: Dieses Kapitel listet die für die Untersuchung herangezogene Fachliteratur auf.

Schlüsselwörter

Friedrich Dürrenmatt, Die Physiker, Dramentheorie, Aristoteles, Episches Theater, Brecht, Tragikomödie, Katharsis, Groteskes, Zufall, Labyrinth, Wissenschaftsethik, Kalter Krieg, Mimesis, Interpretation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Drama „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt unter theaterwissenschaftlichen Gesichtspunkten und analysiert, wie der Autor formale Elemente und inhaltliche Deutungsmuster verknüpft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören die Anwendung dramentheoretischer Begriffe auf das Werk, der Vergleich mit anderen Theaterkonzepten (insbesondere Brecht) und die philosophische Auseinandersetzung mit Verantwortung und Wissenschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, das Stück vor dem Hintergrund historischer Kontexte und dramentheoretischer Dogmen zu interpretieren, um aufzuzeigen, wie Dürrenmatt mittels der „schlimmstmöglichen Wendung“ gesellschaftliche Fragen provoziert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine hermeneutische Vorgehensweise, bei der theoretische Grundlagen der Literaturwissenschaft (z.B. nach Aristoteles, Lessing, Brecht) systematisch auf den Textkorpus von Dürrenmatt angewendet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Dramenelemente und eine anschließende detaillierte Interpretation der Figurenkonstellation, der Rolle des Zufalls und der Weltvorstellung des Autors.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Dürrenmatt, Die Physiker, Dramentheorie, Tragikomödie, Groteskes, Zufall und gesellschaftliche Verantwortung.

Wie definiert Dürrenmatt laut der Arbeit einen „Ideologen“?

Ein Ideologe ist für Dürrenmatt jemand, der nicht von den Gegebenheiten der Realität ausgeht, sondern von einem starren, normativen Entwurf dessen, „was sein sollte“, und dabei den Zufall und die menschliche Fehlbarkeit ausblendet.

Warum spielt das Bild des „Labyrinths“ eine so zentrale Rolle?

Das Labyrinth ist bei Dürrenmatt ein Symbol für seine Geschichtsvorstellung und die Welt an sich; es versinnbildlicht die Undurchschaubarkeit der Existenz, in der je mehr Erkenntnis der Mensch gewinnt, desto verzweigter und unübersichtlicher seine Situation wird.

Warum entscheidet sich Dürrenmatt laut der Autorin für die Form der Komödie?

Dürrenmatt wählt die Komödie, weil er sie für die einzig adäquate Form hält, um den verworrenen und komplexen Zusammenhängen des 20. Jahrhunderts – einer Zeit ohne eindeutige Schuldige – künstlerisch beizukommen.

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Details

Title
Friedrich Dürrenmatts "Physiker" - Dramentheoretische Studien und Deutungsversuche
College
University of Bergen
Grade
A
Author
Magistra Artium Catrin Altzschner (Author)
Publication Year
2008
Pages
24
Catalog Number
V149637
ISBN (eBook)
9783640606221
ISBN (Book)
9783640605828
Language
German
Tags
Dürrenmatt Dramentheorie Die Physiker
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Catrin Altzschner (Author), 2008, Friedrich Dürrenmatts "Physiker" - Dramentheoretische Studien und Deutungsversuche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149637
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