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Darstellung österreichischer Autoren von Kinder- und Jugendliteratur

Christine Nöstlinger, Mira Lobe, Renate Welsh und Thomas Brezina

Title: Darstellung österreichischer Autoren von Kinder- und Jugendliteratur

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 27 Pages , Grade: 3

Autor:in: Monika Slunsky (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Während Nöstlinger und Brezina nach wie vor (zumindest zeitweise) in Österreich leben, ist die in Schlesien geborene Mira Lobe bereits 1995 in Wien verstorben. Dennoch sind ihre Kinder- und Jugendbücher bis heute in aller Munde geblieben und werden noch in diesem Jahre mit Sicherheit an Aktualität gewinnen, aufgrund der Neuauflage ihres Jugendromans Insu-Pu im Verlag Jungbrunnen, unter der Mitarbeit ihrer Tochter Claudia Lobe. Dieses Frühwerk ist insofern spannend einmal näher zu betrachten, weil es eine sehr komplexe Entstehungsgeschichte aufweist. Die ursprüngliche, israelische Fassung unterscheidet sich immens von der österreichischen, und noch mal mehr von der im März 2006 erschienenen.
Nöstlinger wiederum gelang der Durchbruch mit Die feuerrote Friederike im Jahre 1970, doch in die Herzen ihrer jungen Leser schrieb sie sich mit den zahlreichen Geschichten über einen Schuljungen namens Franz. Die Fortsetzungen folgten beispielsweise mit Feriengeschichten vom Franz und Liebesgeschichten vom Franz Schlag auf Schlag, sodass eine preisgeehrte Kinderbuch-Reihe entstand. Dieses Phänomen der sich verselbstständigenden Serienproduktion ist Christine Nöstlinger und Brezina, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise, gemeinsam. Mit Rätsel um das Schneemonster, dem ersten Teil der Serie Die Knickerbocker-Bande fing alles an und scheint auch noch kein Ende zu nehmen. Es steht keineswegs zur Diskussion, dass es sich bei den beiden Autoren um erfolgreiche Schriftsteller handelt, die sich auf ihrem Gebiet mit zahlreichen Preisen etablieren konnten. Dennoch stellt sich die Frage, inwieweit der literarische Anspruch im Angesicht der kommerziellen Vermarktung und starken Pädagogisierung erhalten geblieben ist. Es lässt sich die Entwicklung einer Tauschszene feststellen, in der ein spezieller Autor serienmäßig produziert, mit dem Clou, dass eigentlich nichts Neues geschrieben steht.
Es handelt sich immer um dieselbe Grundsituation, die durch äußere Faktoren variiert werden kann. Die Qualität der Bücher nimmt aufgrund der quantitativen Dominanz rapide ab.
Dieser Tauschcharakter trifft vor allem bei Brezina zu. Das phantastische Erzählen kommt im bisherigen Werk aller genannten Schriftsteller vor, allerdings auf unterschiedliche Art und Weise.
Österreichs „Schwarzes Loch“ in der kinder- und jugendliterarischen Tradition, womit ich das Fehlen eines nationaltypischen Klassikers meine, können diese zeitgenössischen Autoren allerdings nicht füllen – oder etwa doch?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Vorwort

1. Drei Lebenswege

1.1. Die Pionierin Lobe

1.2. Nöstlinger stellt uns Friederike vor

1.3. Brezinas „mäuschenhafter“ Start

2. Werkcharakteristik

2.1. Lobe: Logik und Geschlossenheit

2.1.1. Insu-Pu. Die Insel der verlorenen Kinder

2.2. Nöstlinger: frech, witzig, lieb: Franz & Co.

2.3. Brezina: der Medienmagnet

2.3.1. Scharfe Kritik

2.3.2. Sorge um zukünftige Leserschaft

2.3.3. Stil und Fehler

2.3.4. Positive Worte

3. Die phantastische Erzählung in drei Variationen

3.1. Lobe: Geburt des phantastischen Moments

3.2. Nöstlingers revolutionärer Hugo

3.3. Brezinas „Hexenklatsch“

4. Aktualität: Renate Welsh als neue IG-Präsidentin

4.1. Brisantes Interview

4.2. ÖJBP für Dieda oder Das fremde Kind

5. Das schwarze Loch: kein klassisches Kinderbuch aus Österreich

5.1. „Periphere Genese“

5.2. Keine Chance für Brezina

6. Nachwort

7. Literaturverzeichnis

7.1. Primärliteratur

7.2. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Schaffen dreier bedeutender österreichischer Kinder- und Jugendbuchautoren – Mira Lobe, Christine Nöstlinger und Thomas Brezina – unter besonderer Berücksichtigung ihrer jeweiligen Werkcharakteristik, der Verwendung phantastischer Elemente sowie der Frage nach der Existenz eines nationaltypischen Kinderbuchklassikers in Österreich.

  • Biografische Hintergründe und Werdegang der drei Autoren
  • Analyse der Werkcharakteristik und literarischer Stilmittel
  • Die Darstellung phantastischer Erzählungen in ausgewählten Werken
  • Die aktuelle Rolle von Renate Welsh in der österreichischen Literaturszene
  • Diskussion über das Fehlen eines österreichischen Kinderbuchklassikers

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Insu-Pu. Die Insel der verlorenen Kinder

Die Ausgabengeschichte dieses Buches ist interessant, weil es erstmals 1951 im Wiener Waldheim-Eberle Verlag erschienen ist, dann 1953 von der österreichischen Buchgemeinschaft herausgegeben wurde und in einer vollständig neu bearbeiteten Fassung 1967 bei Jugend&Volk in München erschien. Die Fassungen weichen stark voneinander ab, was eine genauere Analyse erfordt. Leider würde das Vorhaben den vorgesehenen Umfang dieser Seminararbeit sprengen, weswegen ich nur auf einige Unterschiede hinweise.

Bevor diese phantastische Kindererzählung überhaupt in deutscher Sprache erschien, gab es 1947/48 eine hebräische Ausgabe ohne den Untertitel im Verlag Twersky in Tel-Aviv, da die jüdische Autorin nach Palästina geflüchtet war und dort ihr verlorenes Manuskript erneut schreiben musste. Heute ist keine hebräische Ausgabe mehr aufzufinden, dafür eine dänische aus dem Jahre 1968. Des weiteren eine Verfilmung in der BRD im Jahre 1984 und eine TV-Serie in England. Die Geschichte handelt von elf deutschen Kindern, die im Kriegsjahr 1942 mit dem Schiff ins sichere Land Terranien flüchten wollen. Durch ein Unglück stranden sie auf einer einsamen Insel. Die Protagonisten unterscheiden sich in Lebensalter, Bildungsstand, Herkunft und Talent, weshalb das Zusammenleben schwer fällt. Gezwungenermaßen versuchen sie einen Kinderstaat aufzubauen, in dem jeder gerecht behandelt wird. Im Zuge ihres Entwicklungsprozesses, den sie gemeinsam mit dem Leser durchmachen, gelingt ihnen das Vorhaben letztendlich. Außerdem gibt es da noch Michel, den Präsidentensohn von Terranien, der die Erwachsenen überredet, nach den brüchigen Schiffspassagieren zu suchen. Das Robinson Crusoe Motiv ist eindeutig zu erkennen, sodass sich Insu-Pu als Robinsonade kategorisieren lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Vorwort: Einleitung in die Auswahl der drei Autoren und erste Reflexionen über deren unterschiedliche Ansätze und die kommerzielle Vermarktung von Kinderbüchern.

1. Drei Lebenswege: Biografische Skizzen von Mira Lobe, Christine Nöstlinger und Thomas Brezina, die deren persönlichen Werdegang und den Weg zur Autorenschaft beleuchten.

2. Werkcharakteristik: Detaillierte Analyse der Stile, Themen und Figurengestaltung der drei Autoren, inklusive kritischer Auseinandersetzung mit Brezinas "Medienimperium".

3. Die phantastische Erzählung in drei Variationen: Untersuchung, wie Lobe, Nöstlinger und Brezina jeweils das phantastische Element in ihre Erzählungen einbauen und nutzen.

4. Aktualität: Renate Welsh als neue IG-Präsidentin: Betrachtung der neuen Rolle von Renate Welsh und Analyse ihres Werks "Dieda oder Das fremde Kind".

5. Das schwarze Loch: kein klassisches Kinderbuch aus Österreich: Diskussion der theoretischen Fragestellung, warum es in Österreich keinen nationaltypischen Klassiker der Kinderliteratur gibt.

6. Nachwort: Abschließende Gedanken zur aktuellen Situation der österreichischen Kinderbuchlandschaft und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie der herangezogenen Internetquellen.

Schlüsselwörter

Österreichische Kinderliteratur, Mira Lobe, Christine Nöstlinger, Thomas Brezina, Renate Welsh, Insu-Pu, Phantastik, Kinderbuchklassiker, Serienproduktion, Medienkompetenz, Literaturanalyse, Schriftsteller, Kindheit, Literaturkritik, Trivialliteratur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Werke von drei prominenten österreichischen Kinderbuchautoren – Lobe, Nöstlinger und Brezina – und setzt sich kritisch mit deren Inhalten und der österreichischen Kinderbuchlandschaft auseinander.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die biografischen Hintergründe der Autoren, die Analyse ihrer Werkcharakteristik, der Einsatz phantastischer Motive und die Suche nach einem österreichischen Kinderbuchklassiker.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Autoren herauszuarbeiten und zu hinterfragen, wie sich literarischer Anspruch und kommerzielle Vermarktung zueinander verhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, gestützt auf Sekundärliteratur, Rezensionen und die Untersuchung der Primärtexte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Lebenswege, die Charakterisierung der Werke, den Vergleich phantastischer Erzählwelten sowie eine Diskussion über den Status österreichischer Klassiker.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie österreichische Kinderliteratur, Phantastik, Literaturkritik und dem Vergleich zwischen individueller literarischer Qualität und kommerzieller Massenproduktion beschreiben.

Welche Rolle nimmt Thomas Brezina in dieser Untersuchung ein?

Brezina wird primär als "Medienmagnet" analysiert, wobei seine erfolgreiche, aber oft als trivial kritisierte Massenproduktion der Werke von Lobe und Nöstlinger gegenübergestellt wird.

Warum wird Mira Lobe als Pionierin bezeichnet?

Sie gilt als eine der wichtigsten Autorinnen der Vergangenheit für Österreich, deren Werk durch eine spezifische "Logik und Geschlossenheit" sowie einen frühen Fokus auf soziale Randgruppen besticht.

Welche besondere Bedeutung hat das "Schwarze Loch" in der österreichischen Tradition?

Der Begriff beschreibt das Fehlen eines nationaltypischen Kinderbuchklassikers, eine Beobachtung, die durch Analysen wie die "Periphere Genese" von Ernst Seibert erklärt werden soll.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Renate Welsh?

Renate Welsh wird als wichtige zeitgenössische Stimme und neue IG-Präsidentin hervorgehoben, die sich gegen die Sprachlosigkeit sozial Schwächerer engagiert und eine stärkere Förderung literarischer Qualität in der Kinderbuchszene fordert.

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Details

Title
Darstellung österreichischer Autoren von Kinder- und Jugendliteratur
Subtitle
Christine Nöstlinger, Mira Lobe, Renate Welsh und Thomas Brezina
College
University of Vienna  (Germanistik)
Grade
3
Author
Monika Slunsky (Author)
Publication Year
2006
Pages
27
Catalog Number
V149640
ISBN (eBook)
9783640604814
Language
German
Tags
Darstellung Autoren Kinder- Jugendliteratur Christine Nöstlinger Mira Lobe Renate Welsh Thomas Brezina
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Monika Slunsky (Author), 2006, Darstellung österreichischer Autoren von Kinder- und Jugendliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149640
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