Grammatik und Rechtschreibung haben sich innerhalb der Geschichte gewandelt und tun es immer noch. Ebenso unterliegt die gesprochene Sprache einem kontinuierlichen Wandlungsprozess. Fremdwörter werden übernommen, Wortschöpfungen entstehen und manchen Dingen werden neue Wörter zur Identifikation zugeordnet. In diesem Bezug wird häufig allzu gerne vom Verfall der deutschen Sprache geredet, Sprachformen bestimmter Bevölkerungsgruppen in Frage gestellt oder gar angeprangert.
Wie auch immer man diese Problematik zu bewerten weiß, so ist es mittlerweile unbestritten, wonach die Sprache des Menschen, dessen größte Errungenschaft der Historie darstellt, das einzigartige Merkmal, welches ihn von der übrigen Tierwelt unterscheidet.
Es ist somit kaum verwunderlich, dass die Sprache in ihrer Struktur und ihrem Regelwerk eine dermaßen große Beachtung erfährt, wie es schon lange der Fall ist. Die kritische Auseinandersetzung, als Sprachkritik bekannt, steht deshalb bei dieser Arbeit im Vordergrund.
Sie ist keine moderne Erscheinungsform, sondern reicht in ihrem Ursprung bis in die Antike zurück. Schon immer waren Menschen auf der Suche nach der Reinheit und Richtigkeit der Sprache. Sie versuchten Missstände aufzudecken, zu verändern und das Sprachliche an sich zu perfektionieren.
Im Folgenden soll Aufschluss über die Geschichte der Sprachkritik sowie ihren verschiedenen Ausprägungen und deren Legitimation gegeben werden. Zunächst beschäftigt sich jedoch die Arbeit, um dem Leser den Einstieg erleichtern zu können, mit der Sprache an sich, bezüglich deren Ursprung, Definition und Eigenschaften.
Inhaltsverzeichnis
1.VORWORT
2. ZUM URSPRUNG DER SPRACHE:
3. DEFINITION DER SPRACHE:
4. SPRACHE ALS TRADITION VERSTEHEN:
5. WAS IST EIGENTLICH SPRACHKRITIK?:
6. VERSCHIEDENE RICHTUNGEN DER SPRACHKRITIK:
7. SCHLUSSWORT:
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der menschlichen Sprache sowie die theoretischen Grundlagen und historischen Ausprägungen der Sprachkritik, um den Stellenwert und die Notwendigkeit kritischer Reflexion im täglichen Umgang mit Sprache zu beleuchten.
- Historische und wissenschaftliche Ursprungsfragen menschlicher Sprache
- Definitionen und Abgrenzung von Sprache gegenüber rein kommunikativen Signalen
- Sprache als bedeutendste menschliche Tradition und soziale Konvention
- Wesen, Möglichkeiten und Legitimation verschiedener Formen der Sprachkritik
Auszug aus dem Buch
5. Was ist eigentlich Sprachkritik?:
Wie es aufgrund des Wortes bereits zu vermuten ist, so stellt die Sprache den Gegenstand der eigentlichen Kritik dar, sie wird somit als Objekt verwendet. Das Wort Kritik muss in diesem Fall etwas genauer betrachtet werden. Oftmals wird die Bedeutung hauptsächlich negativ ausgelegt, sobald kritisiert wird. Doch Kritik kann ebenfalls einen positiven Charakter vorweisen. Trotz allem wird Sprachkritik, auf den ersten Blick zunächst, mit dem Aufzeigen von Missständen, Fehlern und Verfall von Sprache in Verbindung gebracht, gleichwohl dies sicherlich hier und da möglich ist, jedoch nicht unbedingt dem Regelfall entsprechen muss.
Das Wort Betrachtung, welches offensichtlich mit einem höheren Maß an Neutralität behaftet ist, könnte als der etwas treffendere Ausdruck angesehen werden, treten bei sprachlicher Reflexion, doch beide Aspekte, die positiven als auch die negativen, hervor. Abschließend ist zu sagen, dass in jedem Fall, bei Anwendung der Sprachkritik, es sich um Würdigung des Sprachlichen handelt, entweder positiv oder negativ.
Indem wir, um auf die Aussage in der Einleitung des Kapitels zurückzukommen, wonach zu Beginn der Arbeit, Sprachkritik schon betrieben wurde, uns mit Sprache beschäftigen, egal ob in Form von Literatur, anderweitigen Texten oder dem Wesen und Ursprung der Sprache an sich, erfolgt der Einsatz von Sprachkritik. Doch in welcher Form arbeitet sie, wie geht sie vor?
Eine Sprachreflexion setzt zunächst einmal Distanz voraus. Eine Betrachtung aus größerem Abstand zur Ermöglichung der Analyse. Dieser Vorgang ist allerdings nicht ungewöhnlich, da selbst im alltäglichen Sprachgebrauch der Menschen immer wieder mit Hilfe des Werkzeuges Sprache über bereits Ausgesprochenes, somit ebenfalls Sprache, geredet wird. Zum Beispiel verdeutlicht der folgende Satz, wie ihn die meisten Personen wohl selbst bereits mehrfach verwendet haben, entweder in identischer oder leicht abgewandelter Form, diese Erkenntnis: „Da habe ich mich missverständlich ausgedrückt“.
Zusammenfassung der Kapitel
1.VORWORT: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel der Sprache und führt in die Relevanz der Sprachkritik als Instrument zur Reflexion über sprachliche Reinheit und Richtigkeit ein.
2. ZUM URSPRUNG DER SPRACHE: Dieses Kapitel erörtert die Schwierigkeit, den historischen Ursprung der Sprache wissenschaftlich zu datieren, und grenzt menschliche Sprache von rein instinktiven Signalen im Tierreich ab.
3. DEFINITION DER SPRACHE: Hier werden unterschiedliche wissenschaftliche Ansätze zur Definition von Sprache diskutiert, wobei insbesondere das Verhältnis zwischen sprachlichem Ausdruck und bezeichnetem Objekt im Vordergrund steht.
4. SPRACHE ALS TRADITION VERSTEHEN: Sprache wird als zentrales Element menschlicher Identität und Tradierung dargestellt, das zwar unbewusst erworben wird, aber dennoch ständiger gesellschaftlicher Konvention unterliegt.
5. WAS IST EIGENTLICH SPRACHKRITIK?: Dieses Kapitel definiert Sprachkritik als notwendige distanzierte Reflexion über sprachliche Äußerungen und beleuchtet die Ambivalenz zwischen positiven und negativen Kritikformen.
6. VERSCHIEDENE RICHTUNGEN DER SPRACHKRITIK: Hier werden diverse Kategorien der Sprachkritik, namentlich die philosophische, moralisch-politische, literarische und philologische Richtung, eingehend analysiert.
7. SCHLUSSWORT: Das Fazit unterstreicht die Legitimation und Notwendigkeit der Sprachkritik als tägliche Aufgabe des Menschen im Umgang mit dem zentralen Werkzeug des Zusammenlebens.
Schlüsselwörter
Sprache, Sprachkritik, Sprachwissenschaft, Sprachwandel, Sprachursprung, Kommunikation, Tradition, Symbol, Reflexion, Sprachäußerung, Sprachbesitz, Philosophie, Grammatik, Erkenntnis, Metaphern.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung und historischen Entwicklung der Sprachkritik sowie deren Bedeutung für das Verständnis menschlicher Sprache.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind der Ursprung und die Definition von Sprache, die Betrachtung von Sprache als Tradition sowie die verschiedenen methodischen Richtungen der Sprachkritik.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Begriff der Sprachkritik zu schärfen und aufzuzeigen, warum eine ständige kritische Auseinandersetzung mit der Sprache für den Menschen unerlässlich ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretisch-analytische Methode, welche fachspezifische Literatur von Sprachwissenschaftlern und Philosophen zusammenführt und vergleichend reflektiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Sprache als historisches Phänomen, als soziales Traditionselement und analysiert schließlich die verschiedenen Strömungen wie die philosophische oder philologische Sprachkritik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?
Die zentralen Begriffe umfassen Sprachkritik, Sprachwandel, Kommunikation, Reflexion und das Verhältnis von Sprache zu Denken und Realität.
Wie unterscheidet sich menschliche Sprache von der Kommunikation im Tierreich?
Der Autor argumentiert, dass tierische Lautäußerungen lediglich unbewusste Symptome oder Reaktionen auf Signale sind, während menschliche Sprache auf der bewussten Erschaffung und Verwendung von Symbolen beruht.
Welche Bedeutung kommt dem Begriff der „Idole“ nach Bacon zu?
Die Idole nach Bacon dienen als Metapher für Vorurteile und gesellschaftliche Traditionen, die den Menschen in seiner unvoreingenommenen Wahrnehmung der Realität und in seinem Sprachgebrauch einschränken.
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- Julian Hofmann (Author), 2009, Gedanken zur Sprache und Sprachkritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149648