Das Verhältnis der Geschlechter in den Ansätzen der Geschlechterforschung


Hausarbeit, 2007

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Grundbegriffe der Geschlechterforschung
2.1. Gender
2.2. Gender-Perspektive
2.3. Doing Gender
2.4. Gender Mainstreaming

3. Ansätze der Geschlechterforschung
3.1. Gleichheitsansatz
3.2. Differenzansatz
3.3. Dekonstruktivistischer Ansatz

4. Frauenbewegung und ihren Ursachen
4.1. Die Stellung der Frauen im Patriarchat
4.2. Frauenbewegung

5. Widersprüche und Konsequenzen
5.1. Frauen als Individuum in der heutigen Gesellschaft
5.2. Frauen im Kontext der heutigen Gesellschaft
5.3. Männer im Geschlechterverhältnis
5.4. Gleichheitsansatz oder Differenzansatz?

6. Lösungsansätze
6.1. Neu gefüllte Rollen
6.2. Partnerschaft
6.3. Neuanfang

7. Schlussfolgerung

8. Zusammenfassung

9. Literatur- und Quellenverzeichnis
9.1. Literaturangaben
9.2. Sonstige Quellen

1. Einleitung

Es gibt unterschiedliche und oft einander widersprechende Ansätze in der Geschlechterforschung, die sich aber allesamt damit beschäftigen, wie Frau und Mann von ihrer biologischen und sozialen Herkunft her zu beurteilen sind und was dies für das jeweilige Geschlecht bzw. für das Verhältnis der Geschlechter untereinander bedeutet. Dies verwirrt zunächst und bedarf aus meiner Sicht einer näheren Betrachtung, um die Ansätze besser unterscheiden, einordnen und verstehen zu können. Steht doch nicht zuletzt die Frage im Raum, inwiefern diese theoretischen Ansätze in der Praxis Relevanz zeigen und zwar sowohl im privaten als auch im gesellschaftlichen Leben.

Die Geschlechterforschung fängt bei keinem einzigen Menschen bei einem „Nullpunkt“ an, sondern findet in jeder Gesellschaft, in jeder Kultur und bei jedem Menschen recht unterschiedliche Gegebenheiten vor. Eine Ergründung dieser Gegebenheiten, aber auch die Einordnung und Bewertung sind von großer Bedeutung. Ob diese naturgegeben und damit nicht zu ändern oder gesellschaftlich konstruiert und damit auch veränderbar sind, ist schließlich die Frage, um die sich die Geschlechterforschung dreht.

Ich möchte herauszufinden, ob einer der theoretischen Ansätze mit den daraus folgenden praktischen Konsequenzen dem einzelnen Geschlecht, aber auch der Beziehung beider Geschlechter untereinander Hilfestellung geben kann auf der Suche nach einem subjektiv erfüllten Leben.

Die Fragestellungen, die für mich daraus folgen, sind diese:

Welche Chancen bieten die unterschiedlichen Ansätze der Genderforschung für Frauen und Männer und welche Gefahren tun sich gegebenenfalls durch sie auf? Welche (gegebenenfalls alternativen) Möglichkeiten ergeben sich in der Praxis daraus?

In meiner Hausarbeit möchte ich mich diesbezüglich auf den Gleichheitsansatz und den Differenzansatz beschränken.

Zunächst will ich einige Grundbegriffe (Kapitel 2) und im Anschluss daran verschiedene theoretische Ansätze (Kapitel 3) der Geschlechterforschung erörtern. Daran anknüpfend werde ich an Hand der Geschichte der Frauenbewegung und ihrer Ursachen (Kapitel 4) darstellen, weshalb es zu diesen Theorien kam. Im Folgenden sollen Widersprüche, wie ich sie sehe, und Konsequenzen, die sich aus Differenzansatz und Gleichheitsansatz ergeben, ausgeführt werden. Dabei will ich Frauen und Männer in ihrer jeweils unterschiedlichen Situation unserer Gesellschaft in den Blick nehmen. Schließlich will ich Lösungsansätze darlegen, wie sie sich mir aufgrund meiner gewonnenen Sicht darstellen.

Als Untersuchungsmethode habe ich im größeren Maßstab die Internetrecherche verwendet, bietet sie mir doch ein breites Bild bezüglich des Diskurses um das Geschlechterverhältnis. Aber auch einige Bücher und Zeitschriften, die dieses Thema behandeln, kamen in die engere Auswahl.

Bei der Vielfalt der Angebote im Internet war es nicht immer leicht, die geeigneten Beiträge herauszufinden. Aber auch bei der sonstigen verwendeten Literatur stieß ich nicht immer auf fachlich fundierte Erkenntnisse. Schließlich und insgesamt hat sich mir jedoch ein ausreichender Überblick über die Thematik eröffnet, der es möglich machte, diese Hausarbeit zu erstellen.

2. Grundbegriffe der Geschlechterforschung

Zunächst möchte ich einige grundlegende Begriffe erläutern, wie sie in der Geschlechterforschung immer wieder vorkommen. Diese werden auf aktuellen Internetseiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie verschiedener Universitäten, aber auch von Initiativen einzelner Bundesländer oder diverser Verbände in nachfolgender oder aber inhaltlich ähnlicher Weise dargestellt.

2.1. Gender

Danach wird im Englischen - anders als im Deutschen - der Begriff Geschlecht in zwei Aspekten gesehen: Sex stehe für biologische Aspekte von Geschlecht, gender für dessen soziale und kulturelle Aspekte. Gender richte den Blick auf die durch gesellschaftliche Entwicklung entstandenen Rollen von Frauen und Männern, woraus deren verschiedenartige Interessen, Bedürfnisse, Kompetenzen und Lebenserfahrungen entstanden sind (Gender und Schule o. J.).

2.2. Gender-Perspektive

Gender solle einerseits sichtbar machen, dass Vorstellungswelt, Sprache und Gesellschaftsstrukturen durch das Denken in zwei Geschlechtern geprägt seien, andererseits, dass Geschlecht nicht nur biologisch definiert sei, sondern ebenso eine soziale und kulturelle Kategorie darstelle, die historisch gewachsen, gesellschaftlich konstruiert und damit veränderbar sowie politisch gestaltbar ist. Die Gender-Perspektive nehme somit beide Geschlechter mit ihrer Differenz in den Blick. Sie nehme wahr, dass die beiden Geschlechter in der Gesellschaft unterschiedliche Lebensbedingungen und Chancen vorfinden, aufgrund geschlechtsspezifischer Sozialisation unterschiedliche Interessen entwickeln, ihre Bedürfnisse, Kompetenzen und Rollen von gesellschaftlichen Prozessen und deren Auswirkungen unterschiedlich betroffen sind (ebd.)

2.3. Doing Gender

Gender, als soziales und kulturelles Geschlecht, sei eine gesellschaftliche Konstruktion. Doing Gender meine, dass Geschlechtsrollenverhalten von klein auf erlernt und durch die Rollenerwartungen des Umfeldes bestärkt würden. Man würde nach und nach erfahren, wie das eigene oder das andere Geschlecht zu sein oder sich zu verhalten habe, insbesondere bezogen auf Interaktion und Kommunikation (ebd.).

2.4. Gender Mainstreaming

Die Sicht bezüglich Gender wurde oben schon erläutert. Das englische Wort mainstream heißt übersetzt, Hauptstrom oder Hauptrichtung. Mit Gender Mainstreaming soll nun Gender in die gesellschaftliche Hauptströmung aufgenommen werden, zu einer Leitlinie des Handelns werden. Die oben dargestellte Gender-Perspektive, soll danach in alle Entscheidungsprozesse von Anfang an einbezogen werden. Ziel sei es, Chancengleichheit und Gleichstellung der Geschlechter zu verwirklichen.

Konkret steht Gender Mainstreaming für eine Strategie, Entscheidungsprozesse in einer Organisation im Hinblick auf die Gleichstellung der Geschlechter zu verändern. Alle Organisationen und Institutionen, die politische Entscheidungen treffen oder mit ihrer Arbeit gesellschaftspolitische Weichen stellen, sollen danach einbezogen werden. Mit dieser Strategie will die Politik o. g. Zielen zur besseren Umsetzung verhelfen (ebd.).

3. Ansätze der Geschlechterforschung

Ebenso wie die aktuelle Sichtweise oben genannter Begriffe will ich die nachfolgenden Theorien zunächst grundsätzlich beschreiben, um mich im 4. Kapitel näher mit ihnen auseinander zu setzen.

3.1. Gleichheitsansatz

Der Gleichheitsansatz hat seinen Ursprung im Radikalfeminismus, erstmals 1978 so definiert von Mary Daly, aber inhaltlich bereits im Jahr 1949 von Simone de Beauvoir in ihrem Buch „Das andere Geschlecht“ formuliert. Im deutschsprachigen Raum wurde und wird der Gleichheitsansatz u. a. vertreten durch Alice Schwarzer (Feminismus o. J.). In ihrem Buch „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ schrieb sie 1975: „Genau wie am Ende einer sozialistischen Revolution nicht nur die Abschaffung von ökonomischen Klassenprivilegien, sondern die Aufhebung der Klassenunterschiede selbst steht, so darf die feministische Revolution nicht einfach auf die Beseitigung des Geschlechtsunterschiedes selbst zielen.“ Am Ende hieße dies, so meint sie, „dass Menschen in erster Linie Menschen wären und nur in zweiter biologisch weiblich oder männlich." (Schwarzer 2004, S. 260).

Bestehende Unterschiede basieren, so auch Purer und Rainer, lediglich auf geschlechtsspezifischer Sozialisation, unterschiedlichen Lebensweisen und gesellschaftlichen Strukturbedingungen, wobei gesellschaftlich relevante Fähigkeiten, Kompetenzen und Potenziale eigentlich gleich sind. Durch die Diskriminierung der Frauen über lange Zeit seien die Ressourcen und auch der Zugang zu diesen für Frauen und Männer unterschiedlich. Daher fordere der Gleichheitsansatz die gleiche Teilhabe von Frauen und Männern an der Gesellschaft (Purer, Rainer 2007).

3.2. Differenzansatz

Anders, als beim Gleichheitsansatz würden, so Gindl und Wolf, beim Differenzansatz die Unterschiede zwischen Männern und Frauen als gegeben angenommen. Ziel dieses Ansatzes sei es, typisch weibliche Wesensmerkmale, Werte und Erfahrungen zu benennen und diese aufzuwerten (Gindl, Wolf o. J.).

Frauen und Männer besäßen unterschiedliche Eigenschaften, Fähigkeiten und Potentiale, seien, biologisch bedingt, grundsätzlich verschiedene Wesen und lebten daher in unterschiedlichen Welten. Das würde bedeuten: sex verursacht gender . Da die Gesellschaft nach männlichen Wertvorstellungen und Rollenidentitäten ausgerichtet sei, müssten diese um weibliche Wertvorstellungen und Rollenidentitäten ergänzt werden (Purer, Rainer 2007). Vertreterinnen des Differenzansatzes, des so genannten „Differenzfeminismus“ sind u. a. Luce Irigaray und Adriana Cavarero.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Das Verhältnis der Geschlechter in den Ansätzen der Geschlechterforschung
Hochschule
Fachhochschule Erfurt
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V149666
ISBN (eBook)
9783640604609
ISBN (Buch)
9783640604289
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verhältnis, Geschlechter, Ansätzen, Geschlechterforschung
Arbeit zitieren
Friedemann Göppel (Autor), 2007, Das Verhältnis der Geschlechter in den Ansätzen der Geschlechterforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149666

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