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Die deutsche Einwanderungsgesellschaft zwischen Integration und Parallelgesellschaft in der Rechtsprechung der Bundesrepublik

Title: Die deutsche Einwanderungsgesellschaft zwischen Integration und Parallelgesellschaft in der Rechtsprechung der Bundesrepublik

Term Paper , 2008 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Friedemann Göppel (Author)

Social Work
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Deutsche Gerichte tun sich schwer mit den Problemen der deutschen Einwanderungsgesellschaft. Eine ganze Reihe Urteile der letzten Jahre haben Islam-Fundamentalisten Möglichkeiten der Etablierung gegeben. Der jüngste bekannt gewordene Urteilsspruch beim Frankfurter Amtsgericht Anfang 2007 versetzte die Öffentlichkeit in Aufregung.
Eine in Trennung lebende muslimische Frau, eine 26-jährige Deutsche marokkanischer Herkunft, wollte ihre Ehe noch vor Ablauf des gesetzlich vorgeschriebenen Trennungsjahres scheiden lassen. Sie hatte Angst vor ihrem gewalttätigen marokkanischen Ehemann. Er hatte sie geschlagen und soll gesagt haben, er wolle sie notfalls töten. Trotz behördlicher Kontaktsperre hatte er sie fortwährend weiter bedroht. Die Frankfurter Familienrichterin Christa D. entschied jedoch nicht im Sinne der bedrängten Frau. „Eine unzumutbare Härte“, die eine sofortige Auflösung der Ehe nötig mache, liege „nicht vor“. Die Frau habe vielmehr damit „rechnen“ müssen, dass ihr in einem islamisch geprägten Land aufgewachsener Mann sein religiös verbrieftes „Züchtigungsrecht“ auch ausübe. In einer dienstlichen Erklärung sagte sie zudem: In Sure 4 Vers 34 enthalte der Koran „neben dem Züchtigungsrecht des Mannes gegenüber der ungehorsamen Ehefrau auch die Feststellung zur Überlegenheit des Mannes gegenüber der Frau.“ (Bartsch u. a. 2007, S. 22f.).
Die Frage, die sich für mich stellt, ist die, wie viel unserer Rechtstaatlichkeit, gemessen an unserem Grundgesetz, wir für Toleranz im Zusammenleben mit anderen Kulturen und Religionen in die Waagschale werfen, um bei einer wachsenden Globalisierung in Frieden miteinander zu leben.
Zunächst möchte ich einige Begriffe erläutern, anschließend die Problematik anhand einiger Beispiele in der deutschen Rechtsprechung in bestimmten Themengebieten entfalten, um schließlich Gegenbewegungen, sprich Alternativen aufzuzeigen.
Als Untersuchungsmethode habe ich die Internetrecherche gewählt, bietet sie mir doch die Möglichkeit, insbesondere das aktuelle Geschehen bezüglich meiner Thematik in meine Hausarbeit einzubeziehen. Aber auch Zeitschriften, die mein Thema behandeln, kamen in die engere Auswahl.
Anlass, mich näher mit der umschriebenen Problematik zu befassen, war ein Artikel aus der Medienzeitschrift PRO über Fundamentalismus, in welchem aus einen Aufsatz aus DER SPIEGEL zitiert wurde, auf den ich in meiner Hausarbeit noch mehrfach eingehen werde.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Begriffe

2.1. Fundamentalismus

2.2. Scharia

3. Die Problematik

3.1. Toleranz kontra Integration

3.2. Religionsfreiheit als Grundrecht

3.3. Preis der Meinungsfreiheit

3.4. Kultur (oder Religion) anstelle Entwicklungschancen

3.5. Männliche oder Familienehre kontra Unversehrtheit

4. Gegenbewegungen

4.1. Sabatina James

4.2. Ayaan Hirsi Ali

4.3. Necla Kelek

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der deutschen Einwanderungsgesellschaft und der Ausprägung von Parallelgesellschaften, wobei der Fokus auf der Rolle der Rechtsprechung liegt. Es wird der Frage nachgegangen, wie viel Rechtsstaatlichkeit zugunsten von Toleranz aufgegeben wird und ob die aktuellen Entwicklungen die gesellschaftliche Integration eher behindern oder fördern.

  • Analyse des Einflusses der Scharia auf das Zusammenleben in Deutschland
  • Spannungsfeld zwischen Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und dem Gleichheitsgebot
  • Kritische Beleuchtung von Urteilen zur familiären Gewalt und Zwangsehe
  • Vorstellung von Gegenbewegungen und Lösungsansätzen durch zivilgesellschaftliches Engagement

Auszug aus dem Buch

3.5. Männliche oder Familienehre kontra Unversehrtheit

Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen sagt aus, dass mehr als doppelt so viele türkische Jungen von ihren Eltern verprügelt werden, wie deutsche Jungen. Und „Mädchen aus konservativen Familien sagen, dass ihre Väter und Brüder das Recht hätten, sie zu schlagen“, so Judith Gerling-Tamer, Pädagogin in der Berlin-Kreuzberger Elisi-Evi-Beratungsstelle für Frauen und Mädchen (Bartsch u. a. 2007, S. 33).

Ich finde das erschreckend, da es weder in unsere Zeit noch in den Geist unseres Grundgesetzes hineinpasst und es doch über Jahre hinweg irgendwie möglich war, solch negative Entwicklungen oder anders gesagt, solche Stagnation in alten Kulturen und Bräuchen mitten in unserer demokratischen Gesellschaft mit Hilfe deutscher Rechtsprechung zumindest zu begünstigen.

In der Literatur konservativer Muslime findet man vieles, was wohl ursächlich für solches Verharren in alten Traditionen verantwortlich ist. „So empfiehlt der Imam Mohammed Kamal Mustafa aus Spanien in seinem Buch ‚Frauen im Islam’, wie diese geschlagen werden sollen. Nämlich mit ‚nicht zu dicken Ruten’ auf die Hände und Füße, damit keine Narben zurückbleiben. Auch der Imam Abdelkader Bouziane (Algerien), „empfiehlt, so zu schlagen, dass die Ungläubigen die Folgen nicht sehen.“ (ebd., S. 34).

Auch wenn islamische Verbände tunlichst Gewalt in der Ehe verurteilen, gibt es klare Indizien, in welchem Maße Prügel in vielen muslimischen Ehen einfach Teil des Alltages sind. So sei es eine überproportional hohe Anzahl von Frauen muslimischen Glaubens, die in ein Frauenhaus flüchten. In den vergangenen zehn Jahren endete für mehr als 45 Menschen in Deutschland solche Gewalt in der Familie sogar tödlich (ebd.).

Viele dieser Frauen kommen auch nicht freiwillig in eine solche Situationen. So ist die Zwangsehe nach wie vor an der Tagesordnung. Ein Bespiel dafür sind die Zwillinge Ayse Auth und Hatice Nizam. Sie wurden als Töchter einer zehnköpfigen türkischen Gastarbeiterfamilie in Hessen geboren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der deutschen Einwanderungsgesellschaft ein und stellt die Forschungsfrage nach der Balance zwischen Toleranz und dem Erhalt rechtsstaatlicher Prinzipien.

2. Begriffe: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Fundamentalismus und Scharia, um ein gemeinsames Verständnis für den weiteren Verlauf der Arbeit zu schaffen.

3. Die Problematik: Hier werden die Konfliktfelder zwischen Toleranz, Religionsfreiheit und gesellschaftlichen Werten beleuchtet sowie der Einfluss der Rechtsprechung auf die Bildung von Parallelgesellschaften kritisch diskutiert.

4. Gegenbewegungen: Dieses Kapitel stellt Organisationen und Persönlichkeiten vor, die aktiv gegen Unterdrückung im Namen der Religion und für die Gleichberechtigung muslimischer Frauen kämpfen.

5. Schluss: Die Schlussbetrachtung resümiert die Gefahren für die Rechtstaatlichkeit und wirft die Frage auf, welchen Beitrag die Soziale Arbeit zur Integration leisten kann.

Schlüsselwörter

Integration, Parallelgesellschaft, Rechtsprechung, Scharia, Grundgesetz, Fundamentalismus, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Zwangsehe, Ehrenmord, Frauenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Islam, Migration, Soziale Arbeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen der deutschen Einwanderungsgesellschaft, insbesondere in Bezug auf die Integration von Menschen muslimischen Glaubens und die Auswirkungen der Rechtsprechung auf die Entstehung von Parallelgesellschaften.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zu den zentralen Themen gehören die Definition von Fundamentalismus und Scharia, das Spannungsfeld zwischen Toleranz und Rechtsstaatlichkeit, die Meinungs- und Religionsfreiheit sowie das Thema häusliche Gewalt und Zwangsheirat.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage untersucht, wie viel unserer Rechtstaatlichkeit wir im Namen der Toleranz opfern können, um ein friedliches Zusammenleben bei wachsender kultureller Vielfalt zu gewährleisten, ohne dabei demokratische Grundwerte zu gefährden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert primär auf einer Internetrecherche sowie der Auswertung von Zeitschriftenartikeln, um aktuelles Zeitgeschehen und öffentliche Debatten zur Thematik einzubeziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkrete Problemstellungen wie die Auslegung der Scharia in Deutschland, die Grenzen der Religionsfreiheit, die Gefahren für die Meinungsfreiheit und die Problematik von Zwangsheiraten und Ehrenmorden im Kontext der deutschen Rechtspraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Integration, Parallelgesellschaft, Scharia, Grundgesetz, Fundamentalismus, Zwangsehe und Ehrenmord.

Wie bewertet der Autor die Rolle der deutschen Gerichte?

Der Autor äußert die Sorge, dass deutsche Gerichte durch eine „falsch verstandene Toleranz“ und die Berücksichtigung muslimischer Wertvorstellungen in manchen Fällen zur Stabilität von Parallelgesellschaften beigetragen haben könnten.

Welche Alternativen oder Gegenbewegungen werden aufgezeigt?

Die Arbeit porträtiert mutige Persönlichkeiten wie Sabatina James, Ayaan Hirsi Ali und Necla Kelek, die sich gegen die Unterdrückung im Namen der Religion einsetzen und auf praktische Hilfsangebote für Betroffene aufmerksam machen.

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Details

Title
Die deutsche Einwanderungsgesellschaft zwischen Integration und Parallelgesellschaft in der Rechtsprechung der Bundesrepublik
College
Erfurt University of Applied Sciences
Grade
1,0
Author
Friedemann Göppel (Author)
Publication Year
2008
Pages
13
Catalog Number
V149669
ISBN (eBook)
9783640604623
ISBN (Book)
9783640604951
Language
German
Tags
Einwanderungsgesellschaft Integration Parallelgesellschaft Rechtsprechung Bundesrepublik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Friedemann Göppel (Author), 2008, Die deutsche Einwanderungsgesellschaft zwischen Integration und Parallelgesellschaft in der Rechtsprechung der Bundesrepublik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149669
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