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Elternberatung im Kontext von Autismus-Spektrum-Störungen mit Kindern zwischen 3 und 16 Jahren

Titel: Elternberatung im Kontext von Autismus-Spektrum-Störungen mit Kindern zwischen 3 und 16 Jahren

Bachelorarbeit , 2024 , 115 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Benjamin Doth (Autor:in)

Pädagogik - Sozialpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Erziehung von Kindern stellt Eltern immer vor einige Herausforderungen. Dies gilt besonders bei Kindern mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Der Staat ist daher nach dem Grundgesetz verpflichtet, Eltern zu beraten und zu unterstützen. Trotzdem fühlen Eltern sich oft überfordert und mit der Betreuung ihrer Kinder allein gelassen. Zusätzlich werden sie vom Staat mit Werturteilen und stereotypen Vorstellungen hinsichtlich eines angemessenen Erziehungsverhaltens bei Kindern und Jugendlichen im Autismus-Spektrum konfrontiert. Bei der Verwirklichung ihres Beratungsanspruchs sind Eltern deshalb vorrangig auf private Träger oder Elterninitiativen angewiesen.

Welche Bedürfnisse haben Eltern und Angehörige autistischer Kinder? Was bedeutet das konkret für die Ausgestaltung von Beratungsangeboten in der Kinder- und Jugendhilfe? Kommt der Staat seiner Beratungspflicht für Eltern nach? Welche Beratungsformen für Eltern und Angehörige autistischer Kinder und Jugendlicher gibt es?

Diese und weitere Fragen beantwortet Benjamin Doth in seinem neuen Buch. Mit seiner Arbeit richtet er sich vor allem an Fachkräfte, die in der Beratung und Psychoedukation von Eltern und Angehörigen autistischer Kinder und Jugendlicher tätig sind. Doch auch für Eltern und andere interessierte Leser:innen bildet die aktuelle Studie des Autors eine spannende Lektüre.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

KAPITEL 1: THEORETISCHER HINTERGRUND

1.1 Zur Geschichte des Begriffs Autismus – eine etymologische Betrachtung im historischen Kontext

1.2 Autismus – Versuch einer Definition

1.3.1. Diagnostik nach ICD-10

1.3.2. Diagnostik nach ICD-11

1.3.3. Diagnostik nach DSM-5

1.4. Zum Verständnis von Autismus – die wichtigsten Begriffe der Autismus Theorie

1.4.1 Exekutive Funktionen

1.4.2 Zentrale Kohärenz – Die Besonderheiten der Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung

1.4.3. Theory of Mind

KAPITEL 2: PRAKTISCHE UMSETZUNG

2.1 Auswertung der Eltern-Interviews

2.1.1 Statistische Angaben

2.1.2 Einige Anmerkungen zur angewandten Methodik

2.1.3 Vorgelegter Interview-Fragebogen

2.1.4. Darstellung der Ergebnisse der Befragung

2.1.5. Auswertung der Ergebnisse

2.2. Beratungsformate

2.2.1 Der Elternstammtisch

2.2.2 Whats-App-Gruppe: Elterngruppe Autismus NOK

2.2.3 Das Elterntraining

KAPITEL 3: KONSEQUENZ FÜR DIE PÄDAGOGISCHE ARBEIT

3.1 Zusammenfassung der Ergebnisse

3.2. Handlungsanweisungen für pädagogische Fachkräfte in der Elternberatung

3.3 Schlussfolgerungen und Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Bedarfe und Unterstützungslücken von Eltern autistischer Kinder im Kontext der staatlichen Kinder- und Jugendhilfe. Ziel ist es, durch eine qualitative Befragung aufzuzeigen, inwieweit der staatliche Beratungsanspruch in der Realität erfüllt wird, und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für eine effektive, empathische Elternberatung abzuleiten.

  • Analyse der historischen Entwicklung und der Definition von Autismus
  • Untersuchung diagnostischer Kriterien (ICD-10, ICD-11, DSM-5)
  • Empirische Untersuchung der Bedürfnisse von Eltern durch qualitative Interviews
  • Evaluation verschiedener Beratungsformate wie Elterntraining und Stammtisch
  • Ableitung pädagogischer Konsequenzen für Fachkräfte in der Beratung

Auszug aus dem Buch

1.4.3. Theory of Mind

Unter der Theory of Mind wird die Fähigkeit verstanden, bei uns selbst und anderen mentale Zustände (Wissen, Ideen, Glauben, Ansichten, Meinungen, Wollen, Fühlen etc.) zu erkennen bzw. zu vermuten. Man spricht in diesem Kontext auch von „Mentalisierung“40.

Die Theory of Mind ist bei vielen Menschen im Autismus-Spektrum ebenfalls eingeschränkt bis stark eingeschränkt. Betroffene im Autismus-Spektrum wirken in sozialen Situationen daher häufig unbeholfen oder wissen nicht, wie sie auf eine bestimmte Aussage, Geste oder Handlung reagieren sollen.

Neurotypische Menschen haben eine Art soziales Navigationssystem, welches ihnen sagt, welche Reaktion in welcher Situation sozial angemessen ist. So ist z.B. die Reaktion auf die Nachricht, dass ein Freund oder eine Bekannter verstorben ist, ein betroffenes Gesicht, verbunden mit einem Beileidswunsch oder einer entsprechenden Geste. Autistische Menschen können den Kontext einer solchen, sozialen Situation häufig nicht einordnen bzw. wissen nicht, welche Reaktion sozial angemessen ist. Dies kann dazu führen, dass das autistische Gegenüber vermeintlich unsensibel reagiert, indem etwas gesagt wird, dass nicht mit dem sozialen Kontext der Situation vereinbar ist (z.B. „Es gibt doch sowieso schon zu viel Menschen auf der Welt“ oder „Ich habe Hunger, wann gibt es Essen?“). Das Erlernen angemessener Reaktionen auf unterschiedlichste, soziale Kontexte ist für autistische Menschen mit einem hohen Maß an Anstrengung verbunden. Hierbei müssen unterschiedliche Situationen, deren jeweiliger Kontext und die hierauf angemessene Reaktion mühevoll gelernt bzw. geübt werden.

Auch Redewendungen, Ironie oder Sarkasmus sind an einen bestimmten Kontext gebunden, der sich neurotypischen Menschen durch verbale und nonverbale Signale erschließt. Autistische Menschen haben auch hier häufig Schwierigkeiten, diese Signale zu erkennen und – dem jeweiligen Kontext entsprechend – zu interpretieren.

Zusammenfassung der Kapitel

KAPITEL 1: THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel liefert eine fundierte Einordnung des Autismus-Begriffs, beleuchtet historische Perspektiven und erläutert medizinische Diagnosekriterien sowie neurokognitive Theorien.

KAPITEL 2: PRAKTISCHE UMSETZUNG: Hier werden die Ergebnisse einer qualitativen Elternbefragung ausgewertet und Beratungsformate wie der Stammtisch sowie das strukturierte Elterntraining im Detail vorgestellt.

KAPITEL 3: KONSEQUENZ FÜR DIE PÄDAGOGISCHE ARBEIT: Der abschließende Teil fasst die Forschungsbefunde zusammen und formuliert konkrete Handlungsanweisungen für pädagogische Fachkräfte, um Beratungsangebote bedarfsgerecht auszurichten.

Schlüsselwörter

Autismus-Spektrum-Störung, Elternberatung, Jugendhilfe, Neurodiversität, Theory of Mind, Exekutive Funktionen, Diagnostik, Elterntraining, Soziale Interaktion, Wahrnehmungsverarbeitung, Beratungspraxis, Empowerment, Inklusion, Unterstützungsbedarf, Frühkindlicher Autismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich kritisch mit der Situation von Eltern autistischer Kinder bei der Inanspruchnahme von Beratungsleistungen durch die öffentliche Jugendhilfe.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Zentrale Themen sind die diagnostischen Grundlagen des Autismus, die Bedeutung von Wahrnehmung und Kognition im Autismus-Spektrum sowie die praktische Gestaltung zielgerichteter Elternberatung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem rechtlichen Beratungsanspruch und der realen Unterstützungssituation von Eltern autistischer Kinder zu beleuchten und daraus praxisnahe Beratungskonzepte zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?

Der Verfasser nutzte eine qualitative Elternbefragung mittels strukturierter Fragebögen, um empirische Daten zu Erfahrungen und Bedürfnissen der Betroffenen zu erheben.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Autismus-Spektrums sowie die Analyse der Befragungsergebnisse und die didaktische Konzeption von Elterntrainings.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Wichtige Begriffe sind Autismus-Spektrum-Störung, Elternberatung, Jugendhilfe, Neurodiversität, Empowerment und pädagogische Beratungspraxis.

Wie bewerten die befragten Eltern die öffentliche Jugendhilfe?

Ein Großteil der befragten Eltern fühlt sich durch die öffentliche Jugendhilfe unzureichend unterstützt und vermisst vor allem Verständnis, Akzeptanz und konkrete fachliche Hilfsangebote.

Welche Rolle spielt das "Elterntraining" im Konzept des Verfassers?

Das Elterntraining dient als zentrales, strukturiertes Format, um Eltern Fachwissen zu vermitteln, einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und sie in ihrer Expertenrolle für ihr Kind zu stärken.

Was ist die zentrale Schlussfolgerung des Autors bezüglich der Beratung?

Der Autor betont, dass pädagogische Fachkräfte den Eltern auf Augenhöhe begegnen und "Zuhören und Hinsehen" als oberstes professionelles Gebot etablieren müssen, statt sich als reine "Lehrmeister" zu inszenieren.

Ende der Leseprobe aus 115 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Elternberatung im Kontext von Autismus-Spektrum-Störungen mit Kindern zwischen 3 und 16 Jahren
Note
1,5
Autor
Benjamin Doth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
115
Katalognummer
V1497122
ISBN (eBook)
9783389061312
ISBN (Buch)
9783389061329
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Autismus Elternberatung Psychoedukation Elternarbeit Elterntraining ASS Neurodiversität Autismus-Spektrum-Störung Kinder- und Jugendhilfe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Benjamin Doth (Autor:in), 2024, Elternberatung im Kontext von Autismus-Spektrum-Störungen mit Kindern zwischen 3 und 16 Jahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1497122
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Leseprobe aus  115  Seiten
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