Der US-amerikanische Saatgutkonzern Monsanto produziert chemische Spritzmittel für die Landwirtschaft und weitet seine marktbeherrschende Stellung auf die ganze Lebensmittelproduktion aus.
Das Geld ist für den Konzern wichtiger als Menschenleben. Gentechnik und Genmanipulation sind Monsantos Instrument um ihre Ziele zu erreichen.
Und obwohl die Gentechnologie eine noch sehr junge Wissenschaft ist, wird sie bereits heute auf vielfältige Weise angewendet und leider auch missbraucht. Denn immer mehr gewinnt die Nutzung moderner biotechnologischer Verfahren zunehmend auch im Landwirtschafts- und Lebensmittelsektor an Bedeutung.
Die Arbeit mit dem Titel, „Monsanto - Eine immer mehr wachsende Bedrohung“ soll Hintergründe gentechnischer Anwendungen in der Lebensmittelgewinnung und -verarbeitung aufzeigen und zum kritischen Denken anregen.
Es wird die Geschichte des Unternehmens in Vordergrund gestellt um Verstrickungen mit denen der Konzern in Zusammenhang gebracht wird deutlich zu machen.
Desweiteren werden die Machtstrategien die Monsanto für den eigennützigen Erfolg anwendet an Beispielen verdeutlicht und erklärt.
Zudem soll in weiteren Abschnitten der Arbeit über die Gefährlichkeit der Monsanto Produkte wie Gen-Mais oder das Rinderwachstumshormon Posilac aufgeklärt werden.
2. Unternehmensgeschichte von Monsanto
„Einer der größten Umweltverschmutzer der Industriegeschichte“
Auf der Internetseite von Monsanto liest sich die Unternehmensgeschichte wie die eines völlig legitimen, den Anforderungen unserer heutigen Welt angepassten, mitunter auch innovativen und forschungsfreudigen Unternehmens.
Wie die Selbstdarstellung des Unternehmens zeigt, hat Monsanto ein großes Interesse an der Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktivität unter gleichzeitiger Schonung natürlicher Ressourcen.
Aus diesem Blickwinkel des Konzerns haben Pflanzenanbau und die Unterstützung der Erträge mithilfe chemischer Substanzen ein hohes Verbesserungspotential.
Wirft man jedoch einen genaueren Blick auf die Produktpalette und spürt andere Geschehnisse und Diskurse auf, lässt dies an der Rechtschaffenheit und Redlichkeit von Monsantos Zielen zweifeln. Es lassen sich zwar keine Hinweise auf die Gefährlichkeit diverser Produkte von Monsanto auf deren Internetpräsenz finden, so ist es jedoch ohne Schwierigkeit möglich, die Gifte Agent Orange, PCB oder Dioxin mit Monsanto in Verbindung zu bringen und das Unternehmen, neben anderen, als Herstellerfirma zu identifizieren.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 UNTERNEHMENSGESCHICHTE VON MONSANTO
2.1 DIE PRODUKTION VON PCBS (PCB – DAS GLÜCK MONSANTOS WIRD DAS UNGLÜCK ANNISTONS)
2.2 DIE PRODUKTION VON HERBIZIDEN (EINE RIESIGE VERGIFTUNGSAKTION DURCH HERBIZIDE)
3 MONSANTOS MACHTSTRATEGIEN
3.1 KAUFEN
3.2 PATENTIEREN
3.3 KONTROLLIEREN
3.3.1 Kontrolle durch Vertragsschließung
3.3.2 Kontrolle durch Detektive
3.3.3 Kontrolle durch erzwungene Einigungen
3.3.4 Kontrolle durch Verklagen
3.4 KONTAMINIEREN
4 WELTWEITE VERBREITUNG DER MONSANTO-PRODUKTE
4.1 DAS RINDERWACHSTUMSHORMON POSILAC
4.2 DER ROUNDUP - SKANDAL
4.3 MONSANTO AUCH IN DEUTSCHLAND? – DAS BEISPIEL GEN-MAIS
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die marktbeherrschende Stellung des Agrarkonzerns Monsanto und beleuchtet kritisch dessen Geschäftspraktiken, die Gefahren für Mensch und Umwelt durch gentechnisch veränderte Produkte sowie die systemische Machtausübung gegenüber Landwirten.
- Historische Entwicklung des Unternehmens und Kontroversen um PCB sowie Agent Orange.
- Analyse der Machtstrategien durch Aufkäufe, Patentierungen und aggressive Vertragsbindung.
- Auswirkungen gentechnisch veränderter Organismen (GVO) auf Biodiversität und Landwirtschaft.
- Ethische und gesundheitliche Bedenken bei Produkten wie Posilac und Roundup.
- Staatliche Regulierungsversuche und das Beispiel des Gen-Mais-Verbots in Deutschland.
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Produktion von PCBs (PCB – das Glück Monsantos wird das Unglück Annistons)
Im Jahre 1901 gründete der Amerikaner John Francis Queen in St. Louis die Monsanto Chemical Company. Das Unternehmen war nicht von Anfang an in der Landwirtschaft tätig. Zunächst produzierte die Firma Saccharin, Koffein und Vanillin und belieferte damit ein ebenfalls aufstrebendes Unternehmen namens Coca Cola. Später konzentrierte sich Monsanto auf die Produktion von Aspirin und war bis in die 80er Jahre dessen größter Hersteller in den USA. In den 1930 Jahren kauft der aufsteigende Konzern andere Chemieunternehmen auf und wendet sich zu der Herstellung von industriellen Grunderzeugnissen hin. Das Unternehmen entwickelte sich zu einer der weltgrößten Hersteller von Kautschuk, Kunststoffen, Kunstfasern und Phosphaten.
Während der Expansion übernimmt Monsanto unter anderem 1935 die Swann Chemical Company in Anniston, welche sich auf die Produktion von PCB konzentriert. Diese Polychlorierte Biphenyle, kurz PCBs, wurden „als ‚Wunder der Chemie‘ gefeiert, das bald das Glück Monsantos und das Unglück Annistons werden sollten.“ Diese chemischen Öle fanden weltweit Anwendung in Wärmeüberträgern, Transformatoren, elektrischen Kondensatoren und in Hydraulikanlagen. Sie waren über 50 Jahre das Aushängeschild des Unternehmens, bis sie in den 80er Jahren wegen ihrer gesundheitsschädigenden Wirkung auf den Organismus verboten wurden. Monsantos Konzernleitung wusste bereits 1937, dass PCB Leberschäden verursachen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die problematische Unternehmensstruktur Monsantos ein und stellt die kritische Untersuchung gentechnischer Anwendungen in den Vordergrund.
2 UNTERNEHMENSGESCHICHTE VON MONSANTO: Dieses Kapitel analysiert die Vergangenheit des Konzerns, insbesondere die gesundheitsschädliche Produktion von PCBs und Herbiziden wie Agent Orange.
3 MONSANTOS MACHTSTRATEGIEN: Hier werden die Mechanismen der Marktdominanz, von der aggressiven Patentierung bis hin zur vertraglichen Knebelung von Landwirten, detailliert beleuchtet.
4 WELTWEITE VERBREITUNG DER MONSANTO-PRODUKTE: Dieses Kapitel befasst sich mit spezifischen Produkten wie Posilac und Roundup sowie den Kontaminationsrisiken für die Landwirtschaft, auch am deutschen Beispiel.
5 FAZIT: Die Zusammenfassung kritisiert den massiven Einfluss des Konzerns auf Politik und Natur und fordert eine intensivere Debatte über die Risiken der Agro-Gentechnik.
Schlüsselwörter
Monsanto, Gentechnik, GVO, Roundup, PCB, Machtstrategien, Patentrecht, Saatgutmarkt, Landwirtschaft, Umweltverschmutzung, Biotechnologie, Konzernmacht, Ethik, Pestizide, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit?
Die Arbeit analysiert kritisch das Geschäftsgebaren des US-amerikanischen Saatgutkonzerns Monsanto und die ökologischen sowie sozialen Folgen seiner Produkte.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die Unternehmenshistorie, die Machtausübung durch Patente und Verträge sowie die Auswirkungen von GVOs auf Umwelt und Landwirtschaft.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie Monsanto seine Marktstellung durch aggressive Strategien sichert und welche Gefahren diese Praktiken für die weltweite Lebensmittelproduktion bergen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf Literaturrecherchen, der Auswertung von Berichten sowie Dokumentationen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Konzernhistorie, die Erläuterung der Machtstrategien und die Fallbeispiele zur globalen Verbreitung der Produkte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Gentechnik, Patentierung, Konzernmacht, Kontaminierung und ökologische Risiken.
Wie geht Monsanto mit Landwirten um, die ihre Patente verletzen?
Monsanto sichert sich durch Knebelverträge weitreichende Kontrollrechte und schreckt nicht davor zurück, Landwirte mittels Drohbriefen, Detektiven oder kostspieligen Gerichtsverfahren unter Druck zu setzen.
Warum wird im Buch das Thema Gen-Mais in Deutschland aufgegriffen?
Das Beispiel dient dazu, die politische und rechtliche Auseinandersetzung um GVO-Zulassungen und das staatliche Umweltmonitoring an einem hierzulande relevanten Fall aufzuzeigen.
- Quote paper
- Christoph Staufenbiel (Author), 2010, Monsanto - Eine immer mehr wachsende Bedrohung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149720