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Rezension zur empirischen Studie "Die Arbeitslosen von Marienthal"

Titel: Rezension zur empirischen Studie "Die Arbeitslosen von Marienthal"

Rezension / Literaturbericht , 2023 , 5 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Rezension bietet eine umfassende Analyse von "Die Arbeitslosen von Marienthal", einer klassischen soziologischen Studie von Marie Jahoda, Paul Lazarsfeld und Hans Zeisel. Die Rezension beleuchtet die historischen und politischen Hintergründe der Studie, die im Kontext der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren durchgeführt wurde. Besondere Aufmerksamkeit wird auf die methodische Herangehensweise der Forscher und ihre innovative Kombination von quantitativen und qualitativen Methoden gelegt.

Die Rezension diskutiert sowohl die Stärken der Studie, wie ihre Pionierarbeit in der sozialwissenschaftlichen Methodik, als auch deren Schwächen, insbesondere in Bezug auf die Analyse von Geschlechterverhältnissen und die tiefergehende Interpretation qualitativer Daten. Abschließend wird die Relevanz der Studie für die moderne Forschung gewürdigt und ihre Bedeutung als ein bedeutendes Werk der soziologischen Literatur hervorgehoben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Kontext der Studie

2. Theoretische Fundierung und methodische Ausrichtung

3. Untersuchungsdesign und Vor-Ort-Forschung in Marienthal

4. Erhebungsinstrumente und forschungsethische Reflexion

5. Analyse der Zeitverwendung und sozioökonomische Faktoren

6. Kernergebnisse: Haltungstypen arbeitsloser Bevölkerungsgruppen

7. Fazit und forschungsgeschichtliche Bedeutung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit rekonstruiert und kritisch analysiert die soziologische Klassikerstudie "Die Arbeitslosen von Marienthal". Das primäre Ziel ist es, die methodische Pionierarbeit der Forschenden um Jahoda, Lazarsfeld und Zeisel im Kontext der Weltwirtschaftskrise 1931/32 zu beleuchten, die Wirksamkeit ihrer gewählten Erhebungsansätze (Triangulation von quantitativen und qualitativen Methoden) zu bewerten und die zentrale Frage zu klären, ob langandauernde Erwerbslosigkeit zu politischem Engagement oder eher zur Resignation in einer Gemeinschaft führt.

  • Sozialpsychologische und soziografische Untersuchung arbeitsloser Gemeinschaften
  • Methodenkombination und Anfänge der quantitativen sowie qualitativen Forschung
  • Kritische Beleuchtung forschungsethischer Aspekte bei Feldstudien
  • Analyse geschlechtsspezifischer Rollen bei Arbeitslosigkeit unter Berücksichtigung von Care-Arbeit
  • Identifikation und Kategorisierung verschiedener Haltungstypen unter dem Druck anhaltender Armut

Auszug aus dem Buch

Die Arbeitslosen von Marienthal: Ein soziographischer Versuch über die Wirkungen langandauernder Arbeitslosigkeit

Die Untersuchung wurde von Anfang Dezember 1931 bis Mitte Januar 1932 in Marienthal durchgeführt. Marienthal war einerseits repräsentativ, da es sich um ein durchschnittliches Dorf in der Nähe von Wien handelte. Andererseits fand man in Marienthal eine Laborsituation vor, da durch die krisenbedingte Schließung der Fabrik, um die sich das Leben im Dorf drehte, viele Bewohner*innen arbeitslos wurden. Vor Ort, bei den Untersuchungen nahmen die Forschenden folgende Position ein: „Es war unser durchgängig eingehaltener Standpunkt, daß kein einziger unserer Mitarbeiter in der Rolle des Reporters oder Beobachters in Marienthal sein durfte, sondern daß sich jeder durch irgendeine, auch für die Bevölkerung nützliche Funktion in das Gesamtleben natürlich einzufügen hatte“.

Dem Anspruch nicht als Beobachter oder Reporterin aufzutreten werden die Forschenden oftmals nicht gerecht. Ein Beispiel hierfür sind die Zeitmessungen. Sie sind zwar ein aufschlussreiches Erhebungsinstrument: Die Messung der Gehgeschwindigkeit ergab, dass die Marienthaler*innen langsam gehen, da sie aufgrund der Arbeitslosigkeit – wie aus den Zeitverwendungsbögen hervorgeht – neben groben Orientierungspunkten keinen festen Tagesablauf und keine termingebundenen Verpflichtungen mehr haben. Allerdings wirft die Erhebung der Gehgeschwindigkeit forschungsethische Fragen auf, da sie von einem verborgenen Fensterplatz aus und ohne Kenntnis der Marienthaler*innen durchgeführt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Kontext der Studie: Dieser Abschnitt ordnet die Studie in den historischen Kontext der Weltwirtschaftskrise ein und erläutert die politisch-wissenschaftliche Motivation der Forschenden.

2. Theoretische Fundierung und methodische Ausrichtung: Hier wird die Verknüpfung von Psychologie und Soziologie sowie der Anspruch einer "soziografischen" Untersuchung detailliert beschrieben.

3. Untersuchungsdesign und Vor-Ort-Forschung in Marienthal: Dieses Kapitel thematisiert die Auswahl des Untersuchungsortes und die spezielle Laborsituation in dem von Arbeitslosigkeit betroffenen Dorf.

4. Erhebungsinstrumente und forschungsethische Reflexion: Der Fokus liegt auf der kritischen Würdigung der Instrumente, wie etwa der Gehgeschwindigkeitsmessung, unter besonderer Berücksichtigung forschungsethischer Probleme.

5. Analyse der Zeitverwendung und sozioökonomische Faktoren: Hier wird der Zerfall fester Tagesstrukturen und der Einfluss von Faktoren wie Geschlechternormen und Care-Arbeit auf die Lebenswelt der Marienthaler*innen analysiert.

6. Kernergebnisse: Haltungstypen arbeitsloser Bevölkerungsgruppen: Dieses Kapitel präsentiert die induktive Typologie der Forschenden hinsichtlich der vier Haltungstypen: ungebrochen, resigniert, verzweifelt und apathisch.

7. Fazit und forschungsgeschichtliche Bedeutung: Abschließend wird der Status der Studie als methodischer Meilenstein gewürdigt, während gleichzeitig auf die Leerstellen in der Analyse verwiesen wird.

Schlüsselwörter

Marienthal-Studie, Arbeitslosigkeit, Sozialpsychologie, Soziografie, Methodenkombination, Resignation, Zeitverwendung, Care-Arbeit, Weltwirtschaftskrise, Forschungsethik, Qualitative Sozialforschung, Quantitative Sozialforschung, Marie Jahoda, Paul Lazarsfeld, Hans Zeisel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit bietet eine kritische Rezension und wissenschaftshistorische Einordnung der Studie "Die Arbeitslosen von Marienthal" von Jahoda, Lazarsfeld und Zeisel aus dem Jahr 1933.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Langzeitarbeitslosigkeit auf das Individuum, die politische Partizipation, die geschlechtertypische Aufgabenverteilung und die methodischen Pionierleistungen der Studie.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, welche psychologischen und soziologischen Folgen dauerhafte Armut und Erwerbslosigkeit haben und ob diese zur Resignation oder zu politischem Widerstand führen.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde in der Studie verwendet?

Die Studie zeichnet sich durch die Triangulation von qualitativen Methoden (Interviews) und quantitativen Daten (Zeitverwendungsbögen, statistische Deskription) aus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Umsetzung vor Ort, den forschungsgeschichtlichen Besonderheiten, der Kritik an den Erhebungsinstrumenten und den zentralen Ergebnissen zur "müden Gemeinschaft".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Marienthal-Studie, Soziografie, Sozialpsychologie, Resignation und die methodische Pionierarbeit im Kontext der Armutforschung.

Wie bewerten die Autoren die Rolle der Hausarbeit der Frauen in Marienthal?

Die Studie stellt fest, dass Frauen in Marienthal formal arbeitslos waren, ihr Tag jedoch weiterhin durch Care-Arbeit gefüllt blieb, weshalb die Forschenden sie als "verdienstlos, nicht arbeitslos" kategorisierten.

Zu welchem Schluss kommt die Untersuchung bezüglich der "Resignation"?

Entgegen der ursprünglichen politischen Hoffnung widerlegt die Studie die Annahme, dass materielle Not automatisch zu politischem Engagement führt; stattdessen dominiert die Resignation.

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Details

Titel
Rezension zur empirischen Studie "Die Arbeitslosen von Marienthal"
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Philosophische Fakultät)
Veranstaltung
Lektürekurs
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
5
Katalognummer
V1497302
ISBN (PDF)
9783389060339
Sprache
Deutsch
Schlagworte
arbeitslos soziologie klassiker rezension kritisch marienthal jahoda
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2023, Rezension zur empirischen Studie "Die Arbeitslosen von Marienthal", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1497302
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Leseprobe aus  5  Seiten
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