Wir befinden uns in einem Zeitalter weltweiter politischer und wirtschaftlicher Veränderungen. Globalisierung und interkulturelle Zusammenarbeit sind schon lange keine undefinierbaren Begriffe mehr, sondern gehören zum Alltag.
In der Wirtschaft führt die Liberalisierung der Märkte, die jedem Subjekt und Wirtschaftsunternehmen die Möglichkeit gibt, sich dort zu engagieren, wo es seine Vorteile sieht, zu einem erhöhten Wettbewerbs- und Leistungsdruck. Die Verschärfung des Wettbewerbs führt zu immer neueren Innovationen und so zur stetigen Verkürzung von Produktlebenszyklen. Dadurch hat sich die Struktur der
Wirtschaft in den letzten Jahren gravierend verändert. Kooperationen von wirtschaftlich selbständigen Unternehmen zur gemeinsamen, und im Endeffekt kostengünstigeren, Auftragserfüllung sind keine Seltenheit mehr. Um rentabler zu arbeiten, werden kostenintensive Arbeitsprozesse ausgelagert und Kunden – Liefer- Beziehungen aufgebaut. Um gemeinsame Ziele zu verwirklichen, werden
Kooperationen eingegangen.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufbau der Arbeit
3. Das virtuelle Unternehmen
3.1. Zum Begriff „virtuell“
3.2. Zum Begriff „virtuelles Unternehmen“
3.3. Merkmale des virtuellen Unternehmen
3.3.1. Temporäre Kooperation rechtlich selbständiger Unternehmen
3.3.2. Reduktion auf Kernkompetenzen
3.3.3. Einsatz von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien
3.3.4. Geschlossenes Auftreten der Unternehmenseinheiten nach außen
3.4. Voraussetzungen erfolgreicher Kooperation
3.4.1. Vertrauen
3.4.2. Flexible Informationssysteme
3.4.3. Mitarbeiter
4. Mitarbeiter in virtuellen Unternehmungen
4.1. Neue Arbeitsformen in virtuellen Unternehmungen
4.1.1. Teamkonzepte
4.1.2. Networking
4.1.3. Telearbeit
4.2. Veränderte Rahmenbedingungen als Ursache für neue Anforderungen an die Beschäftigten in virtuellen Unternehmungen
4.3. Anforderungen an die Mitarbeiter in virtuellen Unternehmen
4.3.1. Soziale Kompetenzen
4.3.2. Fachliche Kompetenzen
4.4. Anforderungen an die Führungskräfte in virtuellen Unternehmen
4.4.1. Soziale Kompetenzen
4.4.2. Fachliche Kompetenzen
4.5. Neue Möglichkeiten für Mitarbeiter in virtuellen Unternehmen
5. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das strategische Konstrukt des "virtuellen Unternehmens" und analysiert, wie sich dieses Organisationsmodell auf die Anforderungen und Möglichkeiten für Mitarbeiter und Führungskräfte auswirkt. Im Zentrum steht die Frage, welche Kompetenzen in einer zunehmend vernetzten, durch IuK-Technologien geprägten Arbeitswelt erforderlich sind.
- Grundlagen virtueller Unternehmensorganisation
- Veränderte Rahmenbedingungen durch Globalisierung und technologische Entwicklung
- Neue Arbeitsformen wie Telearbeit und Teamkonzepte
- Soziale und fachliche Kompetenzprofile für Mitarbeiter und Führung
- Potenziale zur beruflichen Entfaltung und Selbstbestimmung
Auszug aus dem Buch
3.3. Merkmale des virtuellen Unternehmen
3.3.1 Temporäre Kooperation rechtlich selbständiger Unternehmen
Das virtuelle Unternehmen hat die Struktur eines Unternehmensnetzwerkes, das aus rechtlich selbständigen Unternehmen, Institutionen und/oder Einzelpersonen besteht, welche an einem koordinierten Wertschöpfungsprozeß beteiligt sind.
Ihre rechtliche Unabhängigkeit wird durch das Fehlen eines explizit festgelegten, gemeinsamen, juristischen Daches deutlich.
Die wirtschaftlichen Austauschbeziehungen können dabei sehr flexibel auftragsbezogen auf- und abgebaut werden. Die kundenspezifische Produktion und Distribution von Gütern und Dienstleistungen erfolgt erst zum Zeitpunkt der Nachfrage.
Die Zusammenarbeit der Unternehmen ist für den Abnehmer der Leistung im allgemeinen nicht ersichtlich, da es sich meist nur um zeitlich begrenzte Zusammenschlüße zur Ausnutzung von Marktchancen handelt. Nach der Auftragserfüllung gehen die Unternehmen wieder auseinander und es bilden sich zur Bewältigung neuer Aufgabengebiete wieder Kooperationen von Unternehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den Kontext wirtschaftlicher Veränderungen wie Globalisierung und Marktdruck, die zur Entstehung virtueller Unternehmensformen führen.
2. Aufbau der Arbeit: Skizziert den roten Faden der Untersuchung und führt das strategische Konstrukt des virtuellen Unternehmens nach Davidow und Malone ein.
3. Das virtuelle Unternehmen: Definiert den Begriff, erläutert dessen Merkmale wie die Reduktion auf Kernkompetenzen und diskutiert notwendige Voraussetzungen wie Vertrauen und Informationssysteme.
4. Mitarbeiter in virtuellen Unternehmungen: Analysiert neue Arbeitsformen, veränderte Anforderungsprofile für Personal und Führungskräfte sowie die Chancen, die sich aus dem Modell ergeben.
5. Fazit: Fasst zusammen, dass die Anforderungen an die Arbeitnehmer steigen, insbesondere im Hinblick auf soziale Kompetenzen, während gleichzeitig neue Freiräume entstehen.
Schlüsselwörter
Virtuelles Unternehmen, Kernkompetenzen, Personalführung, Telearbeit, Netzwerkkonstruktion, Soziale Kompetenzen, Fachliche Kompetenzen, Wertschöpfung, Flexibilität, Vertrauen, Teamkonzepte, Informationssysteme, Globalisierung, Arbeitsmarkt, Selbstbestimmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Organisationsmodell des virtuellen Unternehmens und den Auswirkungen dieses Konzepts auf die Anforderungen an Mitarbeiter und Führungskräfte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition virtueller Unternehmen, die Rolle moderner Kommunikationstechnologien, neue Arbeitsformen wie Telearbeit sowie die notwendigen Kompetenzprofile für Beschäftigte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das virtuelle Unternehmen als Organisationsform zu entwickeln und die neuen Anforderungen sowie die Möglichkeiten zur beruflichen Entfaltung der Akteure zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Literaturrecherche, die verschiedene Definitionsansätze und Konzepte der Personalführung in virtuellen Strukturen zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Merkmale virtueller Unternehmen, die Voraussetzungen für deren Erfolg und die spezifischen Anforderungen an die beteiligten Mitarbeiter und Führungspersönlichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind unter anderem virtuelles Unternehmen, Kernkompetenzen, Personalführung, Telearbeit und soziale Kompetenz.
Wie verändert das virtuelle Unternehmen die mittlere Managementebene?
Durch die Konzentration auf Kernkompetenzen und den Einsatz von IuK-Technologien flachen Hierarchien ab, wodurch die klassische mittlere Managementebene in vielen Fällen entfällt.
Welche Rolle spielt Vertrauen in virtuellen Strukturen?
Da rechtliche Absicherungen bei temporären Kooperationen oft fehlen, ist Vertrauen eine notwendige Voraussetzung, um Komplexität zu reduzieren und die Kooperationsbereitschaft zu sichern.
- Arbeit zitieren
- Carsten Proft (Autor:in), 2001, Mitarbeiter in virtuellen Unternehmen - Neue Anforderungen, neue Möglichkeiten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1498