Beobachtung - Eine Methode, um das Telefonierverhalten zu untersuchen


Seminararbeit, 2010

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Erkenntnismöglichkeiten von Beobachtungen

3. Die Studie „Inszenierung oder Rückzug beim Telefonieren“

4. Beobachtung des Telefonierverhaltens in Raum und Zeit

5. Fehler beim Beobachten

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Beobachtung ist eine Methode der Sozialwissenschaften. In einem Seminar an der Technischen Universität führten Studenten unter Anleitung von Prof. Dr. **** eine Beobachtung durch. Die vorliegende Hausarbeit wird sich mit dieser Methode im Allgemeinen und dem Vorgehen in besagtem Seminar befassen. Zuerst wird kurz darauf eingegangen, welche Erkenntnismöglichkeiten für die Methode der Beobachtung im Allgemeinen bestehen. Anschließend wird in Kapitel Drei die Studie des Seminars der Technischen Universität kurz vorgestellt und die Forschungsfrage genannt. In Kapitel Vier wird ausführlich darauf eingegangen, welche Beobachtungsräume für die Untersuchung der Seminar-Studie ausgewählt wurden. Diese Auswahl wird kritisch hinterfragt werden. In Kapitel Fünf wird die Methode der Beobachtung noch einmal im Allgemeinen betrachtet. Es werden die Fehler erläutert, die mit der Beobachtungsmethode einhergehen. Abschließend wird ein Fazit gezogen, in dem die Verwendung der Beobachtungsmethode für die Studie des Universitätsseminars trotz der kritischen Einwände gegen diese Methode verteidigt wird.

2. Allgemeine Erkenntnismöglichkeiten von Beobachtungen

Beobachtet hat jeder Mensch schon einmal, sei es das Verhalten anderer Menschen oder die Landschaft oder Anderes. Das alltägliche Beobachten sollte aber nicht mit der wissenschaftlichen Methode des Beobachtens verwechselt werden. Da sich die Wissenschaft mit dem Beobachten einen bestimmten Erkenntnisgewinn verspricht, unterscheidet sich das alltägliche Beobachten von der wissenschaftlichen Methode. „Gegenüber dem üblichen Wahrnehmen ist das beobachtende Verhalten planvoller, selektiver, von einer Suchhaltung bestimmt und von vorneherein auf die Möglichkeit der Auswertung des Beobachteten im Sinne der übergreifenden Absicht gerichtet“, erklärt Graumann[1], wobei er mit „Wahrnehmen“ das alltägliche Beobachten meint. Um das wissenschaftliche Beobachten der Sozialwissenschaften zu verorten, ist es zunächst notwendig, sich den Erkenntnisgewinn anzusehen, der mit der Methode erzielt werden soll.

Im Folgenden wird anhand von den fünf W-Fragen: Was? Wo? Wann? Warum? Was sagt die Beobachtung aus? erläutert, worin er besteht.

Was kann mit der Beobachtungsmethode erforscht werden? Das sind soziale Merkmale, wie bestimmte Symbole oder die Kleidung. Auch Sprache und nonverbales Verhalten, wie Gestik und Mimik, kann beobachtet werden. Und jede denkbare Verhaltensweise kann mit dieser Methode erfasst werden, einschließlich geronnenem Verhalten, zum Beispiel Briefkastenschilder oder Werbeplakate.[2]

Wo und wann kann mittels Beobachtung ein Gegenstand erforscht werden? Diese Frage verweist auf die Beobachtungsräume und -zeiten, die vor der Beobachtung festgelegt werden müssen. Die beobachteten Ergebnisse geben am Ende nämlich nicht nur Auskunft über menschliche Verhaltensweisen, soziale Merkmale und sprachliche Äußerungen, sondern auch über Gegebenheiten der Orte und Zeiten, zu denen beobachtet wird. So kann ein Ort, wie ein Bahnhof, an dem man viele umherhetzende Menschen erwartet wurden, zu einer bestimmten Zeit wie leer gefegt sein. Oder ein Supermarkt kann sich in den Vormittagsstunden als knapp besucht erweisen, weil er abseits der Haupteinkaufsstraßen liegt. Außerdem kann die Auswahl der „falschen“ Orte und Zeiten die Beobachtung nachhaltig verzerren. Das soll später genauer erläutert werden.

Warum verwenden Sozialwissenschaftler die Beobachtungsmethode? Bei bestimmten Phänomenen hat sich die wissenschaftliche Beobachtung als brauchbare Methode erwiesen. Nonverbale Äußerungen können nicht mittels einer Befragung erhoben werden, genauso wenig wie soziale Merkmale und geronnenes Verhalten. Verhaltensweisen können in begrenztem Umfang mit einer Befragung gemessen werden, denn die Aussagen der Befragten müssen nicht deren tatsächliches Verhalten spiegeln. Bei der Beobachtung können Verhaltensweisen unmittelbarer erhoben werden, das heißt, nicht über eine dritte Instanz wie den Fragebogen. Die Beobachtungsmethode ermöglicht also einen genaueren Blick auf Verhaltensweisen und ihren Kontext.

Was sagt eine Beobachtung aus? Diese Frage zielt auf das Interpretationspotential von etwas Beobachtetem. Eine Beobachtung kann als tatsächliche Abbildung von Verhaltenweisen gesehen werden, weil sie, wie oben beschrieben, unmittelbares Verhalten 2 Vgl. Häder, Michael. (2006). S. 297.

spiegeln kann. Zumindest ist das der erzielte Erkenntnisgewinn der Methode. Durch die Existenz diverser Beobachtungsfehler, wird die Realität aber niemals durch die Beobachtungsmethode eine spiegelbildliche Abbildung erfahren. Darauf wird in dieser Hausarbeit weiter unten genauer eingegangen.

3. Die Studie „Inszenierung oder Rückzug beim Telefonieren“

Im Folgenden soll die Studie kurz erläutert werden, die im Rahmen des Seminars „Beobachtung“ an der Technischen Universität Dresden mit Herrn Prof. Dr. ******** durchgeführt wurde. Bei dieser Studie wurde das Telefonierverhalten von Personen in öffentlichen Räumen beobachtet, um am Ende Daten zu bekommen, die die Forschungsfrage beantworten können. Diese lautete: Inszenieren sich die meisten Menschen beim Telefonieren in öffentlichen Räumen oder ziehen sie sich zurück? Es wird im Folgenden das Vorgehen bei dieser Studie beschrieben.

Zuerst wurden Beobachtungsräume, aus praktischen Gründen in Dresden, ausgewählt und alle Seminarteilnehmer je einem Raum zugeordnet, und die für jeden Raum geltende Beobachtungszeit festgelegt. Im Mc Donalds Restaurant am Dresdner Altmarkt sollte unter der Woche um die Mittagszeit beobachtet werden, im UFA-Palast abends oder am Kinotag, in der Centrum Galerie unter der Woche um die Mittagszeit, am Dresdner Flughafen früh und nachmittags, in der Straßenbahnlinie 9 ganztags und in der Agentur für Arbeit am Dienstag und Donnerstag vormittags und den Rest der Woche nachmittags. Jeder Beobachter sollte nur eine Stunde am Stück beobachten und das vier Mal, so dass er am Ende vier Stunden Beobachtungszeit erhielte. Die Anzahl der Beobachter, die gleichzeitig beobachten sollten, variierte von Raum zu Raum. Im Mc Donalds Restaurant beobachteten zwei Seminarteilnehmer gleichzeitig, im UFA-Palast zwei, in der Centrum Galerie drei, am Flughafen eine, in der Agentur für Arbeit eine und in der Straßenbahnlinie 9 zwei Beobachter. Danach wurde das Bobachtungsprotokoll erarbeitet und ein Pretest zum Protokoll durchgeführt. Daran schloss sich die Erhebungszeit vom 27.12.2009 bis zum 12.01.2010 an. Zum Abschluss des Seminars wurden die Daten in eine Datenmatrix geformt.

[...]


[1] Graumann, Carl F. (1966). S. 86.

[2] Vgl. Häder, Michael. (2006). S. 297.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Beobachtung - Eine Methode, um das Telefonierverhalten zu untersuchen
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Seminar: Beobachtung
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V149825
ISBN (eBook)
9783640606887
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beobachtung, Eine, Methode, Telefonierverhalten
Arbeit zitieren
Stefanie Ender (Autor), 2010, Beobachtung - Eine Methode, um das Telefonierverhalten zu untersuchen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149825

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