Die Beobachtung ist eine Methode der Sozialwissenschaften. In einem Seminar an der Technischen Universität führten Studenten eine Beobachtung durch. Die vorliegende Hausarbeit wird sich mit dieser Methode im Allgemeinen und dem Vorgehen in besagtem Seminar befassen. Zuerst wird kurz darauf eingegangen, welche Erkenntnismöglichkeiten für die Methode der Beobachtung im Allgemeinen bestehen. Anschließend wird in Kapitel Drei die Studie des Seminars der Technischen Universität kurz vorgestellt und die Forschungsfrage genannt. In Kapitel Vier wird ausführlich darauf eingegangen, welche Beobachtungsräume für die Untersuchung der Seminar-Studie ausgewählt wurden. Diese Auswahl wird kritisch hinterfragt werden. In Kapitel Fünf wird die Methode der Beobachtung noch einmal im Allgemeinen betrachtet.
Es werden die Fehler erläutert, die mit der Beobachtungsmethode einhergehen.
Abschließend wird ein Fazit gezogen, in dem die Verwendung der Beobachtungsmethode für die Studie des Universitätsseminars trotz der kritischen Einwände gegen diese Methode verteidigt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Erkenntnismöglichkeiten von Beobachtungen
3. Die Studie „Inszenierung oder Rückzug beim Telefonieren“
4. Beobachtung des Telefonierverhaltens in Raum und Zeit
5. Fehler beim Beobachten
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sozialwissenschaftliche Methode der Beobachtung am Beispiel einer studentischen Studie zum Telefonierverhalten in öffentlichen Räumen. Ziel ist es, die methodischen Grundlagen zu beleuchten, das Vorgehen bei der Auswahl von Beobachtungsräumen und -zeiten kritisch zu hinterfragen und potenzielle Fehlerquellen der Beobachtungsmethode theoretisch einzuordnen.
- Grundlagen und Erkenntnismöglichkeiten der wissenschaftlichen Beobachtung.
- Empirische Anwendung: Untersuchung der Inszenierung versus des Rückzugs beim Telefonieren.
- Methodische Reflexion zur Auswahl von Beobachtungsräumen und -zeitpunkten.
- Klassifizierung und Analyse von Beobachtungsfehlern (Wahrnehmung, Interpretation, äußere Bedingungen).
Auszug aus dem Buch
4. Beobachtung des Telefonierverhaltens in Raum und Zeit
Im Folgenden soll herausgearbeitet werden, welche Schwachstellen das methodische Vorgehen der Beobachtung der Seminarstudie aufzeigt. In dieser Hausarbeit wird auf die Auswahl der Beobachtungsräume und –zeiten eingegangen. In der hier besprochenen Studie ging es um das Telefonierverhalten in öffentlichen Räumen. In der folgenden kritischen Auseinandersetzung mit der Auswahl der Beobachtungsräume und –zeiten wird gefragt, ob die Räume öffentliche, private oder halböffentliche sind. Alle Räume, die nicht öffentliche sind, können lediglich Daten hervorbringen, die als Kontrollwerte in die Auswertung der Daten einfließen können. Weiterhin wird eingeschätzt, wie gut sich der jeweilige Raum zum beobachten eignet und inwieweit die Anzahl der jedem Raum zugedachten Beobachter ausreichend ist oder zu großzügig bemessen wurde. Es wird gefragt, ob der jeweilige Raum ein offener oder geschlossener ist und welche Auswirkungen diese Tatsache auf das Telefonierverhalten haben kann. Außerdem werden die Zugangsmöglichkeiten zu den Beobachtungsräumen erläutert. Es wird betont, welche Personen an den Orten und zu den Beobachtungszeiten erwartet wurden. Dabei wird vor allem auf das Alter und Geschlecht der zu beobachtenden Personen eingegangen, weil diese Eigenschaften einen der versprochenen Erkenntnisgewinne in Bezug auf das Telefonierverhalten in dieser Studie darstellen. Es wird im Hinblick auf die Beobachtungszeit außerdem kritisch hinterfragt werden, ob sich andere Zeiten vielleicht „besser“ geeignet hätten bzw. eine andere Datenqualität hervorgebracht hätten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Beobachtung als sozialwissenschaftliche Methode ein und skizziert das Vorgehen der vorliegenden Hausarbeit im Kontext einer durchgeführten Seminarstudie.
2. Allgemeine Erkenntnismöglichkeiten von Beobachtungen: Dieses Kapitel differenziert zwischen alltäglichem Wahrnehmen und wissenschaftlicher Beobachtung und erläutert den angestrebten Erkenntnisgewinn sowie die fünf W-Fragen der Beobachtung.
3. Die Studie „Inszenierung oder Rückzug beim Telefonieren“: Hier wird der konkrete Ablauf der Seminarstudie beschrieben, inklusive der Auswahl der Beobachtungsorte, der zeitlichen Festlegungen und der Datenerhebung.
4. Beobachtung des Telefonierverhaltens in Raum und Zeit: Das Kapitel bietet eine kritische Reflexion des methodischen Vorgehens, insbesondere hinsichtlich der Eignung der gewählten Orte und der Validität der erhobenen Daten.
5. Fehler beim Beobachten: Es erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit verschiedenen Fehlerquellen, wie Wahrnehmungs-, Interpretations- und Wiedergabefehlern, sowie externen Störfaktoren bei Feldbeobachtungen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und verteidigt die Eignung der Beobachtungsmethode trotz der genannten methodischen Herausforderungen und potenziellen Fehlerquellen.
Schlüsselwörter
Beobachtung, Sozialwissenschaften, Telefonierverhalten, Inszenierung, Rückzug, Beobachtungsmethode, Wahrnehmungsfehler, Feldbeobachtung, Beobachtungsraum, Beobachtungszeit, Empirie, Interpretationspotential, Beobachtungsprotokoll, Sozialforschung, Datenmatrix.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der wissenschaftlichen Beobachtung als Methode der empirischen Sozialforschung, illustriert durch eine studentische Studie zum Telefonierverhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Beobachtung, die methodische Planung von Beobachtungsstudien sowie die kritische Auseinandersetzung mit typischen Fehlerquellen bei der Datenerhebung.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Primäres Ziel ist es zu untersuchen, ob Menschen in der Öffentlichkeit beim Telefonieren eher zu einer Inszenierung ihrer Person oder zum Rückzug tendieren, und dabei die methodischen Stärken und Schwächen des gewählten Forschungsdesigns aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Die Arbeit konzentriert sich ausschließlich auf die Methode der (nicht-teilnehmenden) Beobachtung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Erkenntnismöglichkeiten der Beobachtung, die detaillierte Beschreibung der Seminarstudie, eine kritische Reflexion der Beobachtungsräume und -zeiten sowie eine ausführliche Analyse potenzieller Beobachtungsfehler.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Beobachtungsmethode, Telefonierverhalten, Inszenierung, Feldbeobachtung und methodische Fehlerquellen.
Warum wurden im Rahmen der Studie verschiedene Beobachtungsorte wie Mc Donalds oder die Agentur für Arbeit gewählt?
Die Auswahl erfolgte nach pragmatischen Gesichtspunkten in Dresden, wobei die Orte als unterschiedlich „öffentlich“ oder „privat“ eingestuft wurden, was direkte Auswirkungen auf die Verwertbarkeit der Daten für die Forschungsfrage hatte.
Welchen Einfluss hatte das Wetter auf die Datenerhebung?
Aufgrund des starken Schneefalls und der Kälte im Untersuchungszeitraum wurde die Anzahl der beobachtbaren Personen reduziert, was die erhobene Datenmenge und damit die methodische Grundlage beeinflusste.
Warum wird im Fazit die Beobachtung trotz Fehlern verteidigt?
Die Autorin argumentiert, dass bestimmte Verhaltensweisen, wie nonverbale Kommunikation, durch andere Methoden wie Befragungen kaum valide erhoben werden können, wodurch die Beobachtung trotz systematischer Verzerrungsgefahren ein unverzichtbares Werkzeug bleibt.
- Quote paper
- Stefanie Ender (Author), 2010, Beobachtung - Eine Methode, um das Telefonierverhalten zu untersuchen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149825