Der Morgenkreis ist in vielen Einrichtungen ein Ritual, das die Kinder zu sprachlichen Aktivitäten anregt, was auch gleichzeitig den Wortschatz erweitert. Er bietet die Möglichkeiten bei den Kindern Sprachfreude, Sprachinteresse, Sozialkompetenz, Vertrauen, Bewegung und Selbstbewusstsein zu wecken und zu fördern. Der Morgenkreis ist eine sehr gute Gelegenheit, schüchternen und sprachlich weniger guten Kindern eine Chance zur Kommunikation zu geben. Im Morgenkreis kann mit den Kindern Lieder gesungen, gemeinsam musiziert, gesprochen, Pläne für den Tag besprochen, aktuelle Ereignisse diskutiert und miteinander gereimt werden. Das Alles gibt den Kindern Sicherheit und Orientierung, fordert und fördert sie, schafft Anregungen, organisiert den Tag und motiviert zum Sprechen.
Um den Morgenkreis abwechslungsreich zu gestalten, benötigt er wiederkehrende Rituale, Abwechslung, Spannung und Bewegung.
Inhaltsverzeichnis
1. Situationsanalyse
2. Sachanalyse
2.1 Der Morgenkreis
2.2 Der Gesang
2.3 Das Lied
2.4 Die Kleidung
2.5 Das Spiel „Ich packe meinen Koffer“
3. Unfallschutz
4. Zielsetzung
5. Methodische Überlegung
6. Verlaufsplan
Zielsetzung und Themen der pädagogischen Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die kognitiven Fähigkeiten von Vorschulkindern im Alter von fünf bis sechs Jahren durch strukturierte pädagogische Angebote gezielt anzuregen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Förderung der Merkfähigkeit, der logischen Reihenfolgebildung sowie der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit innerhalb eines spielerischen Rahmens.
- Analyse der kognitiven Entwicklung in der präoperationalen Stufe.
- Bedeutung von Morgenkreis-Ritualen für die Sprach- und Sozialentwicklung.
- Förderung der logischen Strukturierung bei täglichen Verrichtungen (Ankleideprozess).
- Steigerung der Merkfähigkeit und Konzentration durch spielerische Methoden.
- Umsetzung gezielter pädagogischer Aktionen zur Sprachförderung.
Auszug aus dem Buch
1. Situationsanalyse
Die präoperationale Stufe erstreckt sich laut Jean Piaget etwa zwischen zwei und sieben Jahren. In dieser Stufe der kognitiven Entwicklung wird das Denken anschaulich.
Zu Beginn dieses Entwicklungsabschnittes, sind die Kinder in der Lage über Erlebnisse nachzudenken, damit benötigen sie für bestimmte Denkweisen nicht mehr die direkte Beobachtung. Die Fähigkeit des logischen Denkens verbessert sich schrittweise und stetig. Es entwickelt sich das anschauliche Denken, wodurch ein präziserer Gebrauch der Sprache entsteht. Kinder in diesem Alter wissen, dass es zu jedem Objekt eine bestimmte Bezeichnung gibt (Objektpermanenz). Außerdem lernt das Kind den Umkehrschluss anzuwenden, denn es weiß, dass jeder Begriff ein zugehöriges Objekt hat. Die Sprache ist auch eine Voraussetzung für die Entwicklung der kognitiven Leistungen. Das präoperationale Denken ist durch Zentrierung charakterisiert, denn die Aufmerksamkeit richtet sich auf einen einzigen Gegenstand oder ein einzelnes Merkmal. Das Kind kann nicht mehr als eine Sache gleichzeitig berücksichtigen. Die Zentrierung ist ein Teil des Egozentrismus, dies ist die Schwierigkeit, sich das Geschehene aus der Sicht eines anderen Menschen vorzustellen.
Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren sprechen fließend und wenden die Muttersprache weitgehend an. Der Sprachschatz erweitert sich fortlaufend. Gedankengänge und Geschichten können ausgedrückt werden. Durch den ständigen Gebrauch der Sprache wenden sie Grammatik und Syntax richtig an.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Situationsanalyse: Beschreibung der Ausgangslage in der Kindertagesstätte sowie eine entwicklungspsychologische Einordnung der Zielgruppe auf Basis der Theorie von Jean Piaget.
2. Sachanalyse: Theoretische Auseinandersetzung mit den pädagogischen Instrumenten Morgenkreis, Gesang, Lied, Kleidung und dem Gedächtnisspiel als Basis für die geplante Aktion.
3. Unfallschutz: Aufstellung grundlegender Sicherheitsregeln zur Vermeidung von Verletzungen während der Durchführung der Aktion.
4. Zielsetzung: Definition der angestrebten Lern- und Verhaltensziele, die die Kinder nach Abschluss der pädagogischen Einheit erreichen sollen.
5. Methodische Überlegung: Detaillierte Darstellung des didaktischen Vorgehens und der Gründe für die Auswahl der einzelnen Aktionsschritte.
6. Verlaufsplan: Tabellarische Übersicht des zeitlichen Ablaufs der Aktion, gegliedert in Einführung, Hauptteil und Schluss sowie der jeweiligen Methoden.
Schlüsselwörter
Kindertagesstätte, Vorschulgruppe, kognitive Entwicklung, präoperationale Stufe, Morgenkreis, Sprachförderung, Logik, Merkfähigkeit, Feinmotorik, Pädagogische Aktion, Jean Piaget, Rituale, Konzentration, Kleidung, Spielpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser pädagogischen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit dokumentiert die Planung und theoretische Fundierung einer pädagogischen Aktion für eine Vorschulgruppe, um deren kognitive Fähigkeiten und logisches Denken zu stärken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der kindlichen Sprachentwicklung, der Anwendung von Morgenkreis-Ritualen und der spielerischen Förderung der Merkfähigkeit durch strukturierte Aufgaben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, den Kindern zu ermöglichen, tägliche Verrichtungen wie das Ankleiden logisch zu strukturieren und ihre Merk- sowie Konzentrationsfähigkeit gezielt zu trainieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die Hospitation und Situationsanalyse zur Ermittlung von Förderbedarfen sowie entwicklungspsychologische Grundlagen nach Jean Piaget zur theoretischen Fundierung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Planung der pädagogischen Intervention, insbesondere dem praktischen Ankleiden einer Puppe und dem Gedächtnisspiel „Ich packe meinen Koffer“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Vorschulgruppe, kognitive Entwicklung, logisches Denken, pädagogische Aktion und Sprachförderung.
Warum wurde das Spiel „Ich packe meinen Koffer“ gewählt?
Das Spiel wurde ausgewählt, um spielerisch die Merkfähigkeit und Konzentration zu fördern und gleichzeitig einen motivierenden Abschluss für die pädagogische Aktion zu bieten.
Wie werden Schwierigkeiten bei der logischen Reihenfolge aufgefangen?
Die Erzieherin gibt den Kindern während des Ankleideprozesses der Puppe gezielte Hilfestellungen und durch Nachfragen wird ein korrektes Vorgehen verbal unterstützt.
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- Mandy John (Author), 2010, Planung eines Morgenkreises im Kindergarten mit dem Spiel "Ich packe meinen Koffer...", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149839