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Preisbildung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)

Title: Preisbildung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)

Seminar Paper , 2008 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl.-Betriebswirt (FH) Sebastian Kopelsky (Author)

Environmental Sciences
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„Die Sicherstellung einer ausreichenden Bedienung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im öffentlichen Personennahverkehr ist eine Aufgabe der Daseinsvorsorge.“
Mit diesem Postulat legt das Regionalisierungsgesetz (RegG) die Verpflichtung des Staates bzw. der Länder fest, ein dem Gemeinwohl dienendes und ausreichendes Angebot an öffentlichen (Nah)-Verkehrsdienstleistungen sicher zu stellen. Im Hinblick auf diese, den allgemeinen Mobilitätsbedürfnissen jedes Einzelnen entsprechende Forderung, ist es fraglich, wie diese in finanzieller, organisatorischer und preispolitischer Hinsicht realisiert werden kann. Das herrschende Defizit des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) stellt bereits seit Ende der sechziger Jahre (bis dahin konnten die Bereitstellungskosten noch weitestgehend durch den Fahrkartenkauf gedeckt werden) ein finanzpolitisches Problem und eine ernstzunehmende Herausforderung für die verantwortlichen Organisationseinheiten dar. Diese Kostenunterdeckung wird durch die besonderen Markteigenschaften des Verkehrssektors begründet, da die unter Wettbewerb geltenden Preisbildungsmechanismen versagen und zu veränderten Bedingungen hinsichtlich der Preisbildung im ÖPNV führen.
In der vorliegenden Arbeit sollen diese veränderten Bedingungen der Preisbildung im ÖPNV anhand der bekannten mikroökonomischen Modellansatze erklärt und das Zustandekommen des Defizits theoretisch begründet werden. Dabei konzentriert sich die Arbeit auf die allgemeinen Preisbildungsansätze im Verkehrssektor, die auf die Besonderheiten im ÖPNV als speziellen Teilbereich der Verkehrswirtschaft übertragen werden. Dazu wird zunächst der Begriff des ÖPNV in den gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang des Verkehrssektors eingeordnet und abgegrenzt. Anschließend werden sowohl der organisatorische als auch der finanzpolitische Rahmen des ÖPNV in Deutschland in seinem Ansatz erläutert. Wie es letztlich zur Kostenunterdeckung kommt und aus welchen Gründen eine staatliche Regulierung ihre Notwendigkeit findet, wird im Anschluss ausführlich behandelt. Hierbei wird insbesondere auf das Versagen der Marginalkostenpreisregel eingegangen und die Auswirkung eines regulierten Höchstpreises auf das Marktergebnis erläutert. Zum Schluss werden diverse Problemlösungsansätze in Form von First- und Second-Best-Strategien vorgestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Einordnung des ÖPNV in den verkehrswirtschaftlichen Gesamtzusammenhang

3 Organisation des ÖPNV

4 Finanzierung des ÖPNV

5 Preispolitik in der Verkehrswirtschaft und ihre Bedeutung für den ÖPNV

5.1 Grundlagen der Marginalkostenpreisbildung

5.2 Versagen der Grenzkostenpreisregel im Verkehrssektor und eine dadurch veränderte Preisbildung im natürlichen Monopol

5.3 Notwendigkeit einer Regulierung und die damit verbundene Begründung des herrschenden Defizits beim ÖPNV

6 First- und Second-Best-Ansätze zur Überwindung der Preisbildungsproblematik im ÖPNV

6.1 First-Best-Ansätze

6.1.1 Defizitausgleich durch interne oder externe Subventionierung auf Grund staatlicher Preisfestsetzung (Regulierung)

6.1.2 Preisdifferenzierung

6.1.3 Zweiteilige Tarife

6.1.4 Spitzenlastpreisbildung (Peak Load-Pricing)

6.2 Second-Best-Ansatz nach Ramsey

7 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die preispolitischen Herausforderungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vor dem Hintergrund einer bestehenden Kostenunterdeckung. Ziel ist es, das Zustandekommen des Defizits theoretisch auf Basis mikroökonomischer Modellansätze zu begründen und Lösungsstrategien zur Preisbildung im Rahmen der Daseinsvorsorge zu evaluieren.

  • Ordnungs- und finanzpolitische Rahmenbedingungen des ÖPNV in Deutschland
  • Anwendung der Marginalkostenpreisregel und deren Versagen im natürlichen Monopol
  • Theoretische Fundierung des Defizits durch externe Effekte und Regulierungsmaßnahmen
  • Diskussion von First-Best-Ansätzen (Subventionierung, Preisdifferenzierung, Tarife)
  • Vorstellung von Second-Best-Lösungen wie dem Ramsey-Ansatz

Auszug aus dem Buch

5.2 Versagen der Grenzkostenpreisregel im Verkehrssektor und eine dadurch veränderte Preisbildung im natürlichen Monopol

Hinsichtlich der Umsetzung der oben beschriebenen wohlfahrtstheoretischen Optimallösung, d.h. der Maximierung des Nettonutzens aus Konsumenten- und Produzentenrente, gelten im Verkehrsbereich jedoch einige Besonderheiten. Wie oben festgestellt, erfolgt die Festsetzung der zu produzierenden Menge (im Verkehrssektor entspricht dies der Transportleistung) anhand des erzielbaren Preises auf Grenzkostenhöhe. Fraglich ist jedoch, ob im Verkehrsektor die gleichen Bedingungen gelten, die zum Erlangen von Markteffizienz notwendig sind, wie auf Märkten mit vollständiger Konkurrenz. Aberle (2000) spricht hier neben den dem Effizienzkriterium unterliegenden Annahmen, wie der Maximierung des sozialen Überschusses, von den restriktiven Bedingungen der statischen Wohlfahrtsökonomie (vollständige Konkurrenz, das Nicht-Vorhandensein von Externalitäten).

Ausgehend von der Annahme, dass im Verkehrssektor ein natürliches Monopol vorliegt, bei dem der Monopolist im Unterschied zum Wettbewerbsmarkt den Preis selbst mit Blick auf die gegebene Marktnachfrage setzt (war der Unternehmer im Wettbewerb ein Preisnehmer und ein Mengenanpasser, so ist der Monopolist ein Preismacher), ergeben sich für den Bereich des Verkehrssektors diverse Besonderheiten bezüglich der Preisbildung: Als Preisfixierer wird der Monopolist zunächst die gewinnmaximierende Menge xmax und den dazugehörigen Preis pmon, der sich aus der Nachfrage ableitet, wählen, um seinen Gewinn zu maximieren. Im Unterschied zum Konkurrenzfall liegt der Preis dabei aber über den Grenzkosten K’.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung definiert den ÖPNV als Aufgabe der Daseinsvorsorge und skizziert das Problem der dauerhaften Kostenunterdeckung, das durch Marktversagen begründet wird.

2 Einordnung des ÖPNV in den verkehrswirtschaftlichen Gesamtzusammenhang: Dieses Kapitel erläutert die methodische Abgrenzung des ÖPNV nach räumlichen, technischen und ökonomischen Merkmalen sowie nach verschiedenen Definitionsebenen.

3 Organisation des ÖPNV: Es wird der rechtliche und organisatorische Rahmen von der EU-Ebene bis hin zu den kommunalen Aufgabenträgern und Betreibern dargestellt.

4 Finanzierung des ÖPNV: Das Kapitel beleuchtet, warum Beförderungserlöse zur Kostendeckung nicht ausreichen und welche Rolle staatliche Finanzhilfen sowie der Querverbund spielen.

5 Preispolitik in der Verkehrswirtschaft und ihre Bedeutung für den ÖPNV: Der Hauptteil analysiert das Versagen klassischer Marginalkostenpreismodelle im Bereich natürlicher Monopole und begründet die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe.

6 First- und Second-Best-Ansätze zur Überwindung der Preisbildungsproblematik im ÖPNV: Hier werden konkrete Lösungsstrategien wie Subventionen, Preisdifferenzierung, zweiteilige Tarife und das Peak-Load-Pricing sowie Ramsey-Preise diskutiert.

7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine effiziente Preisbildung im Spannungsfeld zwischen Daseinsvorsorge und Wirtschaftlichkeit eine der größten Herausforderungen für die Verkehrspolitik bleibt.

Schlüsselwörter

ÖPNV, Preisbildung, Marginalkosten, natürliches Monopol, Daseinsvorsorge, Defizit, Regulierung, Preisdifferenzierung, Wohlfahrtsökonomie, Verkehrssektor, SPNV, Subventionierung, Kapazitätsauslastung, Ramsey-Ansatz, Verkehrspolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Mechanismen der Preisbildung im ÖPNV und erklärt, warum der Sektor aufgrund seiner besonderen Marktstruktur dauerhaft auf öffentliche finanzielle Unterstützung angewiesen ist.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die ökonomischen Grundlagen der Preisbildung im Verkehrswesen, die Organisationsstrukturen in Deutschland sowie die theoretische Herleitung von Defiziten bei regulierten Preisen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, auf Basis der mikroökonomischen Theorie zu begründen, warum im ÖPNV kein kostendeckender Preis am freien Markt gebildet werden kann und welche regulatorischen Strategien zur Überwindung dieses Problems existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor verwendet eine deskriptive Analyse sowie mikroökonomische Modellansätze (Wohlfahrtsökonomie), um die Auswirkungen von Preisbildungsverfahren im natürlichen Monopol zu visualisieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Nicht-Anwendbarkeit der Grenzkostenpreisregel, der Rolle des natürlichen Monopols und der Bewertung verschiedener Strategien wie Subventionen oder zeitlich variierende Tarife.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Preisbildung, ÖPNV, natürliches Monopol, Daseinsvorsorge, Defizitvermeidung und mikroökonomische Preisstrategien.

Warum können ÖPNV-Unternehmen nicht einfach kostendeckende Preise verlangen?

Aufgrund der hohen Fixkosten und der Eigenschaft als natürliches Monopol würde ein kostendeckender Preis zu einer so starken Nachfragereduktion führen, dass der Auftrag der Daseinsvorsorge verfehlt würde.

Welche Rolle spielt die Preisdifferenzierung für den ÖPNV?

Preisdifferenzierung soll helfen, Konsumentenrente abzuschöpfen und unterschiedliche Zahlungsbereitschaften der Nutzer zu nutzen, um die Gesamterlössituation und den Auslastungsgrad zu verbessern.

Was besagt der Ramsey-Ansatz in diesem Kontext?

Der Ramsey-Ansatz schlägt vor, die Preise über die Grenzkosten hinaus so zu erhöhen, dass die relative Abweichung umgekehrt proportional zur Preiselastizität der Nachfrage verläuft, um das Defizit zu minimieren.

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Details

Title
Preisbildung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)
College
University of Applied Sciences Trier; Environment - Campus
Grade
1,0
Author
Dipl.-Betriebswirt (FH) Sebastian Kopelsky (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V149862
ISBN (eBook)
9783640607228
ISBN (Book)
9783640607419
Language
German
Tags
Preisbildung Personennahverkehr
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Betriebswirt (FH) Sebastian Kopelsky (Author), 2008, Preisbildung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149862
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