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Das neue Verhältnis von Juden und Christen

Ein Beitrag zur Unterrichtseinheit im 5./6. Schuljahr

Title: Das neue Verhältnis von Juden und Christen

Scientific Study , 1983 , 43 Pages , Grade: 2,00

Autor:in: Konrad Hagendorn (Author)

Theology - Religion (For Pre-University Students)
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In seinem Buch „Die Juden und ihr Land” schreibt Friedrich Wilhelm Marquardt, wie eng die beiden Grundverheißungen - Land und Nachkommen - zusammengehören. Schon im Pentateuch ist zu lesen: „Da erschien der Herr dem Abraham und sprach zu ihm: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben” (1. Morse 12,7). Land und Volk gehören im Judentum untrennbar zusammen.

Zurzeit von König David errichten die Israeliten um das Jahr 1000 v. Chr. einen Staat mit der Hauptstadt Jerusalem. Es folgen die Teilung des Reiches in „Israel” und „Juda”, die Exilszeit, dann die Rückkehr nach Jerusalem (538-530v. Chr.). Unter Alexander dem Großen wird die völlige Hellenisierung durchgesetzt. Während der Makkabäerzeit (167-163 v. Chr.) entwickeln sich drei wichtige Strömungen des Judentums: a) Die Sadduzäer b) Die Essener c) Die Pharisäer.

Ab 63 v. Chr. erlebten die Juden römische Herrschaft und Unterdrückung.
Im 2. und 3. Jahrhundert lebten Juden verstreut über das gesamte Römische Reich. So in Spanien, in Frankreich und in Deutschland.

„In einem Brief des Kaisers Konstantin vom 11. Dezember 321 wird die jüdische Gemeinde in Köln erstmals urkundlich erwähnt, aber Ausgrabungen beweisen, dass sie mit Sicherheit sehr viel älter ist. Die Mainzer, Ulmer und Regensburger Juden lebten in der Überzeugung, sie seien sogar schon vor Christi Geburt in ihrer Stadt sesshaft gewesen, und die Wormser pflegten die Legende, ihre Vorfahren hätten mit einem Sendschreiben an Pontius Pilatus gegen die Hinrichtung Jesu Christi protestiert.”1

Die Idee eines modernen jüdischen Nationalismus bewirkte seit 1882 mehrere Einwanderungswellen in das Land. Seit dem Beginn der ersten Einwanderung hatte sich die jüdische Bevölkerung in Palästina von 24 000 auf etwa 90 000 im Jahre 1924 vermehrt; allein in den Jahren 1924 bis 1931 kamen etwa 82 000 jüdische Neueinwanderer ins Land, sodass der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung ständig größer wurde. Infolge des sprunghaften Anstiegs jüdischer Einwanderer besonders nach 1933 wuchs deren Zahl in der Bevölkerung schließlich bis 1948 auf 650 000 an.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Das Land – die Nachkommen

1. Jüdische Geschichte

2. Der Zionismus in der Neuzeit

3. Jerusalem

II Der Rassebegriff und die Juden

III Zum Selbstverständnis des Judentums gegenüber dem Christentum

1. Die gemeinsame Schrift

2. Der Bund Gottes

IV Jesus aus jüdischer und christlicher Sicht

IVa Der Kommende

V Der Antisemitismus

VI Massenmord an den Juden – Holocaust

VII Christen und Juden im Gespräch

1. Juden unter uns

2. Die historische Entwicklung während der letzten 30 Jahre

3. Das Verhältnis zwischen Juden und Christen

4. Der Dialog

VIII Mission der Juden!?

IX Gemeinsame Hoffnung der Juden und Christen

X Das Judentum im evangelischen Religionsunterricht

1. Schwierigkeiten bei der Darstellung des Judentums im heutigen Religionsunterricht

2. Zentrale Zielsetzungen für den Unterricht

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das neuere Verhältnis zwischen Juden und Christen kritisch zu beleuchten und einen fachlich fundierten Beitrag zur Unterrichtseinheit „Juden und Christen“ für das 5. und 6. Schuljahr zu leisten. Dabei wird insbesondere untersucht, wie das Judentum als Wurzel des christlichen Glaubens verstanden werden kann, um antijüdische Vorurteile abzubauen und einen sachlichen, respektvollen Dialog zu fördern.

  • Historische Entwicklung und Bedeutung des jüdisch-christlichen Verhältnisses.
  • Die jüdische Identität von Jesus und die gemeinsame biblische Schriftgrundlage.
  • Psychologische Mechanismen des Antisemitismus und die historische Schuld der Christenheit.
  • Didaktische Konzepte zur vorurteilsfreien Vermittlung des Judentums im modernen Religionsunterricht.

Auszug aus dem Buch

III Zum Selbstverständnis des Judentums gegenüber dem Christentum.

Judentum und Christentum haben viele gemeinsame Wurzeln. Das Judentum muss als engster Nachbar des Christentums angesehen werden. Der Rabbiner Cuno Lehrmann spricht von den Tochterreligionen des Judentums und meint damit auch das Christentum. Beide Religionen sind sich in der Ablehnung des Götzentums einig. Mit den Psalmen Davids und deren Geist des Gottvertrauens, der Menschenliebe und Zukunftshoffnung haben Christentum und Judentum etwas Gemeinsames. Ein Christentum ohne Judentum wäre, wie Leo Baeck in einer seiner letzten Reden sagte, wurzellos; ein Judentum ohne Christentum würde den Verzicht auf seine gottbefohlene Botschaft an die Völker bedeuten. Im Judentum offenbarte sich Gottes Geist zuerst. „Juden und Christen bekennen im Gebet denselben Gott als Schöpfer, Herrn, Erhalter und Vollender der Welt. Lobpreis und Dank, Klage und Sündenbekenntnis, Bitte und Fürbitte können in gleichem oder ähnlichem Wortlaut von beiden vor Gott gebracht werden. Auch dass Juden das ganze Leben als Gebet sehen, entspricht neutestamentlichem Verständnis”. 7

Nach dem Sinai-Ereignis wurde Israel zum Träger des Gesetzes, der Tora. Israel wurde zum Träger, nicht zum alleinigen Inhaber des Gesetzes, das ja symbolischerweise in der Wüste, dem Niemandsland, offenbar worden ist.

Das Festhalten am Gesetz als Gottes unveränderlichem Wort wurde christlicherseits oftmals missdeutet und als geringere Stufe religiöser Reife bewertet angesichts der in den Evangelien verkündeten Heilslehre der Gnade. Dem Judentum zufolge aber ist das in der Tora niedergelegte, göttliche Gesetz der Inbegriff aller sittlichen Werte, ist gleichzeitig Zielsetzung und Wegweiser zur geistigen Vollendung des Menschengeschlechts.

Zusammenfassung der Kapitel

I Das Land – die Nachkommen: Erläutert die untrennbare Verbindung von Land und Volk im Judentum sowie die Geschichte des jüdischen Nationalismus und der Staatsgründung Israels.

II Der Rassebegriff und die Juden: Analysiert den historischen Missbrauch des Rassebegriffs als Instrument zur Verfolgung und Ausrottung des jüdischen Volkes.

III Zum Selbstverständnis des Judentums gegenüber dem Christentum: Beleuchtet die gemeinsamen Wurzeln, den theologischen Stellenwert des Gesetzes (Tora) und das jüdische Verständnis des Christentums als Nachbarreligion.

IV Jesus aus jüdischer und christlicher Sicht: Untersucht Jesus von Nazareth als jüdische Persönlichkeit und die unterschiedlichen Wahrnehmungen seines Wirkens im jüdischen und christlichen Glauben.

IVa Der Kommende: Reflektiert über die christliche Parusie-Erwartung und das Verhältnis zum messianischen Verständnis Israels.

V Der Antisemitismus: Untersucht die Ursprünge und Formen des Judenhasses, einschließlich psychologischer Erklärungsmodelle wie der Sündenbocktheorie.

VI Massenmord an den Juden – Holocaust: Befasst sich mit der beispiellosen Vernichtung des europäischen Judentums und der Aufgabe, dieses Gedenken ohne Vereinfachung zu wahren.

VII Christen und Juden im Gespräch: Beschreibt die notwendige Neuausrichtung des Dialogs, weg von missionarischen Tendenzen hin zu einer gleichberechtigten Begegnung.

VIII Mission der Juden!?: Kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept der „Judenmission“ und der theologischen Reflexion des Zeugnisses gegenüber dem Volk Gottes.

IX Gemeinsame Hoffnung der Juden und Christen: Analysiert die eschatologische Hoffnung auf die Herrschaft Gottes als verbindendes Element zwischen den beiden Religionen.

X Das Judentum im evangelischen Religionsunterricht: Bietet didaktische Reflexionen zur Vermeidung antijüdischer Feindbilder und zur Förderung einer lebendigen Wahrnehmung des Judentums.

Schlüsselwörter

Judentum, Christentum, Antisemitismus, Israel, Holocaust, Tora, Jesus von Nazareth, Dialog, Religionsunterricht, Zionismus, Gott, Bund, Messianismus, Religionspädagogik, Gemeinsame Wurzeln.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Verhältnis zwischen Juden und Christen, ihre theologischen Gemeinsamkeiten sowie die historische Belastung durch Antisemitismus und den Holocaust, mit dem Ziel, Ansätze für ein zeitgemäßes und respektvolles Miteinander zu formulieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf die jüdische Geschichte, das Selbstverständnis beider Religionen, das Bild Jesu als Jude, die Ursprünge des Antisemitismus und die didaktische Aufarbeitung des Judentums im Religionsunterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, das Judentum nicht als bloßes „Gegenüber“ des Christentums zu betrachten, sondern als dessen lebendige Wurzel, um durch Wissen und ehrlichen Dialog antijüdische Ressentiments abzubauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theologischen und historischen Analyse sowie einer didaktischen Reflexion, wobei sowohl biblische Quellen als auch Dokumente kirchlicher Synoden und soziologische Studien herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der historischen und theologischen Grundlagen des Judentums, eine Auseinandersetzung mit der Geschichte des Antisemitismus und die Entwicklung konkreter Zielsetzungen für den schulischen Religionsunterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Judentum, Christentum, Antisemitismus, Holocaust, Dialog sowie die didaktische Notwendigkeit einer „lebendigen Begegnung“.

Warum ist die Darstellung von Jesus als Jude so wichtig für den Dialog?

Weil die Erkenntnis seiner jüdischen Herkunft und Verwurzelung den fundamentalen Zusammenhang zwischen den beiden Religionen unterstreicht und den christlichen Anspruch einer Ablösung des Judentums infrage stellt.

Wie soll der Antisemitismus im Unterricht behandelt werden?

Der Autor betont, dass das „Konfliktmodell“ (Jesus gegen Judentum) vermieden werden muss, um keine neuen Feindbilder zu erzeugen, und stattdessen eine vorurteilsfreie, lebendige Begegnung mit dem heutigen Judentum gefördert werden sollte.

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Details

Title
Das neue Verhältnis von Juden und Christen
Subtitle
Ein Beitrag zur Unterrichtseinheit im 5./6. Schuljahr
College
University of Education Heidelberg
Grade
2,00
Author
Konrad Hagendorn (Author)
Publication Year
1983
Pages
43
Catalog Number
V149867
ISBN (eBook)
9783640614646
ISBN (Book)
9783640615308
Language
German
Tags
Verhältnis Juden Christen Beitrag Unterrichtseinheit Schuljahr
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Konrad Hagendorn (Author), 1983, Das neue Verhältnis von Juden und Christen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149867
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