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Perspektiven des Ausländer- und Asylrechts der 1990er Jahre für die Entwicklung der multikulturellen Gesellschaft

Titel: Perspektiven des Ausländer- und Asylrechts der 1990er Jahre für die Entwicklung der multikulturellen Gesellschaft

Hausarbeit (Hauptseminar) , 1993 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Helmut Schäfer (Autor:in)

Soziologie - Politik, Majoritäten, Minoritäten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit es Staaten gibt, gibt es auch die Unterscheidung zwischen Bürgern eines Landes und Fremden, die einem anderen Staat angehören, sich jedoch in diesem nicht aufhalten. Schon in der Antike kam es dabei immer wieder zu Uneinigkeiten, welche Rechte und Pflichten diesen Menschen zugesprochen werden sollten. Es gab Abkommen zwischen den Staaten über die gegenseitige Behandlung ihrer Bürger, beispielsweise auch über die Gewährung von Asyl für Flüchtlinge.

Bis heute hat sich daran im Grundsatz nichts geändert. Dennoch scheint die Problematik in jüngster Zeit wieder gewichtiger zu werden. Parolen wie "Aus¬länder raus!", "Deutschland den Deutschen!", u. a. werden momentan in der Bundesrepublik wieder laut. Für soziale und wirtschaftliche Unsicherheiten in Teilen der Bevölkerung werden die angeblich ins unermessliche steigenden Zuwandererzahlen verantwortlich gemacht. Arbeitslosigkeit, steigende Kriminalitätsraten, Überfremdung und Ausnutzung des Sozialstaats-prinzips sind nur einige Stichworte, die in emotionalen Debatten als Argumente gegen eine multikulturelle Gesellschaft angeführt werden.

Die vorliegende Arbeit versucht zunächst, in Kürze Wanderungs-bewegungen aufzuzeigen und einen Überblick über die Entwicklung des Ausländerrechts zu geben.

Im folgenden Abschnitt wird auf die aktuelle Rechtslage eingegangen. Schwerpunkte im neuen Ausländerrecht und das geänderte Asylrecht sowie deren Bedeutung als Fundamente für die Verwirklichung einer multikulturellen Gesellschaft stehen im dritten Kapitel im Vordergrund.

Neben Daten und Fakten zur Ausländersituation in Deutschland soll im vierten Abschnitt vor allem ein Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungschancen gewagt werden. Weiterhin wird der Versuch unternommen, den sehr unterschiedlich auslegbaren Begriff "Multikulturelle Gesellschaft" zu definieren. Sowohl die Ost-West-, als auch die Nord-Süd-Konfliktlinien werden nicht nur zu einem stärkeren Wirtschafts- und Kulturaustausch führen, sondern auch Schwierigkeiten und Probleme aufwerfen, mit der sich die Gesellschaften des nächsten Jahrtausends auseinandersetzen müssen, die uns aber auch schon heute angehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Vorbemerkung

2. Die geschichtliche Entwicklung

2.1. Historie der Wanderungsbewegungen

2.2. Rechtsgeschichtlicher Überblick

3. Die aktuelle Rechtslage

3.1. Schwerpunkte im neuen Ausländerrecht

3.1.1. Aufenthaltsgenehmigung

3.1.2. Die Paragraphen 45 bis 48 (AuslG)

3.1.3. Nicht-EG-angehörige Arbeitnehmer

3.1.4. Familiennachzug

3.1.5. Politische Betätigung

3.2. Asylrecht

4. Die multikulturelle Gesellschaft und das geltende Recht

4.1. Definitionsversuch: "Multikulturelle Gesellschaft"

4.2. Daten und Fakten zur Ausländersituation in Deutschland

4.3. Ausblick, Probleme und Schwierigkeiten

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die rechtlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Herausforderungen für das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft in der Bundesrepublik Deutschland zu Beginn der 1990er Jahre, um Perspektiven für eine funktionierende multikulturelle Gesellschaft aufzuzeigen.

  • Historische Analyse von Wanderungsbewegungen und Ausländerrecht
  • Darstellung der aktuellen Rechtslage nach der Ausländergesetz-Neuregelung
  • Diskussion aktueller Asylrechtsänderungen und deren Auswirkungen
  • Definition und Standortbestimmung des Begriffs "Multikulturelle Gesellschaft"
  • Analyse sozioökonomischer Daten zur Ausländersituation
  • Ausblick auf zukünftige integrationspolitische Notwendigkeiten

Auszug aus dem Buch

2.1. Historie der Wanderungsbewegungen

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte im gesamten westlichen Teil Europas eine wirtschaftliche Expansionsorientierung ein. Auch in Deutschland begann in der Mitte der fünfziger Jahre mit dem "Wirtschaftswunder" ein außerordentlicher ökonomischer Aufschwung. Im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich oder Großbritannien konnte die Bundesrepublik allerdings den damit verbundenen Bedarf an Arbeitskräften nicht aus früheren Kolonialstaaten rekrutieren. Gleichzeitig ging die Zahl der einheimischen Erwerbstätigen von 1960 bis 1972 um 2,3 Millionen zurück. Die tarifliche Arbeitszeitverkürzung, der Eintritt der geburtenschwachen Nachkriegsjahrgänge ins Erwerbsleben, die Einführung der Wehrpflicht, der Abbruch des Flüchtlingsstroms aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten aufgrund des Mauerbaus, dies alles sind Gründe für einen sich abzeichnenden Arbeitskräftemangel bei stetig steigendem Bedarf an Erwerbspersonen in einer wachsenden Wirtschaft der jungen Bundesrepublik Deutschland.

In den europäischen Mittelmeerländern hingegen, stieg das Angebot an Arbeitskräften. Mangelnde berufliche Qualifikationen, Kapitalknappheit, niedriger technologischer Standard, politische Instabilität und eine verfehlte Industrialisierungspolitik kennzeichneten die Situation in Ländern wie der Türkei und in der süditalienischen Region, aber zum Teil auch in den damaligen Schwellenländern Griechenland und Portugal. Eine Abwanderung der Menschen konnte so in den Herkunftsländern einerseits eine Entspannung der sozialen Lage sowie die Einsparung von Sozialleistungen bewirken, andererseits entstanden dadurch zusätzliche Devisenquellen, beispielsweise durch Überweisungen an zurückgebliebene Familienmitglieder. Allerdings wanderten, zumindest am Anfang, vor allem die mobilen qualifizierten Facharbeiter in die Industriestaaten ab, was die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Herkunftsländer zusätzlich einschränkte.

1955 kam es zum Abschluss eines deutsch-italienischen Abkommens zur Anwerbung und Vermittlung italienischer Arbeitnehmer. Es folgten Vereinbarungen mit Spanien und Griechenland (1960), der Türkei (1961) sowie Marokko, Portugal, Tunesien und dem damaligen Jugoslawien bis 1968. Hierzu eröffnete die Bundesrepublik eigens von der Bundesanstalt für Arbeit getragene Büros in den jeweiligen Anwerbeländern. In Deutschland bestand bei allen gesellschaftlich relevanten Gruppen ein breiter Konsens über die Zweckmäßigkeit dieser Einrichtungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Vorbemerkung: Einführung in die historische Problematik des Fremdseins und Begründung der Relevanz einer Auseinandersetzung mit dem Ausländerrecht im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft.

2. Die geschichtliche Entwicklung: Rückblick auf die wirtschaftlichen Ursachen der Anwerbephase seit den 1950er Jahren und die historische Entwicklung des Ausländerrechts vom 18. Jahrhundert bis 1965.

3. Die aktuelle Rechtslage: Detaillierte Erläuterung der Neuregelungen des Ausländerrechts ab 1991 sowie eine Analyse der Debatten und Änderungen im Asylverfahren.

4. Die multikulturelle Gesellschaft und das geltende Recht: Versuch einer Begriffsdefinition, Darstellung aktueller statistischer Daten zur Situation ausländischer Mitbürger und Ausblick auf zukünftige politische Anforderungen.

Schlüsselwörter

Multikulturelle Gesellschaft, Ausländerrecht, Asylrecht, Wanderungsbewegungen, Integration, Aufenthaltserlaubnis, Familiennachzug, Arbeitserlaubnis, Bundesrepublik Deutschland, Gastarbeiter, Zuwanderung, Rechtssicherheit, Politische Betätigung, Identität, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den rechtlichen und gesellschaftlichen Perspektiven der Ausländer- und Asylpolitik in der Bundesrepublik Deutschland der frühen 1990er Jahre im Hinblick auf die Entwicklung einer multikulturellen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die historische Anwerbephase, die rechtliche Ausgestaltung des Aufenthaltsrechts, die Asylverfahrensdebatte sowie die soziologische Definition der multikulturellen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den Einfluss des Ausländer- und Asylrechts auf die Realisierung einer multikulturellen Gesellschaft zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine rechts- und sozialwissenschaftliche Analyse, die historische Entwicklungen mit aktuellen Gesetzestexten und statistischen Daten verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine detaillierte Ausarbeitung der Ausländergesetz-Neuregelung von 1991, Erörterungen zum Asylrecht sowie eine sozioökonomische Betrachtung der Ausländersituation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Multikulturelle Gesellschaft, Ausländergesetzgebung, Asylverfahren, Integration, Zuwanderung und soziale Teilhabe.

Welchen Stellenwert nimmt die politische Betätigung von Nicht-Deutschen ein?

Die Arbeit hebt hervor, dass die politische Partizipation von Ausländern durch das Ausländergesetz stark eingeschränkt bleibt, was als Hindernis für eine echte Integration bewertet wird.

Wie bewertet der Autor den Kompromiss zur Asylrechtsänderung von 1992?

Der Autor weist auf die Kritik hin, dass dieser Kompromiss einer faktischen Aushöhlung des Asylgrundrechts gleichkommen könnte und die Fluchtursachenbekämpfung vernachlässigt.

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Details

Titel
Perspektiven des Ausländer- und Asylrechts der 1990er Jahre für die Entwicklung der multikulturellen Gesellschaft
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Multikulturelle Gesellschaft - Die Debatte in der Bundesrepublik Deutschland
Note
1,7
Autor
Helmut Schäfer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1993
Seiten
17
Katalognummer
V149870
ISBN (eBook)
9783640611539
ISBN (Buch)
9783640611782
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische Soziologie Migranten Migration Ausländerrecht Asyl
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Helmut Schäfer (Autor:in), 1993, Perspektiven des Ausländer- und Asylrechts der 1990er Jahre für die Entwicklung der multikulturellen Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149870
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Leseprobe aus  17  Seiten
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