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Vergleich der Vater-Sohn-Beziehung in Jurek Beckers Romanen Der Boxer und Bronsteins Kinder

Title: Vergleich der Vater-Sohn-Beziehung in Jurek Beckers Romanen Der Boxer und Bronsteins Kinder

Seminar Paper , 2001 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Müllers (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Jurek Becker beschäftigt sich in seinem dritten Roman „Der Boxer“, der 1976 erschien,
mit der Frage, wie ein jüdisches Opfer des Nationalsozialismus im Nachkriegsdeutschland
mit seiner Vergangenheit und den daraus resultierenden Erfahrungen
leben kann. Besonderes Augenmerk richtet Becker auf die Erziehung des
Sohnes des Opfers und das Verhältnis zwischen Vater und Sohn.
1986 greift Becker dieses Thema in seinem sechsten Roman „Bronsteins Kinder“
nochmals auf. Wieder geht es um ein Opfer des Faschismus in Deutschland und das
Verhältnis zu dessen Sohn. Der wesentliche Unterschied liegt in der Zeit, in der die
beiden Romane spielen. Während „Der Boxer“ in der unmittelbaren Nachkriegszeit
und den darauffolgenden Jahren angesiedelt ist, spielt „Bronsteins Kinder“ in den
Siebziger Jahren.
Die zentrale Problematik besteht in beiden Romanen jedoch in dem schwierigen
Verhältnis, in dem Vater und Sohn zueinander stehen. Die schwierigen Charaktereigenschaften
sowohl der Väter als auch der Söhne führen immer wieder zu Schwierigkeiten
und gegenseitigem Unverständnis, was im weiteren Verlauf dieser Arbeit
zu zeigen sein wird.
Ausgehend von Charakteranalysen der Hauptpersonen in den beiden Romanen und
deren Vergleich sollen weiterhin die wesentlichen Punkte in den beschriebenen Vater-
Sohn-Verhältnissen untersucht werden, um deren Schwachstellen aufzuzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE HAUPTPERSONEN

2.1. DIE VÄTER

2.2. DIE SÖHNE

3. PROBLEME IN DER VATER-SOHN-BEZIEHUNG

3.1. ZUNEIGUNG/ABNEIGUNG

3.2. KOMMUNIKATION

3.3. ERWARTUNGEN

4. ABSCHLUßBEMERKUNG

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Motiv der Vater-Sohn-Beziehung in den Romanen „Der Boxer“ und „Bronsteins Kinder“ von Jurek Becker, um die Auswirkungen von Holocaust-Traumata und Vergangenheitsbewältigung auf die familiäre Dynamik zu analysieren und Schwachstellen in der zwischenmenschlichen Kommunikation aufzudecken.

  • Vergleich der Vätergeneration hinsichtlich ihrer Identitätsproblematik und Verdrängungsmechanismen
  • Analyse der unterschiedlichen Entwicklungswege der Söhne in Bezug auf ihre Herkunft
  • Untersuchung von Kommunikationsbarrieren und gegenseitigem Unverständnis
  • Evaluation der Erwartungshaltungen der Väter an ihre Söhne

Auszug aus dem Buch

3.2. Kommunikation

Die Kommunikation ist in beiden Vater-Sohn-Beziehungen ein wichtiger Punkt. In beiden Fällen findet kein vernünftiger Austausch statt.

Bei Arno und Hans Bronstein mündet ein Gespräch fast ausnahmslos in einen Streit. Ein vernünftiges Gespräch über die Entführung und die Folter des ehemaligen KZ-Aufsehers ist allein durch die völlig unterschiedlichen Einstellungen zum Thema Recht und Vergeltung unmöglich. Während Arno Gleiches mit Gleichem vergelten will, so lehnt Hans diese Art der Bestrafung ab, kann sie auch nicht nachvollziehen. Dazu fehlt ihm der direkte Bezug zur Vergangenheit seines Vaters. Der wiederum ist von seinem Plan so besessen, daß er für vernünftige Argumente und Überlegungen ab einem bestimmten Punkt nicht mehr zu erreichen ist.

Ein sehr eingängiges Bild einer Gegebenheit in der Wohnung ist bezeichnend für den kommunikativen Austausch von Vater und Sohn:

Zwischen meines Vaters und meinem Zimmer gab es eine nie benutzte Tür, die von seiner Seite mit einem Bücherregal und von meiner Seite mit einem Kleiderschrank verstellt war.

Wichtig ist es, daß die Tür von beiden Seiten verstellt ist. Die Kommunikationslosigkeit ist also nicht nur die Schuld des einen. Offensichtlich haben beide die Möglichkeit des Austauschs durch große Barrieren verhindert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Vater-Sohn-Beziehung in Jurek Beckers Romanen und Darlegung der zentralen Problemstellung hinsichtlich der Vergangenheitsbewältigung.

2. DIE HAUPTPERSONEN: Charakterisierung und Vergleich der Vätergeneration sowie der Söhne in den beiden Werken.

3. PROBLEME IN DER VATER-SOHN-BEZIEHUNG: Analyse der zentralen Konfliktfelder wie Zuneigung, mangelnde Kommunikation und einseitige Erwartungshaltungen.

4. ABSCHLUßBEMERKUNG: Fazit über das Scheitern der Kommunikation als zentrales verbindendes Element der Romane und Reflexion über das Werk Beckers.

Schlüsselwörter

Jurek Becker, Der Boxer, Bronsteins Kinder, Vater-Sohn-Beziehung, Holocaust, Nachkriegsdeutschland, Vergangenheitsbewältigung, Identitätsverlust, Kommunikation, Familienkonflikt, Arno Blank, Arno Bronstein, Traumata, Literaturanalyse, Nachfahren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse und dem Vergleich des Vater-Sohn-Verhältnisses in Jurek Beckers Romanen „Der Boxer“ und „Bronsteins Kinder“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Aufarbeitung des Holocausts durch die Überlebenden, dem Schweigen über die jüdische Identität und den daraus resultierenden Entfremdungsprozessen zwischen den Generationen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Schwachstellen in der Kommunikation zwischen den Vätern und Söhnen aufzudecken und zu zeigen, wie verdrängte Traumata die familiären Beziehungen belasten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Charakteranalyse der Hauptfiguren sowie den direkten Vergleich der Handlungs- und Erziehungsmuster in den beiden ausgewählten Romanen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Akteure sowie eine vertiefende Untersuchung der Probleme Zuneigung, Kommunikation und Erwartungshaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Jurek Becker, Holocaust, Vergangenheitsbewältigung, Vater-Sohn-Beziehung, Identität, Kommunikation und Nachkriegsliteratur.

Inwiefern unterscheidet sich die Situation der Söhne?

Mark Blank wächst mit einem verdrängungsgeprägten Vater auf und sucht aktiv nach seiner Identität, während Hans Bronstein passiv bleibt und durch die Handlungen seines Vaters im Waldhaus in die Isolation getrieben wird.

Warum scheitern die Väter bei der Erziehung?

Die Väter scheitern primär daran, dass sie ihre eigenen Traumata nicht verarbeiten können und ihre Söhne als Projektionsflächen für Idealbilder missbrauchen, anstatt den Dialog über die gemeinsame Vergangenheit zu suchen.

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Details

Title
Vergleich der Vater-Sohn-Beziehung in Jurek Beckers Romanen Der Boxer und Bronsteins Kinder
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Germanistisches Seminar)
Grade
1,3
Author
Michael Müllers (Author)
Publication Year
2001
Pages
17
Catalog Number
V14989
ISBN (eBook)
9783638202381
Language
German
Tags
Vergleich Vater-Sohn-Beziehung Jurek Beckers Romanen Boxer Bronsteins Kinder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Müllers (Author), 2001, Vergleich der Vater-Sohn-Beziehung in Jurek Beckers Romanen Der Boxer und Bronsteins Kinder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14989
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