Diese Arbeit behandelt die Themen Digitalisierung und Inklusion, welche aus bildungspolitischer Sicht seit mehreren Jahren im Fokus stehen. Es wird aufgezeigt, dass digitale Medien ihren Teil zur Inklusion beitragen können, da sie Lehrinhalte anders darstellen und vermitteln können. Das Hauptaugenmerk dabei, liegt auf den sogenannten digitalen assistiven Technologien.
Diese Arbeit soll die Frage beantworten, ob die assistiven Technologien SchülerInnen mit Lernbeeinträchtigungen im inklusiven Deutschunterricht unterstützen können.
Dafür wird zuerst ein Überblick über Lernbeeinträchtigungen gegeben, um definitorische Unklarheiten zu klären. Des Weiteren werden verschiedene Formen, Ursachen und Fördermaßnahmen von Lernbeeinträchtigungen vorgestellt. Im weiteren Verlauf der Arbeit gibt eine umfangreiche Definition von assistiven Technologien, um danach deren Perspektive für den Einsatz in den Schulen aufzuzeigen. Dabei liegt der Fokus klar auf der Unterstützung von SchülerInnen mit Lernbeeinträchtigungen, wobei es sehr weitreichende Unterstützungsangebote gibt; z.B. auch für Kinder und Jugendliche mit motorischen, Seh-, oder Hörbeeinträchtigungen. Abschließend wird auf Grundlage von Abygail Noldens (2021) Unterrichtsmodell zur Digitalen Textproduktion, eine Unterrichtsstunde vorgestellt, bei der assistive Technologien im Fokus stehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Lernbeeinträchtigungen
3. Assistive Technologien
3.1 Perspektiven für assistive Technologien an Schulen
3.2 Texte schreiben mithilfe von digitalen Diktier- und Vorlesefunktionen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial assistiver Technologien zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit Lernbeeinträchtigungen im inklusiven Deutschunterricht, wobei der Fokus auf digitalen Diktier- und Vorlesefunktionen liegt.
- Grundlagen zu Lernbeeinträchtigungen und deren Ursachenfeldern
- Definition und Einsatzgebiete assistiver Technologien im Bildungskontext
- Diskussion aktueller digitaler Unterstützungsangebote an Schulen
- Konzeption eines Unterrichtsmodells zum digitalen Textschreiben
Auszug aus dem Buch
3. Assistive Technologien
Artikel 4 der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) beschreibt die sogenannten Unterstützenden Technologien (UT) bzw. Assistiven Technologien (AT) sowie allen Menschen mit Behinderung die Teilhabe an der Gesellschaft sowie der Bildung zu ermöglichen (Vereinte Nationen 2006). Die Bandbreite der assistiven Technologien ist sehr groß, das bedeutet, dass alles was SchülerInnen bestimmte Dinge und Tätigkeiten erleichtern oder ermöglichen lässt, als solche Technologien angesehen werden können (Fisseler 2012, S. 87). Eine Definition aus den USA verdeutlicht dies:
„Unterstützende Technologien sind käuflich erworbene, oft handelsübliche Geräte oder Produkte, die bei Bedarf modifiziert oder angepasst werden, um die funktionalen Fähigkeiten eines Menschen mit Behinderung zu bewahren, zu verbessern oder zu erweitern“ (IDEA 2004).
Am besten geeignet ist der Einsatz von UT/AT in heterogenen Lerngruppen, da sie Aufgaben für SchülerInnen mit besonderem Förderbedarf erleichtern (Nolden 2021, S. 16). Diese Technologien können in no-tech, light-tech und high-tech unterteilt werden (Johnston et al. 2007, S.10 f.). Solange keine unterstützende Technologie benötigt oder eingesetzt wird, ist die Rede von „no-tech“. SchülerInnen mit Lernbeeinträchtigung nutzen momentan selten UT/AT, wobei sie von der technischen Unterstützung profitieren können (Fisseler 2012, S. 87). Für sie können spezielle Softwares eingesetzt werden, die ihnen beim Lesen von Texten, beim Planen und Schreiben eigener texte oder beim Üben von mathematischen Fähigkeiten helfen (ebd., S. 87 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Paradigmenwechsel durch die Inklusionsdebatte und führt in die Fragestellung ein, inwiefern assistive Technologien den inklusiven Deutschunterricht bei Lernbeeinträchtigungen unterstützen können.
2. Lernbeeinträchtigungen: In diesem Kapitel werden Definitionen von Lernbeeinträchtigungen sowie deren komplexe Ursachenfelder aus Sicht der pädagogischen Fachdiskurse differenziert betrachtet.
3. Assistive Technologien: Das Kapitel definiert den Begriff assistiver Technologien und analysiert deren Anwendungsmöglichkeiten an Schulen, insbesondere unter Einbeziehung digitaler Diktier- und Vorlesefunktionen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert, dass technologische Unterstützungsangebote eine zentrale Rolle bei der Integration und Förderung von Schülerinnen und Schülern im Regelunterricht spielen.
Schlüsselwörter
Lernbeeinträchtigungen, Inklusion, Assistive Technologien, Digitalisierung, Deutschunterricht, Diktierfunktion, Vorlesefunktion, Förderbedarf, Lernstörungen, Medienkompetenz, UN-Behindertenrechtskonvention, Unterrichtsmodell, Differenzierungsmaßnahme, Sonderpädagogik, Schreibförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Nutzung assistiver Technologien, um Schülerinnen und Schüler mit Lernbeeinträchtigungen im schulischen Alltag zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Lernbeeinträchtigungen, den Möglichkeiten assistiver Technologien im Bildungsbereich sowie der praktischen Umsetzung anhand eines Unterrichtsmodells.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, ob und inwiefern assistive Technologien (insbesondere Diktier- und Vorlesefunktionen) zur Förderung im inklusiven Deutschunterricht beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller pädagogischer Literatur und der konzeptionellen Entwicklung eines unterrichtspraktischen Modells.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Krankheitsbild der Lernbeeinträchtigungen, definiert technologische Hilfsmittel und stellt konkrete Ansätze für deren Einsatz an Schulen vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Inklusion, assistive Technologien, Lernbeeinträchtigung, Digitalisierung und pädagogische Differenzierung.
Welches spezifische Unterrichtsmodell wird vorgeschlagen?
Es wird ein Modell für die Klassen 6-8 vorgeschlagen, bei dem Schülerinnen und Schüler Anleitungen für Zaubertricks mit der Diktier- und Vorlesefunktion digital erstellen.
Warum sind Diktier- und Vorlesefunktionen hier besonders relevant?
Diese Funktionen entlasten Schülerinnen und Schüler grafomotorisch und kognitiv, wodurch sie Schwierigkeiten bei der Textproduktion oder -rezeption besser ausgleichen können.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Lernbeeinträchtigungen und assistive Technologien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1498975