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Instrumentaler Gruppenunterricht. Formen, Herausforderungen und Potenzial

Titel: Instrumentaler Gruppenunterricht. Formen, Herausforderungen und Potenzial

Bachelorarbeit , 2020 , 76 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Lina Tanner (Autor:in)

Pädagogik - Musikpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Instrumentaler Gruppenunterricht ist ein äusserst aktuelles Thema, dem gegenüber jedoch nicht jede Meinung wohlgesonnen ist. In dieser Arbeit sollen in erster Linie die Prinzipien und Grundstrukturen des Unterrichtens in einer Gruppe dargelegt werden. Was gibt es für Formen, Möglichkeiten? Wo stellen sich Probleme und Herausforderungen? Ist Gruppenunterricht im Vergleich zum Einzelunterricht wirklich von so grösserem Nachteil, wie es uns von klein auf eingetrichtert wird? Der Gruppenunterricht bietet gegenüber dem Einzelunterricht seine Vorteile, wenn auch in anderen Bereichen.

Der instrumentale Gruppenunterricht ist immer häufiger und in den unterschiedlichsten Varianten anzutreffen. Hierzu wurden auch Hospitationsbesuche in Angriff genommen, um einen groben Einblick in die Unterrichtspraxis geben zu können. Spannend dabei zu sehen sind die Verbindungen der Praxis zur Theorie und wie vielfältig und fantasievoll die Stunden mit gemeinsamem Lernen und Spielen gefüllt werden. Auch werden Interviews und Meinungen verschiedener Instrumentallehrer versuchen, einen Einblick in die aktuelle Situation in Vorarlberg zu geben.

Gewusst wie, das unterrichtspraktische «Know-how» sind die grundlegenden Qualifikationen, die eine Lehrperson des instrumentalen Gruppenunterrichts haben muss. Wie man sich vorbereitet, welche Methodenvielfalt genutzt werden kann und wie das Lernen in der Gruppe verschiedene Formen annimmt, sind einige der wichtigsten Aspekte des instrumentalen Gruppenunterrichts.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis des instrumentalen Gruppenunterrichts

1 Einleitung

2 Die Gruppe

3 Gruppenkonstellationen und Sozialformen

3.1 Pädagogisches Handeln in der Arbeit mit Gruppen

3.2 Mögliche Sozialformen innerhalb einer Gruppe

3.3 Gruppengrösse als methodisches Problem

3.4 Gruppendynamik

3.5 Gruppendynamik und -konstellation

3.6 Elemente der EMP im instrumentalen Gruppenunterricht

3.7 Einzelunterricht im Vergleich mit Gruppenunterricht

3.8 Unterrichtsinhalt Spieltechnik in der Gruppe

3.9 Verhaltenstypen

3.10 Rangordnung

3.11 Konkurrenz

4 Lernen im Gruppenunterricht

4.1 Explizites Lernen im Gruppenunterricht

4.2 Implizites Lernen im Gruppenunterricht

4.3 Oszillation

5 Störungen und Hindernisse

5.1 Mögliche Ursachen

5.2 Methodische Probleme des Gruppenunterrichts

5.2.1 Allgegenwärtigkeit

5.2.2 Sprachverhalten

5.2.3 Überlappung

5.2.4 Sprunghaftigkeit und Reibungslosigkeit

5.2.5 Mobilisierung der Gruppe

5.3 Leitgedanken für die Arbeit mit Gruppen

5.4 Professionalität mit Unterrichtsstörungen

6 Ziele und Zielsetzungen

6.1 Nivellierungstendenz

6.2 Gruppenklima

7 Planung

7.1 Durchführung der Planung

7.2 Binnendifferenzierung

7.3 Möglicher Phasenaufbau einer Unterrichtsstunde

7.4 Nichtplanbarkeit von Unterricht

8 Praxisberichte

8.1 Querflötenklasse Volksschule Weidach

8.2 Querflötengruppe Volksschule Schendling

8.3 Blockflötengruppe Volksschule Oberau

9 Meinungen von Gruppenunterrichtslehrpersonen

9.1 Interview zum Thema Gruppenunterricht

10 Potenzial - Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Prinzipien, Strukturen und Herausforderungen des instrumentalen Gruppenunterrichts im Vergleich zum Einzelunterricht. Ziel ist es, das pädagogische Potenzial der Gruppenform zu beleuchten, Methoden für eine effektive Gestaltung aufzuzeigen und ein besseres Verständnis für gruppendynamische Prozesse im Musikunterricht zu entwickeln, um Lehrpersonen bei der Planung und Gestaltung praxisrelevante Hilfestellungen zu bieten.

  • Grundlagen der Gruppendynamik und deren Auswirkung auf den Lernerfolg.
  • Vergleich zwischen instrumentalem Einzel- und Gruppenunterricht.
  • Methoden für den Umgang mit Heterogenität und Unterrichtsstörungen.
  • Bedeutung von Planung, Stundendramaturgie und Binnendifferenzierung.
  • Reflexion durch Praxisberichte und Expertenmeinungen aus dem Raum Vorarlberg.

Auszug aus dem Buch

3.3 Gruppengrösse als methodisches Problem

Kernpunkt des instrumentalen Gruppenunterrichts ist das gemeinsame Erlernen eines Instruments. Dabei sollen alle Schüler/innen in das Unterrichtsgeschehen mit einbezogen werden und gemeinschaftlich lernen. Hier entsteht das erste Kernproblem. Alle Schüler/innen sollen zeitgleich beschäftigt sein. Nur in Ausnahmefällen sollte sich die Lehrperson einem/r Schüler/in in Einzelunterrichtsform widmen, so dass die übrigen Schüler und Schülerinnen möglichst wenig „nicht-beschäftigt“ sind. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass jede/r Schüler/in über sein eigenes Instrument verfügt.

Welche Gruppengrösse ist also nun am sinnvollsten? Diese Frage kann nicht verallgemeinert beantwortet werden und ist abhängig von der individuellen Disposition.

Eine besondere Herausforderung bürdet der instrumentale Gruppenunterricht zudem in Form von grösserer physischer und psychischer Anstrengung der Lehrperson auf, was wiederum besondere pädagogische Kompetenzen verlangt. Wieviel kann eine Lehrkraft verkraften, wo liegt die Grenze bei zunehmender Gruppengrösse? Eine grössere Gruppe erfordert mehr Leistung und Organisation, sie reagiert und agiert schwerfälliger, hat einen höheren Geräuschpegel und sonstige Störfaktoren. Ein klares Unterrichtskonzept ist meist wichtiger als Flexibilität, da auf besondere Umstände einzugehen schwieriger ist, auch, weil dies meist nur einzelne Schüler/innen betrifft.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die kontroversen Meinungen zum instrumentalen Gruppenunterricht und legt die Zielsetzung sowie die methodische Ausrichtung der Arbeit dar.

2 Die Gruppe: Das Kapitel betrachtet die Gruppe als soziales Gebilde und beleuchtet die innewohnenden gruppendynamischen Aspekte sowie Grundthesen zum instrumentalpädagogischen Alltag.

3 Gruppenkonstellationen und Sozialformen: Es werden verschiedene Sozialformen, Aspekte der Gruppendynamik und die Bedeutung der Gruppenzusammenstellung für den Lernprozess analysiert.

4 Lernen im Gruppenunterricht: Dieses Kapitel differenziert zwischen explizitem und implizitem Lernen und plädiert für eine Oszillation zwischen beiden Ansätzen zur optimalen Unterrichtsgestaltung.

5 Störungen und Hindernisse: Hier werden Ursachen für Störungen im Musikunterricht identifiziert und methodische Strategien sowie Leitgedanken für einen störungsfreien Unterricht diskutiert.

6 Ziele und Zielsetzungen: Das Kapitel befasst sich mit der Nivellierungstendenz im Gruppenunterricht und der Bedeutung des Gruppenklimas für den Lernerfolg.

7 Planung: Hier steht die praktische Unterrichtsvorbereitung im Fokus, inklusive Binnendifferenzierung, stundenplanerischer Gestaltung und der notwendigen Offenheit für Unplanbarkeit.

8 Praxisberichte: Dieses Kapitel dokumentiert drei unterschiedliche Unterrichtssituationen an Vorarlberger Volksschulen, um Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen.

9 Meinungen von Gruppenunterrichtslehrpersonen: Es werden Experteninterviews ausgewertet, die unterschiedliche Sichtweisen von praktizierenden Musiklehrkräften zum Gruppenunterricht widerspiegeln.

10 Potenzial - Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt das Potenzial des Gruppenunterrichts auf, sofern er methodisch fundiert und als sinnvolle Ergänzung oder Startpunkt für das Einzelspiel genutzt wird.

Schlüsselwörter

Instrumentaler Gruppenunterricht, Musikpädagogik, Gruppendynamik, Sozialformen, Binnendifferenzierung, Störungen, Unterrichtsplanung, Instrumentalspiel, Musizieren, Lehrperson, Lernklima, Rangordnung, Einzelunterricht, Vorarlberg, Elementare Musikpädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Strukturen, Formen und das pädagogische Potenzial des instrumentalen Gruppenunterrichts im Gegensatz zum traditionellen Einzelunterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die soziale Zusammensetzung der Gruppe, didaktische Strategien zur Lernförderung, das Management von Unterrichtsstörungen sowie die Bedeutung von Planung und Lehrpersönlichkeit.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es, Musiklehrkräften ein tieferes Verständnis gruppendynamischer Prozesse zu vermitteln und konkrete Anreize für eine effektive, praxisorientierte Gestaltung des Unterrichts in Gruppen zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Hospitation in verschiedenen Musikgruppen an Volksschulen sowie der Auswertung von Experteninterviews mit praktizierenden Musiklehrkräften.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Kleingruppen und Gruppendynamik, methodische Herausforderungen bei Störungen, Konzepte für die Unterrichtsplanung sowie Praxisberichte und Interviewauswertungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem instrumentaler Gruppenunterricht, Gruppendynamik, Sozialformen, Binnendifferenzierung, Unterrichtsplanung und Musikpädagogik.

Wie gehen erfahrene Lehrpersonen mit Störungen im Unterricht um?

Statt auf reiner Zurechtweisung basieren erfolgreiche Strategien auf proaktiver Gruppenführung, klarer Strukturierung, konsequenter Wahrnehmung und der Motivation der Schüler durch einbindende Aufgaben statt bloßer Fehlerkorrektur.

Welche Rolle spielt die Gruppengröße für den Erfolg?

Es gibt keine allgemeine Idealgröße; sie hängt von der individuellen Disposition der Schüler ab. Während Kleingruppen eine intensivere Förderung erlauben, bieten größere Gruppen mehr Möglichkeiten für kooperatives Musizieren und soziale Interaktion.

Warum wird der Begriff der "Oszillation" in Bezug auf Lernzugänge verwendet?

Oszillation beschreibt das notwendige Wechseln zwischen explizitem Lehren und implizitem Lernen, um eine zu starre Unterrichtsstruktur zu vermeiden und das gemeinsame Musizieren als lebendigen Prozess zu erhalten.

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Details

Titel
Instrumentaler Gruppenunterricht. Formen, Herausforderungen und Potenzial
Note
sehr gut
Autor
Lina Tanner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
76
Katalognummer
V1498987
ISBN (PDF)
9783389063651
ISBN (Buch)
9783389063668
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musikpädagogik Instrumentalunterricht Gruppenunterricht Instrumentaler Gruppenunterricht Gruppe Gruppendynamik Sozialformen EMP Unterricht Musikunterricht Querflöte Blockflöte Lernen Unterrichtsstörung Binnendifferenzierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lina Tanner (Autor:in), 2020, Instrumentaler Gruppenunterricht. Formen, Herausforderungen und Potenzial, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1498987
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Leseprobe aus  76  Seiten
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