Differenzierung ist ein großer Teil der modernen Schulbildung. Durch gestufte Hilfen können Kinder besser lernen und alle haben ein eigenes Lerntempo. Wie sieht es mit dem Erwerb von Fachwissen im chemischen Schulunterricht aus, wenn gestufte Hilfen eingesetzt werden? Im Laufe dieser Arbeit wird daher ein Unterrichtsforschungsvorhaben vorgestellt, das sich mit Experimenten im Chemieunterricht und Unterstützung durch Binnendifferenzierung der 7. Klassen eines Gymnasiums beschäftigt. Dafür wird das Problem und der Stand der Forschung kurz dargestellt, bevor die konkrete Fragestellung und danach das Forschungsdesign erläutert werden. Nach der Darstellung und Diskussion der erhaltenen Ergebnisse werden ebenjene, sowie das eigene Erleben des Praxissemesters im Hinblick auf die oben genannten Ziele reflektiert. Konkret geht es bei gestuften Lernhilfen darum, dass die Lernumgebung selbstdifferenziert und offen gestaltet ist, dabei aber die Komplexität erhalten bleibt, die Anforderungen nicht vermindert werden und durch zur Verfügung gestellte Hilfen ein eigenes Lerntempo und Schwierigkeitsdifferenzierung ermöglicht. Weitere Differenzierungsmaßnahmen wie Partner- oder Gruppenarbeit können auch hier unterstützen und zusätzlich die sachbezogene Kommunikation stärken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fragestellung
3. Forschungsmethodik
3.1 Design
3.2 Untersuchte Gruppen
3.3 Datenerhebung
3.4 Auswertung
3.5 Entwicklung der gestuften Hilfen
4. Ergebnisse
5. Diskussion
6. Reflektion des Praxissemesters
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht im Rahmen eines Praxissemesters in NRW den Einfluss von gestuften Lernhilfen auf den Kompetenzzuwachs im Chemieunterricht am Beispiel des Trennverfahrens Papierchromatographie. Ziel der Forschungsarbeit ist die Überprüfung, ob durch eine binnendifferenzierte Aufbereitung von Arbeitsblättern eine messbare Verbesserung der fachlichen Leistung bei Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Leistungsniveaus erzielt werden kann.
- Binnendifferenzierung im naturwissenschaftlichen Unterricht
- Einsatz und Design von gestuften Lernhilfen
- Fachkompetenz im Bereich Papierchromatographie
- Empirische Untersuchung mittels Pre- und Posttests (Quasi-Experiment)
- Reflexion des forschenden Lernens in der Lehrer:innenausbildung
Auszug aus dem Buch
3. Forschungsmethodik
Im Folgenden wird das Design des Forschungsvorhabens, sowie die verwendete Stichprobe, die Datenerhebung und -auswertung dargestellt und im Anschluss die Erstellung der gestuften Hilfen beschrieben, sowie begründet.
Bei einem Quasi-Experiment werden Hypothesen untersucht, indem die Auswirkungen der einen (unabhängigen) Variable auf die andere (abhängige) Variable gemessen werden (Möhring und Schlütz 2013, S. 111). Im Falle dieses Forschungsprojektes ist die unabhängige Variable die gestuften Lernhilfen und die abhängige Variable der Kompetenzzuwachs der Schüler:innen im Bereich Fachwissen zum Gegenstand der Papierchromatographie als Trennverfahren im Inhaltsfeld 1: Stoffe und Stoffeigenschaften, welcher in der Hypothese vom Einsatz gestufter Lernhilfen abhängt.
Das heißt, dass mindestens zwei Stichproben erhoben werden müssen, um zwei Gruppen bilden und vergleichen zu können. Die eine Gruppe bekommt hier ein unverändertes Arbeitsblatt und wird dadurch zur Kontrollgruppe. Die andere Gruppe bekommt ein Arbeitsblatt mit gestuften Hilfen, was diese zur Experimentalgruppe macht. Die Zuteilung der Gruppen geht nicht zufällig vonstatten, was ein weiteres Merkmal von Quasi-Experimenten ist. Stattdessen werden natürliche Gruppen wie hier die verschiedenen Klassen 7a und 7b einer Jahrgangsstufe miteinander verglichen. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass jeder Unterschied in den Ergebnissen auch Gruppenunterschiede entsteht, die vor dem Quasi-Experiment bestanden, wie zum Beispiel unterschiedliche Lernstände auf grundlegenden Gebieten oder eine andere Arbeitsdynamik. Dieses Merkmal ist ausschlaggebend für die Unterscheidung zwischen klassischen Experimenten und Quasi-Experimenten, weshalb das Forschungsdesign hier als letzteres anstatt ersteres bezeichnet werden muss. Das resultiert in einer eingeschränkten, internen Validität. (Möhring und Schlütz 2013, S. 129–130)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Studienprojekt im Kontext des Praxissemesters und erläutert die Bedeutung der Binnendifferenzierung sowie den Kompetenzerwerb im Chemieunterricht.
2. Fragestellung: In diesem Kapitel wird die zentrale Forschungsfrage formuliert, die den Einfluss von gestuften Lernhilfen auf den Kompetenzzuwachs in der Fachwissenschaft der siebten Klasse fokussiert.
3. Forschungsmethodik: Es wird das Design des Quasi-Experiments sowie die Datenerhebung durch Pre- und Posttests bei zwei Schulklassen detailliert beschrieben.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die erhobenen Daten, die eine Leistungsverbesserung beider Gruppen zeigen, jedoch eine große Heterogenität verdeutlichen.
5. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, wobei auf die Einschränkungen der Stichprobengröße und die Validität des didaktischen Designs eingegangen wird.
6. Reflektion des Praxissemesters: Der Autor reflektiert das gelernte Wissen aus der Perspektive des forschenden Lernens und die Anwendung von Unterrichtsdiagnose-Tools.
Schlüsselwörter
Chemieunterricht, Praxissemester, Binnendifferenzierung, gestufte Lernhilfen, Papierchromatographie, Kompetenzzuwachs, Quasi-Experiment, Fachwissen, Lernstand, Heterogenität, empirische Forschung, Unterrichtsdesign, Lehrerbildung, Schulpraxis, naturwissenschaftliches Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit von gestuften Lernhilfen zur Binnendifferenzierung im Chemieunterricht bei Schülerinnen und Schülern der siebten Klasse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die fachdidaktische Methodik im Chemieunterricht, die Theorie der Binnendifferenzierung sowie deren praktische Umsetzung durch verschiedene Arbeitsblatt-Designs.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage untersucht, inwiefern der Einsatz von gestuften Lernhilfen auf einem Arbeitsblatt den Kompetenzzuwachs von Schülerinnen und Schülern im Bereich Fachwissen zum Thema Papierchromatographie beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt ein Quasi-Experiment mit Pre- und Posttests, um die fachliche Entwicklung bei zwei verschiedenen Schulkassen (Experimental- und Kontrollgruppe) zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Forschungsmethodik, die Darstellung der Ergebnisse sowie eine kritische Diskussion der erhobenen Daten im Kontext schulischer Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Binnendifferenzierung, gestufte Lernhilfen, Chemieunterricht, Papierchromatographie und Kompetenzzuwachs charakterisiert.
Warum wurde ein Quasi-Experiment gewählt?
Aufgrund der schulischen Bedingungen in einer Jahrgangsstufe war eine zufällige Gruppenzuteilung nicht möglich, weshalb bestehende Klassenverbände für den Vergleich herangezogen wurden.
Wie wurde die Wirksamkeit der gestuften Hilfen gemessen?
Die Messung erfolgte durch einen Single-Choice-Fragebogen, der als Pre- und Posttest eingesetzt wurde, um fachliche Fortschritte unmittelbar zu erfassen.
Was ist das Fazit zur Wirksamkeit der gestuften Lernhilfen?
Die Ergebnisse zeigen keine eindeutige statistische Überlegenheit der gestuften Lernhilfen, was unter anderem auf die geringe Stichprobengröße und die hohe Heterogenität zwischen den Schülern zurückgeführt wird.
- Arbeit zitieren
- Jonathan Geisler (Autor:in), 2023, Gestufte Hilfen und ihre Wirkung auf den Wissenszuwachs im chemischen Kompetenzerwerb, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1499077