In dieser Arbeit wird untersucht, wie Unterstützte Kommunikation mittels körpereigener Kommunikationsformen zur Inklusion von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) beitragen kann. Vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention und der aktuellen Situation in Deutschland, insbesondere Niedersachsen, werden die Chancen und Herausforderungen dieser Kommunikationsmethoden analysiert. Dabei liegt der Fokus auf der Frage, wie sinnvoll diese Ansätze für Kinder mit ASS sind und welche Möglichkeiten und Grenzen sie für die Inklusion im Bildungssystem bieten. Die Arbeit stellt relevante Studien und Praxiserfahrungen vor, um eine Einschätzung zur Effektivität dieser Methode zu geben. Ziel ist, Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten, um die Teilhabe von Kindern mit ASS in inklusiven Bildungseinrichtungen zu verbessern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Unterstützte Kommunikation
2.1 Definitorische Annäherung der Unterstützten Kommunikation
2.2 Formen und Modelle in der UK
2.3 Definitorische Annäherung der körpereigenen UK
2.4 Verschiedene Methoden der körpereigenen Kommunikationsformen
3. Autismus-Spektrum-Störung
3.1 Eine definitorische Annäherung und ASS im Kontext von Behinderung
3.2 ASS und Entwicklungsstörungen
3.3 Auffälligkeiten in der sozialen Interaktion
3.4 Sprachliche Auffälligkeiten
4. Möglichkeiten und Grenzen körpereigener Kommunikationsformen
4.1 Möglichkeiten körpereigener Kommunikationsformen
4.2 Grenzen körpereigener Kommunikationsformen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Eignung von körpereigenen Kommunikationsformen im Rahmen der Unterstützten Kommunikation als Mittel zur Förderung der Inklusion von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung. Dabei wird hinterfragt, inwiefern diese Methoden trotz bestehender Barrieren und spezifischer Symptomatiken eine effektive Kommunikationserleichterung darstellen können.
- Grundlagen der Unterstützten Kommunikation und deren Modelle
- Klinische Einordnung und Symptomatik der Autismus-Spektrum-Störung
- Analyse körpereigener Gebärdensysteme als Fördermöglichkeit
- Kritische Reflexion der Einsatzgrenzen und Herausforderungen im Alltag
- Bedeutung der Kommunikation für die soziale Teilhabe
Auszug aus dem Buch
Die deiktischen Gesten
Die deiktischen Gesten sind die ersten Gesten, die von Kindern spontan zu Kommunikation eingesetzt werden. Sie werden auch hinweisende Gesten genannt, da sie meist auf ein sichtbares Objekt, eine Person oder eine Handlung zeigen. Unterschieden wird hierbei in „Showing“, „Giving“, „Reaching“ und „Pointing“. Bei Showing wird das Objekt hoch und in die Sicht der Kommunikationspartner gehalten, während es bei „Giving“ Kommunikationspartnern bzw. Bezugspersonen gegeben wird. Bei „Reaching“ lehnt sich das Kind zu einem Objekt hin und streckt den Arm und die Hand in dessen Richtung aus, um mitzuteilen, dass es dieses Objekt gerne hätte. „Pointing“ wird zumeist von Kindern ab dem Alter von 7-12 Monaten erstmals produziert, wobei zunächst mit der ganzen Hand und später mit dem abgespreizten Zeigefinger gezeigt wird. Bei all diesen Gesten handelt es sich um kommunikative Ausdrucksmöglichkeiten, die zu jeder Zeit und in jeder Situation zur Verfügung steht und i. d. R. von allen Personen verstanden werden.
In der Sprachtherapie wird gezielt vermittelt, wie deiktische Gesten und Embleme als Ansatzpunkt und in Kombination mit weiteren Kommunikationsformen eingesetzt werden können (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit inklusiver Bildungsangebote für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung und erläutert die Relevanz der Unterstützten Kommunikation zur Überwindung von Interaktionsbarrieren.
2. Unterstützte Kommunikation: Es werden grundlegende Definitionen, Modelle wie die ICF sowie verschiedene körpereigene und körperexterne Instrumente und Methoden der Unterstützten Kommunikation vorgestellt.
3. Autismus-Spektrum-Störung: Dieses Kapitel definiert und beschreibt die Autismus-Spektrum-Störung im Kontext von Behinderung, erläutert Entwicklungszusammenhänge und detailliert spezifische Auffälligkeiten in sozialer Interaktion und Sprache.
4. Möglichkeiten und Grenzen körpereigener Kommunikationsformen: Hier werden die potenziellen Vorteile der Kommunikationsförderung bei Autismus analysiert, aber auch die kritischen Grenzen wie Komplexität und Abhängigkeit von geschulten Partnern aufgezeigt.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, dass körpereigene Kommunikationssysteme zwar wertvolle Hilfen sein können, aber nur im Rahmen einer spezifischen, fachlich begleiteten Interventionsplanung erfolgreich in den Alltag von Kindern mit ASS integriert werden sollten.
Schlüsselwörter
Unterstützte Kommunikation, Autismus-Spektrum-Störung, körpereigene Kommunikationsformen, Inklusion, soziale Interaktion, Gebärdenunterstützte Kommunikation, Entwicklungsstörung, Partizipation, Kommunikationsförderung, Sprachauffälligkeiten, Interventionsplanung, Theory of Mind, Barrierefreiheit, Behinderung, Symptomatik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung von körpereigenen Kommunikationsformen zur Unterstützung von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung, um deren soziale Teilhabe und Inklusion zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind Theoretische Grundlagen der Unterstützten Kommunikation, die klinische Symptomatik der Störung sowie eine differenzierte Analyse der Chancen und Risiken bei der Anwendung spezifischer Gebärdensysteme.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist die kritische Evaluation, ob und unter welchen Bedingungen die Methode der körpereigenen Kommunikation Kindern mit ASS tatsächlich zu einer verbesserten Kommunikation und Teilhabe verhelfen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller Fachliteratur, Standards und rechtlicher Rahmenbedingungen basiert.
Was wird im inhaltlichen Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert neben den Modellen der Unterstützten Kommunikation systematisch die sozialen und sprachlichen Defizite von Kindern mit ASS und setzt diese in Beziehung zu den Anwendungsmöglichkeiten von Gebärden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Unterstützte Kommunikation, Autismus-Spektrum-Störung, Inklusion, soziale Interaktion und Kommunikationsförderung bestimmt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Meltdown und Wutausbruch für die Praxis relevant?
Die Unterscheidung ist entscheidend, da beim Meltdown ein Reizüberflutungszustand vorliegt, bei dem das Kind nicht zielgerichtet handelt, sondern auf die Wiederherstellung seiner Stressregulation angewiesen ist, was einen anderen pädagogischen Umgang erfordert als ein Wutausbruch.
Welche Rolle spielt die sogenannte „Theory of Mind“ in dieser Analyse?
Sie dient als Erklärungsmodell für die Schwierigkeiten von Menschen mit ASS, soziale Situationen und Emotionen anderer korrekt zu antizipieren, was direkte Auswirkungen auf die Wahl der Kommunikationshilfen hat.
Warum sind körpereigene Kommunikationsformen laut Fazit nicht universell einsetzbar?
Da sie oft nicht standardisiert sind und meist nur von vertrauten Personen verstanden werden, ist eine Kommunikation mit fremden Personen ohne zusätzliche Hilfsmittel oder fachliche Schulung oft stark eingeschränkt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Chancen und Grenzen der Unterstützten Kommunikation zur Inklusion von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1499158