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Konzepte von "Bosshaftigkeit" in der Deutschrapszene am Beispiel von Shirin David und Kollegah

Title: Konzepte von "Bosshaftigkeit" in der Deutschrapszene am Beispiel von Shirin David und Kollegah

Seminar Paper , 2022 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Linguistics
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Die vorliegende Abhandlung widmet sich der Fragestellung, welche (konkurrierenden) Auffassungen von „Bosshaftigkeit“ in der Deutschrapszene aufeinandertreffen. Anhand ausgewählter Songtexte von Shirin David und Kollegah – zwei der populärsten und kommerziell erfolgreichsten Künstler:innen im deutschen HipHop – sollen Parallelen und Abweichungen in der jeweiligen Selbstinszenierung eruiert werden. Der gesamten Untersuchung liegt die Hypothese zugrunde, dass sich beide Rapper:innen der gleichen sprachlichen Codes und Praktiken bedienen, um ihre Vorstellungen von „Bosshaftigkeit“ zum Ausdruck zu bringen, und dabei auf ein neoliberal geprägtes Männlichkeitsbild zurückgreifen, das sich im Wesentlichen auf drei Kriterien reduzieren lässt: Geld, Macht und Status.

Ziel dieser Arbeit ist es, im Rahmen der hier gebotenen Möglichkeiten sich dem komplexen Problemfeld von (Deutsch-)Rap und Geschlecht unter der Einbeziehung neoliberaler Wertvorstellungen anzunehmen. Die Ergebnisse der Analyse sollen darüber hinaus die Diskussion um das emanzipatorische Potenzial resignifizierenden Sprechhandelns bereichern: Können sexistische Mechanismen in der Deutschrapszene dekonstruiert werden oder tragen Praktiken sprachlicher Selbstermächtigung vielmehr zur Perpetuierung des männlichen Kodex als Norm bei?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Theoretische Grundlegung

2.1 Die Sprechakttheorie nach Austin und Searle

2.2 Ansätze aus der Geschlechterforschung

2.3 Judith Butlers Modell der subversiven Resignifizierung

2.4 Geschlechterkonstruktionen im Kontext Deutschrap

3. Methodisches Vorgehen

4. „Bosshaftigkeit“ im Deutschrap: Ein Vergleich

4.1 Shirin David, das Konzept der Boss Bitch und Girlboss-Feminismus

4.2 Was ist ein „Boss“? Alpha-Männlichkeit bei Kollegah

4.3 Doing rap business masculinity als doing hegemony

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die (konkurrierenden) Auffassungen von „Bosshaftigkeit“ in der Deutschrapszene anhand ausgewählter Songtexte von Shirin David und Kollegah. Dabei wird analysiert, wie beide Künstler ihre Identität durch neoliberale Werte wie Geld, Macht und Status inszenieren und inwieweit weibliche Aneignungsstrategien hierbei emanzipatorisches Potenzial besitzen oder bestehende Machtstrukturen festigen.

  • Identitätskonstruktion im Deutschrap
  • Neoliberale Leistungs- und Erfolgsnarrative
  • Geschlechterrollen und Performativität
  • Resignifizierung von Sprache und Selbstbezeichnungen
  • Semantik von Bosshaftigkeit und Hypermaskulinität

Auszug aus dem Buch

4.1 Shirin David, das Konzept der „Boss-Bitch“ und Girlboss-Feminismus

Shirin David ist eine der gegenwärtig kommerziell erfolgreichsten Künstler:innen in der deutschen Rapszene. Mit ihrem Debütalbum Supersize erreichte sie Platz 1 der Deutschen Albumcharts (vgl. Offizielle Deutsche Charts 2019) und konnte sich neun Wochen auf dieser Position halten. Ihr zweites Album Bitches brauchen Rap erschien im November 2021 und verbuchte ebenfalls großen Erfolg. Innerhalb der Musikindustrie wird Shirin David überwiegend als Ikone weiblicher Selbstermächtigung gepriesen, als feministische Powerfrau, die sich in einer männerdominierten Branche souverän durchsetzen konnte. Dieses „Girlboss“-Narrativ kommt vielfach in Davids Songtexten zum Ausdruck, so etwa im Lied Orbit: „Von deiner Chick zu einer Boss-Bitch, Boss-Bitch / Bin 'ne Macherin, ich hoff' nicht, hoff' nicht“ (2019a).

Der Orbit im Weltall steht hierbei symbolisch für das Limit ihrer Visionen. Während sie ihr vergangenes Selbst über den Zugehörigkeitsstatus zu einem lyrischen Du identifiziert, impliziert die Selbstbezeichnung als „Boss-Bitch“7 und „Macherin“ hingegen eine finanzielle und unternehmerische Autonomie. Getreu diesem Weiblichkeitskonzept zeichnet Shirin David in ihren Songs das Porträt einer ambitionierten und erfolgsorientierten Selfmade-Millionärin („Bad Girl, Selfie-rich mit über fünf Millionen Fans“ (2020a)), die sich durch ihr eigenes produktives Schaffen mittlerweile einen extravaganten Lebensstil leisten kann: Früher kleines Zimmer, heute kauf' ich ein paar Wohnung'n / Guck, ich hab's geschafft, ganz ohne dich, ich mach' es solo (2019a).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Hinführung zur Thematik der „Bosshaftigkeit“ im Deutschrap sowie Darlegung der Fragestellung, Hypothese und Methodik der Arbeit.

2. Theoretische Grundlegung: Zusammenfassung relevanter wissenschaftlicher Ansätze aus der Sprechakttheorie (Austin/Searle) und der Geschlechterforschung (Bourdieu/Butler) für die Analyse.

3. Methodisches Vorgehen: Definition des Auswahlverfahrens der Songtexte und der Kriterien für die qualitative Analyse der Künstler Shirin David und Kollegah.

4. „Bosshaftigkeit“ im Deutschrap: Ein Vergleich: Analyse der Selbstinszenierungsstrategien beider Rapper hinsichtlich neoliberaler Erfolgslogik und Geschlechterkonstruktionen.

5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und kritische Reflexion des emanzipatorischen Potenzials weiblicher Selbstermächtigung im HipHop.

Schlüsselwörter

Deutschrap, Bosshaftigkeit, Genderlinguistik, Shirin David, Kollegah, Neoliberalismus, Rap Business Masculinity, Identitätskonstruktion, Performativität, Resignifizierung, Girlboss, Hypermaskulinität, Sprechakt, Machtstrukturen, Feminismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung und Inszenierung von „Bosshaftigkeit“ im Deutschrap am Beispiel von Shirin David und Kollegah.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Verknüpfung von Neoliberalismus und HipHop, geschlechtsspezifische Identitätsarbeit sowie sprachliche Praktiken der Selbstermächtigung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Parallelen und Unterschiede in der Selbstinszenierung der Künstler zu ergründen und die Hypothese zu prüfen, ob beide dem neoliberalen Erfolgsethos folgen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine qualitative Inhaltsanalyse von ausgewählten Songtexten der beiden Künstler durchgeführt, basierend auf soziologischen und sprachwissenschaftlichen Theorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, das methodische Vorgehen und den komparativen Analyseteil, der Rollenbilder und Sprachcodes untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern zählen Begriffe wie Bosshaftigkeit, Performativität, Rap Business Masculinity und Girlboss-Feminismus.

Wie unterscheidet sich die „Boss-Bitch“ von Kollegahs „Boss“-Konzept?

Während Shirin David das Konzept für eine weibliche, teils subversive Neubesetzung und wirtschaftliche Autonomie nutzt, basiert Kollegahs Konzept auf einer rigiden, hypermaskulinen Alpha-Männlichkeit.

Trägt Shirin Davids Vorgehen tatsächlich zur Emanzipation bei?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ihre Strategien einerseits Deutungshoheit über sexistische Codes bieten, andererseits jedoch oft innerhalb der hegemonialen Strukturen verbleiben.

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Details

Title
Konzepte von "Bosshaftigkeit" in der Deutschrapszene am Beispiel von Shirin David und Kollegah
College
Dresden Technical University  (Institut für Germanistik)
Course
Genderlinguistik
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2022
Pages
25
Catalog Number
V1499385
ISBN (PDF)
9783389060940
ISBN (Book)
9783389060957
Language
German
Tags
Genderlinguistik Shirin David Deutschrap Gender Studies Kollegah Sprechakte Sprachakttheorie Judith Butler Resignifizierung Geschlechterkonstruktion Feminismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2022, Konzepte von "Bosshaftigkeit" in der Deutschrapszene am Beispiel von Shirin David und Kollegah, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1499385
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