Bildung im Kindesalter findet jederzeit statt. Vor allem in jungen Jahren haben Kinder vieles zu verstehen und beurteilen, was um sie herum geschieht. In Anbetracht des sozialen Wandels bringen Eltern ihre Kinder bereits im frühen Alter in Kindertageseinrichtungen. Neben dem Elternhaus ist die Kindertagesstätte somit eine der Grundlagen für Kinder, Bildung zu erfahren, ihr Selbst zu entwickeln und sich zu sozialisieren. Daher ist der pädagogische Auftrag der Fachkräfte, Bildungserfahrungen in den Einrichtungen zu ermöglichen und somit selbstwirksame Kinder zu erziehen, die ihre Umwelt und alles, was darin ist, wahrnehmen, erforschen und letztlich gestalten können. Diese Aufgabe sollte allerdings nicht getrennt von der “Heimat” der Kinder stattfinden, sondern im Einklang mit den Eltern, die hauptsächlich die Entwicklung ihrer Kinder beeinflussen. Unter anderem hat die Reggio-Pädagogik sich bereits dieser Thematik gewidmet, in frühkindlichen Einrichtungen die Räume so zu gestalten, dass Kinder erforschen und erkunden und dabei selbst auch Gestalter dieser Einrichtungen werden können. Darunter ist die ästhetische Bildung einer der Wege für Kinder, genau das zu schaffen. Die Sinne der Kinder werden durch Impulse seitens der Fachkräfte so angeregt, dass das Kind seine Umwelt eigenständig erfahren kann. Durch diesen Bericht soll meine Erfahrung aus der Praxis Einsicht darin geben, wie die musikalisch-ästhetische Bildung einen Einfluss darauf nehmen kann, wie gut oder auch gehemmt sich ein Kind in seiner neuen Umgebung - der Kindertageseinrichtung - einfinden und zurechtfinden lernen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Darstellung der Einrichtung
2.1. Der Träger
2.2. Die Einrichtung
3. Die szenische Bildungsgeschichte - Darstellung des Fallbeispiels
4. Theoretischer Teil
4.1. Frühkindliche Bildung
4.2. Ästhetisch-musikalische Bildung
4.3. Die Bedeutung der ästhetischen Erfahrung in der Bildung
4.4. Ästhetische und nicht-ästhetische Erfahrung
5. Reflexiver Teil
5.1. Reflexion der Bildungsgeschichte
5.2. Reflexion der strukturellen Dynamiken
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss musikalisch-ästhetischer Bildung auf den Integrationsprozess von Kindern in Kindertageseinrichtungen. Anhand eines konkreten Fallbeispiels wird analysiert, wie pädagogische Impulse dazu beitragen können, dass Kinder in ihrer neuen Umgebung Sicherheit finden, sich als selbstwirksam erleben und aktiv am Gruppengeschehen teilhaben können.
- Bedeutung der ästhetischen Bildung in der frühen Kindheit
- Einfluss von Ritualen und Strukturen auf die Eingewöhnung
- Rolle des Raumes als "dritter Erzieher"
- Die Wirksamkeit musikalisch-ästhetischer Erfahrungen in der Praxis
- Reflexion pädagogischen Handelns in der Krippenpädagogik
Auszug aus dem Buch
Die szenische Bildungsgeschichte - Darstellung des Fallbeispiels
Der Morgenkreis in der Einrichtung KiTa U3 beginnt täglich um 10:45 Uhr nach dem gemeinsamen Frühstück und dauert maximal 15 Min. Bereits am Tisch wird der weitere Verlauf des Tages, sprich: der Morgenkreis angekündigt. Die Kinder beenden das Essen und gehen gemeinsam mit den Erzieher*innen zu ihrem Gruppenraum. Der Raum bietet einen großflächigen Bereich in der Mitte. Dort liegt ein runder Teppich, auf den sich die Kinder ringsum geschlossen setzen können. In einzelnen Fällen, z.B. bei Eingewöhnungen werden wegen Trauer oder aus Zurückhaltung Kinder auf den Schoß von Fachkräften oder Erwachsenen genommen. Dann beginnt der/die Erzieher*in den Morgenkreis mit einer Begrüßung an alle Kinder. Auch die Kinder untereinander begrüßen sich mit einem Lied. Zuerst wird mit den Fingern gezählt, wie viele Menschen da sind, dann wird gemeinsam melodisch der Name jedes Kindes und Erwachsenen in der Gruppe aufgezählt und dazu eine Bewegung gemacht (Liedtext und Bewegung siehe Anhang 8.1.). Danach wird gemeinsam geschaut, welcher Tag ist, in welcher Jahreszeit wir uns befinden und wie das Wetter ist. Dafür gibt es anschauliche Bilder, die den Kalender und die vier Jahreszeiten zeigen sowie Sonne, Wolken, Regen und Schnee für das Wetter. Die Bilder werden in die Mitte des Kreises gelegt. Der/die Erzieher*in fragt, wer aus der Gruppe weiß, welcher Tag ist und wählt eines der Kinder aus, um die Antwort zu geben. Je nach Antwort wiederholt die Fachkraft den Tag gemeinsam mit den Kindern oder korrigiert gegebenenfalls die Antwort und zeigt dabei auf den Kalender. Danach wird nach der Jahreszeit gefragt und wieder ein Kind ausgewählt, die Antwort zu geben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der Relevanz frühkindlicher Bildung und die Bedeutung der ästhetischen Bildung für die Eingewöhnung in die Kindertageseinrichtung.
2. Darstellung der Einrichtung: Faktenbasierte Beschreibung der KiTa U3 und des Trägers, inklusive des pädagogischen Konzepts und der Raumaufteilung.
3. Die szenische Bildungsgeschichte - Darstellung des Fallbeispiels: Szenische Schilderung des Morgenkreises und Beobachtung des Kindes L. während des Eingewöhnungsprozesses.
4. Theoretischer Teil: Fundierung der Thematik durch Reggio-Pädagogik sowie Differenzierung zwischen ästhetischen und nicht-ästhetischen Erfahrungen.
5. Reflexiver Teil: Kritische Auseinandersetzung mit dem beobachteten Fallbeispiel sowie Reflexion der strukturellen Gegebenheiten und des eigenen pädagogischen Handelns.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Beobachtungen und Schlussfolgerung zur Wichtigkeit ästhetischer Impulse für das kindliche Selbstbild.
Schlüsselwörter
Frühkindliche Bildung, Ästhetische Bildung, Reggio-Pädagogik, Eingewöhnung, Morgenkreis, Musikpädagogik, Partizipation, Raumkonzept, Selbstwirksamkeit, Kindertageseinrichtung, Pädagogisches Handeln, Sozialisation, Musikalisch-ästhetische Erfahrung, Transition, Erziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von musikalisch-ästhetischen Erfahrungen im Alltag von Kindertageseinrichtungen, speziell fokussiert auf Kinder in der Eingewöhnungsphase.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten zählen die Reggio-Pädagogik, die Rolle von Ritualen wie dem Morgenkreis, die Gestaltung kindgerechter Räume und die Reflexion über pädagogische Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ästhetisch-musikalische Bildung dazu eingesetzt werden kann, ein eingewöhnendes Kind in die soziale Gemeinschaft zu integrieren und es in seiner Handlungsfähigkeit zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um einen Bericht mit einem Fallbeispiel, das auf Beobachtungen basiert und theoretisch durch einschlägige Fachliteratur (z.B. Reggio-Pädagogik) gestützt wird.
Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Einrichtung, eine detaillierte Fallbeschreibung, eine theoretische Einordnung und eine abschließende Reflexion der eigenen pädagogischen Praxis.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Frühkindliche Bildung, Reggio-Pädagogik, Eingewöhnung, Musikpädagogik und Selbstwirksamkeit.
Welche Rolle spielt die Mutter von L. bei der erfolgreichen Integration in den Morgenkreis?
Die Mutter gab durch ein "Tür- und Angelgespräch" entscheidende Hinweise über die beruhigende Wirkung von Rasseln bei dem Kind, was als Grundlage für das musikalische Angebot diente.
Warum war das Angebot einer Rassel für das Kind L. ein Wendepunkt?
Die Rassel bot L. ein bekanntes, mit Sicherheit assoziiertes Geräusch, das ihm half, aus seiner defensiven Haltung (Abwenden vom Kreis) herauszukommen und aktiv am Gruppengeschehen teilzunehmen.
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- Jessica Iris (Author), 2023, Der Morgenkreis als Methode ästhetischer Bildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1499410