Die Arbeit mit Heranwachsenden und Kleinkindern ist sehr umfangreich und dem einen oder anderen kann es viel Freude machen oder gar nervenaufreibend sein. Der wohl größte Bestandteil des kindlichen Wachstums besteht darin, Dinge zu erfragen und hinterfragen. Diese Anreihung von Fragen kann auch die pädagogischen Arbeitskräfte an ihre Grenzen bringen, vor allem dann, wenn es um Fragen mit theologischen Themen geht. Im Bereich der praktischen Arbeit der Elementar- und Primarpädagogik kommt es bei den Kindern häufig zu Fragen, die sich auf den Sinn oder das Wesen von Gott, verschiedene ethische Handlungen, die Weltreligionen usw. beziehen und eine verständliche und annehmbare Antwort verlangen. Ein Ereignis, mit dem Kinder schon frühzeitig konfrontiert werden können und wo es zu Erklärungsbedarf kommt, ist beispielsweise der Tod. Die Frage nach dem Sinn bzw. „Warum muss man sterben?“ ist eine der mitunter unangenehmen Fragen, die einer Pädagogin/ einem Pädagogen entgegengebracht werden können. Wie in solchen Situationen eine pädagogische Fachkraft auf die Fragen des Kindes eingehen und sie beantworten bzw. das Thema weiterhinbehandeln kann und welche pädagogischen Mittel angewandt werden können, soll im Folgenden anhand eines Beispiels aus meiner Praxis und mithilfe theoretischer Grundlagen thematisiert und ausgearbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Situation aus dem Elementarbereich
2. Theoretische Auseinandersetzung
2.1. Religion
2.1.1. Religiöse Entwicklung
2.1.2. Religiöser Lernprozess
2.1.3. Religionssensible Erziehung
2.2. Verständnis über Tod und Sterben im Kindesalter
2.2.1. Methode: Zeichnungen und Bilder
3. Praktische Anwendung
3.1. Philosophieren mit Kindern
3.2. Theologisieren mit Kindern
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie pädagogische Fachkräfte im Elementarbereich Kinder bei existenziellen Fragen nach dem Sinn des Lebens und dem Tod begleiten können. Anhand eines Praxisbeispiels wird aufgezeigt, wie durch gezielte religionspädagogische Methoden und den Dialog der Aufbau von kindlicher Identität und Bewältigungsstrategien unterstützt werden kann.
- Religionspädagogik im Elementarbereich
- Religiöse Entwicklungsprozesse bei Kindern
- Umgang mit Tod und Sterben
- Methodik des Philosophierens und Theologisierens
- Unterstützung durch dialogische Begleitung
Auszug aus dem Buch
2.2. Verständnis über Tod und Sterben im Kindesalter
Der Tod und das Sterben sind facettenreiche Themen, die niemals linear verlaufen oder für jedes Individuum gleichbedeutend sind. Die emotionale Verbundenheit, die gesammelten Erfahrungen und Erlebnisse und der Umgang sind unter Gesichtspunkte, die unbedingt zu beachten sind, wenn mit Kindern über die Thematik des Sterbens gesprochen wird. Für Erwachsene selbst ist das Thema Tod immer einfach, wird nicht angesprochen, unterdrückt oder beiseitegeschoben, in der Hoffnung es löst sich von selbst. Wichtig ist daher den Kindern gegenüber ehrlich zu sein aber die eigenen Vorstellungen des Kindes zu berücksichtigen und darauf einzugehen (vgl. Schweitzer 2013, S. 11). Je nach Situation des Verlustes muss auf das einzelne Kind auf empathische und sensible Art eingegangen werden (vgl. Schweitzer 2013, S. 11).
Grundlegend kann eine pädagogische Fachkraft oder ein Elternteil von dem Todesverständnis in den verschiedenen Altersstufen ausgehen, um die Betreuung und Beratung bestmöglich anzupassen. Ebenso hat bereits der Entwicklungspsychologe Jean Piaget seine Theorie der Stufen in der Entwicklung eines Kindes auf das kindliche Denken über den Tod eingestuft. Hierbei lässt sich grob einteilen in die Altersspanne von 3-5 Jahren, in der das Kind den Tod nicht als endgültiges Ereignis des Abscheidens wahrnimmt geschweige denn davon ausgeht die eigenen Eltern könnten betroffen sein (vgl. Schweitzer 2013, S. 10). Piaget spreche dabei von der „präoperationalen Phase“ (Kropac 2013, S. 484). Weiterhin von 6-8 Jahren nimmt das Verständnis für den Tod zu und es wird als endgültiges Ereignis wahrgenommen, das jedem Menschen früher oder später widerfährt (vgl. Schweitzer, S. 11).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Relevanz der kindlichen Fragen an die Welt und stellt das praktische Fallbeispiel „Mia“ zur Illustration vor.
2. Theoretische Auseinandersetzung: Erläutert die Grundlagen religiöser Entwicklung, Lernprozesse und die Bedeutung einer religionssensiblen Erziehung sowie Theorien zum kindlichen Todesverständnis.
3. Praktische Anwendung: Überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf Methoden wie das Philosophieren und Theologisieren mit Kindern am Beispiel von Mia.
4. Fazit: Reflektiert die Notwendigkeit von Religion und ritueller Unterstützung für Kinder, um eigene Sinnfragen einzuordnen und sich selbst zu verstehen.
Schlüsselwörter
Religionspädagogik, Elementarbereich, Kindliche Entwicklung, Philosophieren mit Kindern, Theologisieren, Todesverständnis, Identitätsbildung, Sinnfragen, Dialog, Erziehung, Kindheit, Religion, Pädagogik, Sinnsuche, Glauben
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der religionspädagogischen Begleitung von Kindern im Elementarbereich, insbesondere im Hinblick auf existenzielle Fragen und Krisensituationen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die religiöse Entwicklung, der kindliche Umgang mit Tod und Verlust sowie Methoden des Dialogs innerhalb der Pädagogik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte Kinder beim Verstehen und Einordnen ihrer eigenen Lebenswelt durch religionssensible Methoden unterstützen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Grundlage bildet eine Literaturanalyse in Kombination mit einer Fallstudie („Mia“), um die Theorie in der Praxis zu reflektieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen über religiöse Erziehung und Todesverständnis sowie die praxisorientierte Anwendung des Philosophierens und Theologisierens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit kann primär über Begriffe wie Religionspädagogik, Identitätsbildung, Kindheit im Umbruch, Dialogpädagogik und Sinnsuche definiert werden.
Welche Rolle spielt das Fallbeispiel „Mia“?
„Mia“ dient als konkretes Beispiel für ein Kind in einer herausfordernden Lebenslage, an dem verdeutlicht wird, wie existenzielle Unsicherheiten und Fragen theologisch und philosophisch bearbeitet werden können.
Warum ist das Theologisieren mit Kindern relevant?
Es ermöglicht Kindern, ihre eigenen Gedanken zu ordnen, Fragen zu formulieren und durch das gemeinsame Reflektieren die Bindung zu Bezugspersonen zu stärken und Identität zu bilden.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von „Religion“ in der Arbeit?
Religion wird hier nicht nur als Wissensvermittlung, sondern als ein Prozess des Selbsterlebens, der Sinnsuche und der Erfahrung von Geborgenheit verstanden.
- Arbeit zitieren
- Jessica Iris (Autor:in), 2021, Philosophieren und Theologisieren mit Kindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1499411