Diese Ausarbeitung des Referats „Macht Leiharbeit krank?“ untersucht, ob und wie Leiharbeit die Gesundheit beeinträchtigt. Nach einer Einführung in die Geschichte und die rechtlichen Grundlagen der Leiharbeit werden Zahlen und Fakten zu Leiharbeitsunternehmen, Leiharbeitnehmern sowie deren Gesundheitszuständen präsentiert. Anschließend wird die Frage erörtert, ob Leiharbeit krank macht. Dabei stehen die gesundheitlichen Belastungen und die körperlichen sowie psychischen Beanspruchungen der Leiharbeitnehmer im Fokus. Abschließend wird das Image der Leiharbeit sowohl aus einer positiven als auch aus einer kritischen Perspektive beleuchtet, bevor die Arbeit mit einem Fazit schließt.
Gliederung
1 Einführung
1.1 Ein Blick zurück
1.2 Gesetzliche Grundlage
2 Zahlen und Fakten zur Leiharbeit
2.1 Leiharbeitsunternehmen
2.2 Leiharbeitnehmer
2.3 Gesundheitszustände der Leiharbeitnehmer
3 Ursachenforschung - Krankheitsursache Leiharbeit
3.1 Gesundheit und Arbeit
3.2 Gesundheitliche Belastungen in der Leiharbeit
3.3 Körperliche und psychische Beanspruchungen in der Leiharbeit
4 Image der Leiharbeit
4.1 Pro - Leiharbeit
4.2 Contra - Leiharbeit
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, ob Leiharbeit als Beschäftigungsmodell krankheitsfördernd wirkt. Im Zentrum steht die Forschungsfrage „Macht Leiharbeit krank?“, vor deren Hintergrund die statistische Entwicklung der Branche sowie arbeitspsychologische Belastungsfaktoren analysiert werden.
- Strukturelle Analyse der Leiharbeitsbranche und ihrer Akteure.
- Untersuchung gesundheitlicher Belastungen und Beanspruchungen in der Leiharbeit.
- Vergleichende Betrachtung von Krankheitszahlen bei Leiharbeitnehmern versus Stammbelegschaften.
- Analyse von Image-Faktoren und gesellschaftlicher Wahrnehmung der Zeitarbeit.
- Diskussion von Präventionsansätzen und betrieblichem Gesundheitsmanagement.
Auszug aus dem Buch
3.2 Gesundheitliche Belastungen in der Leiharbeit
Wie die Erwerbstätigenbefragung 2012 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigt, sind die Tätigkeiten in der Leiharbeit überwiegend körperlicher Natur. Körperliche Arbeit, ungünstige Umwelteinflüsse und monotone Tätigkeiten führen zu gesundheitlichen Belastungen. (Vgl. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 2014, S. 1 Abs. 4 - 5 und S. 2 Abs. 5)
Die deutschen Psychologen Prof. Dr. Rainer Wieland und Prof. Dr. phil. Jarek Krajewski stellen in ihren Untersuchungen fest, dass Arbeitsbedingungen und Arbeitsplatzgestaltung, ebenso wie psychische Belastungen die Gesundheit deutlich beeinträchtigen können. (Vgl. Wieland, Krajewski, 2002, S. 15 Abs. 1 und S. 2 Abs. 4)
Nach DIN EN ISO 10075 - 1 (1a) wird psychische Belastung definiert als „(…) die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken.“ (Grüß, 2015, S. 2 Folie 2)
Die WHO konkretisiert, dass zu diesen Einflüssen geringes Einkommen, das Gefühl von Unsicherheit, die Hoffnungslosigkeit und die körperliche Gesundheit zählen. (Vgl. WHO, 2004, S. 10 Abs. 3)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die unterschiedlichen Perspektiven auf die Leiharbeit, von der Sicht der Bundesregierung bis hin zu kritischen Stimmen, und führt in die Arbeitnehmerüberlassung ein.
2 Zahlen und Fakten zur Leiharbeit: Dieses Kapitel liefert eine fundierte statistische Datenbasis zu den Unternehmen, der demografischen Struktur der Leiharbeitnehmer und deren gesundheitlichen Fehlzeiten.
3 Ursachenforschung - Krankheitsursache Leiharbeit: Hier werden die theoretischen Grundlagen von Gesundheit und Arbeit erörtert sowie spezifische physische und psychische Belastungsfaktoren der Zeitarbeit identifiziert.
4 Image der Leiharbeit: Das Kapitel analysiert die zwiespältige öffentliche Wahrnehmung der Branche durch eine Gegenüberstellung von positiven Aspekten und problematischen Fehlentwicklungen.
5 Fazit: Die abschließende Zusammenfassung bewertet die Befunde und betont die geteilte Verantwortung von Verleihern und Entleihern für die Gesundheit der Beschäftigten.
Schlüsselwörter
Leiharbeit, Zeitarbeit, Arbeitnehmerüberlassung, Arbeitspsychologie, Gesundheit am Arbeitsplatz, Psychische Belastung, Fehlzeiten, Arbeitsbedingungen, Equal Pay, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitnehmerrechte, Beschäftigungsstatistik, Leistungsdruck, Stress, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die gesundheitlichen Auswirkungen von Leiharbeit auf die Beschäftigten und geht der Frage nach, ob dieses Arbeitsmodell ursächlich für gesundheitliche Beschwerden ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Neben der rechtlichen und statistischen Einordnung der Branche stehen psychologische Belastungsmodelle und die konkreten Arbeitsumstände der Leiharbeitnehmer im Vordergrund.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, eine sachliche Antwort auf die plakative Frage „Macht Leiharbeit krank?“ zu finden, indem wissenschaftliche Belege und Daten gegen pauschale Urteile abgewogen werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Literaturanalyse, der Auswertung aktueller Statistiken der Bundesagentur für Arbeit sowie arbeitspsychologischen Fachpublikationen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Daten zur Branchenstruktur präsentiert, gefolgt von einer tiefgehenden Untersuchung der physischen und psychischen Stressfaktoren, unter Einbeziehung von Modellen zur Belastung und Beanspruchung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Themen wie Arbeitnehmerüberlassung, psychische Belastung, Fehlzeiten, Arbeitsbedingungen und betriebliches Gesundheitsmanagement sind zentral für das Verständnis der Untersuchung.
Warum berichten Krankenkassen von höheren Fehltagen bei Leiharbeitern?
Die Arbeit weist darauf hin, dass dies oft auf eine Kombination aus körperlich anstrengenden Hilfstätigkeiten, unsicheren Beschäftigungsverhältnissen und teilweise mangelnder Wertschätzung im Arbeitsumfeld zurückzuführen ist.
Welche Rolle spielt die "Soziale Randstellung" bei psychischen Belastungen?
Durch die instabile Position in der Betriebshierarchie des Entleihers entstehen oft Rollenunsicherheiten, die laut psychologischer Fachliteratur die emotionale Belastung massiv steigern.
Wie wirkt sich der ethische Ansatz der Branche auf die Gesundheit aus?
Verbände wie der iGZ versuchen durch Ethik-Kodizes eine Professionalisierung zu erreichen, um Leiharbeit aus der "Schmuddelecke" zu holen, was mittelbar zu besseren Arbeitsbedingungen führen soll.
Ist Leiharbeit per se krankmachend?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass ein pauschales "Ja" zu kurz greift, da die Gefahr krank zu werden stark von der Gestaltung der individuellen Arbeitsbedingungen und der Wertschätzung der Beschäftigten abhängt.
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- Lisa Krause (Author), 2018, Macht Leiharbeit krank?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1499606