Der Wechsel von analoger hin zu digitaler Technik ist in vollem Gange. In hohem Maße gilt dies für die Audio-Branche, die schon in den 80er-Jahren mit digitalen Produkten auf den Markt trat. Anstelle von Schallplatten, Tonbändern und Musik-Kassetten (MC) stehen heute Compact Discs (CD) und Mini-Discs (MD) in den Regalen der Elektronik-Geschäfte. Hörfunkstationen produzieren ihre Sendungen in immer stärkerem Maße digital, Computer verdrängen die alten analogen Band- Schnittplätze. Musikliebhaber schätzen an der Digitaltechnik vor allem die exzellente Klangqualität. Allerdings bleibt ihnen eben diese Qualität vorbehalten, wenn die digital produzierten Hörfunkprogramme nur auf komplett analogem Übertragungsweg zu ihnen gelangen. Was lag da näher, als ein neues, digitales Übertragungsverfahren zu entwickeln. Die Rede ist vom Digital Audio Broadcasting (DAB), einem Übertragungsverfahren, das in einigen Teilen Deutschlands unter der eingängigeren Bezeichnung DIGITAL RADIO bereits im terrestrischen Regelbetrieb sendet. Allerdings: DAB bringt nicht nur Vorteile mit sich. Das ist auch der Grund, warum das neue Übertragungssystem unter Fachleuten umstritten ist und zuweilen die Frage aufgeworfen wird, ob DAB sich überhaupt als Nachfolgesystem für UKW eignet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte von DAB
3. Technische Grundlagen
3.1. Das analoge UKW-Verfahren
3.2. Das DAB-Verfahren
3.2.1. Quellencodierung
3.2.2. Multiplex-Bildung
3.2.3. Kanalcodierung
3.2.4. Ausstrahlung
3.2.5. Gleichwellenbetrieb
4. Empfang
4.1. Empfangsgeräte
4.2. CD-Qualität
4.3. Mobiler Empfang
4.4. Indoor-Empfang
5. Angebot
5.1. Neue Hörfunkprogramme
5.2. Datendienste
5.2.1. PAD-Dienste
5.2.2. NPAD-Dienste
5.3. Programmformatierungen
5.4. Programmzusammenschlüsse
6. Sendernetze
6.1. Neue Sendeanlagen
6.2. Frequenzknappheit
6.3. Bitratenmanagement
6.4. Netzbetreiber
6.5. Ausstrahlungskosten
6.6. Engere Sendegebiete
7. Rechtliches
A I. Digitales Radio in Kabelnetzen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung von Digital Audio Broadcasting (DAB) und analysiert dessen Auswirkungen auf die verschiedenen Akteure in der Hörfunklandschaft, insbesondere Hörer, Rundfunkanbieter und Journalisten, um ein besseres Verständnis für die medienpolitischen und technischen Konsequenzen des digitalen Wandels zu schaffen.
- Technische Grundlagen und Funktionsweise des DAB-Verfahrens
- Herausforderungen beim terrestrischen Empfang und bei der Indoor-Versorgung
- Möglichkeiten und Potenziale neuer Hörfunkprogramme und Datendienste
- Ökonomische Auswirkungen auf die Sendernetzstrukturen und Ausstrahlungskosten
- Medienpolitische Rahmenbedingungen und rechtliche Implikationen
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Quellencodierung
Das Audioprogramm wird zunächst in digitale Daten umgewandelt (Quellencodierung).28 Die Quellencodierung erfolgt mit Hilfe des MUSICAM-Verfahrens. (MUSICAM steht als Abkürzung für „masking pattern universal subband integrated coding and multiplexing“.) Dabei wird das Signal datenreduziert, d.h. es werden diejenigen Daten herausgefiltert, die vom menschlichen Ohr ohnehin nicht wahrgenommen werden können. Vorteil: Die Datenrate wird erheblich kleiner, ohne dass sich der Klang von dem einer CD unterscheidet.29 Während die Datenrate einer CD bei 1411 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) liegt30, lässt sich diese durch das MUSICAM-Verfahren auf 192 kbit/s reduzieren, ohne dass Klangverluste eintreten. Zwar lassen sich die Programme noch weiter komprimieren (z.B. auf 64 kbit/s), aufgrund der dann jedoch eingeschränkten Tonqualität empfiehlt sich eine derart kleine Datenrate allerdings nur bei solchen Stationen, denen es nicht auf optimalen Klang ankommt (z.B. reine Wortsender).31
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den allgemeinen technologischen Wandel in der Audio-Branche und führt in die Problematik des analogen UKW-Systems sowie die Chancen und Herausforderungen von DAB ein.
2. Geschichte von DAB: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von DAB nach, von den ersten Forschungsprojekten in den achtziger Jahren bis hin zur Markteinführung und dem Übergang in den Regelbetrieb.
3. Technische Grundlagen: Hier werden die Funktionsweisen des analogen UKW-Verfahrens und des digitalen DAB-Systems detailliert gegenübergestellt, inklusive Quellencodierung, Multiplex-Bildung und Kanalcodierung.
4. Empfang: Dieses Kapitel analysiert die Anforderungen an neue Empfangsgeräte, die Qualitätssprünge bei der Audiowiedergabe sowie die Herausforderungen beim mobilen und Indoor-Empfang.
5. Angebot: Es wird untersucht, wie DAB das Programmangebot durch neue Spartensender und interaktive Datendienste erweitert und welche Folgen dies für Programmformatierungen und den Wettbewerb hat.
6. Sendernetze: Dieser Abschnitt widmet sich den infrastrukturellen Veränderungen, den Kostenstrukturen beim Aufbau von Sendernetzen und der Koordination von Bitraten für Netzbetreiber.
7. Rechtliches: Das Kapitel erörtert die medienpolitischen und rechtlichen Fragestellungen, die sich aus der Konvergenz von Rundfunk und Telekommunikation im Rahmen von DAB ergeben.
A I. Digitales Radio in Kabelnetzen: Der Anhang beleuchtet die Möglichkeiten der Einspeisung von DAB-Signalen in Kabelnetze als Lösung für Empfangsprobleme.
Schlüsselwörter
Digital Audio Broadcasting, DAB, UKW, Digitalradio, Audiotechnik, MUSICAM, Datendienste, Multiplex-Signal, Sendernetze, Netzbetreiber, Medienpolitik, Frequenzmanagement, Rundfunklandschaft, Digitale Übertragung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Auswirkungen des digitalen Hörfunkverfahrens DAB auf die gesamte Radiowelt, von technischen Neuerungen bis zu wirtschaftlichen und medienrechtlichen Veränderungen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Zentrum stehen die technischen Grundlagen, der Empfang, das erweiterte Programmangebot durch Datendienste, die Kostenstruktur der Sendernetze und die rechtlichen Herausforderungen der neuen Übertragungstechnik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die Neuerungen durch DAB zu geben und die Konsequenzen für Hörer, Sender und Journalisten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse, um den Stand der Technik und die ökonomischen sowie regulatorischen Bedingungen zur Zeit der Einführung von DAB in Deutschland zu erfassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen, Empfangs- und Angebotsaspekte sowie eine detaillierte Betrachtung der Sendernetze und rechtlicher Aspekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Digital Audio Broadcasting (DAB), Netzbetreiber, Bitratenmanagement, Datendienste (PAD/NPAD) und der Wandel des Radios als Medium.
Welche Bedeutung hat das Bitratenmanagement?
Das Bitratenmanagement ist entscheidend, da DAB-Programme in einem gemeinsamen Multiplex-Signal übertragen werden; die flexible Zuteilung von Datenraten ist technisch anspruchsvoll und medienrechtlich noch nicht vollständig geregelt.
Warum stellt der Indoor-Empfang ein Problem dar?
DAB wurde primär für den mobilen Empfang konzipiert, was dazu führt, dass die Versorgung in Gebäuden bei den aktuellen Frequenzplanungen nicht immer flächendeckend gewährleistet werden kann.
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- Marcel Maack (Author), 2000, Digital Audio Broadcasting (DAB). Auswirkungen auf Nutzer, Anbieter und Journalisten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14996