Klassiker der Soziologie

Über einen verbindlichen Literaturkanon in der Soziologie


Essay, 2010
4 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Klassiker der Soziologie – Essay

Dirk Kaesler: Was sind und zu welchem Ende studiert man Klassiker der Soziologie?
- Frage: Was können uns klassische Autoren der Soziologie heute lehren?

In seinem Beitrag, „Was sind und zu welchem Ende studiert man Klassiker der Soziologie?“, beschäftigt sich Dirk Kaesler einmal mehr mit dem Ursprung, der Geschichte und dem Status Quo der deutschen und internationalen Soziologie. Diese Auseinandersetzung mit der „klassischen Soziologie“ und ihrer Pioniere und Vordenker, ist neben seinem Engagement in der Max-Weber-Forschung die tragende Säule seiner wissenschaftlichen Arbeit und seiner Werke. Für ihn stellt sich keineswegs die Frage, ob die nach wie vor betriebene Forschung und Beschäftigung mit jenen Klassikern und Hauptwerken der deutschen Soziologie, heutzutage vielleicht zu einem sinnlosen Unterfangen verkommen sein könnte. Nein, ganz im Gegenteil, er sieht in dieser „Ahnenforschung“ gar die einzige Chance der internationalen Soziologie, aber nicht zuletzt auch die der deutschen Geisteswissenschaften, die fortschreitende „Verwässerung“, Entfremdung und Isolierung aufhalten zu können und die einst lebendige, auf Konsens, Respekt und Identität errichtete Disziplin der Soziologie wieder zu neuem Antrieb und Ansehen zu verhelfen. Eben diese gemeinsame Identität ist für eine jede Wissenschaft, die verstanden und auch ernstgenommen werden will, unabdingbar. Kaesler kritisiert in diesem Zusammenhang die fehlende Einheit und mangelhafte Verständigung, die eben nur durch eine gemeinsam erarbeitete „Sprache“ zustande kommen kann und erst dann ein reibungsloses Miteinander unter einem „Dach“ ermöglicht. Um die Problematik dieser innerdisziplinären „Entwurzelung“ und der schleichenden Entfremdung sowohl auf kollegialer Ebene, wie auch gegenüber der Öffentlichkeit, zu veranschaulichen, entwirft Kaesler das symbolische Bild vom „Haus der Soziologie“. Er weiß, welchen Personen er für jene Grundsteinlegung und dem Errichten der Fundamente, zu Dank verpflichtet ist. Und er ist sich auch dessen bewusst, dass ohne die Vorarbeit dieser „Klassiker-Semester“, das Haus der Soziologie heute kein Dach schmücken würde, unter dem nachgedacht, geschrieben, geforscht und diskutiert werden kann. Somit ist auch seine Forderung nach einem verbindlichen Kanon in der Soziologie nicht neu. Dennoch spaltet sie die Meinungen und letztlich die Lager und provoziert wiederum eine bekannte Diskussion, die im Kern die Frage aufwirft, inwiefern ein solch reglementiertes Studium, dass eben auch das Lesen und Verinnerlichen von klassischen Lektüren und Theorien beinhaltet, tatsächlich effizient sein kann.

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Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Klassiker der Soziologie
Untertitel
Über einen verbindlichen Literaturkanon in der Soziologie
Hochschule
Universität Siegen
Veranstaltung
Klassiker der Soziologie
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
4
Katalognummer
V149995
ISBN (eBook)
9783640611607
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Klassiker, Soziologie, Sozialwissenschaft, Sozialwissenschaften, Essay, Literaturkanon, Haus der Soziologie, Kaesler
Arbeit zitieren
Sebastian Taugerbeck (Autor), 2010, Klassiker der Soziologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149995

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