Mithilfe welcher gestalterischen Elemente gelingt es Irena Kobald in "Zuhause kann überall sein" (2015) Wildfangs Prozess des Fremdspracherwerbs sowie des Ankommens innerhalb des Zufluchtslandes darzustellen? Verknüpfend zu der Fragestellung soll das Buch bezüglich gestalterischer Elemente untersucht werden, welche die Autorin nutzt, sodass der Fremdspracherwerb der Protagonistin Wildfang verdeutlicht wird. Das Bilderbuch thematisiert das Einfinden in ein neues Land sowie das Erlernen einer bislang unbekannten Sprache, wobei die dabei verspürte Fremdheit und dessen Überwindung Zentralpunkte darstellen.
Damit das Bilderbuch im Verlauf darstellungs- und inhaltstechnisch analysiert werden kann, wird vorerst in das fünfdimensionale Modell der Bilderbuchanalyse (2014) nach Michael Staiger eingeführt, wobei sich primär auf die narrative, die bildliche sowie die verbale Dimension fokussiert wird. Anschließend kommt es zu der Inhaltsdarlegung des Bilderbuches sowie dessen Betrachtung und Analyse mithilfe des fünfdimensionalen Modells. Die Analyse soll sich unterteilend auf den allgemeinen Aufbau des Bilderbuches, das Ankommen der Protagonistin im neuen Land sowie der Decke als Symbol des Spracherwerbs fokussieren.
Folgend wird die didaktische Nutzung innerhalb des Unterrichts betrachtet, in dem das Bilderbuch verwendet werden kann. Dazu werden die ausgewählten Aspekte literarischen Lernens nach Kaspar H. Spinner (2007/ 2010) ,,Perspektiven literarischer Figuren nachvollziehen“ (Spinner 2010) und die ,,subjektive Beteiligung“ (Spinner 2007) herangezogen. Anschließend wird der Nutzen von Bilderbüchern, vor allem mit dem Themenfeld Flucht und Migration, im Schulunterricht der Primärstufe hinsichtlich der Kompetenzbereiche untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Modell und Bilderbuch
2.1 Fünfdimensionales Modell der Bilderbuchanalyse (2014)
2.2 Bilderbuch: Zuhause kann überall sein (2015)
2.2.1 Inhaltsdarlegung
2.2.2 Analyse des Bilderbuches Zuhause kann überall sein (2015)
2.2.2.1 Aufbau des Bilderbuches
2.2.2.2 Das Ankommen in dem neuen Land
2.2.2.3 Die Decke als Symbolträger des Spracherwerbs
3. Didaktische Nutzung innerhalb des Unterrichts:
3.1 Ausgewählte Aspekte literarischen Lernens nach Kaspar H. Spinner
3.2 Der Nutzen des Bilderbuches Zuhause kann überall sein (2015) im Unterricht
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Bilderbuch "Zuhause kann überall sein" von Irena Kobald hinsichtlich der filmischen und textuellen Darstellung von Flucht, Migration und fremdsprachlichem Erwerb. Ziel ist es, mittels des fünfdimensionalen Modells der Bilderbuchanalyse nach Michael Staiger aufzuzeigen, wie die Protagonistin Wildfang ihren Prozess des Ankommens und das Erlernen einer neuen Sprache bewältigt.
- Analyse der narrativen und bildlichen Gestaltungsmittel in einem Kinderbuch
- Untersuchung von Flucht- und Migrationserfahrungen durch literarische Perspektivübernahme
- Die Funktion von Sprache und Symbolik im frühen Fremdspracherwerb
- Transfer literarischer Lernprozesse in den schulischen Unterricht der Primarstufe
- Verbindung von kognitiven und emotionalen Aspekten bei der Integration in fremde Kulturen
Auszug aus dem Buch
2.2.2.1 Aufbau des Bilderbuches
Das Bilderbuch besteht, nach dem Vorsatzpapier von dem Titel aus startend, aus insgesamt 16 Doppelseiten beziehungsweise 32 Einzelseiten. Betrachtend des Layouts sind die zusammengehörigen Bild- und Textelemente großteilig in Form von Doppelseiten (vgl. Staiger 2014, 18) dargestellt (vgl. Kobald 2015, 4-11; 14-21; 26-27; 30-31). Vereinzelte Passagen gliedern sich hingegen innerhalb Einzelseiten (vgl. ebd., 12-13; 22-25; 28-29; 32). Auffallend ist, dass die Nutzung der Darstellung auf Einzelseiten eine Zeitraffung der Geschehnisse darstellt (vgl. Staiger 2014, 17).
Die Ankunft aus dem Heimatland in das neue Land (vgl. Kobald 2015, 4-9), das erste Treffen mit Mädchen (vgl. ebd., 12-13) und das darauffolgende erfolglose Aufsuchen des Mädchens seitens Wildfangs (vgl. ebd., 14-15) sowie die Zeit zwischen dem gemeinsamen Lernen der Wörter (vgl. ebd., 22-25), dem alleinigen Wiederholen (vgl. ebd., 26-29) und dem Weben der neuen Decke (vgl. ebd., 26-31) wird mithilfe weiter Bildfolgen dargestellt (vgl. Staiger 2022, 21). Belegbar wird dies dadurch, dass sich zwischen den einzelnen Ereignissen teils Tage befinden, wie Wildfang mit Sätzen wie „Bei meinem nächsten Besuch“ (ebd., 14), „Beim nächsten Mal“ (ebd., 22) oder „ich fügte jeden Tag ein paar Worte hinzu“ (ebd., 28) belegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Bilderbüchern als Medium zur Thematisierung von Flucht und Migration und definiert die Forschungsfrage der Arbeit.
2. Modell und Bilderbuch: In diesem Hauptteil wird das fünfdimensionale Modell zur Analyse herangezogen und konsequent auf das Bilderbuch „Zuhause kann überall sein“ in den Bereichen Aufbau, Ankunft und Symbolik angewendet.
3. Didaktische Nutzung innerhalb des Unterrichts:: Dieser Abschnitt expliziert, wie literarisches Lernen nach Spinner im Grundschulunterricht konkret gefördert werden kann, um den Lernprozess der Protagonistin für Schüler nutzbar zu machen.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die gestalterischen und inhaltlichen Mittel des Buches eine empathische Auseinandersetzung mit dem Fremdspracherwerb und der Migration erfolgreich ermöglichen.
Schlüsselwörter
Bilderbuchanalyse, Flucht, Migration, Fremdspracherwerb, Literarisches Lernen, Michael Staiger, Irena Kobald, Primarstufe, Empathiebildung, Identitätsbildung, Symbolik, Didaktik, Inklusion, Narrative Dimension, Bildliche Dimension
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Bilderbuch "Zuhause kann überall sein", um darzustellen, wie Migrationserfahrungen und das Ankommen in einer fremden Kultur mittels ästhetischer Gestaltungsmittel im Kinderbuch vermittelt werden.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die zentralen Themen sind der Fremdspracherwerb, die Identitätsentwicklung nach Fluchterfahrungen sowie die didaktische Einbindung solcher Literatur in den Grundschulunterricht.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht mithilfe gestalterischer Elemente, wie der Protagonistin Wildfang der Prozess des Spracherwerbs und das Ankommen in einem neuen Land gelingt.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird das "fünfdimensionale Modell der Bilderbuchanalyse" nach Professor Dr. Michael Staiger verwendet, mit einem spezifischen Fokus auf die narrative, bildliche und verbale Dimension.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung des Analyserahmens, die inhaltsanalytische Betrachtung des Bilderbuchs Wildfang sowie die didaktische Reflektion zur Umsetzung in der Primarstufe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Bilderbuchanalyse, Flucht, Migration, Fremdspracherwerb, literarisches Lernen und Empathiebildung definieren.
Welche Bedeutung kommt der "Decke" im Bilderbuch zu?
Die Decke fungiert als zentrales Symbol für Sicherheit und Identität. Sie transformiert sich im Verlauf der Geschichte von einem isolierenden Rückzugsort zu einem Werkzeug, das Sprache und kulturelle Zusammengehörigkeit speichert und visualisiert.
Wie wird das "Ankommen" in der neuen Umgebung definiert?
Das Ankommen wird nicht als physischer Grenzübertritt, sondern als psychologischer Prozess definiert, bei dem die Protagonistin lernt, die neue Umgebung und Sprache aktiv zu erschließen und emotional zu besetzen.
- Arbeit zitieren
- Maria Wolf (Autor:in), 2022, Eine Analyse der Darstellung des Fremdspracherwerbs und des Ankommens in einem fremden Land innerhalb des Bilderbuches "Zuhause kann überall sein", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1499992