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Borderline in der Praxis der Sozialen Arbeit. Symptome, Erklärungsansätze, Therapiemöglichkeiten

Title: Borderline in der Praxis der Sozialen Arbeit. Symptome, Erklärungsansätze, Therapiemöglichkeiten

Diploma Thesis , 2003 , 131 Pages , Grade: 2

Autor:in: Daniela Heider (Author)

Social Work
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Die Erklärung der verschiedenen verwendeten Begriffe zum Thema "Borderline" steht am Anfang meiner Diplomarbeit, um in Kurzform einen Einstieg zu schaffen. Des Weiteren werde ich typische Arbeitsfelder skizzieren, in denen Sozialarbeiter mit Borderlinern in Kontakt kommen können.
In Punkt 2 gehe ich erst allgemein auf Persönlichkeitsstörungen und schließlich auf die Diagnosekriterien für eine Borderline-Persönlichkeitsstörung nach dem DSM IV ein. An dieser Stelle erläutere ich anhand eines praktischen Beispiels die typischen Symptome, weil sie meist das erste sind, was ins Auge fällt, wenn man mit Klienten arbeitet, die von der Borderline- Störung betroffen sind. Anschließend widme ich mich der Frage der Auswirkung einer Diagnosestellung sowohl auf gesellschaftlicher Ebene als auch auf der Ebene der Beziehung zwischen Betreuer und Klient.
Eine wichtige Grundlage des Verständnisses für die Betroffenen ist es, die unterschiedlichen Erklärungsansätze für Borderline-Störungen zu kennen. In Punkt 3 fasse ich einige davon zusammen.
Punkt 4 geht auf die Angehörigen und das weitere Umfeld von Borderline-Klienten ein, was nicht einfach ist, da es hierzu kaum Literatur gibt. Außerdem besteht im Raum Stuttgart nach meiner Kenntnis keine Selbsthilfegruppe für Angehörige, weshalb ich bei meiner Recherche vollständig auf das Internet angewiesen war. Zum Umfeld von Borderline-Klienten zähle ich nicht nur die Angehörigen, sondern auch den Therapeuten oder Betreuer des Betroffenen; deshalb stelle ich ein Interview mit dem Mitarbeiter eines Sozialpsychiatrischen Dienstes vor, um einen Einblick in den Arbeitsalltag zu geben.
Daraus ergibt sich eine Verbindung zu Punkt 5, den unterschiedlichen Therapieansätzen. Natürlich kann ich die Prozesse der verschiedenen Therapien nicht vollständig in meiner Arbeit darstellen, aber ich möchte einzelne Methoden kurz anführen.
Meinen Praxisteil erläutere ich unter Punkt 6. Dieser Punkt umfasst die Beschreibung der Betreuung von zwei Klientinnen, die deutliche Borderline-Züge aufwiesen und mit denen ich jeweils ein halbes Jahr gearbeitet habe. Mit diesen persönlichen Erfahrungen, die ich in der Arbeit mit Borderlinern gemacht habe, schließe ich meine Diplomarbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Einführung in das Thema Borderline und soziale Arbeit

1.1 Erklärung der Begriffe

1.2 Historischer Überblick

1.3 Kontakt zu Borderlinern in Arbeitsfeldern der SozialenArbeit

2. Diagnostik

2.1 Allgemeine Definition der Persönlichkeitsstörung

2.2 Die Klassifikation der Borderline-Störung

2.3 Erläuterung der Symptome und Verhaltensmuster

2.3.1 Denk- und Verhaltensmuster

2.3.2 Zwänge

2.3.3 Ängste und Phobien

2.3.4 Sucht

2.3.5 Mini-Psychose

2.3.6 Dissoziation

2.3.7 Selbstverletzendes Verhalten

2.3.8 Aggression

2.3.9 Depression

2.3.10 Suizidalität

2.3.11 Exkurs: Interview mit einer Betroffenen

2.4 Stempel oder Störung? Zur gesellschaftlichen Problematik des Krankheitsbegriffes

2.5 Auswirkungen der Diagnose auf die Beziehung zwischen Betreuer und Klient

3. Wichtige Erklärungsansätze und Modelle der Borderline-Störung

3.1 Der Beitrag neurobiologischer Faktoren zur Entwicklung einer Borderline-Störung

3.1.1 Impulsive Aggression und serotonerges System

3.1.2 Affektive Instabilität und cholinerges System

3.2 Sozialwissenschaftliche Erklärungsansätze

3.2.1 Deprivation, Misshandlung und Missbrauch

3.2.2 Die strukturelle Seite der traumatischen Gewalterfahrungen

3.2.3 Die Familienorganisation

3.3 Kernbergs psychoanalytisches Erklärungsmodell

3.3.1 Libidotheorie und psychosexuelle Entwicklung

3.3.2 Die Entstehung einer Borderline-Persönlichkeitsorganisation

3.3.3 Die Funktionen der typischen Borderline-Strukturen

3.4 Systemische Theorien

3.4.1 Erzeugung und Sinn der Symptome

3.4.2 Die Borderline-Familienstrukturen und ihre Funktion

3.5 Die biosoziale Theorie der dialektisch-behavioralen Therapie

3.5.1 Emotionale Fehlregulation

3.5.2 Invalidierende Umgebungen

3.5.3 Die Wechselwirkungen

3.6 Zusammenfassende Bewertung der verschiedenen Ansätze

3.6.1 Vergleich und persönliche Einschätzung

3.6.2 Interessante Aspekte für die Soziale Arbeit

4. Die Auswirkungen des Borderline-Syndroms auf das Umfeld der Betroffenen

4.1 Die Notwendigkeit der Angehörigenarbeit

4.2 Informationen über Betroffene und Angehörige finden, aber wie?

4.3 Die Auswirkungen der Borderline-Störung auf die Partnerschaft

4.3.1 Co-Problematik bei Partnern von Borderlinern

4.3.2 Interview mit einer Partnerin

4.4 Weglaufen gilt nicht! Die Bedeutung der Borderline-Störung für die Familienangehörigen

4.4.1 Böse Eltern oder leidende Eltern?

4.4.2 Interview mit einer Mutter

4.4.3 Von Helden und Sündenböcken- Die Kinder aus Borderline-Familien

4.5 "Borderliner spalten das Team!" Auswirkungen auf die professionelle Beziehung

4.6 Sieben Fragen an einen Mitarbeiter eines sozialpsychiatrischen Dienstes

5. Therapeutische Möglichkeiten

5.1 Die medikamentöse Therapie der Borderline-Störung

5.1.1 Antipsychotika

5.1.2 Antidepressiva

5.2 Die psychoanalytische Therapie der Borderline-Störungen

5.3 Dialektisch-behaviorale Therapie

5.4 Systemische Therapie

5.5 Zusammenfassende Bewertung der verschiedenen Ansätze

5.5.1 Vergleich und persönliche Einschätzung

5.5.2 Interessante Aspekte für die Soziale Arbeit

5.6 Anlaufstellen

5.6.1 Kliniken

5.6.2 Hilfe aus dem Internet

6. Beispiele aus der Praxis

6.1 Gespräche mit Frau W.

6.2 Gespräche mit Frau S.

6.3 Mein Erleben der Kontakte

7. Schlusswort

8. Literaturliste

Weiterführende Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel dieser Diplomarbeit ist es, das Verständnis für das Borderline-Syndrom innerhalb der Sozialen Arbeit zu fördern, da Fachkräfte in diesem Bereich häufig unvermittelt mit betroffenen Klienten konfrontiert werden. Die Arbeit leistet eine theoretische Fundierung, analysiert diagnostische Kriterien und beleuchtet die Auswirkungen auf das soziale Umfeld sowie die professionelle Beziehungsgestaltung.

  • Grundlagen der Borderline-Diagnostik und Symptomatik
  • Sozialwissenschaftliche und tiefenpsychologische Erklärungsansätze
  • Die Auswirkungen des Syndroms auf das familiäre Umfeld und Partnerschaften
  • Therapeutische Interventionsmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

Das schwarzweiße Leben im Hier und Jetzt

Die meisten Menschen gewinnen ihre Einschätzung von anderen Personen durch eine Vielzahl von Interaktionen, die zwischen ihnen und diesen Personen erfolgen. Sind diese Erfahrungen überwiegend positiv, wird man dem anderen leicht zugestehen können, einmal einen schlechten Tag zu haben. Sind sie überwiegend negativ, wird man auf einen guten Tag kaum Hoffnungen aufbauen, dass es von nun an immer so sein wird. Borderliner kennen diese sogenannte Objektkonstanz nicht, das heißt, sie können andere Menschen nicht als komplexe Wesen mit vielen unterschiedlichen Seiten betrachten, die trotz der Unterschiedlichkeit in ihren Reaktionen immer die gleichen Menschen bleiben.

Die Folge davon ist, dass Borderliner die Personen in ihrem Umfeld jeden Tag neu bzw. nur auf der Basis der letzten Begegnung wahrnehmen. Deshalb erscheinen andere Menschen den Betroffenen als widersprüchlich, weil sie kein konstantes Bild entwickeln und verinnerlichen können, das alle Aspekte der Persönlichkeit der anderen einschließt. Wie man es in kindlichen Vorstellungen regelmäßig findet, unterteilen auch erwachsene Borderliner andere Menschen in die "Guten" und die "Bösen". Dieses Schwarz-Weiß-Denken, das keine Abstufungen oder Grauzonen zulässt, erklärt Idealisierungen und Abwertungen.

Die häufig vorkommenden unrealistischen Hoffnungen und überzogenen Erwartungen an die "Guten" werden durch Idealisierungen gerechtfertigt. Werden die Hoffnungen jedoch enttäuscht, kehrt sich das Bild vom "Guten" in das Bild vom "Bösen" um. Diese Enttäuschungen sind vorprogrammiert und werden durch Abwertungen des Gegenübers abgeschwächt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in das Thema Borderline und soziale Arbeit: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Begriffe und die historische Entwicklung des Störungsbildes sowie die Relevanz der Thematik für verschiedene Handlungsfelder der Sozialen Arbeit.

2. Diagnostik: Hier werden Definitionen der Persönlichkeitsstörung sowie die spezifischen Kriterien und Symptome des Borderline-Syndroms gemäß DSM-IV detailliert dargestellt und kritisch reflektiert.

3. Wichtige Erklärungsansätze und Modelle der Borderline-Störung: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene theoretische Modelle, von neurobiologischen und sozialwissenschaftlichen bis hin zu psychoanalytischen und systemischen Ansätzen, um die Ursachen der Störung zu verstehen.

4. Die Auswirkungen des Borderline-Syndroms auf das Umfeld der Betroffenen: Fokus liegt hier auf den Belastungen für Angehörige und Partner sowie der Dynamik in Familien, ergänzt durch Praxisinterviews und die Bedeutung für die professionelle Beziehung.

5. Therapeutische Möglichkeiten: Die Autorin bietet einen Überblick über stationäre und ambulante Therapieansätze, inklusive medikamentöser Optionen und praktischer Ratschläge für Fachkräfte im Alltag.

6. Beispiele aus der Praxis: Anhand zweier konkreter Betreuungsfälle (Frau W. und Frau S.) werden methodische Ansätze sowie der Verlauf und die Herausforderungen der professionellen Beziehungsarbeit veranschaulicht.

Schlüsselwörter

Borderline-Syndrom, Sozialarbeit, Persönlichkeitsstörung, Diagnostik, Symptomatik, Angehörigenarbeit, Co-Abhängigkeit, Psychodynamik, Systemische Therapie, Dialektisch-behaviorale Therapie, Selbstverletzung, Identitätsstörung, Objektkonstanz, Stigmatisierung, Stressbewältigung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit widmet sich dem Verständnis des Borderline-Syndroms aus der Perspektive der Sozialen Arbeit, um Fachkräfte besser auf die Arbeit mit betroffenen Klienten vorzubereiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die diagnostische Einordnung, die theoretischen Ursachenmodelle, die Auswirkungen auf das soziale Umfeld sowie professionelle Interventionsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, Sozialarbeitern eine Einstiegshilfe und theoretische Basis zu bieten, um den Umgang mit Borderline-Klienten kompetenter und reflektierter zu gestalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Standards (z.B. DSM-IV) und ergänzt diese durch empirische Einblicke aus der Praxis mittels Interviews und Fallbeispielen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine diagnostische Übersicht, eine tiefgehende Diskussion verschiedener Erklärungsmodelle (biopsychosozial, systemisch, psychoanalytisch) sowie die praxisnahe Erörterung von Therapiewegen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Borderline-Syndrom, Sozialarbeit, Diagnostik, Angehörigenarbeit, professionelle Beziehungsgestaltung und interdisziplinäre Therapieansätze.

Warum ist das Verständnis von "Objektkonstanz" für die Arbeit so wichtig?

Das Fehlen der Objektkonstanz erklärt das Schwarz-Weiß-Denken der Betroffenen, welches zu den typischen Idealisierungs- und Abwertungsprozessen in sozialen Beziehungen führt.

Welchen Stellenwert nimmt die Rolle der Angehörigen ein?

Die Autorin betont, dass Angehörige oft "mitbetroffen" sind und durch die Dynamik des Systems selbst belastet werden, weshalb eine Einbeziehung in die Beratung essenziell ist.

Welche Ratschläge gibt die Autorin für den "Fall des Spaltens" im Team?

Die Autorin empfiehlt Supervision, Transparenz im Team sowie eine wertschätzende Haltung, um die vom Klienten oft unbewusst initiierte Spaltung zu verhindern.

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Details

Title
Borderline in der Praxis der Sozialen Arbeit. Symptome, Erklärungsansätze, Therapiemöglichkeiten
College
University of Applied Sciences Esslingen
Grade
2
Author
Daniela Heider (Author)
Publication Year
2003
Pages
131
Catalog Number
V14999
ISBN (eBook)
9783638202466
ISBN (Book)
9783638739610
Language
German
Tags
Verständnis Borderline-Syndroms Praxis Sozialen Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Heider (Author), 2003, Borderline in der Praxis der Sozialen Arbeit. Symptome, Erklärungsansätze, Therapiemöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14999
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