Methoden des Sozialkundeunterrichts. Die Sozialstudie


Seminararbeit, 2007

12 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Die Sozialstudie
2.1. Definition und Zielvorgabe
2.2. Ablaufschema
2.3. Rolle der Lehrkraft

3. Unterrichtsbeispiel zur praktischen Durchführung einer Sozialstudie
3.1. Einsatzmöglichkeiten in der Sekundarstufe I
3.2. Sekundarstufe II: Untersuchung des Wandels der Sozial- struktur einer ländlichen Gemeinde

4. Schlussbetrachtungen

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der heutigen Pädagogik ist es unumstritten, dass ein lerneffektiver Unterricht eine Vielzahl unterschiedlichster Methoden bereithalten muss, um optimale Bedingungen für die Begegnung der Lernenden mit dem Gegenstand herzustellen. Die Praktiken im Unterrichtsgeschehen sind deswegen von gewichtiger Bedeutung, weil sie neben den Arbeitstechniken, Verlaufsstrukturen und Kommunikationsformen entscheidend zur Organisation des Lernprozesses beitragen.

Im Fach Gemeinschaftskunde sollen die Schüler unter anderem befähigt werden politische Probleme zu analysieren, gesellschaftliche Zusammenhänge zu erkennen und diese zu beurteilen. Das Prinzip der Handlungsorientierung spielt dabei eine gewichtige Rolle, ihm kann nur Rechnung getragen werden, wenn dem Schüler eine Vielzahl von Möglichkeiten und Wegen eröffnet werden um sich dem Lerngegenstand anzunähern. Die Auswahl der vielfältigen Methoden erfolgt meist unter dem Gesichtspunkt, welcher Aspekt des Politischen genauer freigelegt werden soll. In der Fachdidaktik wird oftmals der Begriff der didaktischen Perspektive gebraucht. Die bewusste Verknüpfung von Inhalt und Ziel bestimmt letztendlich die Auswahl aus dem methodischen Apparat. Dabei ist die Wirkung interdependent, denn jede Methode sorgt gleichzeitig für eine gewisse Strukturierung des Lerngegenstandes, wodurch bestimmte Gesichtspunkte der Unterrichtsproblematik auf Kosten anderer hervorgehoben werden. Die Auswahl erfolgt daher unter den Kriterien der eigentlichen Lernintention.

Die vorliegende Ausarbeitung beschäftigt sich mit der didaktischen Bedeutung der Sozialstudie. Die Durchführung und Arbeitsweise dieser Makromethode wird Untersuchungsgegenstand des ersten Teils der Hausarbeit sein. Dabei wird vor allem auf die methodische Wirkung und die Durchführung einer Sozialstudie eingegangen.

Der zweite Abschnitt befasst sich mit der Planung und Anwendung der Sozialstudie im praktischen Unterrichtsgeschehen. Dabei wird einerseits ihre Durchführung in der Sekundarstufe I thematisiert, andererseits auch der Blick auf das didaktische Format einer Sozialstudie in der gymnasialen Oberstufe geschwenkt. Dies dient vor allem dazu, die besondere Bedeutung der frühzeitigen Ausbildung methodischer Arbeitstechniken im Klassen- und Kursverband zu vergegenwärtigen.

Abschließend soll ein kurzer Ausblick über die Zukunft der Sozialstudie im Gemeinschaftskundeunterricht gewagt werden, um Stärken und Schwächen des Konzepts zu differenzieren.

2. Die Sozialstudie

2.1. Definition und Zielvorgabe

Die didaktische Bedeutung der Sozialstudie liegt darin, dass sie versucht Politikunterricht wissenschaftsorientiert zu implementieren (Frech 2004: 216). Dabei werden vor allem die Bedingungen der Herstellung wissenschaftlichen Wissens in den Problemaufriss gerückt (Lißmann 2000: 171). Die Sozialstudie ist somit ein „[…] Verfahren, das begrenzte Probleme und Fragestellungen des politischen und gesellschaftlichen Nahraum der Lernenden unter Verwendung empirisch ermittelter Untersuchungsbefunde und anderen primären Quellenmaterials untersucht“ (Rathenow 1988: 279).

Besonders effektiv lässt sich die Sozialstudie einsetzen, wenn in der Politischen Bildung von Sozialstrukturanalys e die Rede ist. Die Schüler sollen in einem demokratisch geprägten Unterricht lernen, ihren eigenen Standort in der gesellschaftspolitischen Ordnung zu bestimmen, diese reflektierend mitzugestalten und gegebenenfalls nach eigenen Bedürfnissen und Interessen zu verändern (Rudder 1987: 326 f.). Dies bedarf allerdings der Vorgabe, dass Sozialstruktur im Gemeinschaftskundeunterricht untersucht und behandelt wird. Jedes staatliche Handeln nimmt Einfluss auf die Sozialstruktur, Politik darf deshalb im Politikunterricht nie isoliert von der Gesellschaft betrachtet werden. Bereits einfache Begriffe wie Wirtschafts-, Familien- oder Bildungspolitik verdeutlichen, dass politische Entscheidungen von sozialstrukturellen Faktoren geleitet sind und umgekehrt, auch die Sozialstruktur rückwirkend Einfluss auf das Politikfeld nimmt (z.B. durch Einkommensverteilung und Steuereinnahmen).

Die Sozialstudie erfordert daher ein großes Maß an Korrektheit und Sachtreue sowie den Willen zu verantwortlicher Tätigkeit, da sie eine propädeutisch-vorwissenschaftliche Arbeit der Lernenden darstellt, welche sie in das sozialwissenschaftliche Methodenrepertoire einführt (Mickel 1996: 42). Zudem ermöglicht diese Methode den Lernenden komplexe politische Zusammenhänge mit eigenem Wissen und Können zu verbinden ohne den Stoff lediglich zu reproduzieren (Maier 2005: 590)

Mögliche Untersuchungsgegenstände müssen je nach Klassenstufe ausgewählt werden. So bietet sich für die Sekundarstufe I an, Freizeit und Konsumverhalten von Jugendlichen gleicher Altersgruppe zu untersuchen (z.B. Höhe des Taschengeldes, Dauer des täglichen Fernsehkonsums, etc.). Für die Sekundarstufe II eignen sich vor allem gesellschaftliche und ökonomische Strukturen und Wandlungsprozesse im Nahraum (z.B. Umweltschäden, Betriebsstilllegung, Migration, etc.)

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Methoden des Sozialkundeunterrichts. Die Sozialstudie
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Politikwissenschaft / Professur für Didaktik der politischen Bildung)
Veranstaltung
Methoden des Sozialkundeunterrichts
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V150019
ISBN (eBook)
9783640612451
ISBN (Buch)
9783640612390
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Methoden, Sozialkundeunterrichts, Sozialstudie
Arbeit zitieren
Christian Knape (Autor), 2007, Methoden des Sozialkundeunterrichts. Die Sozialstudie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150019

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