Max Weber: Die "Entzauberung der Welt"


Referat (Ausarbeitung), 2010
9 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

1 Person und Biografie

2 Zentrale Fragestellung

3 Methodisches Konzept

4 Analyse

5 Zeitdiagnose

6 Literatur:

1 Person und Biografie

Max Weber wurde am 21. April 1864 in Erfurt geboren. Er ist der älteste von acht Kindern das Magistratsbeamten Max Weber Senior und dessen Frau Helene. Beide, Vater und Mutter, entstammen großbürgerlichen Familien und Max Weber bezeichnet sich selbst als „Mitglied der bürgerlichen Klasse“. Insofern war die Familie Weber wohlhabend und hochangesehen. Als Max fünf Jahre alt war, übersiedelte die Familie nach Berlin, wo der Vater Berliner Stadtrat und Abgeordneter der Nationalliberalen Partei im Preußischen Abgeordnetenhaus sowie im deutschen Reichstag wurde. Der Vater lebte ein selbstgefälliges und hedonistisches Leben, während die Mutter das exakte Gegenteil verkörperte, sie war eine sehr religiös geprägte, dem calvinistischen Protestantismus verpflichtete Frau. Die Spannung zwischen beiden Elternteilen übte einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des Sohnes aus. Während er zum patriarchalischen Vater zunehmend auf Distanz ging, nahm er gegenüber der Mutter eine beschützende Rolle ein, jedoch konnte dieses Verhältnis nicht als besonders innig bezeichnet werden, was auch schon Max Webers agnostische Haltung zur Religion verhinderte. Im Hause Weber verkehrte die politische, administrative und geistige Elite der Reichshauptstadt und so wurde sein Interesse an Politik und sein Wissensdurst allgemein schon sehr früh geweckt. Nach seinem Abitur nimmt Max Weber 1882 das Studium der „Jurisprudenz“, gemäß seinem Vater auf, belegt aber auch Vorlesungen zur Nationalökonomie, zur Geschichte und zur Philosophie. Im Rahmen seiner Offizierszeit in Posen wird er auf die aktuellen Probleme der Agrarpolitik in den preußischen Grenzgebieten aufmerksam und tritt dem „Verein für Socialpolitik“ bei, indem er bald eine führende Rolle spielen wird. Genau hier beginnt sich Webers eigenständiges, herkömmliches Disziplingrenzen überschreitendes Denken zu formen, das er mit seiner Dissertation „Zur Geschichte der Handelsgesellschaften im Mittelalter“ bekräftigt. 1893 heiratet er Marianne Schnitger, die zu den Pionierinnen der Frauenemanzipation gehört, und ein Jahr später wird er Professor für Nationalökonomie in Freiburg, dem 1896 ein Ruf nach Heidelberg folgt. 1897 stirbt Max Weber Senior, kurz nachdem sich der Sohn mit dem Vater überworfen hatte, und bald darauf beginnt Max Webers langjährige „Nervenerkrankung“ (Depressionen, Schlaflosigkeit), was 1899 dazu führt, dass er sich von seinen Dienstpflichten suspendieren lässt. In der Folgezeit wird Weber aktiv im „Verein für Socialpolitik“, den er auf eine weniger propagandistische und stringenter wissenschaftlichere Linie bringen möchte, woraus sich eine als „Werturteilsstreit“ berühmt gewordene wissenschaftstheoretische Auseinandersetzung entwickelt. 1909 wird Webers, für die Soziologie bedeutsame Rolle, ersichtlich, als er als Mitbegründer der „Soziologischen Gesellschaft“ fungiert. Nachdem Max Webers universitäre Tätigkeit über Jahre hinweg geruht hatte, nimmt er 1918 die Lehrtätigkeit in Wien probeweise wieder auf. 1919 folgt er einem Ruf an die Universität München, wo er einen Lehrstuhl für öffentliche Volkswirtschaft übernimmt, in dessen Rahmen er auch soziologische Themen platziert. Max Weber stirbt am 14. Juni 1920, im Alter von nur 56 Jahren, an einer Lungenentzündung. (vgl: Münch 2004: 135ff)

Max Weber hat trotz seiner langen psychischen Erkrankung ein umfangreiches Werk hinterlassen. Dazu zählen insbesondere: „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ (1983), „Wirtschaft und Gesellschaft“ (posthum) sowie „Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen“ (posthum).

Max Webers Soziologie kann grundsätzlich als „Handlungswissenschaft“ verstanden werden, er möchte die Soziologie als eine Wissenschaft definieren, die „verstehend“ und „erklärend“ fungiert. Dabei geht er insbesondere auf den „Sinngehalt“ von sozialen Phänomenen ein, die zugleich kausale Erklärungen anbieten. Sein Ausgangspunkt bildet das Handeln der Individuen. Als wissenschaftliche Methode etabliert er die „Qualitative Sozialforschung“, die den Anspruch erhebt, Lebenswelten von „innen heraus“, aus der Sicht der handelnden Menschen zu beschreiben. Damit will sie zu einem besseren Verhältnis der sozialen Wirklichkeit beitragen. Das Forschungsdesign dieser Methode ist offen und unstrukturiert, i.d.R. wird die eingesetzte Methode dem Untersuchungsgegenstand angepasst.

2 Zentrale Fragestellung

Max Weber hält die Frage: „Wie sollen wir leben?“ für die wichtigste menschliche Frage, macht aber unmissverständlich klar, dass die Wissenschaft diese Frage nicht beantworten kann. Denn Aussagen darüber, wie etwas sein soll oder was wir tun sollen können nur Religionen oder Propheten machen. Da die Religion aber aus unserem gesellschaftlichen Kontext eliminiert wurde und in der Wissenschaft keinen Platz mehr hat, muss Webers Leitfrage dahingehend umformuliert werden, um sie nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten analysieren zu können. Was die Wissenschaft hingegen leisten kann, ist uns Klarheit darüber zu verschaffen, welches die Kontextstrukturen unseres Lebens und Handeln sind, welche Alternativen wir haben und welche Konsequenzen unsere Entscheidungen für uns selbst und für andere mit sich bringen. Somit lautet Webers umformulierte Leitfrage: „Warum leben wir wie wir leben?“ Das Handeln des Menschen sieht Max Weber ganz vehement bestimmt durch die kapitalistische Organisation der Wirtschaft und die damit eng verknüpfte Kanalisation des sozialen Lebens. Daraus wieder rum leitet sich die Frage ab: Welche Verkettung von Umständen hat dazu geführt, dass gerade auf dem Boden des Okzidents die moderne Form der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Kultur platziert werden konnte? Den Kapitalismus hält er dabei für die bedeutendste Kulturerscheinung, ja für die „schicksalsvollste Macht unseres modernen Lebens.“ (Weber 1920: 4)

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Max Weber: Die "Entzauberung der Welt"
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Theorie und Gesellschaft
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
9
Katalognummer
V150049
ISBN (eBook)
9783640616794
Dateigröße
397 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entzauberung der Welt, Postulat der Werurteilsfreiheit, Okzidentaler Rationalismus, Soziales Handeln, Wissenschaftsethos, Protestantische Ethik, Calvinismus, Verstehen und Erklären
Arbeit zitieren
Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtschaftsing. Karin Ulrich (Autor), 2010, Max Weber: Die "Entzauberung der Welt", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150049

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