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Die Verträge von Moskau und Warschau als Ergebnis der "neuen" Ostpolitik

Titel: Die Verträge von Moskau und Warschau als Ergebnis der "neuen" Ostpolitik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Rudolf Daniel (Autor:in)

Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein zentrales Anliegen zur Zeit des Neubeginns der deutschen Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg bestand in „der Sicherung des Gemeinwesens vor der militärischen und ideologischen Gefährdung aus dem Osten“ (Peckert 1990: 9), wozu der Deutschlandvertrag aus dem Jahre 1952 und der Beitritt zur NATO 1955 wesentliche Beträge leisteten. Zudem wurde damit eine Grundlage für eine eigene Ostpolitik der Bundesrepublik Deutschland geschaffen, so dass bereits unter der Regierung Adenauer im Jahre 1955 seitens der Bundesrepublik Deutschland erstmals diplomatische Beziehungen mit der Sowjetunion aufgenommen werden konnten und mit dieser drei Jahre später ein Wirtschafts- und Repatriierungsabkommen abgeschlossen wurde. Brandt strebte mit der Umsetzung der „Neuen“ Ostpolitik zu Beginn der siebziger Jahre eine langfristige Annäherung und eine Normalisierung der Beziehungen zu den osteuropäischen Staaten an, wobei sich diese Politik nicht nur nahtlos in den internationalen Prozess der Entspannungspolitik einfügte, sondern selbst als dynamischer Faktor die Entspannung vorantrieb.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie die außenpolitische Planung und Zielsetzung der Regierung Brandt in der „Neuen“ Ostpolitik und insbesondere in den Verträgen von Moskau und Warschau mit Hilfe diplomatischen Geschicks eine konkrete Umsetzung erfuhr. Zunächst sollen einige Grundlagen der Diplomatie erläutert werden, wobei ein Schwerpunkt auf die diplomatischen Besonderheiten der „Neuen“ Ostpolitik gesetzt wird. Des Weiteren gilt es, die geschichtlichen Hintergründe sowie die Zielsetzungen von Brandts Ostpolitik genauer zu beleuchten. Eine in diesem Kontext erfolgende Analyse des Einflusses bedeutender Entscheidungsträger widmet sich vor allem auch Egon Bahr und seiner Rolle bei der Konzeption der Ostpolitik. Die Verträge von Warschau und Moskau werden anschließend jeweils bezüglich ihrer Vertragsverhandlungen und - damit verbunden – der zu leistenden, diplomatischen Vorarbeit, ihrer ausgearbeiteten vertraglichen Bestimmungen sowie der aus ihnen für die jeweiligen Vertragsparteien resultierenden Konsequenzen untersucht. Im abschließenden Fazit werden schließlich die wichtigsten Ergebnisse dieser Analyse zusammengefasst und die Bedeutung des „Neuen“ Ostpolitik für die Wiedervereinigung beschrieben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Diplomatie

2. 1 Definition des Diplomatie-Begriffs

2. 2 Diplomatische Besonderheiten der „Neuen“ Ostpolitik

3. Die „Neue“ Ostpolitik der Regierung Brandt

3.1 Geschichtliche Hintergründe

3.2 Entscheidungsträger der Ostpolitik

3.3 Grundlegende Ziele

4. Die Verträge von Moskau und Warschau

4.1 Der Moskauer Vertrag

4.1.1 Die Vertragsverhandlungen

4.1.2 Inhaltliche Bestimmungen des Vertrages

4.1.3 Folgen des Vertrages

4.2 Der Warschauer Vertrag

4.2.1 Die Vertragsverhandlungen

4.2.2 Inhaltliche Bestimmungen des Vertrages

4.2.3 Folgen des Vertrages

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung der „Neuen“ Ostpolitik unter der Regierung Brandt. Ziel ist es aufzuzeigen, wie die außenpolitische Planung und Zielsetzung durch diplomatisches Geschick in den Verträgen von Moskau und Warschau konkretisiert wurde, wobei insbesondere die Rolle maßgeblicher Entscheidungsträger sowie die vertraglichen Konsequenzen im Fokus stehen.

  • Grundlagen und Besonderheiten der diplomatischen Praxis in der Ostpolitik
  • Die Rolle zentraler Akteure, insbesondere Egon Bahr, bei der Konzeption der Politik
  • Analyse der Verhandlungen und Bestimmungen des Moskauer Vertrages
  • Analyse der Verhandlungen und Bestimmungen des Warschauer Vertrages
  • Bedeutung der Vertragspolitik für den Entspannungsprozess und die deutsche Frage

Auszug aus dem Buch

3.2 Entscheidungsträger der Ostpolitik

Einer der bedeutendsten Strategen der „Neuen“ Ostpolitik der SPD/FDP-Koalition war ohne Zweifel Egon Bahr, dessen Einstieg in die formelle deutsche Diplomatie gemeinsam mit Willy Brandt im Dezember 1966 erfolgt war. Als Quereinsteiger in den Bereich der Außenpolitik war es für Bahr zunächst nicht leicht, sich in der neuen, ungewohnten Umgebung zurecht zu finden, jedoch gelang es ihm sehr schnell, durch seine Intelligenz und sein Ideenreichtum zu überzeugen (vgl. Fuchs 1999: 212). Bahr unterschied sich erheblich von sämtlichen anderen Beratern und Mitarbeitern Willy Brandts, da zwischen Brandt und Bahr seit Anfang der 60er Jahre eine enge persönliche Freundschaft bestand. Durch seine Loyalität zu Brandt resultierte schließlich auch der immense Einfluss, den Bahr auf die konzeptionellen und operativen Entwürfe einer neuen Ost- und Deutschlandpolitik hatte, die Brandt gemeinsam mit Bahr bereits während seiner Amtszeit als Regierender Bürgermeister von Berlin entwickelt hatte.

Nachdem Bahr nach seiner Dienstzeit als Senatssprecher in Berlin 1966 zusammen mit Brandt ins Auswärtige Amt gewechselt war, erarbeitete er dort als Sonderbotschafter und Leiter des Planungsstabes neun Monate lang in allen Details und Abläufen das Konzept einer neuen Ostpolitik. Schließlich wurde Bahr im Oktober 1969 beamteter Staatssekretär im Bundeskanzleramt, wodurch ihm der gesamte außenpolitische Aufgabenbereich zugeordnet war. Das Ziel einer nationalstaatlichen Wiedervereinigung vertrat Bahr am konsequentesten von allen einflussreichen Entscheidungsträgern der sozialliberalen Koalition (vgl. Schmid 1979: 223). So war er auch zu keinem Zeitpunkt dazu bereit, sein schnelles Tempo bei der Umsetzung seiner Vorstellungen aufzugeben und konnte als erster Berater Brandts in außenpolitischen Fragen seine Aufgaben, die er als Planungschef übernommen hatte, weiterführen. Während der diplomatischen Vorbereitung der neuen Ostpolitik und ihrer vorsichtigen Absicherung bei den westlichen Verbündeten, gehörte Bahr somit zu dem kleinen Kreis von Diplomaten und Politikern, die über jede Einzelheit informiert waren (vgl. Fuchs 1999: 213).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den historischen Kontext der deutschen Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg und legt das Ziel der Arbeit fest: Die Untersuchung der Planung und Umsetzung der „Neuen“ Ostpolitik sowie der Verträge von Moskau und Warschau unter der Regierung Brandt.

2. Grundlagen der Diplomatie: Das Kapitel definiert Diplomatie als klassisches Instrument der Außenpolitik und beleuchtet die spezifischen diplomatischen Besonderheiten der „Neuen“ Ostpolitik, insbesondere den Einsatz von privaten Kanälen („backchannels“).

3. Die „Neue“ Ostpolitik der Regierung Brandt: Es werden die geschichtlichen Hintergründe, die Rolle zentraler Entscheidungsträger – mit Fokus auf Egon Bahr – und die grundlegenden Ziele der sozialliberalen Koalition hinsichtlich einer Entspannungspolitik dargelegt.

4. Die Verträge von Moskau und Warschau: Dieses Kapitel analysiert tiefgehend die Vertragsverhandlungen, die inhaltlichen Bestimmungen sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für beide Verträge als zentrale Etappen der Ostpolitik.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Vertragspolitik als akzeptierten Bestandteil der deutschen Außenpolitik zusammen und würdigt den Einfluss der Ostverträge auf die spätere Wiederherstellung der deutschen Einheit.

Schlüsselwörter

Neue Ostpolitik, Diplomatie, Willy Brandt, Egon Bahr, Moskauer Vertrag, Warschauer Vertrag, Entspannungspolitik, Gewaltverzicht, Oder-Neiße-Linie, Wiedervereinigung, Sozialliberale Koalition, Status quo, Außenpolitik, Deutschlandpolitik, Völkerrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der außenpolitischen Strategie der sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt und der praktischen Umsetzung der sogenannten „Neuen“ Ostpolitik durch die Verträge mit Moskau und Warschau.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die diplomatischen Methoden der Ära Brandt, die Rolle maßgeblicher Berater wie Egon Bahr, die Verhandlungsprozesse der Ostverträge sowie deren rechtliche und politische Implikationen für die deutsche Außenpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die außenpolitische Planung der Regierung Brandt mit Hilfe diplomatischen Geschicks in konkrete vertragliche Abkommen überführt wurde, um den Weg zu einer Normalisierung der Beziehungen zu osteuropäischen Staaten zu ebnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen Analyse, die sich auf den Rückgriff und die Interpretation primärer Quellen und relevanter Fachliteratur stützt, um Entscheidungsprozesse und Vertragsinhalte historisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der diplomatischen Grundlagen, eine Analyse der politischen Ausgangslage und Akteure unter Brandt sowie eine detaillierte Untersuchung der Verhandlungen, Inhalte und Folgen des Moskauer und des Warschauer Vertrages.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie „Neue“ Ostpolitik, Entspannungspolitik, Gewaltverzicht, Egon Bahr und Vertragspolitik charakterisieren.

Welche besondere Bedeutung kommt Egon Bahr in dieser Analyse zu?

Bahr wird als einer der wichtigsten Strategen und Berater Willy Brandts hervorgehoben, der maßgeblich an der Konzeption und operativen Umsetzung der Ostpolitik beteiligt war und über exklusive inoffizielle Kommunikationswege zur sowjetischen Seite verfügte.

Inwiefern unterscheiden sich die Moskauer und Warschauer Verträge in der Analyse?

Die Arbeit differenziert zwischen dem Moskauer Vertrag als primärem Gewaltverzichtsabkommen und dem Warschauer Vertrag, bei dem die Grenzfrage, insbesondere die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie, eine noch zentralere politisch-rechtliche Bedeutung einnimmt.

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Details

Titel
Die Verträge von Moskau und Warschau als Ergebnis der "neuen" Ostpolitik
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Politiwissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar: Einführung in die Diplomatie anhand von Dokumenten zur Deutschlandpolitik 1949-1972
Note
1,0
Autor
Rudolf Daniel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
24
Katalognummer
V150053
ISBN (eBook)
9783640616800
ISBN (Buch)
9783640616442
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Moskauer Vertrag Warschauer Vertrag "Neue Ostpolitik" Egon Bahr Willy Brandt deutsche Diplomatie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rudolf Daniel (Autor:in), 2009, Die Verträge von Moskau und Warschau als Ergebnis der "neuen" Ostpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150053
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Leseprobe aus  24  Seiten
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