Wegen des hohen Stellenwertes von Kinderbüchern für Kinder und der Zunahme von Angststörungen im Kindesalter, soll sich diese Hausarbeit im Rahmen des Seminars „Loser und Taugenichtse“ mit der Mutmach-Geschichte „Der kleine Angsthase“ von Elizabeth Shaw befassen.
Dabei sollen die dargestellten Figuren und die in der Geschichte verarbeitete Thematik des Losers analysiert und die für die Zielgruppe vermittelten Werte beleuchtet werden. Des Weiteren wird auf die besonderen Formalitäten, wie zum Beispiel Illustrationen und Wortwahl eingegangen. Abschließend soll geklärt werden, ob und inwiefern dieses Kinderbuch und die darin vermittelten Werte heutzutage noch aktuell sind.
Trotz der zunehmenden Digitalisierung und des Aufkommens neuer Medien besitzt das traditionelle Buch bzw. Kinderbuch nach wie vor eine enorme Bedeutung im Alltag von Kindern. Die KIM-Studie von 2018 belegt, dass 16% der 6- bis 13 Jährigen fast täglich und ein Drittel dieser Altersgruppe mehrmals pro Woche in ihrer Freizeit Bücher lesen, wobei Mädchen eher regelmäßig lesen als Jungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Bilderbuchgeschichte „Der kleine Angsthase“
2.1 Inhaltsangabe
2.2 Figurenanalyse und Figurenentwicklung
2.3 Der kleine Angsthase – Loser oder Taugenichts?
2.4 Illustrationen und Text
2.5 Bedeutung für Zielgruppe
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, das Kinderbuch „Der kleine Angsthase“ von Elizabeth Shaw vor dem Hintergrund aktueller Fragestellungen zu Mobbing, Angststörungen und der Rollenfindung von Kindern zu analysieren. Dabei wird untersucht, wie die Geschichte durch narrative und visuelle Mittel einen kindgerechten Umgang mit Ausgrenzung thematisiert und durch eine positive Entwicklung des Protagonisten Mut zur Selbstbehauptung vermittelt.
- Analyse der Figurenentwicklung vom Außenseiter zum Helden
- Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Text und Illustration
- Definition und kritische Einordnung der Begriffe „Loser“ und „Taugenichts“
- Evaluation der pädagogischen Relevanz für die Zielgruppe der Kindergarten- und Schulanfänger
- Bedeutung von Mut, Freundschaft und Angstbewältigung in der Kinderliteratur
Auszug aus dem Buch
2.2. Figurenanalyse und Figurenentwicklung
Anschließend sollen die Figuren analysiert und ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte betrachtet werden. Protagonist der Kindergeschichte ist der kleine Angsthase. Seine Hauptcharakteristik ist die Ängstlichkeit, die ihm von seiner überbehütenden Großmutter vermittelt wurde und sich auf ihn reproduziert hat. Er fürchtet sich vor Hunden, Dunkelheit, Wasser und größeren Hasen (vgl. Shaw, S. 2). Der kleine Angsthase ist aufgrund seiner Ängstlichkeit nicht sehr beliebt und wird von den anderen Hasen ausgeschlossen (vgl. ebd., S. 3). Obwohl ihn seine Lage sehr unglücklich stimmt, zeigt er keine Ambitionen aus der Außenseiterrolle zu entfliehen (vgl. ebd.). Der einzige, der ihn so akzeptiert, wie er ist, ist der kleine Ulli, ein jüngerer Hase. Die Freundschaft zwischen Angsthase und kleinem Ulli wird hart auf die Probe gestellt, als der Antagonist der Geschichte, der Fuchs, das Hasendorf heimsucht und den kleinen Ulli fängt. Die enge Beziehung und tiefe Loyalität des Angsthasen gegenüber seinem Freund bringt ihn dazu, seine Angst zu überwinden, den Fuchs mutig aufzuhalten und durch eine clevere List zu verjagen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Kinderbüchern im digitalen Zeitalter ein und begründet die Relevanz einer Analyse der Mutmach-Geschichte von Elizabeth Shaw.
2. Die Bilderbuchgeschichte „Der kleine Angsthase“: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Werk, analysiert die Handlung und die Entwicklung des Protagonisten, untersucht visuelle Aspekte sowie die Eignung des Buches für die Zielgruppe.
3. Fazit: Das Fazit stellt die zeitlose Aktualität der Geschichte heraus, insbesondere in Bezug auf die Themen Mobbing und die Charakterentwicklung vom diskriminierten Außenseiter zum mutigen Individuum.
Schlüsselwörter
Der kleine Angsthase, Elizabeth Shaw, Kinderliteratur, Angstbewältigung, Mobbing, Außenseiter, Figurenentwicklung, Illustration, Mut, Freundschaft, Kinderbuchanalyse, Sozialisation, Identitätsbildung, Loser, Resilienz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das bekannte Kinderbuch „Der kleine Angsthase“ von Elizabeth Shaw und untersucht, wie die Geschichte auf die kindliche Entwicklung und den Umgang mit Angst und Ausgrenzung einwirkt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Rolle des „Losers“ in der Gesellschaft, die Bedeutung von Mut und Freundschaft sowie die psychologische Entwicklung innerhalb der kindlichen Sozialisation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Kinderbuch durch eine gelungene Kombination aus Sprache und Bild die Themen Mobbing und Angst aufgreift und Kindern dabei hilft, die eigene Außenseiterrolle zu überwinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?
Die Analyse erfolgt literaturwissenschaftlich und bildanalytisch, indem sowohl der Textinhalt als auch die bewusste Gestaltung der Illustrationen durch die Autorin selbst interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Inhaltsangabe, eine tiefgehende Figurenanalyse, eine Begriffsdefinition von „Loser“ sowie eine Untersuchung der Wechselwirkung zwischen den Illustrationen und dem Text.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Charakterisierung erfolgt vor allem über Begriffe wie Identitätsbildung, Mut, emotionale Entwicklung, soziale Ausgrenzung und visuelle Erzählweise.
Warum wird der Protagonist im Text als „Loser“ und nicht als „Taugenichts“ bezeichnet?
Die Arbeit differenziert begrifflich: Da der Charakter weder unbrauchbar noch ungezogen ist, sondern lediglich aufgrund seiner Angst von anderen ausgegrenzt wird, erfüllt er die Kategorisierung eines „Losers“, der durch externe gesellschaftliche Zuschreibung in diese Rolle gedrängt wurde.
Welche Rolle spielen die Illustrationen für die emotionale Entwicklung des Charakters?
Die Illustrationen visualisieren den inneren Wandel: Gekräuselte Schnurrhaare und eine unsichere Körperhaltung spiegeln anfangs Angst wider, während diese Merkmale nach der Konfrontation mit dem Fuchs verschwinden und eine selbstbewusste Haltung zeigen.
- Arbeit zitieren
- C. Wolansky (Autor:in), 2019, „Der kleine Angsthase“. Loser in der Kinderliteratur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1500866