Grundlage dieser Arbeit ist mein Professionalisierungspraktikum, welches in einem Schulkindergarten für körperbehinderte und besonders förderungsbedürftige Kinder absolvierte. Dort war ich in einer Gruppe, in der auch Kinder mit einer Hörschädigung sind. Da Hören meine erste sonderpädagogische Fachrichtung ist, passte das sehr gut. Im Rahmen des dreiwöchigen Praktikums befasste ich mich mit der Frage der Hörqualität im Kindergarten. Ich habe während des Studiums bereits einige Seminare zu diesem Thema besucht und werde mich auch in der bevorstehenden wissenschaftlichen Arbeit mit dieser Thematik auseinandersetzen, da ich mich hierfür sehr interessiere.
Die erste Teilfrage thematisiert Rahmenbedingungen der Hörqualität in Gruppensituationen im Kindergarten. Dabei spielen unter anderem räumliche Bedingungen sowie technische Ausstattung eine Rolle. Zunächst wird die Bedeutung des Hörens und der Hörqualität beschrieben. Außerdem wird die Raumakustik thematisiert. Anschließend wird die Situation im Kindergarten beschrieben, sowie die hörgeschädigten Kinder vorgestellt, mit denen ich den Fragebogen durchgeführt habe.
Zur Feststellung der Hörqualität verwendete ich den Fragebogen zur Einschätzung von Hörsituationen im Alltag von Kindern (E-HAK). Der Fragebogen ist ursprünglich für Kinder im Schulalter konzipiert. Daher stellt sich die Frage, inwieweit der E-HAK für 3 - 6-Jährige geeignet ist. Sie wird insbesondere im Hinblick auf das eingeschränktere Sprachverständnis und Sprachvermögen im Vergleich zu (Grund-)Schulkindern beantwortet. Mit der vorliegenden Erhebung soll dies ergründet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hören und Hörqualität
2.1 Bedeutung von Hörqualität
2.2 Raumakustik
3 Situation im Kindergarten
4 E-HAK
4.1 Beschreibung des E-HAK
4.2 Durchführung
4.3 Ergebnisse
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung des "Fragebogens zur Einschätzung von Hörsituationen im Alltag von Kindern" (E-HAK) für den Einsatz bei drei- bis sechsjährigen Kindergartenkindern, insbesondere mit Blick auf Kinder mit Hörbeeinträchtigungen. Dabei wird analysiert, ob die für Schulkinder konzipierten Aufgabenstellungen für diese Altersgruppe verständlich und anwendbar sind.
- Bedeutung der Raumakustik für das Lernen und Wohlbefinden von Kindern
- Anforderungen an Hörbedingungen in Bildungseinrichtungen gemäß DIN 18041
- Praktische Erprobung des E-HAK in einem speziellen Kindergartensetting
- Diskussion der kindlichen Sprachverständnis- und Abstraktionsfähigkeiten bei Selbsteinschätzungsfragebögen
Auszug aus dem Buch
2.1 Bedeutung von Hörqualität
Hören spielt in der Schule und auch in anderen Bildungseinrichtungen wie Gärten eine große Rolle, denn der Großteil dessen, was gelernt werden soll, wird sprachlich übermittelt (vgl. Klatte 2015, 3). Drei Faktoren sind ausschlaggebend dafür wie gut in der Schule gehört werden kann. Zum einen ist das die funktionale Hörfähigkeit des (Zu-)Hörers, zum anderen die akustischen Bedingungen im Klassenraum und zuletzt ist gutes Hören auch abhängig vom Sprecher (vgl. Bogner 2017, 14). Imhof (2010) beschreibt die Wichtigkeit des Zuhörens wie folgt: „Die Fähigkeit zum Zuhören ist sowohl eine zentrale Bedingung für das Gelingen von menschlicher Interaktion und Kommunikation, aber genauso auch Voraussetzung und Ziel von Lernen und Kompetenzerwerb“ (ebd. 15). Dieses Zitat unterstreicht die Bedeutung des Zuhörens und folglich auch die Bedeutung guten Hörbedingungen, ohne die kein Zuhören stattfinden kann. Lärm und Nachhall wirken sich negativ auf das Verstehen aus und beeinträchtigen die Kommunikation. Insbesondere Kindern fällt es schwerer etwas zu verstehen, wenn Störgeräusche vorhanden sind oder das Signal etwa durch Nachhall gestört wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Professionalisierungsaufgabe ein, die im Rahmen eines Praktikums in einem Integrationskindergarten entstand und die Relevanz von Hörqualität für Kinder thematisiert.
2 Hören und Hörqualität: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen zur Bedeutung des Hörens für den Spracherwerb und die Auswirkungen von Lärm sowie Nachhall auf kognitive Leistungen dargestellt.
3 Situation im Kindergarten: Das Kapitel beschreibt die räumlichen Gegebenheiten des untersuchten Kindergartens sowie die individuellen Hörvoraussetzungen der beobachteten Kinder.
4 E-HAK: Hier wird der verwendete Fragebogen vorgestellt, dessen praktische Durchführung mit den Kindern erläutert und die daraus resultierenden Erkenntnisse reflektiert.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der E-HAK für die Zielgruppe der Kindergartenkinder in der vorliegenden Form ungeeignet ist und alternative Erhebungsmethoden empfohlen werden.
Schlüsselwörter
Hörqualität, Raumakustik, Kindergarten, E-HAK, Inklusion, Sprachverständnis, Hörschädigung, DIN 18041, Lärm, Nachhall, Hörsituation, Selbsteinschätzung, Schulsituationen, Kommunikation, Förderbedarf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwiefern die Hörqualität in Kindergärten eine Rolle spielt und ob bestehende Evaluationsinstrumente geeignet sind, um die subjektive Hörsituation von Kindergartenkindern abzubilden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verbindet Aspekte der Bauakustik (Raumakustik, DIN-Normen) mit der angewandten Sonderpädagogik und Instrumenten der diagnostischen Selbsteinschätzung bei Kleinkindern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Evaluation der Anwendbarkeit des E-HAK-Fragebogens bei Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren, insbesondere in Bezug auf ihre kognitive Reife und ihr Sprachverständnis.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzt eine explorative Feldstudie, bei der der bestehende Fragebogen (E-HAK) testweise in einer Kindergarten-Gruppe angewendet wurde, begleitet durch eine begleitende Literaturanalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Hörpsychologie und Akustik, eine Beschreibung der räumlichen Situation vor Ort sowie die methodische Durchführung und Reflexion der Anwendung des E-HAK.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Hörqualität, Raumakustik, Kindergarten, E-HAK, Inklusion und Hörschädigung.
Warum konnte der Fragebogen nicht erfolgreich bei den Kindern durchgeführt werden?
Die Kinder zeigten sich mit den komplexen Anforderungen der Schulsituationen-Abbildungen überfordert; zudem wurde die Antworttendenz (z.B. "Ja"-Sagen bei Nichtverstehen) als Zeichen fehlender kognitiver Abstraktionsfähigkeit für diese Form der Selbsteinschätzung gewertet.
Welche Empfehlung gibt die Autorin für die Zukunft?
Die Autorin empfiehlt, bei Kindergartenkindern eher auf Fremdeinschätzungen durch pädagogische Fachkräfte oder Eltern zurückzugreifen, da eine reliable Selbsteinschätzung in diesem Alter noch nicht vorausgesetzt werden kann.
- Arbeit zitieren
- Miro Fischer (Autor:in), 2020, Hörqualität im Kindergarten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1500971