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Zur Syntax von Topik- und Fokus-Konstruktionen

Titel: Zur Syntax von Topik- und Fokus-Konstruktionen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 21 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Derya Kabaoglu (Autor:in)

Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik
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Topik und Fokus sind beides elementare Teile in einem Satz und können je nachdem Sinn und Bedeutung eines Satzes verändern. Gleichzeitig unterliegen sie bestimmten Positionsbeschränkungen, welche von der Syntax bestimmt werden. Wie werden aber Topik und Fokus syntaktisch überhaupt dargestellt? Welche Positionen können sie (nicht nur in der linken Peripherie) annehmen und welchen Beschränkungen unterliegen sie? Haben sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede? Diese und weitere Fragen und Themen werde ich im Folgenden in Verbindung mit den Untersuchungen nach Luigi Rizzi (1997), Günther Grewendorf (2002) und Gerda Haßler (2005) zu beantworten versuchen.
Nach Rizzi besteht die strukturelle Repräsentation eines Satzes aus drei Arten von Ebenen: Eine davon ist zum einen die lexikalische Ebene, die von einem Verb angeführt wird und der Ort der Theta-Rollen-Zuweisung ist. Des Weiteren gibt es die Flektions-Ebene, die von funktionalen Köpfen angeführt wird und verantwortlich für die Argumente wie Kasus und Kongruenz ist. Die dritte Ebene beschreibt Rizzi als Komplementierer-Ebene. Diese wird angeführt von freien funktionalen Morphemen. Darin können Topik, Fokus oder aber auch Operatoren wie Interrogativ-, oder Relativpronomen stehen. Alle drei Ebenen bestehen aus ihrer X-bar Projektion. Rizzi bezieht sich auf Kayne, der sagt, dass es aufgrund mehrfacher Argumente der Verben auch vielschichtige VP-Ebenen geben muss. Rizzi überträgt diese Annahme auf die Komplementierer-Ebene, also das C-System, um zu begründen, wie die verschiedenen Arten von Phrasen in der linken Peripherie überhaupt beherbergt werden können.
In seiner Analyse der Feinstruktur der linken Peripherie spricht Rizzi von einer X-bar theoretischen Erweiterung des Vorfeldes. Demnach besteht das C-System aus mindestens vier verschiedenen Arten von funktionalen Projektionen: Eine Satztyp-Projektion (oder Projektion der illokutionären Rolle), eine Fokusprojektion, mehrere Topikprojektionen und eine Finitheitsprojektion. Dies bedeutet, dass das C-System nicht nur aus einem einfachen C-Kopf und seiner simplen Projektion besteht (was anhand von Beispielen aus dem Romanischen aufgezeigt werden kann) sondern vielschichtiger aufgebaut sein muss. In der linken Peripherie können sich außer Topik und Fokus noch andere Operatoren wie Interrogative oder Relativpronomen befinden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

3. Das Force-Finitheits-System

4. Das Topik-Fokus-System

5. Unterschiede zwischen Topik und Fokus

6. Topik ist nicht quantifikational

7. Inkompatibilitäten und Einschränkungen bei der Anordnung

8. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die syntaktische Struktur und Repräsentation von Topik- und Fokus-Konstruktionen in Anlehnung an Luigi Rizzis Theorie der "Fine Structure of the Left Periphery". Das Ziel ist es, die spezifischen Positionen dieser Elemente innerhalb des C-Systems zu identifizieren, ihre Unterschiede herauszuarbeiten und die syntaktischen Beschränkungen sowie Inkompatibilitäten in ihrer Anordnung zu erklären.

  • Struktur des C-Systems (Force-Finitheits-System)
  • Syntaktische Modellierung von Topik- und Fokus-Projektionen
  • Unterscheidungskriterien zwischen Topik und Fokus
  • Quantifikationalität und A'-Relationen
  • Positionierung von Operatoren und Adjunktionseinschränkungen

Auszug aus dem Buch

4. Das Topik-Fokus-System

Abgesehen von den Satztyp- und Finitheitsmerkmalen kann das C-System noch weitere Funktionen besitzen, die von Selektionsbeziehungen unabhängig sind. In Bezug auf das Topik-Fokus-System gilt es, die linke Peripherie besonders zu betrachten (Rizzi, 1997). Im Italienischen würden Topik und (kontrastiver) Fokus durch deutlich verschiedene syntaktische Strukturen realisiert, so Grewendorf:

(2) Il tuo libro, lo ho letto. das dein Buch es ich-habe gelesen „Dein Buch habe ich gelesen.“

(3) IL TUO LIBRO ho letto (, non il suo). das dein Buch ich-habe gelesen (, nicht das seine) „DEIN BUCH habe ich gelesen.“

Satz (2) erfährt durch seine Topik-Kommentar-Struktur eine nach Cinque benannte „klitische Linksversetzung“ (Clitic Left Dislocation (CLLD)) und führt keine neue Information ein. Satz (3) wirkt mit dem vorangestellten il tuo libro ähnlich wie Satz (2), allerdings erfüllt er eine andere Funktion: Dieser Satz wäre mit einem resumptiven Klitikum (lo) ungrammatisch, denn hier trägt das vorangestellte Element Fokusbetonung und führt so neue Information ein. Wie auch in diesem Beispielsatz ist in romanischen Sprachen solchen Konstruktionen eine kontrastive Bedeutung zuzuordnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Es wird die Problemstellung der syntaktischen Darstellung von Topik und Fokus sowie die Einbindung der theoretischen Grundlagen nach Rizzi, Grewendorf und Haßler skizziert.

2. Einleitung: Die theoretische Grundlage der Satzrepräsentation in drei Ebenen nach Rizzi wird erläutert, wobei der Fokus auf dem C-System als Schnittstelle liegt.

3. Das Force-Finitheits-System: Dieses Kapitel behandelt den Aufbau des C-Systems zur Kodierung von Satztypen und Finitheit als äußere und innere Strukturinformation.

4. Das Topik-Fokus-System: Hier wird die X-bar-theoretische Projektion von Topik und Fokus innerhalb der linken Peripherie unter Verwendung von Beispielen aus dem Italienischen analysiert.

5. Unterschiede zwischen Topik und Fokus: Es werden fünf wesentliche Differenzierungsmerkmale wie resumptive Klitika und Uniqueness-Eigenschaften gegenübergestellt.

6. Topik ist nicht quantifikational: Es wird analysiert, warum Topik-Elemente nicht als Operatoren im Sinne von Quantoren fungieren und keine schwachen Überkreuzungseffekte induzieren.

7. Inkompatibilitäten und Einschränkungen bei der Anordnung: Dieses Kapitel untersucht die Konkurrenz zwischen Fokus und Wh-Operatoren sowie die syntaktischen Bedingungen ihrer Anordnung.

8. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die wichtigsten Erkenntnisse über die syntaktische Verankerung von Topik und Fokus im C-System zusammen.

Schlüsselwörter

Topik, Fokus, C-System, linke Peripherie, Syntax, X-bar-Theorie, Finitheit, Force, Klitische Linksversetzung, A'-Relationen, Quantoren, Operatoren, Resumptive Klitika, Satzstruktur, Sprachwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der syntaktischen Analyse der linken Peripherie eines Satzes, insbesondere mit der Einordnung von Topik- und Fokus-Konstruktionen in das C-System.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Themen sind die funktionale Struktur des C-Systems, die formale Unterscheidung zwischen Topik und Fokus sowie die syntaktischen Beschränkungen ihrer Anordnung im Satz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erläuterung der syntaktischen Positionierung von Topik und Fokus basierend auf der Theorie von Luigi Rizzi, um deren unterschiedliches Verhalten und ihre Inkompatibilitäten zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt die generative Grammatiktheorie, insbesondere die X-bar-Theorie und die Analyse von A'-Relationen, um sprachliche Daten, primär aus dem Italienischen, syntaktisch zu modellieren.

Was ist der Inhalt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Force-Finitheits-Systems, die Abgrenzung von Topik und Fokus, die Prüfung der Quantifikationalität sowie die Analyse von Anordnungseinschränkungen.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Topik, Fokus, C-System, linke Peripherie, Syntax und generative Grammatik charakterisiert.

Warum können Topik und Fokus nicht als identisch betrachtet werden?

Aufgrund unterschiedlicher syntaktischer Merkmale: Topik erlaubt resumptive Klitika und ist nicht quantifikational, während Fokus bestimmte Operatorenkonkurrenzen zeigt und meist neue Information einleitet.

Welche Rolle spielen Wh-Operatoren im Hinblick auf den Fokus?

Wh-Operatoren stehen in direkter Konkurrenz zur Fokusposition, da beide die Spezifizierer-Position des Fokus-Kopfes beanspruchen, was ihre gleichzeitige Realisierung in vielen Fällen ausschließt.

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Details

Titel
Zur Syntax von Topik- und Fokus-Konstruktionen
Hochschule
Universität Konstanz
Veranstaltung
Pragmatik II: Topik und Fokus
Note
1,7
Autor
Derya Kabaoglu (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
21
Katalognummer
V150118
ISBN (eBook)
9783640610723
ISBN (Buch)
9783640610983
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Syntax Topik- Fokus-Konstruktionen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Derya Kabaoglu (Autor:in), 2008, Zur Syntax von Topik- und Fokus-Konstruktionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150118
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Leseprobe aus  21  Seiten
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