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Psychoanalytische Annäherung an die Räuberthematik in Schillers "Die Räuber"

Titre: Psychoanalytische Annäherung an die Räuberthematik  in Schillers "Die Räuber"

Dossier / Travail de Séminaire , 2009 , 20 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Anne-Kathrin Hasse (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Enthusiastisch, idealistisch und selbstherrlich: Karl Moor, der Hauptakteur des Dramas "Die Räuber" von Schiller, ist mit sämtlichen Attributen versehen, die ihn zu seiner Position als Räuberhauptmann qualifizieren. Doch hadert er zusehends mit seinem Schicksal und kann sich nicht vollends mit dem Bösen identifizieren, während seine Gefolgsleute auf monströse Weise morden.
In dieser Arbeit soll die Räuberthematik in Schillers Werk untersucht werden. Methodisch liegt hierbei ein psychoanalytischer Interpretationsansatz zu Grunde. Daher sollen Freuds Errungenschaften psychoanalytischen Denkens für die Erklärung der aufgezeigten Phänomene fruchtbar gemacht werden. Im Speziellen dient seine Schrift "Massenpsychologie und Ich-Analyse" als Grundlagentext, da einige Ähnlichkeiten zwischen der dort von ihm beschriebenen Masse und der Räuberbande bestehen.
Um eines relationalen Überblicks gerecht zu werden, gliedert sich die Interpretation in drei Abschnitte. Erstens soll das Bündnis als solches und Karls Entschluss zur Führerschaft näher beleuchtet werden. Zweitens gilt es, Karl ein psychoanalytisches Profil zu verleihen, vor dem er versucht, seiner Aufgabe als Führer gerecht zu werden. Und drittens darf die Masse an sich nicht außer Acht bleiben. Das Selbstverständnis der Räuber wird im "Räuberlied" des vierten Akts offenbar.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. MASSENPSYCHOLOGIE UND ICH-ANALYSE

2.1 HINTERGRUND

2.1 MASSENBEGRIFF

2.2 DIE LIBIDINÖSE KONSTRUKTION EINER MASSE

3. DIE RÄUBER

3.1 ZUM WERK

3.2 INHALT DES STÜCKS

4. INTERPRETATION

4.1 DAS RÄUBERBÜNDNIS (I, 2)

4.2 KARL ALS HAUPTMANN

4.3 DAS RÄUBERLIED (IV, 5)

5. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Räuberthematik in Friedrich Schillers Drama „Die Räuber“ durch eine psychoanalytische Linse zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, inwiefern sich Konzepte aus Sigmund Freuds „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ auf die Konstellation der Räuberbande und die psychische Entwicklung des Protagonisten Karl Moor übertragen lassen.

  • Analyse der Dynamik von Gruppenbildung und libidinöser Bindung in einer Masse.
  • Untersuchung von Karl Moors psychologischer Entwicklung und seiner Rolle als Anführer.
  • Interpretation der Räuberbande als anonyme Entität mit spezifischem Selbstverständnis.
  • Psychoanalytische Dekonstruktion des Räuberliedes als Ausdruck kollektiver Enthemmung.

Auszug aus dem Buch

4.1 Das Räuberbündnis (I, 2)

Karl erhofft sich Vergebung, nachdem er den alten Moor über seine moralischen Verfehlungen in Kenntnis gesetzt hat (vgl. S. 20). Er sehnt die Antwort des Vaters herbei (vgl. S. 21), die für ihn zugleich Absolution ist. Umso härter trifft ihn der von Franz formulierte (und vermeintliche) väterliche Bann. Spiegelberg schlägt vor, „in den böhmischen Wäldern [...] eine Räuberbande zusammen[zu]ziehen“ (S. 23) und strebt an, deren „Chef“ (S. 26) zu werden. Doch die Männer wählen Karl, der dann einwilligt: „So wahr meine Seele lebt, ich bin euer Hauptmann!“ (S. 27). Alle „schwören [ihm] Treu und Gehorsam bis in den Tod!“ (S. 27). Das die Masse Verbindende ist die gemeinsame Idee eines Verbrecherdaseins, einer Räuberbande, wodurch sie libidinös aneinander gebunden sind. Die bei Freud beschriebene ‚Führersehnsucht’ findet in dieser Szene ihren Ausdruck. So dürsten die Männer tatsächlich nach einem Oberhaupt, dem sie sich unterordnen können: „Du sollst unser Hauptmann sein! Du mußt unser Hauptmann sein!“ (S. 27). Sie treten ihr Ich-Ideal ab und ersetzen es durch Karl als ihren Führer, indem sie sich ihm bis in den Tod bedingungslos unterwerfen.

Doch was veranlasst Karl, der Räuberbande beizutreten und dessen Anführer zu werden? Es geschieht aus bloßer Verzweiflung. Er äußert sogar nachdrücklich in der Donauszene (III, 2), dass ihn nichts als „Verzweiflung“ (S. 73) „diesen schröcklichen Bund“ (S. 73) hat eingehen lassen. Karl Moor befindet sich in einer seelischen Konfliktsituation [...]. Es ist der Konflikt zwischen dem Verlangen nach filialer Geborgenheit, dem Wunsch geliebt und versorgt zu werden einerseits, andererseits dem Bedürfnis nach Selbständigkeit und ungehemmter Selbsttätigkeit [...].

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Fragestellung und den methodischen Ansatz, unter Einbeziehung von Freuds psychoanalytischen Theorien zur Analyse des Dramas.

2. MASSENPSYCHOLOGIE UND ICH-ANALYSE: Theoretische Grundlegung des Massenbegriffs sowie Darstellung der libidinösen Konstruktion und Bindung innerhalb einer Masse nach Freud.

3. DIE RÄUBER: Vorstellung des Werks und Zusammenfassung der Handlung, inklusive einer Einführung in die Figurenkonstellation.

4. INTERPRETATION: Detaillierte psychoanalytische Untersuchung des Bündnisses, der Rolle Karls als Hauptmann und der Bedeutung des Räuberliedes.

5. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse und der Anwendbarkeit psychoanalytischer Konzepte auf das Drama.

Schlüsselwörter

Die Räuber, Friedrich Schiller, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Massenpsychologie, Karl Moor, Räuberbande, Identitätssuche, Libidinöse Bindung, Triebkontrolle, Führertypus, Vater-Sohn-Konflikt, Räuberlied, Literaturpsychologie, Massenseele.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Drama „Die Räuber“ von Friedrich Schiller aus einer psychoanalytischen Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Dynamiken innerhalb einer Gruppe, die Rolle des Anführers sowie psychologische Aspekte von Rebellion und moralischem Abstieg.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu zeigen, wie sich Konzepte aus Freuds Massenpsychologie nutzen lassen, um das Verhalten der Räuber und die Motivation von Karl Moor zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine psychoanalytische Literaturanalyse angewandt, wobei insbesondere Freuds Schrift „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ als interpretativer Rahmen dient.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Einführung, die Analyse der Gruppenkonstellation, das Porträt Karls als Hauptmann und die Interpretation des Räuberliedes.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Wichtige Begriffe sind Massenpsychologie, libidinöse Bindung, Ich-Ideal, Entindividualisierung und Triebsteuerung.

Inwiefern beeinflusst der Vater-Sohn-Konflikt Karl Moors Handeln?

Der vermeintliche Liebesentzug und die Verbannung durch den Vater wirken als Katalysator, die Karl aus der bestehenden Ordnung in den radikalen Aktionismus der Räuberbande treiben.

Welche Funktion hat das „Räuberlied“ in der Argumentation der Arbeit?

Das Lied dient als empirischer Beleg für die psychologische Verfassung der Räuber, da sich darin die Steigerung der Affekte und das Schwinden des Gewissens deutlich manifestieren.

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Résumé des informations

Titre
Psychoanalytische Annäherung an die Räuberthematik in Schillers "Die Räuber"
Université
University of Hamburg
Note
2,0
Auteur
Anne-Kathrin Hasse (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
20
N° de catalogue
V150132
ISBN (ebook)
9783640613045
ISBN (Livre)
9783640612963
Langue
allemand
mots-clé
Literaturinterpretation Schiller Die Räuber Psychoanalyse Sigmund Freud Anne-Kathrin Hasse
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anne-Kathrin Hasse (Auteur), 2009, Psychoanalytische Annäherung an die Räuberthematik in Schillers "Die Räuber", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150132
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Extrait de  20  pages
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