3. Schlussbetrachtung
Der Pharmamarkt ist ein reifer Oligopolmarkt, [...]. Unter den Anbietern herrscht eine Gruppensolidarität. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um Preisabsprachen, sondern um jahrelange Markterfahrung im Umgang mit der Aktions – Reaktions – Verbundenheit. Wenn zum Beispiel durch ein neues Produkt ein Preis festlegt wird, passen die Mitbewerber, die das substitutive Gut besitzen, ihren Preis an den festgelegten an.
Durch den Konzentrationsprozess, [...] kann es zur Wettbewerbsverzerrung kommen, da immer weniger Konkurrenz vorhanden ist. Um eine daraus resultierende Marktmacht zu verhindern, greift der Staat durch ein Kartellverbot, das Verbot der Marktbeherrschung und indem er keine Subventionen vergibt, ein.
Der Pharmamarkt ist ein komplexer Markt, der aus zwei Teilmärkten besteht, [...]. Den Herstellern, die auch die Anbieter sind, ist es möglich, gleichzeitig auf beiden Teilmärkten aktiv zu sein, da sie sowohl rezeptpflichtige, als auch rezeptfreie Arzneimittel produzieren können.
Sie lassen sich in vier verschiedene Gruppen unterteilen: [...].
Der Pharmamarkt unterscheidet sich vom Konsumgütermarkt, indem der Staat durch Gesetze, Kontrollen und Preisregulierungen eingreift und dessen Freiheit somit beschränkt. Dies geschieht, weil auf ihm lebensnotwendige Güter, die Arzneimittel, gehandelt werden. Der Staat muss dafür sorgen, dass sie qualitativ hochwertig und für die Verbraucher unbedenklich sind. Hierfür wird zum Beispiel ein Zulassungsverfahren von Medikamenten durchgeführt, bei dem das Risiko –Nutzen – Verhältnis für die Verbraucher abgewogen wird. [...]
Der Staat ist verantwortlich für ein soziales Gesundheitssystem, das für jeden Konsumenten, unabhängig von seiner finanziellen Lage, bezahlbar ist, muss jedoch auch berücksichtigen, dass die Unternehmen weiterhin kostendeckend produzieren können und es auch für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV), durch die der Staat als aktiver Marktteilnehmer auftritt, finanzierbar bleiben soll.
Zudem müssen die Güter für jeden zugänglich sein. Deshalb müssen Großhändler und Apotheken einen permanenten Vorrat an Medikamenten [...]. Um dies zu erreichen, dürfen besonders auf diesem Markt keine Lieferabkommen mit Herstellern geschlossen werden.
Im internationalen Vergleich bekommen deutsche Hersteller weniger Anteile vom Endverbraucherpreis, als die Hersteller anderer Länder, da [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Aufbau und Funktion des Pharmamarktes
- Die Marktordnung
- Die Marktstrukturen
- Die Wettbewerbsordnung
- Der Konzentrationsprozess
- Der Pharmamarkt in Deutschland
- Die allgemeine Preispolitik des auf dem Pharmamarkt
- Die Preispolitik des deutschen Pharmamarktes im internationalen Vergleich
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Pharmamarkt, seinen Teilnehmern und den Einflüssen, die auf diesen Markt wirken. Der Pharmamarkt, ein Teilbereich des Gesundheitsmarktes, unterscheidet sich vom Konsumgütermarkt durch staatliche Kontrollen, Gesetze und Vorschriften sowie durch die staatliche Preisregulierung. Diese Regulierungen sind notwendig, da die Güter dieses Marktes die Gesundheit der Konsumenten beeinflussen.
- Die Struktur des Pharmamarktes
- Die Rolle des Staates im Pharmamarkt
- Die Wettbewerbsordnung im Pharmamarkt
- Die Preispolitik im Pharmamarkt
- Der deutsche Pharmamarkt im internationalen Vergleich
Zusammenfassung der Kapitel
Das Kapitel 2, "Aufbau und Funktion des Pharmamarktes", untersucht die Marktordnung, die Marktstrukturen, die Wettbewerbsordnung und den Konzentrationsprozess der Unternehmen im Pharmamarkt. Anschließend wird der deutsche Pharmamarkt im Detail betrachtet, einschließlich seiner Güter, Teilnehmer und des staatlichen Einflusses. Die Preispolitik des Pharmamarktes, sowohl allgemein als auch speziell im deutschen Markt, wird analysiert und anschließend in einem internationalen Vergleich betrachtet.
Schlüsselwörter
Pharmamarkt, Gesundheitsmarkt, Marktordnung, Marktstrukturen, Wettbewerbsordnung, Konzentrationsprozess, Preispolitik, Deutschland, internationaler Vergleich, staatliche Regulierung, Lebensnotwendige Güter.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird der Pharmamarkt als "reifer Oligopolmarkt" bezeichnet?
Es gibt nur wenige große Anbieter, die in einer engen Aktions-Reaktions-Verbundenheit stehen und eine gewisse Gruppensolidarität bei der Preisgestaltung zeigen.
Wie greift der Staat in den Pharmamarkt ein?
Der Staat reguliert den Markt durch Gesetze, Preisregulierungen, Kartellverbote und Zulassungsverfahren, um die Sicherheit und Bezahlbarkeit lebensnotwendiger Güter zu garantieren.
Was ist der Unterschied zwischen dem Pharma- und dem Konsumgütermarkt?
Im Gegensatz zum freien Konsumgütermarkt ist der Pharmamarkt stark reguliert, da Arzneimittel die Gesundheit direkt beeinflussen und für jeden zugänglich sein müssen.
Welche Rolle spielt die GKV (Gesetzliche Krankenversicherung)?
Der Staat tritt über die GKV als aktiver Marktteilnehmer auf, um ein soziales Gesundheitssystem zu finanzieren, das unabhängig von der finanziellen Lage des Einzelnen ist.
Wie ist die Preispolitik im internationalen Vergleich?
Deutsche Hersteller erhalten oft geringere Anteile am Endverbraucherpreis als Hersteller in anderen Ländern, was auf spezifische nationale Regulierungen zurückzuführen ist.
- Arbeit zitieren
- Claudia Gottschalk (Autor:in), 2006, Aufbau und Funktion des Pharmamarktes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150167