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Die Rolle der Diamanten im Bürgerkrieg von Sierra Leone

Titel: Die Rolle der Diamanten im Bürgerkrieg von Sierra Leone

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Maike Schölmerich (Autor:in)

Politik - Region: Sonstige Staaten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] In Afrika
aber, wo der Großteil der Edelsteine abgebaut wird, bedeuten sie oftmals Krieg, Vertreibung,
Tod. Viele der afrikanischen Konflikte wären so nicht möglich gewesen, wenn sich die
Kriegsparteien nicht durch den Verkauf der kleinen aber wertvollen Steine finanzieren könnten
– wie etwa in den Kriegen in Angola und im Kongo, aber auch im elfjährigen Bürgerkrieg
in Sierra Leone, dem Land das im Frühjahr diesen Jahres durch den Hollywoodstreifen
„Blood Diamond“ zu zweifelhaftem Ruf gekommen ist. So klein und so handlich, wie sie
sind, so wertvoll sind Diamanten auch. Die ideale Schmuggelware im Tausch gegen Waffen
und Drogen, aber auch zur Bereicherung des eigenen Clans. Es ist fast zwangsläufig, dass um
diesen Tauschgegenstand Konflikte entstehen. Das Skurrile im Fall der Diamanten ist jedoch,
dass sie trotz dieser grauenhaften Tatsachen in der westlichen Welt mit den oben genannten
Attributen versetzt werden, die der Realität des Abbaus so entgegengesetzt stehen. Bischof
Joseph Humper aus Freetown Sierra Leone bringt diese Verzweiflung mit dem simplen Zitat
zum Ausdruck: „Ihr müsst den Menschen im Norden sagen, dass um diese Schätze Kriege
toben“. In der vorliegenden Arbeit soll auf diese Problematik der Blutdiamanten eingegangen und
untersucht werden, welche Rolle Diamanten im Bürgerkrieg in Sierra Leone gespielt hat,
stellvertretend für weitere afrikanische Bürgerkriegen.
Im zweiten Teil der Arbeit wird zunächst das Land Sierra Leone, der Bürgerkrieg und die
Nachkriegszeit abgebildet. Diese kurzchronische Nachzeichnung stellt einen wichtigen Bestandteil
dar, der zum Verständnis der Zusammenhänge in Sierra Leone beiträgt.
Der dritte Teil befasst sich mit der Theorie der Gewaltmärkte von Georg Elwert, dessen essentielle
Schlussfolgerungen für den vierten Teil der Arbeit eine wichtige Rolle spielen. Hier
wird die Bedeutung der Diamanten im Bürgerkrieg Sierra Leones diskutiert und analysiert.
Insbesondere soll der Zusammenhang zwischen dem internationalen Diamantenhandel mit dem Kartell DeBeers, der Zivilbevölkerung Sierra Leones und der drei beteiligten Kriegsparteien,
allen voran der Revolutionary United Front, dargestellt werden.
Als fünfter Teil steht ein Fazit welches zusammenfasst, inwieweit die so genannten Konfliktdiamanten
die Treibkraft für den Krieg in Sierra Leone waren und wie sich das Konfliktpotential
der Edelsteine in den letzten Jahren verändert hat und weiterhin verändern kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sierra Leone, der Krieg und das Danach

2.1 Sierra Leone

2.2 Der Bürgerkrieg in Sierra Leone

2.3 Die Nachkriegszeit in Sierra Leone

3. Die Theorie der Gewaltmärkte von Georg Elwert

4. Die Rolle der Diamanten im Bürgerkrieg von Sierra Leone

4.1 Die Geschichte des Diamantenabbaus in Sierra Leone

4.2 Der internationale Diamantenhandel

4.3 Diamanten und die Revolutionary Unites Front

5. Fazit – Konfliktdiamanten als Treibkraft für den Bürgerkrieg?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomische Rolle von Diamanten als zentrale Antriebskraft im Bürgerkrieg von Sierra Leone. Dabei wird analysiert, inwiefern der illegale Handel mit Rohstoffen zur Verlängerung des Konflikts beitrug und wie sich die „Gewaltmärkte“ im Sinne von Georg Elwert innerhalb des Landes etablierten.

  • Politische und historische Rahmenbedingungen in Sierra Leone
  • Die Theorie der Gewaltmärkte von Georg Elwert
  • Die Rolle der Revolutionary United Front (RUF) bei der Kontrolle des Diamantenabbaus
  • Der internationale Diamantenhandel und die Mechanismen der Konfliktfinanzierung
  • Der Kimberley-Prozess und die Rolle der Diamantenkonzerne

Auszug aus dem Buch

4.3. Diamanten und die Revolutionary United Front

Der Handel mit Diamanten spielte im Bürgerkrieg in Sierra Leone eine kritische Rolle. Im Jahre 2000 veröffentlichte die „Partnership Africa Canada“ eine Reportage, die den Grund für den Krieg – „die enorme menschliche Tragödie“ – erstmals den Diamanten zuschrieb. Diese Reportage beklagte, dass unter der Herrschaft der Revolutionary United Front24 der legale Diamantenhandel völlig kollabierte und die gewaltigen Mengen an geförderten Diamanten über Liberia ins Ausland geschafft wurden – über ein Land, dass selbst offiziell kaum über den Rohstoff Diamanten verfügt: Zwischen 1994 und 1999 exportierte Liberia Diamanten im Wert von 2 Milliarden US-Dollar, obwohl es nur Diamanten im Wert von 10 Millionen US-Dollar selbst fördern konnte.25 26

Über die Kriegsjahre hinweg war die Schattenwirtschaft der Diamantenförderung großflächig und umfangreich von der RUF kontrolliert und sehr aktiv. Die RUF führte spezielle bewaffnete Mineneinheiten an, die dafür sorgen sollten, dass Trittbrettfahrer im Diamantengeschäft keine Chance hatten. Sie agierte als alleiniger Anspruchhalter auf alle sierra leonischen Diamanten. Darüber hinaus wird der damalige Präsident Liberias, Charles Taylor – der den Schmuggel mit den Diamanten kontrollierte – dafür verantwortlich gemacht, dass nur etwa 2 % der sierra leonischen Diamantenproduktion legal auf den Weltmarkt gelangte.27

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Blutdiamanten ein und skizziert die methodische sowie inhaltliche Zielsetzung der Untersuchung.

2. Sierra Leone, der Krieg und das Danach: Dieses Kapitel zeichnet die politische Geschichte, den Ausbruch des Bürgerkriegs und die schwierige Nachkriegssituation in Sierra Leone nach.

3. Die Theorie der Gewaltmärkte von Georg Elwert: Hier werden die theoretischen Grundlagen der „Gewaltmärkte“ erläutert, welche erklären, warum kriegerische Konflikte in ökonomische Profitinteressen münden.

4. Die Rolle der Diamanten im Bürgerkrieg von Sierra Leone: In diesem Hauptteil wird der Zusammenhang zwischen dem Diamantenabbau, der RUF und dem internationalen Handel analysiert.

5. Fazit – Konfliktdiamanten als Treibkraft für den Bürgerkrieg?: Das Fazit fasst die Bedeutung von Diamanten als ökonomisches Mittel zur Kriegsverlängerung zusammen und bewertet die Reaktionen der Industrie.

Schlüsselwörter

Sierra Leone, Blutdiamanten, Bürgerkrieg, Gewaltmärkte, Georg Elwert, Revolutionary United Front, RUF, Konfliktdiamanten, Diamantenhandel, De Beers, Kimberley-Prozess, Schattenwirtschaft, Rohstoffe, Kriegsökonomie, Charles Taylor

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Diamantenreichtum Sierra Leones und dem elfjährigen Bürgerkrieg, wobei der Fokus auf der ökonomischen Finanzierung des Konflikts liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die politische Lage Sierra Leones, die ökonomische Theorie der Gewaltmärkte sowie die Rolle der RUF bei der illegalen Ausbeutung von Diamantenvorkommen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Untersuchung geht der Frage nach, welche Rolle Diamanten als Treibkraft für den Bürgerkrieg in Sierra Leone gespielt haben und wie sich Konfliktpotenziale durch Rohstoffe verändern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt als theoretischen Rahmen die „Theorie der Gewaltmärkte“ von Georg Elwert und analysiert anhand von Fallbeispielen und Wirtschaftsdaten die Zusammenhänge des Diamantenhandels.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Geschichte des Diamantenabbaus in Sierra Leone, den internationalen Schmuggel über Liberia und die Strategien der RUF, den Konflikt für eigene Profite zu verlängern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Typische Begriffe sind Blutdiamanten, Gewaltmärkte, RUF, Sierra Leone, Kriegsökonomie und der Kimberley-Prozess.

Warum spielt die Theorie von Georg Elwert eine so zentrale Rolle?

Elwerts Theorie erklärt, wie in staatsfreien Räumen Gewalt systematisch zur Profitmaximierung eingesetzt wird, was das Verhalten der RUF im Bürgerkrieg wissenschaftlich greifbar macht.

Welche Rolle spielte der internationale Handel, insbesondere De Beers?

Das Kapitel beleuchtet den Einfluss des Diamantenkartells und die späte Reaktion der Industrie durch den Kimberley-Prozess als Folge der internationalen Kritik am Handel mit Konfliktdiamanten.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Rolle der Diamanten im Bürgerkrieg von Sierra Leone
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Subsahara Afrika – Krisen und Perspektiven
Note
1,3
Autor
Maike Schölmerich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
14
Katalognummer
V150197
ISBN (eBook)
9783640613465
ISBN (Buch)
9783640613533
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sierra Leone Diamant Bürgerkrieg ökonomische Gewalt Afrika
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maike Schölmerich (Autor:in), 2007, Die Rolle der Diamanten im Bürgerkrieg von Sierra Leone, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150197
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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