Die USA nehmen bei der Gestaltung des Nahostkonflikts eine besondere Rolle ein. Einerseits, weil sie die letzte verbliebene Supermacht sind und andererseits, weil zwischen ihnen und Israel eine „spezielle Verbindung“ besteht. Die Vereinigten Staaten sind zur Schutzmacht des israelischen Staates geworden: Nicht bloß wegen des Holocausts, oder der Tatsache, dass Israel ein demokratischer Staat ist sowie dass in beiden Gesellschaften die Religion eine zentrale Rolle spielt, sondern auch, weil die USA ihre vitalen Interessen in der Nahostregion vertreten und durchsetzen wollen. Durch die Allianz mit Israel kann dieser Interessenslage mehr Nachdruck verliehen werden: Man hat einen demokratischen Verbündeten direkt vor Ort.
Die Hausarbeit thematisiert auf der einen Seite die Funktion und die Aufgabe der USA im Nahen- und Mittleren Osten sowie auf der anderen Seite die Vermittlertätigkeit der USA beim Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Dabei arbeite ich heraus, wieso die Vereinigten Staaten von Amerika nicht in der Lage waren, dauerhaften Frieden in der Region herzustellen, obwohl sie einen starken Machtstatus in der Region inne haben. Optionen und Bemühungen für friedensherstellende Maßnahmen sind vorhanden, die bislang aber wei-testgehend nicht genutzt wurden.
Diesbezüglich stelle ich im ersten Abschnitt die US-Politik im Nahen- und Mittleren Osten in Bezug auf den Iran und den Irak dar, während ich im zweiten Abschnitt die politischen Be-ziehungen der USA zu Israel thematisiere. Jedoch werden sämtliche Konflikte und Initiativen zur Konfliktbeilegung nicht ausführlich behandelt, sondern verkürzt dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die US-Politik im Nahen und Mittleren Osten
2.1 Die US-Politik bis zum 11.September 2001
2.2 Die US-Politik seit dem 11.September 2001
2.3 Zwischenfazit
3 Die Rolle der USA im Israel-Palästinakonflikt
3.1 Die Rolle der USA im Nahostkonflikt
3.2 Die Rolle der USA im Nahostkonflikt nach dem Golf-Krieg
3.3 Zwischenfazit
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die US-Außenpolitik gegenüber dem Nahen und Mittleren Osten seit 1945 mit dem Fokus auf die strategischen Eigeninteressen sowie die Rolle der USA als Vermittler im Israel-Palästinakonflikt, um zu untersuchen, warum trotz des hohen Machtstatus kein dauerhafter Frieden in der Region erreicht werden konnte.
- Strategische Sicherung von Erdölressourcen in der Golfregion
- Einfluss der Sowjetunion als prägender Faktor im Kalten Krieg
- US-Israel-Beziehungen und die Rolle der USA als Schutzmacht
- Herausforderungen der Friedensvermittlung im Israel-Palästinakonflikt
- Wandel der US-Politik nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Rolle der USA im Nahostkonflikt
Israel hat seit seiner Staatsgründung 1949 mehrere Kriege gegen arabische Staaten führen müssen, um die eigene Existenz aufrechtzuerhalten. Dabei sind die Israelis stets siegreich gewesen, trotz einiger denkbar knapper Erfolge. Der Grund dafür war die technische Überlegenheit der militärischen Streitkräfte, welche bedingt war durch die anfängliche Unterstützung Frankreichs, später dann durch die USA unter Kennedy. Die israelische Politik erhitzte des Öfteren die Gemüter bei den USA, so dass diese nicht von Beginn an als Schutzmacht Israels fungierten.
Als Wendepunkt des Schutzmachtstatus gilt die Suez-Krise 1956: britische, israelische und französische Streitkräfte scheiterten beim Versuch, den Suez-Kanal unter ihre Kontrolle zu bringen. Großbritannien, die vorherige Hegemonialmacht der Region, war seitdem nicht mehr als dominante Macht tragbar – ihr Ansehen sank rapide. „Eisenhower was furious with the Britisch for the illegality and stupidity of their tactics [...]. He hoped that by opposing the colluding powers he would gain some credit in the Arab world [...]. As Eisenhower contemplated the situation after Suez, he realized that the British were now so discredited that the United States would have to assert itself more in the region [...].”
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die besondere Rolle der USA als Schutzmacht Israels und benennt die Forschungsfrage hinsichtlich der Schwierigkeiten bei der Etablierung eines dauerhaften Friedens in der Region.
2 Die US-Politik im Nahen und Mittleren Osten: Dieses Kapitel behandelt die wechselvolle US-Strategie, die primär von der Sicherung der Ölressourcen und dem Umgang mit regionalen Vormächten wie dem Iran und dem Irak geprägt war.
2.1 Die US-Politik bis zum 11.September 2001: Der Abschnitt beschreibt den Fokus auf lokale Vormächte und die Unterstützung des Iraks gegen den Iran, bevor der Golfkrieg 1991 die Region nachhaltig veränderte.
2.2 Die US-Politik seit dem 11.September 2001: Hier wird der strategische Wechsel hin zu einer aggressiveren Demokratisierungspolitik und der Druck auf autokratische Regime nach den Terroranschlägen thematisiert.
2.3 Zwischenfazit: Das Fazit stellt fest, dass die US-Politik über Jahrzehnte hinweg konstant primär auf Eindämmung und eigene Interessen ausgerichtet war, trotz vereinzeltem militärischem Engagement.
3 Die Rolle der USA im Israel-Palästinakonflikt: Das Kapitel beleuchtet die ambivalente Doppelfunktion der USA als Unterstützer Israels und gleichzeitig angestrebter neutraler Vermittler im Friedensprozess.
3.1 Die Rolle der USA im Nahostkonflikt: Dieser Teil analysiert historische Friedensinitiativen, wie das Abkommen von Camp David, und die Rolle der UN-Resolution 242 im Kontext der US-Vermittlung.
3.2 Die Rolle der USA im Nahostkonflikt nach dem Golf-Krieg: Es werden die Bemühungen nach dem Golfkrieg, einschließlich des Oslo-Abkommens und der Herausforderungen durch regionale Extremisten, dargestellt.
3.3 Zwischenfazit: Der Abschnitt fasst zusammen, dass trotz kleinem Fortschritt die gegenseitigen Eigeninteressen der Konfliktparteien eine dauerhafte Lösung bislang verhinderten.
4 Fazit: Das Kapitel resümiert das Scheitern der Demokratisierungsversuche und konstatiert, dass die politische Instabilität der Region trotz oder wegen des US-Eingreifens weiterhin besteht.
Schlüsselwörter
USA, Nahostpolitik, Israel-Palästinakonflikt, Golfregion, Außenpolitik, Friedensvermittlung, Schutzmacht, Demokratisierung, Kalter Krieg, Saddam Hussein, UN-Resolutionen, Nahostkonflikt, Geopolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die außenpolitische Ausrichtung der USA gegenüber dem Nahen und Mittleren Osten seit 1945.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die strategische Interessenwahrung durch die USA, insbesondere bezüglich der Ölressourcen, sowie deren Rolle im Israel-Palästinakonflikt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Analyse, warum es den USA trotz ihrer Stellung als Supermacht nicht gelungen ist, dauerhaften Frieden in der Region zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse politischer Dokumente, Verträge und Fachliteratur zur US-Außenpolitik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Entwicklung in der Golfregion (Iran/Irak) und die spezifische Vermittlerrolle der USA im Nahostkonflikt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen US-Nahostpolitik, Schutzmachtstatus, Friedensprozess, strategische Interessen und regionale Stabilität.
Warum war der Schutzmachtstatus der USA für den Friedensprozess problematisch?
Die einseitige Unterstützung Israels erschwerte es den USA, als glaubwürdiger und unparteiischer Vermittler zwischen den Konfliktparteien zu agieren.
Wie beeinflusste der 11. September 2001 die US-Nahostpolitik?
Es fand ein Wechsel von diplomatischer Zurückhaltung hin zu einer aggressiveren Politik der Demokratisierung und direkten Druckausübung auf Regime in der Region statt.
Welche Rolle spielten die Erdölvorkommen für das US-Handeln?
Die Sicherung des Zugangs zu den Ölreserven war ein treibender Faktor, der das militärische und politische Engagement der USA in der Golfregion über Jahrzehnte maßgeblich bestimmte.
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- Udo Wichmann (Author), 2009, Die Nah- und Mittelostpolitik der USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150262