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Mittel zur Erzeugung von nichtstandardisiertem Humor

Title: Mittel zur Erzeugung von nichtstandardisiertem Humor

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: B.A. David Spitzl (Author)

German Studies - Linguistics
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Gegenstand der Arbeit ist interaktional spontan gebildeter (konversationeller) Humor. Hierbei werden, im Gegensatz zu feststehenden (standardisierten) Witzen, „aus dem Stehgreif“
Scherze kreativ gebildet, um beispielsweise Erzählungen unterhaltsam zu gestalten. Zusätzlich werden bei solchen nichtstandardisierten Witzen häufig ebenso eigene Ansichten,
Einstellungen zu Menschen oder Dingen oder Weltwissen unterschwellig mittransportiert.
Es soll das Ziel dieser Arbeit sein, darzustellen, auf welche Art und mit welchen Mitteln Scherzhaftes in spontanem konversationellem Humor umgesetzt werden kann. Der
vorliegende Fall beschäftigt sich allerdings nicht mit reinen Anekdoten, die ja in der Regel eine Erzählung mit ausleitender Pointe darstellen, sondern vielmehr mit in Teilerzählungen
eingeflochtene Späße, auf die nicht konversationell hingearbeitet wird, sondern die spontan und kreativ eingeschoben werden.

Um auf dieses Ziel hinzuarbeiten, wird zunächst ein Überblick über generelle Methoden in der Konversationsanalyse gegeben, und dies im Anschluss mit der Analyse von Scherzkommunikation in der Konversationsanalyse verknüpft, bevor näher auf nichtstandardisierten Humor und dort angewendete Mittel eingegangen werden soll.
Das vierte Kapitel wird dann ein konkretes Fallbeispiel mit Hilfe einer Aufnahme und Transkript behandeln, um Vorhergegangenes beispielhaft zu veranschaulichen. Die Aufnahme aus alltagssituativem Kontext ist von humoristischen Erscheinungen durchzogen, die durch Analyse von verwendeten Stilmitteln aufgedeckt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Humor in der Konversationsanalyse

2.1 Methoden der Konversationsanalyse

2.2 Analyse von Scherzkommunikation in der Konversationsanalyse

3. Nichtstandardisierter Humor

3.1 Mittel nichtstandardisierten Humors

4. Transkript und Fallbeispiele

4.1 Rahmen der Aufnahme

4.2 Transkript

4.3 Organisation des Gesprächs

4.4 Verwendung von stilistischen Mitteln

4.4.1 Prosodische Mittel

4.4.2 Abnahme von Wahrheitswerten

4.4.3 Veränderungen im Höflichkeitsstandard

4.4.4 Dramatisierungen

4.4.5 Anspielungen

4.4.6 Weitere Mittel

4.5 Deutung des Ausschnitts

5. Abschließendes

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Mechanismen und sprachlichen Mittel aufzuzeigen, mit denen humoristische Elemente spontan in einen alltäglichen Gesprächsverlauf eingebettet werden. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse von nichtstandardisiertem Humor, der sich von feststehenden Witzen durch seine interaktionale Entstehung und Einbindung in den situativen Kontext abhebt.

  • Grundlagen der ethnomethodologischen Konversationsanalyse
  • Methodik zur Untersuchung von Scherzkommunikation
  • Charakteristika und Funktionen nichtstandardisierten Humors
  • Analyse der sprachlichen Mittel (Prosodie, Fiktionalisierung, Höflichkeitsstandards)
  • Soziale Dimensionen und Selbstdarstellung im Gespräch

Auszug aus dem Buch

3.1 Mittel nichtstandardisierten Humors

Beim Erzählen von Geschichten kann durch verschiedene Methoden eine komische Komponente integriert werden. So beispielsweise durch spontane und vom Zuhörer unerwartete Einschübe, die den eigentlichen Gesprächskontext, in manchen Fällen auch den Gesprächsverlauf modulieren und z.B. ins Lächerliche bzw. Spaßige ziehen können. Natürlich können die Einschübe auch direkt vom Zuhörer kommen und damit die Unterhaltung beeinflussen. Der Sprecher kann dadurch eben auch ein Bild von sich oder von sich in der Beziehung zu anderen oder auch Gegenständlichem übermitteln. So kann er eigene Einstellungen und Sichtweisen zu Dingen transportieren, sein Weltwissen mit den Gesprächspartnern teilen und Ansichten austauschen.

Um eine Erzählung humoristisch auszukleiden und die Verwendung von weniger ernsthaft Gemeintem anzuzeigen, werden verschiedene Mittel eingesetzt (Kotthoff 1998:233), häufig in Kombination aber auch einzeln. Eine wichtige Rolle spielt dabei beispielsweise die Prosodie:

Ein prosodisch von sachlichen Erzählungen abweichender Ablauf kann besonders durch verändertes Sprechtempo oder veränderte Tonhöhe oder Intonation angezeigt werden. Über die Witzigkeit des Gesagten werden die Zuhörer durch Lachpartikel des Sprechers schon vor bzw. nach der spaßigen Äußerung „informiert“, es wird angezeigt, dass etwas Lustiges oder weniger Ernstzunehmendes folgen wird, bzw., dass über das eben Gesagte mit Heiterkeit reagiert werden darf, ja soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema Humor im Alltag und grenzt spontanen, konversationellen Humor von standardisierten Witzen ab, um das Forschungsinteresse zu definieren.

2. Humor in der Konversationsanalyse: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Grundlagen der ethnomethodologischen Konversationsanalyse und wie diese speziell auf Scherzkommunikation angewendet werden können.

3. Nichtstandardisierter Humor: Hier wird das Konzept des nichtstandardisierten Humors als interaktional eingebettete und kreative Form der Unterhaltung eingeführt und begründet.

4. Transkript und Fallbeispiele: Dieses Kapitel liefert eine empirische Analyse einer alltäglichen Gesprächssituation, in der die zuvor theoretisch erläuterten humoristischen Stilmittel praktisch identifiziert und interpretiert werden.

5. Abschließendes: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer soziologischer Forschung im Bereich spontaner Scherzaktivitäten.

Schlüsselwörter

Konversationsanalyse, Nichtstandardisierter Humor, Scherzkommunikation, Interaktion, Ethnomethodologie, Prosodie, Fiktionalisierung, Höflichkeitsstandard, Dramatisierung, Anspielung, Alltagssprache, Selbstdarstellung, Gesprächsführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse von spontanem, humorvollem Sprechen in alltäglichen Gesprächssituationen, das sich von feststehenden Witz-Erzählungen unterscheidet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Methoden der Konversationsanalyse, die Anwendung von sprachlichen Stilmitteln zur Humorerzeugung und die soziale Funktion von Humor innerhalb von Gruppendialogen.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen spezifischen Mitteln – wie etwa prosodischen Variationen oder Fiktionalisierungen – Sprecher humoristische Elemente kreativ in ihren Gesprächsfluss einbauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es wird eine ethnomethodologische Konversationsanalyse angewandt, ergänzt durch induktive und abduktive Ansätze, um die Entstehung von Humor prozessorientiert anhand von Gesprächsdaten zu erforschen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Scherzkommunikation und eine konkrete Fallstudie, in der ein Transkript einer Alltagsunterhaltung auf seine humoristischen Erscheinungsformen untersucht wird.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Nichtstandardisierter Humor, Konversationsanalyse, Scherzkommunikation, interaktionale Soziolinguistik und sprachliche Stilmittel.

Warum ist die Abduktion für die Humor-Analyse laut der Arbeit so wichtig?

Die Abduktion wird als das einzige logische Verfahren hervorgehoben, das die Erfindung neuer theoretischer Aussagen ermöglicht und somit der Vielfalt und Kreativität von Humor gerecht wird, statt nur deduktiv Vorgegebenes zu prüfen.

Welche Rolle spielen Prosodie und Fiktionalisierung in den Fallbeispielen?

Sie dienen als Marker: Prosodie signalisiert den Zuhörern die humoristische Absicht, während Fiktionalisierung (z. B. durch Abnahme von Wahrheitswerten) den Kontext so verschiebt, dass ein humoristischer Effekt erzielt werden kann, ohne die Realitätsbezogenheit des Alltagsgesprächs vollständig aufzugeben.

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Details

Title
Mittel zur Erzeugung von nichtstandardisiertem Humor
College
University of Potsdam  (Germanistik)
Course
Einführung in die Theorien und Methoden der Gesprächsanalyse
Grade
1,7
Author
B.A. David Spitzl (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V150268
ISBN (eBook)
9783640618040
Language
German
Tags
Konversationsanalyse Humor nichtstandardisierter Humor GAT Analyse Scherzkommunikation Kotthoff konversationeller Humor
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. David Spitzl (Author), 2009, Mittel zur Erzeugung von nichtstandardisiertem Humor, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150268
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