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Kabale und Liebe - Lady Milford und ihre Rolle im Stück

Title: Kabale und Liebe - Lady Milford und ihre Rolle im Stück

Seminar Paper , 2009 , 14 Pages , Grade: 13 Punkte

Autor:in: Johanna Brockelt (Author)

German Studies - Genres
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Kabale und Liebe ist das einzige bürgerliche Trauerspiel, das Schiller verfasst hat. Über die Hauptfiguren Luise Miller und Ferdinand von Walther sowie die Nebenfiguren Wurm und Luises Vater, den Stadtmusikanten Miller, sind in der Literatur viele Seiten geschrieben worden. Weniger beachtet und seltener in der Literatur zu finden ist hingegen die Figur der Lady Milford. Das Auftreten bzw. das Aufeinandertreffen der Milford mit Luise in Akt 4, Szene 7 wird sogar als „unwahrscheinlich und damit als dramaturgische Schwäche“ Schillers bezeichnet.
Schiller hat mit Lady Milford einen zwiespältigen Charakter geschaffen, der sowohl positive als auch negative Eigenschaften in sich vereint. Diese Charakterzüge treten im Laufe des Stückes deutlich in Konflikt miteinander.
Im meiner Arbeit gehe ich zunächst auf zentrale inhaltliche Aspekte des bürgerlichen Trauerspiels ein. Diese begründete vor allem Lessing in seiner Hamburgischen Dramaturgie. Genauer beschreibe ich dann Lessings Ausführungen über die Charaktergestaltung im Drama und die von ihm geforderte kausale Verbindung zwischen Charakteren und Geschehnissen. Diese beziehe ich anschließend auf Lady Milford. Des Weiteren erörtere ich die Intentionen, die Schiller mit der Schaffung der Milford verfolgt haben könnte. Ziel der Arbeit ist es aufzuzeigen, welchen Stellenwert die Figur Lady Milford im dramatischen Gesamtzusammenhang einnimmt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das bürgerliche Trauerspiel

2.1. Zur Entstehung des bürgerlichen Trauerspiels

2.2. Leitmotive und zentrale Aspekte des bürgerlichen Trauerspiels

2.3. Der gemischte Charakter

2.4. Schillers Intentionen

3. Lady Milford

4. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Lady Milford in Friedrich Schillers Trauerspiel „Kabale und Liebe“ und analysiert, inwiefern diese Figur den dramaturgischen Vorgaben des bürgerlichen Trauerspiels, insbesondere nach Gotthold Ephraim Lessing, entspricht und als gemischter Charakter fungiert.

  • Theoretische Grundlagen des bürgerlichen Trauerspiels nach Lessing und Gottsched
  • Die Konzeption des „gemischten Charakters“ in der Dramentheorie
  • Analyse der Figur der Lady Milford in Bezug auf ihre psychologische Tiefe
  • Untersuchung der politischen und gesellschaftskritischen Motivation Schillers
  • Die Bedeutung der Lady Milford für die dramatische Handlungsentwicklung

Auszug aus dem Buch

3. Lady Milford

Lady Milford ist (neben ihrer Kammerjungfer und dem Kammerdiener) die einzige Person, die nicht schon im ersten Akt persönlich auftritt. Der Zuschauer erfährt aber bereits hier von der Existenz der Milford und das diese auf Wunsch des Präsidenten die Ehefrau von Ferdinand werden soll. Diese Heirat möchte der Präsident allein aus dem Grund, damit er seine Beziehungen zu dem Herzog verfestigen kann. Bereits hier wird schon deutlich, dass die Milford erheblichen Einfluss auf den Herzog hat, denn der Präsident gibt offen zu: „Er weiß, Wurm, wie sehr sich mein Ansehen auf den Einfluss der Lady stützt“25

Es fällt auf, dass Lady Milford ein Charakter mit vielen Gegensätzlichkeiten ist und sowohl positive als auch negative Eigenschaften in sich vereint.

Als Mätresse und Favoritin des Fürsten weiß Lady Milford sehr wohl, wie sie in ihrem Leben das bekommen kann, was sie gerne hätte. Sie scheut nicht davor zurück, ihre Schönheit als Mittel zum Zweck einzusetzen und Menschen in ihrer Umgebung nach ihren Wünschen zu manipulieren.

Das Bild, das Schiller von ihr als Geliebte des Fürsten darstellt, beruht auf den damaligen Ansichten, die über das Mätressenwesen herrschten. Wo anfänglich noch Verachtung und Empörung auf Seiten der Kirche und der „öffentlichen Sitte“ gegen die Geliebten der Fürsten bestand, wandelte sich das Bild der Mätresse allmählich im Laufe des 16., 17. und 18. Jahrhunderts. Die Mätresse wurde zu einer allgemein geduldeten Normalität am Hofe und noch später sogar als ein von Karl Biedermann bezeichneter „nothwendiger Bestandteil jeder fürstlichen Hofhaltung“26.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage vor, die den Stellenwert und die Charakterzeichnung der Figur Lady Milford in Schillers „Kabale und Liebe“ beleuchtet.

2. Das bürgerliche Trauerspiel: Dieses Kapitel erläutert die literarhistorischen Hintergründe des bürgerlichen Trauerspiels sowie die dramaturgischen Forderungen Lessings bezüglich Charaktergestaltung und Mitleidserregung.

3. Lady Milford: Hier erfolgt die detaillierte Analyse der Figur der Lady Milford als ambivalenter Charakter sowie ihre Funktion als treibende Kraft innerhalb der dramatischen Handlung.

4. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel resümiert die Analyseergebnisse und ordnet Lady Milfords Rolle als „Urheberin“ der tragischen Konflikte im Stück ein.

Schlüsselwörter

Kabale und Liebe, Friedrich Schiller, Lady Milford, bürgerliches Trauerspiel, Gotthold Ephraim Lessing, Mätresse, gemischter Charakter, Dramentheorie, Aufklärung, Sturm und Drang, Charaktergestaltung, Mitleid, gesellschaftskritisch, Handlungskausalität, Theater.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Figur der Lady Milford in Schillers Drama „Kabale und Liebe“ und untersucht ihre dramaturgische Funktion vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Theorie des bürgerlichen Trauerspiels.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten gehören die literaturgeschichtliche Einordnung des bürgerlichen Trauerspiels, Lessings Dramentheorie sowie die Charakterisierung der Lady Milford als widersprüchliche Figur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass Lady Milford kein bloßer Nebencharakter ist, sondern als ein nach Lessings Prinzipien gestalteter „gemischter Charakter“ fungiert, der die tragische Handlung maßgeblich beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Textanalyse, bei der primär Schillers Werk sowie die dramatentheoretischen Schriften Lessings als interpretatorische Grundlage dienen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das bürgerliche Trauerspiel und eine spezifische Charakteranalyse der Lady Milford, wobei insbesondere ihr Einfluss auf das höfische Umfeld und ihre innere Zerrissenheit untersucht werden.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Schillers Dramaturgie, Lady Milford, der gemischte Charakter, die Aufklärung sowie das Motiv der Mätresse.

Inwiefern beeinflusst Lady Milford den Ausgang des Dramas?

Die Analyse verdeutlicht, dass Lady Milford durch das Einfädeln der geplanten Hochzeit mit Ferdinand den zentralen Konflikt mit dessen Vater erst auslöst und somit unbeabsichtigt zur „Urheberin“ der tragischen Ereignisse wird.

Warum wird Lady Milford als „gemischter Charakter“ bezeichnet?

Weil sie laut der Analyse weder als rein tugendhaft noch als rein böse gezeichnet ist, sondern positive (barmherzige) und negative (manipulative) Eigenschaften in ihrem Wesen vereint, was für eine Identifikation des Publikums notwendig ist.

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Details

Title
Kabale und Liebe - Lady Milford und ihre Rolle im Stück
College
University of Kassel
Grade
13 Punkte
Author
Johanna Brockelt (Author)
Publication Year
2009
Pages
14
Catalog Number
V150276
ISBN (eBook)
9783640614745
ISBN (Book)
9783640615261
Language
German
Tags
Schiller Kabale und Liebe Lessing Drama Bürgerliches Trauerspiel Charakter Charakterisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johanna Brockelt (Author), 2009, Kabale und Liebe - Lady Milford und ihre Rolle im Stück, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150276
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