Wie haben die unterschiedlichen Verwaltungstraditionen, die politisch-institutionellen Merkmale des Verwaltungsaufbaus und die Wohlfahrtsregimetypen, die Einführung und Umsetzung der dezentralen Führungs- und Organisationsstruktur (Reformbaustein des NPM) in der öffentlichen Verwaltung Deutschlands und Schwedens beeinflusst?
Die Hausarbeit wird in verschiedene Kapitel gegliedert. Nach der Einleitung in Kapitel eins folgt in Kapitel zwei der theoretische Rahmen und die Hypothesenbildung. Für die vergleichende Analyse wird die Theorie des historischen Institutionalismus verwendet. Kapitel drei widmet sich dem Forschungsdesign. In Kapitel vier erfolgt der Vergleich und die Analyse. Am Ende der Untersuchung werden die behandelten Aspekte zusammengeführt und ein Fazit gezogen. Für die Analyse werden Primärquellen und Sekundärquellen verwendet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen
3 Forschungsdesign
4 Vergleich und Analyse
4.1 Einführung und Umsetzung des NPM in Deutschland
4.2 Einführung und Umsetzung des NPM in Schweden
4.3 Ländervergleich
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht vergleichend, wie unterschiedliche Verwaltungstraditionen, politische Strukturen und Wohlfahrtsregimetypen die Einführung sowie Umsetzung dezentraler Führungs- und Organisationsstrukturen des New Public Management (NPM) in Deutschland und Schweden beeinflusst haben.
- Historischer Institutionalismus als theoretischer Erklärungsrahmen
- Dezentralisierung als zentraler Reformbaustein des NPM
- Vergleichende Analyse der Verwaltungssysteme in Deutschland und Schweden
- Rolle von Pfadabhängigkeiten und institutionellen Weichenstellungen
- Einfluss von Wohlfahrtsstaatsmodellen auf Reformprozesse
Auszug aus dem Buch
4.1 Einführung und Umsetzung des NPM in Deutschland
Das von der KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement) entwickelte Neue Steuerungsmodell (NSM), welches auf dem NPM basiert, wurde in Deutschland erst recht spät eingeführt. Die CDU/FDP-Koalition unter Kanzler Helmut Kohl, die 1982 die sozialliberale Koalition unter Helmut Schmidt ablöste, hielt trotz einer neoliberalen Rhetorik größtenteils am Sozialstaatsmodell fest, das von den beiden großen Parteien seit den späten 1950er Jahren unterstützt wurde. Erst gegen Ende der 1990er Jahre, während der Amtszeit der rot-grünen Koalition unter Kanzler Gerhard Schröder, vollzog die Bundesrepublik einen neoliberalen Wandel in der Sozialstaatspolitik und orientierte sich in der Verwaltungspolitik zunehmend am New Public Management. Dies geschah als Reaktion auf die durch die Kosten der deutschen Wiedervereinigung verschärften Probleme der Staatsverschuldung und Haushaltskonsolidierung (Kuhlmann u. Wollmann 2013, S. 115).
Das Konzept des NSM, wie es seit den frühen 1990er Jahren in verschiedenen Berichten der KGSt dargelegt wurde, umfasst im Grunde drei untrennbar verbundene Elemente: Den Aufbau einer unternehmensähnlichen dezentralen Führungs- und Organisationsstruktur, die Output Steuerung, d. h. Instrumente zur Steuerung der Verwaltung von der Leistungsseite her sowie die Aktivierung dieser neuen Struktur durch Wettbewerb und Kundenorientierung (Jann 2019, S. 131). Die Untersuchung konzentriert sich auf den Reformbaustein der dezentralen Führungs- und Organisationsstruktur, da Schweden im Rahmen der NPM-Reformen auch seine Strategie der Dezentralisierung weiterentwickelt hat. Beim NSM wurden drei Einzelelemente der dezentralen Führungs- und Organisationsstruktur als Reformbaustein zugeordnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext des New Public Management sowie die Relevanz einer vergleichenden Betrachtung der deutschen und schwedischen Verwaltungsmodernisierung.
2 Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel führt den historischen Institutionalismus und das Konzept der Pfadabhängigkeit ein, um die unterschiedlichen Reformpfade der beiden Länder theoretisch zu begründen.
3 Forschungsdesign: Hier wird der methodische Ansatz des "Most Similar Cases Design" (MSCD) erläutert, um die Vergleichbarkeit von Deutschland und Schweden methodisch zu fundieren.
4 Vergleich und Analyse: In diesem Hauptteil wird die Implementierung der dezentralen Führungs- und Organisationsstrukturen in beiden Ländern detailliert nachgezeichnet und gegenübergestellt.
5 Fazit: Das Fazit führt die Analyseergebnisse zusammen und verifiziert die aufgestellten Hypothesen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen institutionellen Kontexte.
Schlüsselwörter
New Public Management, Historischer Institutionalismus, Pfadabhängigkeit, Dezentralisierung, Verwaltungsreform, Deutschland, Schweden, Wohlfahrtsregime, Kommunalverwaltung, Verwaltungstradition, NSM, öffentliche Verwaltung, Institutioneller Wandel, Konvergenz, Rechtsstaatskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch die Einführung und praktische Umsetzung von Reformbausteinen des New Public Management, speziell Fokus auf dezentrale Führungsstrukturen, im Vergleich zwischen Deutschland und Schweden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der institutionelle Rahmen von Verwaltungsmodernisierung, die Bedeutung politischer Traditionen und die Auswirkungen von Wohlfahrtsstaatsmodellen auf die Reformfähigkeit von Verwaltungen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, wie Verwaltungstraditionen, politisch-institutionelle Merkmale und Wohlfahrtsregimes die Umsetzung der dezentralen Führungs- und Organisationsstruktur in Deutschland und Schweden beeinflusst haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt den historischen Institutionalismus als theoretisches Prisma und wendet zur Operationalisierung des Ländervergleichs das "Most Similar Cases Design" (MSCD) an.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die spezifische Darstellung der NSM-Einführung in Deutschland, die Reformsituation in Schweden sowie eine systematische Vergleichebene dieser Befunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Pfadabhängigkeit, NPM, Verwaltungsreform, Dezentralisierung und historischer Institutionalismus stehen im Zentrum der terminologischen Auseinandersetzung.
Warum wird Schweden im Vergleich zu Deutschland anders eingeschätzt?
Schweden wird aufgrund seines unitarisch-dezentralisierten Staatsaufbaus und der sozialdemokratischen Tradition als flexibler gegenüber NPM-Reformen eingeschätzt, was eine erfolgreichere Umsetzung begünstigte.
Was bedeutet das "Trennmodell" in diesem Kontext?
Das Trennmodell beschreibt eine organisatorische Struktur, in der staatliche und kommunale Aufgaben getrennt wahrgenommen werden, was in Schweden klarere Verantwortlichkeiten förderte.
Welche Rolle spielt die deutsche Wiedervereinigung im Fazit?
Die Wiedervereinigung wird aus Sicht des historischen Institutionalismus als eine "critical juncture", also als externer Schock, interpretiert, der Reformdruck und somit auch Verwaltungsmodernisierungen im deutschen Sektor auslöste.
- Arbeit zitieren
- Miriam Fleischmann (Autor:in), 2024, Eine vergleichende Analyse des New Public Management (NPM) in der öffentlichen Verwaltung unter Anwendung des historischen Institutionalismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1502957