Das Deutsche Historische Museum Berlin und der Einfluss der Regierung


Essay, 2010

10 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Das Museum und der Einfluss von auBen

Die Ausstellung „Fremde“

Unter den Kuratoren Jan Werquet, Carola Jullig und Rosmarie Beier-de-Haan entstand im deutschen Historischen Museum Berlin die Ausstellung „Fremde? Bilder von den ,Ande- ren‘ in Deutschland und Frankreich seit 1871“, die vom 16. Oktober 2009 bis zum 21. Fe- burar 2010 in der Ausstellungshalle von I. M. Pei gezeigt wurde. Im Fokus standen Dar- stellungen von Fremden, Auslandern und Minderheiten in den Medien und der Offentlich- keit. Im Faltblatt zur Veranstaltung heiBt es:

„Eine nach Epochen gegliederte Erzahlung konfrontiert die nationalen Selbstdarstellungen mit Bildern von ,den Anderen'. Im Fokus steht die Entstehung von Fremdbildern im jeweiligen historischen Kontext."[1]

Die Anordnung der Exponate ist chronologisch geordnet und fuhrt den Besucher auf zwei Stockwerken durch die Ausstellung. Es scheint, als sei es Absicht, den Betrachter auf der ersten Ebene fur Darstellung von Fremdheit zu sensibilisieren. Deutliche Bilder aus der Rassenkunde und der Zeit der Mobilmachung gegen „den Feind“ in den beiden Weltkrie- gen, aber auch romantisch-exotische Darstellungen aus den Kolonien sprechen eine deut­liche Sprache. Man vermutet, die Intensitat der Konstruktionen von Fremdheit in den Bil­dern lieBe mit der Annaherung an die Gegenwart nach, aber dieser Eindruck tauscht auf dem Weg durch die Ausstellung. Mit dem Durchschreiten des ersten Stockwerks setzt ein Sensibilisierungsprozess ein, der die Darstellungen im oberen Stockwerk, also im zeitli- chen Rahmen nach dem zweiten Weltkrieg, nur noch absurder erscheinen lasst. Das Kon- zept hat einen bemerkenswerten Effekt. Die alltaglichen Sehgewohnheiten werden aufge- brochen und die Wahrnehmung fur Mechanismen der Konstruktion von Fremdheit ge- scharft. Die Darstellungen sind sachlich gehalten, die Texte zu den Exponaten relativ kurz. Durchzogen wird die ganze Ausstellung von Texttafeln, die die einzelnen Zeitabschnitte einordnen. Die Texte dieser Tafel ordnen die Epoche ein, klaren den historischen Hinter- grund und liefern Informationen uber die offentlichen Befindlichkeiten bestimmter Zeitab­schnitte.

[...]


[1] Faltblatt zur Ausstellung „Fremde? Bilder von den ,Anderen‘ in Deutschland und Frankreich seit 1871“, hrsg. v. Deutsches Historisches Museum Berlin, 2009.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Das Deutsche Historische Museum Berlin und der Einfluss der Regierung
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft)
Veranstaltung
Schauplatz Museum. Erinnerungskultur und Musealisierung im Zeichen von Globalisierung und gesellschaftlicher Pluralisierung
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
10
Katalognummer
V150300
ISBN (eBook)
9783640614783
Dateigröße
410 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kritik am DHM, Steuerung von kulturellen Institutionen durch die Regierung
Arbeit zitieren
B.A. Christoph Mayr (Autor), 2010, Das Deutsche Historische Museum Berlin und der Einfluss der Regierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150300

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