Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke

Das Schuldmotiv im siebten Bild Ödön von Horváths Schauspiel "Der jüngste Tag"

Möglichkeiten szenischer Interpretation im Schulunterricht

Titel: Das Schuldmotiv im siebten Bild Ödön von Horváths  Schauspiel "Der jüngste Tag"

Seminararbeit , 2022 , 14 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Luca Sebastiani (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine Möglichkeit der Unterrichtsgestaltung, die ein tieferes Eindringen in einen literarischen Text und eine bessere Identifikation mit dessen Figuren ermöglicht, ist die szenische Interpretation. Im Rahmen der Lehrveranstaltung „SE Didaktisches Spezialgebiet: Szenische Interpretation als Zugang zu literarischen Texten“ konnten in diesem Kontext verschiedene methodische Ansätze ausprobiert und diskutiert werden. Die Einfühlung in die Figuren wird durch das „Nachspielen“ verschiedener Szenen deutlich erleichtert und die dadurch gewonnenen, tieferen Einblicke in ihre Denkweisen, Absichten und Wünsche erleichtern das Textverständnis um einiges. Dies bietet einen hervorragenden Ausgangspunkt für anschließende, gemeinsame Diskussionen über den Text. Szenische Interpretation kann demnach nicht nur eine spannende und motivierende Abwechslung in den Literaturunterricht bringen, sondern ermöglicht auch einen sehr gewinnbringenden Zugang zu literarischen Texten. In der vorliegenden Seminararbeit soll diesbezüglich ein Beispiel für ein konkretes didaktisches Konzept vorgestellt werden, in dem szenische Interpretation zur Aufarbeitung des zentralen Schuldmotivs in Ödön von Horváths Schauspiel "Der Jüngste Tag" verwendet wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Textanalyse

3. Didaktischer Ausblick

4. Methodische Analyse

5. Unterrichtsplanung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, ein didaktisches Konzept zur szenischen Interpretation von Ödön von Horváths Schauspiel "Der jüngste Tag" zu entwickeln, um Schülern einen motivierenden Zugang zum zentralen Schuldmotiv des Werkes zu ermöglichen.

  • Analyse des Schuldmotivs in Horváths "Der jüngste Tag"
  • Möglichkeiten der szenischen Interpretation im Literaturunterricht
  • Didaktische Begründung der Szenenauswahl für die Oberstufe
  • Methodische Gestaltung einer Unterrichtseinheit mittels Rollenbefragung
  • Reflexion über die Bedeutung von Ehrlichkeit und Gewissen in der Literatur

Auszug aus dem Buch

2. Textanalyse

Horváths Schauspiel Der jüngste Tag wurde 1936 verfasst und am 11. Dezember 1937 in Mährisch-Ostrau uraufgeführt. Das Stück besteht aus sieben Bildern und spielt in einem kleinen Dorf in der damaligen Zeit, oder wie Horváth schreibt: „In unseren Tagen“. Die Handlung dreht sich um ein Eisenbahnunglück, welches durch den gut angesehenen und tüchtigen Stationsvorstand Thomas Hudetz verursacht wurde.

Hudetz, der von seiner dreizehn Jahre älteren Frau ständig überwacht wird, wurde während der Arbeit von der hübschen Wirtstochter Anna provoziert, abgelenkt und geküsst, worauf er es verpasste, dem Lokomotivführer ein wichtiges Signal zu geben. Dadurch fuhr der Eilzug vierhundertfünf mit einem Güterzug zusammen, was mehreren Menschen, darunter dem Lokomotivführer Pokorny, das Leben kostete. Bei der Gerichtsverhandlung sagt die im Dorf verhasste Frau Hudetz, die das Geschehen insgeheim beobachtet hatte, gegen ihren Mann aus. Anna schwört aber Meineid, um sich selbst und Hudetz von der Verantwortung zu befreien, worauf Hudetz nach viermonatiger Untersuchungshaft freigesprochen wird. Das kleine Dorf bricht in Feierlichkeiten aus.

Während Hudetz von seiner Unschuld überzeugt ist und sich immer wieder einredet, ein pflichttreuer Beamter zu sein, wird Anna von Schuldgefühlen geplagt. Als sich die beiden insgeheim an einem Abend treffen, gesteht Anna Hudetz, dass sie mit ihrem Gewissen nicht klarkomme und deshalb nicht mehr leben wolle. Hudetz ist die einzige Person, bei der sie sich noch wohl fühlt. Am Ende der Szene küssen und verloben sich die beiden. Einige Tage später wird Anna tot aufgefunden und Hudetz wegen ihres Mordes gesucht. Er weiß, dass er sie umgebracht hat, kann sich aber nicht mehr daran erinnern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Herausforderungen, junge Menschen für Literatur zu begeistern, und stellt die szenische Interpretation als Methode zur tieferen Auseinandersetzung vor.

2. Textanalyse: Dieses Kapitel erläutert die Handlung von Horváths Schauspiel, beleuchtet das zentrale Schuldmotiv und analysiert die verschiedenen Arten der Schuldverarbeitung der Figuren.

3. Didaktischer Ausblick: Hier wird diskutiert, warum sich das Thema Schuld als zeitloses Unterrichtsthema eignet und weshalb die letzte Szene des Schauspiels besonders für die didaktische Aufbereitung relevant ist.

4. Methodische Analyse: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene Methoden der szenischen Interpretation und begründet, warum die situationsbezogene Rollenbefragung für das vorliegende Vorhaben gewählt wurde.

5. Unterrichtsplanung: Hier wird ein konkretes Konzept für eine Doppelstunde unterteilt in Einstiegs-, Erarbeitungs- und Schlussphase präsentiert.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die szenische Interpretation trotz der Herausforderungen in der Schulrealität ein wertvoller Zugang zur Literatur ist und die Auseinandersetzung mit moralischen Fragen fördert.

Schlüsselwörter

Szenische Interpretation, Ödön von Horváth, Der jüngste Tag, Schuldmotiv, Literaturunterricht, Schuldgefühle, Rollenbefragung, Gewissen, Didaktik, Eisenbahnunglück, Unterrichtsplanung, Schullektüre, Verantwortungsbewusstsein, Oberstufe, Methodik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Aufbereitung von Horváths Schauspiel "Der jüngste Tag" unter besonderer Berücksichtigung des zentralen Schuldmotivs durch die Methode der szenischen Interpretation.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Verarbeitung von Schuld bei den Figuren, der Bedeutung des Gewissens sowie der Entwicklung eines motivierenden, handlungsorientierten Unterrichtskonzepts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, ein praktisches Unterrichtskonzept zu entwerfen, das den Schülern durch szenisches Spiel einen tieferen, persönlichen Zugang zu Literatur ermöglicht, als dies bei rein passiven Leseformen der Fall ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird für den Unterricht verwendet?

Die Arbeit fokussiert sich auf die szenische Interpretation nach Ingo Scheller, wobei spezifisch die "situationsbezogene Rollenbefragung" und das "Einfühlungsgespräch" als effiziente Verfahren ausgewählt wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Textanalyse, eine didaktische Begründung der Themenwahl, eine wissenschaftliche Methodenbetrachtung sowie eine detaillierte Unterrichtsplanung für eine Doppelstunde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie szenische Interpretation, Schuldmotiv, Literaturunterricht, Schuldverarbeitung und didaktisches Konzept geprägt.

Warum wurde das Werk "Der jüngste Tag" für diese Arbeit gewählt?

Das Werk wurde gewählt, weil es neben einer spannenden Handlung komplexe psychologische Konflikte und das zeitlose Thema "Schuld" enthält, welche sich hervorragend für eine Auseinandersetzung mit der Gefühlswelt der Figuren eignen.

Welche Rolle spielt die letzte Szene des Stücks?

Die letzte Szene ist zentral für das Konzept, da in ihr die Schuldfrage geklärt wird und Hudetz durch das Gespräch mit den Geistern zu einer existentiellen Erkenntnis gelangt, was sie zur idealen Vorlage für szenische Arbeit macht.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Schuldmotiv im siebten Bild Ödön von Horváths Schauspiel "Der jüngste Tag"
Untertitel
Möglichkeiten szenischer Interpretation im Schulunterricht
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck  (Institut für Fachdidaktik)
Veranstaltung
SE Didaktisches Spezialgebiet: Szenische Interpretation als Zugang zu literarischen Texten
Note
2,0
Autor
Luca Sebastiani (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
14
Katalognummer
V1503452
ISBN (PDF)
9783389066478
ISBN (Buch)
9783389066485
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ödön von Horvath Literatur Text Interpretation Schauspiel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luca Sebastiani (Autor:in), 2022, Das Schuldmotiv im siebten Bild Ödön von Horváths Schauspiel "Der jüngste Tag", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1503452
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  14  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum