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Die Darstellung der Alpen und der Gesellschaft in Ludwig Tiecks Märchennovelle "Der Runenberg"

Titel: Die Darstellung der Alpen und der Gesellschaft in Ludwig Tiecks Märchennovelle "Der Runenberg"

Seminararbeit , 2021 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Luca Sebastiani (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ludwig Tiecks Märchennovelle "Der Runenberg" erzählt die Geschichte des jungen Jägers Christian, der aufgrund einer unerklärlichen Sehnsucht die Heimat verlässt, um sein Glück im Gebirge zu finden. Nach einer surrealen nächtlichen Erfahrung am Runenberg lässt sich der Protagonist in einem nahegelegenen Dorf in der Ebene nieder, gründet eine Familie und führt ein ruhiges, glückliches Leben. Dieses wird allerdings von der mystischen Anziehungskraft des rätselhaften Runenbergs gestört, die Christian schlussendlich in den Wahnsinn treibt und dazu bringt, den Rest seiner Tage allein in den Bergen zu verbringen.

Dieses typisch romantische Werk dreht sich um eine zur Obsession gewordenen Sehnsucht nach der Natur und zeigt somit ein sehr ambivalentes Bild der Berglandschaft: Auf einer Seite verspricht das Gebirge ein freies, abenteuerliches und spannendes Leben, während es auf der anderen Seite auch große Gefahren birgt. Die vorliegende Seminararbeit wird sich in diesem Zusammenhang mit der Darstellung der Alpen in Tiecks Runenberg befassen und dabei den Fokus auf die verschiedenen Gegensätze legen, die diese Märchennovelle charakterisieren. In diesem Rahmen soll auch ein genauerer Blick auf die Beschreibung der Gesellschaft geworfen werden, da diese selbst den Gegenpol zur fantastischen und geheimnisvollen Bergwelt darstellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Autor und Entstehungskontext
    • 2.1. Schwarze Romantik
  • 3. Die Darstellung der Alpen
    • 3.1. Die Natur als Kunstraum: Wie wirken die Berge auf die Figuren?
    • 3.2. Alltag vs. Phantasie: Der Gegensatz von Ebene und Gebirge
    • 3.3. Der Gegensatz von Erotik und katholischem Liebesideal
    • 3.4. Der Gegensatz von Steinwelt und Pflanzenwelt
  • 4. Die Darstellung der Gesellschaft
    • 4.1. Rückbesinnung an das Mittelalter und Kritik am Frühkapitalismus
    • 4.2. Der Blick auf die eingeschränkte Gesellschaft
  • 5. Fazit
  • 6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht die Darstellung der Alpen und der Gesellschaft in Ludwig Tiecks Märchennovelle „Der Runenberg“. Sie konzentriert sich dabei auf die verschiedenen Gegensätze, die das Werk prägen, und analysiert, wie die Bergwelt als Gegenpol zur fantastischen und geheimnisvollen Gesellschaft fungiert.

  • Analyse der Darstellung der Alpen und ihrer mystischen Anziehungskraft
  • Beleuchtung der Motive der „Schwarzen Romantik“ in der Märchennovelle
  • Untersuchung der gesellschaftlichen Darstellung und ihrer Ambivalenz
  • Erforschung der Gegensätze wie Natur und Zivilisation, Erotik und Moral, Steinwelt und Pflanzenwelt
  • Kritik am Frühkapitalismus und Rückbesinnung auf mittelalterliche Werte

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung der Alpen und der Gesellschaft in Ludwig Tiecks Märchennovelle „Der Runenberg“

Merkmale des romantischen Kunstmärchens enthalte: Die Gegensätzlichkeit von Alltag und Phantasie, die Darstellung der Natur als Kunstraum und eine ästhetische Selbstreflexion von Seiten des Protagonisten. In Hinblick auf die Darstellung der Alpen sind besonders die ersten beiden Merkmale von Bedeutung, weshalb sie in den nächsten Unterpunkten thematisiert werden sollen. Beginnend bei der Darstellung der Natur als Kunstraum, lässt sich im Runenberg gut beobachten, dass die Naturbeschreibungen keineswegs das Ziel verfolgen, die Berglandschaft realistisch abzubilden. Vielmehr zielen sie darauf ab, die Natur als fühlenden und handelnden Akteur darzustellen, der mit den Menschen in Kontakt tritt und sie dadurch beeinflusst. In Tiecks Märchennovelle basiert die Beschreibung der Natur im Gebirge hauptsächlich auf stereotypische Vorstellungen einer idealisierten Berglandschaft und auf die allegorische Darstellung ihrer Elemente. So zeigt sich bereits am Anfang der Erzählung, dass die Grenze zwischen Mensch und Natur durch die Zuschreibung menschlicher Eigenschaften an unbelebte Dinge aufgehoben wird.

Große Wolken zogen durch den Himmel und verloren sich hinter den Bergen, Vögel sangen aus den Gebüschen und ein Widerschall antwortete ihnen. Er stieg langsam den Berg hinunter, und setzte sich an den Rand eines Baches nieder, der über vorragendes Gestein schäumend murmelte. Er hörte auf die wechselnde Melodie des Wassers, und es schien, als wenn ihm die Wogen in unverständlichen Worten tausend Dinge sagten, die ihm so wichtig waren, und er musste sich innig betrüben, daß er ihre Reden nicht verstehen konnte.

Aus dem Gebüsch singende Vögel, das sagenhafte Echo der Berge, welches bereits in der griechischen Mythologie thematisiert wurde, sowie das Szenario eines rauschenden Bergbaches, tragen hier zu einer äußerst stereotypischen und klischeehaften Darstellung der Berglandschaft bei. Es wird schnell ersichtlich, dass diese Art der Naturbeschreibung nicht den Zweck verfolgt, dem Leser ein detailliertes Landschaftsbild zu liefern, sondern vielmehr die Wechselwirkung zwischen Natur und Individuum in den Vordergrund stellen will. Pflanzen, Gestein und sogar das Wasser des Baches wirken lebendig und scheinen, mit Christian kommunizieren zu wollen. Ein weiteres Beispiel ist hierbei der Moment, in dem sich Christian nach der Begegnung mit dem Fremden in Richtung des Runenbergs bewegt:

Der junge Jäger war nicht verwundert, er verdoppelte nur seine Schritte nach dem Runenberge zu, alles winkte ihm dorthin, die Sterne schienen dorthin zu leuchten, der Mond wies mit einer hellen Straße nach den Trümmern, lichte Wolken zogen hinauf, und aus der Tiefe redeten ihm Gewässer und rauschende Wälder zu und sprachen ihm Mut ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Märchennovelle „Der Runenberg“ von Ludwig Tieck ein, skizziert die Handlung und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Darstellung der Alpen und der Gesellschaft im Kontext von Gegensätzen vor.

2. Autor und Entstehungskontext: Hier werden Ludwig Tieck als wichtiger Vertreter der Romantik und die Entstehungsgeschichte von „Der Runenberg“ beleuchtet, wobei ein besonderer Fokus auf die Einordnung des Werkes in die „Schwarze Romantik“ gelegt wird.

3. Die Darstellung der Alpen: Dieses Hauptkapitel analysiert, wie die Alpen im Werk nicht als realistische Landschaft, sondern als mythischer „Kunstraum“ dargestellt werden, der die Figuren beeinflusst und verschiedene Gegensätze wie Ebene vs. Gebirge oder Erotik vs. Liebesideal aufzeigt.

4. Die Darstellung der Gesellschaft: Das Kapitel untersucht das im Märchen gezeichnete Gesellschaftsbild, das einerseits eine idealisierte mittelalterliche Frömmigkeit zeigt und den Frühkapitalismus kritisiert, andererseits aber auch die Eingeschränktheit und Unwissenheit dieser Gesellschaft ironisiert.

5. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammen, betont die Komplexität des Werkes durch seine starken Gegensätze, Ambivalenzen und Symboliken und diskutiert das Tauziehen zwischen Schein und Realität sowie Freiheit und Gefangenschaft.

Schlüsselwörter

Ludwig Tieck, Der Runenberg, Romantik, Schwarze Romantik, Alpen, Gebirge, Gesellschaft, Gegensätze, Natur, Kunstraum, Mythologie, Frühkapitalismus, Sehnsucht, Wahnsinn, Symbolik, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der detaillierten Analyse der Darstellung der Alpen und der Gesellschaft in Ludwig Tiecks Märchennovelle „Der Runenberg“, wobei ein besonderer Fokus auf die durchgehenden Gegensätze und Ambivalenzen des Werkes liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder umfassen die Naturwahrnehmung und -darstellung (insbesondere der Alpen), die Gesellschaftskritik, die Motive der Schwarzen Romantik sowie verschiedene kontrastierende Konzepte wie Realität und Illusion, Freiheit und Gefangenschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Rolle und Wirkung der Darstellung der Alpen und der Gesellschaft in „Der Runenberg“ zu untersuchen, um die Komplexität der Märchennovelle anhand ihrer vielfältigen Gegensätze und Symboliken zu definieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich hauptsächlich auf die Analyse und Interpretation verschiedener Textstellen aus „Der Runenberg“, ergänzt durch literaturwissenschaftliche Überblickswerke und Fachartikel zum Thema Romantik und Schwarze Romantik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der Autor und der Entstehungskontext des Werkes beleuchtet, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse der Darstellung der Alpen anhand verschiedener Gegensätze und anschließend der Darstellung der Gesellschaft im Kontext von Mittelalter und Frühkapitalismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Ludwig Tieck, Der Runenberg, Romantik, Schwarze Romantik, Alpen, Gebirge, Gesellschaft, Gegensätze, Natur, Kunstraum, Mythologie, Frühkapitalismus, Sehnsucht, Wahnsinn, Symbolik und Identität charakterisiert.

Wie wird die Natur im „Runenberg“ als Kunstraum dargestellt?

Die Natur wird im „Runenberg“ nicht realistisch, sondern allegorisch und stereotypisch als Kunstraum dargestellt, der belebt ist und menschliche Eigenschaften erhält, wodurch er aktiv mit den Figuren interagiert und diese beeinflusst.

Welche Rolle spielt die „Schwarze Romantik“ für die Interpretation des Werkes?

Die „Schwarze Romantik“ ist zentral, da sie Motive wie Fernweh, Obsession, Wahnsinn und die unheimliche, bedrohliche Seite der Natur betont, welche maßgeblich zum Verfall des Protagonisten Christian und zur ironischen Darstellung von Sicherheit beitragen.

Inwiefern kritisiert Tieck in seiner Novelle den Frühkapitalismus?

Tieck kritisiert den Frühkapitalismus durch die Sehnsucht nach einer idealisierten, gottesfürchtigen mittelalterlichen Gesellschaft und die Warnung vor der Sucht nach materiellem Besitz, wie sie Christians Vater bezüglich des „verfluchten Metalls“ ausspricht.

Wie werden die Gegensätze von Ebene und Gebirge für die Figuren im Werk relevant?

Der Gegensatz zwischen Ebene und Gebirge wird zentral, indem die Ebene das monotone, fromme Alltagsleben symbolisiert, während das Gebirge für Freiheit, Abenteuer, aber auch Verführung und Wahnsinn steht, was Christians innere Zerrissenheit spiegelt.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Darstellung der Alpen und der Gesellschaft in Ludwig Tiecks Märchennovelle "Der Runenberg"
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
SE Neuere deutsche Literatur: Das Erschreiben der Berge
Note
1,0
Autor
Luca Sebastiani (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
14
Katalognummer
V1503462
ISBN (PDF)
9783389066683
ISBN (Buch)
9783389066690
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ludwig Tieck Der Runenberg Alpen Gesellschaft Romantik Schwarze Romantik Natur als Kunstraum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luca Sebastiani (Autor:in), 2021, Die Darstellung der Alpen und der Gesellschaft in Ludwig Tiecks Märchennovelle "Der Runenberg", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1503462
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Leseprobe aus  14  Seiten
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