Petrus Abelardus wird in seiner Zeit und mit seiner Biographie vorgestellt. Die Arbeit untersucht dann zentrale Begriffe von Abelards Tugendlehre, so seine Unterschiedung zwischen "gut" und "Gut", zwischen Tugenden und Lastern, sowie seine Begriffe von Intention, Schuld und Strafe.
Inhaltsverzeichnis
0 Einführung
Entwürfe der Tugendlehre in den wichtigsten antiken philosophischen Strömungen
1. Abaelard in seiner Zeit
1.1 Historischer Hintergrund
1. 2. Peter Abaelard/Petrus Abaelardus – Kurzbiographie
1. 3. Wichtige Werke Abaelards für das Thema „Tugendlehre“
2. Abelards Tugendlehre
2. 1 „gut“ und „Gut“ bei Abaelard
2.2 Tugenden und Laster
2.3 Beherrschende Rolle der Intention
2.4 Schuld und Strafe
3. Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das moralphilosophische System Peter Abaelards, mit einem besonderen Fokus auf seiner Tugendlehre und der zentralen Bedeutung der Intention für die sittliche Bewertung menschlichen Handelns. Ziel ist es, die Eigenverantwortung des Subjekts vor Gott herauszuarbeiten und Abaelards Abgrenzung zu zeitgenössischen theologischen Ansätzen sowie seine innovativen Ansätze zur Moraltheologie verständlich zu machen.
- Historischer Kontext der Frühscholastik und gesellschaftliche Umbrüche im 12. Jahrhundert
- Differenzierung zwischen dem guten Willen, der Intention und der tatsächlichen Handlung
- Analyse der Begriffe "gut" und "Gut" im Kontext von Macht, Weisheit und Güte
- Das Verhältnis von Schuld, Strafe und moralischer Verfehlung
- Bedeutung von Abaelards Ethik für das moderne Verständnis von Gesinnungsethik
Auszug aus dem Buch
2.3 Beherrschende Rolle der Intention
Die Zustimmung zu einem guten oder schlechten Handeln ist also für Abaelard das einzig Entscheidende bei der Beurteilung moralischer Qualität. Jemand handelt prinzipiell richtig, wenn er seine Taten aus der Überzeugung heraus durchführt, dass sie gut, d.h. Gott gefällig sind. Schlecht handelt, wer um das eigentlich Falsche seiner Handlungsabsichten weiß, die betreffende Handlung aber trotzdem durchführen will.
Eine Handlung ist weiterhin dann gut, wenn sie aus einer guten Intention entsteht und schlecht, wenn sie aus einer schlechten Intention entsteht. Abaelards Schülerin und Geliebte Heloisa drückt das ganz in seinem Sinne so aus: „Denn nicht der Erfolg der Tat, sondern die Verfassung des Täters unterliegt der Anklage. Und die Billigkeit erwägt nicht, was geschieht, sondern aus welcher Gesinnung etwas geschieht.“ Allerdings schränkt Abaelard hier ein, dass diese gute Intention nicht nur im Auge des Betrachters oder des Ausführenden gut sein darf, „sondern weil sie darüber hinaus so ist, wie sie eingeschätzt wird“, sozusagen vor Gottes Augen. Ein- und dieselbe Handlung kann insofern gut oder schlecht sein, je nachdem, mit welcher Intention sie durchgeführt wurde. Die Opferung Jesu war von Gott aus eine gute Tat, von Judas aus trotzdem eine schlechte.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einführung: Überblick über antike Tugendvorstellungen bei Platon, Aristoteles, der Stoa und anderen Denkern als philosophische Grundlage.
1. Abaelard in seiner Zeit: Einordnung Abaelards in die gesellschaftlichen und intellektuellen Umbrüche des 12. Jahrhunderts sowie biographische Skizze.
2. Abelards Tugendlehre: Darstellung seiner zentralen ethischen Konzepte, der Intentionstheorie und des Verhältnisses von Sünde und Strafe.
3. Resümee und Ausblick: Zusammenfassende Würdigung von Abaelards Bedeutung als Wegbereiter der Scholastik und Reflexion über die anhaltende Aktualität seiner Ethik.
Schlüsselwörter
Peter Abaelard, Tugendlehre, Intention, Scholastik, Moraltheologie, Scito te ipsum, Ethik, Gesinnungsethik, Schuld, Strafe, Gott, Handlungsabsicht, Mittelalter, Philosophie, Theologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Tugendlehre des mittelalterlichen Denkers Peter Abaelard und beleuchtet dessen innovative ethische Thesen zur Bedeutung der persönlichen Intention bei der moralischen Bewertung von Taten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzepte von Gut und Böse, die Rolle des menschlichen Willens, die Definition moralischer Verfehlung und die Frage nach der göttlichen sowie menschlichen Rechtsprechung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Abaelards Philosophie als einen Wegbereiter der modernen Gesinnungsethik darzustellen und aufzuzeigen, wie er das Handeln aus der eigenen Verantwortung heraus vor Gott neu definierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse von Primärquellen (insbesondere "Scito te ipsum" und "Collationes") und setzt diese in den historischen Kontext der scholastischen Diskurstradition.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich detailliert der Definition von "gut" und "Gut", dem Unterschied zwischen Laster und moralischer Verfehlung sowie der beherrschenden Rolle der Intention.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Abaelard, Intention, Tugendlehre, Scholastik, Gesinnungsethik und moralische Eigenverantwortung beschreiben.
Warum ist die "Intention" laut Abaelard so entscheidend für die Moral?
Abaelard vertritt die Auffassung, dass die moralische Qualität einer Tat nicht durch das Handlungsergebnis, sondern ausschließlich durch die Gesinnung und den Willen des Handelnden vor Gott bestimmt wird.
Wie löst Abaelard den Widerspruch zwischen "schlechter Tat" und "guter Intention"?
Er unterscheidet zwischen der göttlichen Beurteilung, die auf das Herz und die Intention schaut, und der menschlichen Gerichtsbarkeit, die aufgrund äußerer Schäden strafen muss, um das Gemeinwesen zu schützen.
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- Theresia Schreiber (Author), 2007, Petrus Abaelardus. Die Tugendlehre eines mittelalterlichen Denkers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150365