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Frauenideale in der Liteartur des 18. Jahrhunderts.

Christian Fürchtegott Gellert und Jean-Jacques Rousseau im Vergleich

Title: Frauenideale in der Liteartur des 18. Jahrhunderts.

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sandra Faust (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ (Kant, Immanuel 1784).
So beschreibt Immanuel Kant 1784 die geistesgeschichtliche Strömung die die Zeit des 18. Jahrhunderts prägte.
Man könnte nun zu der Annahme kommen, dass durch das Ideal des emanzipierten Menschen auch die Gleichberechtigung der Frau während des Zeitalters der Aufklärung voranschritt. Es wurde schließlich Toleranz, die Loslösung von der Theologie und die innere Unabhängigkeit propagiert und der Mensch zu selbstständigem Denken und Handeln aufgefordert. (Zirbs, Wieland (Hrsg.) (1998): Literaturlexikon: Daten, Fakten und Zusammenhänge. Berlin.: 33f.) Jedoch konnte sich eine Emanzipation der Frau mit der Aufklärung nicht durchsetzen. Obwohl besonders in der Frühaufklärung der Entwurf eines egalitären Geschlechterverhältnisses aufkam, wurde die Idee des aufgeklärten Menschen bald nur auf den männlichen Teil der Menschheit bezogen. Diese Entwicklungen von Gesellschaft und Menschenbild des 18. Jahrhunderts spiegeln sich in der Literatur der Zeit wieder.
Christian Fürchtegott Gellert war der meistgelesene Autor der Epoche und hatte mit seiner Literatur großen Einfluss auf die lesende Bevölkerung. Er schrieb Schäferspiele, Komödien, Lustspiele und einen Roman und am erfolgreichsten seine Fabeln und Erzählungen, mit denen er seinem Werk einen erzieherischen Charakter verlieh. Häufig wird Gellert sogar als Volkserzieher bezeichnet.
Ein weiterer sehr einflussreicher Autor im 18. Jahrhundert war der Philosoph und Pädagoge Jean-Jacques Rousseau, der in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts mit seinem Erziehungsroman Emile oder über die Erziehung auf das Menschenbild der Leser einwirkte.
Ziel der vorliegenden Arbeit soll es nun sein, die Weiblichkeitsbilder, die den Texten der beiden Autoren zugrundeliegen, herauszuarbeiten und zu vergleichen. Dabei soll versucht werden Gellert und Rousseau innerhalb der Entwicklung des Frauenideals im 18. Jahrhundert einzuordnen. Hierzu werden zunächst die reale Rolle der Frau des Jahrhunderts und die verschiedenen Ideale des Weiblichen, wie sie besonders deutlich in der Literatur entstanden aufgezeigt. Im weiteren Text soll das Frauenbild, das in verschiedenen Werken Gellerts und Rousseaus (Gellerts Fabeln und Lustspiele und Rousseaus Erziehungsroman) zum Vorschein kommt anhand einiger Beispiele verdeutlicht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Frauen im 18. Jahrhundert

2.1 Frauenleben und Frauenbildung

2.2 Frauenideale

3. Weiblichkeitsbild in Gellerts Werk

3.1 Vater-Tochter-Beziehungen

3.2 Ehe

3.3 Weibliche Gelehrsamkeit

4. Weiblichkeit in Rousseaus Werk

4.1 Eigenschaften der beiden Geschlechter

4.2 Das Machtverhältnis

4.3 Die Gebildete Frau

5. Gellert und Rousseau: Zusammenfassung und Vergleich

6. Fazit

7. Literatur

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, die in den Werken von Christian Fürchtegott Gellert und Jean-Jacques Rousseau zugrunde liegenden Weiblichkeitsbilder herauszuarbeiten und vergleichend gegenüberzustellen, um sie in die historische Entwicklung des Frauenideals im 18. Jahrhundert einzuordnen.

  • Reale Lebensbedingungen und Frauenbildung im 18. Jahrhundert
  • Analyse des Weiblichkeitsbildes in den Schriften Gellerts
  • Untersuchung der Konzeption von Weiblichkeit in Rousseaus Erziehungsroman
  • Vergleich der Rollenbilder "gelehrte Frau", "Empfindsame" und "gefällige Gattin"

Auszug aus dem Buch

4.1 Eigenschaften der beiden Geschlechter

„In allem was nicht mit dem Geschlecht zusammenhängt ist die Frau Mann.“ (Rousseau 1978: 385). Die Unterschiede liegen also nicht in den gattungs- sondern den geschlechtsspezifischen Eigenschaften. Doch welche menschlichen Eigenschaften sind geschlechtsbedingt? Filtert man aus Rousseaus Text alle Charakterzuweisungen heraus lassen sich die beiden Geschlechter folgendermaßen beschreiben: Der Mann ist aktiv, die Frau hingegen passiv. Der Mann stark und kühn, die Frau im Gegensatz schwach. Der Mann ist Oberhaupt der Familie, und gefällt der Frau wegen seiner Stärke, wobei dieses Gefallen nebensächlich ist. Die zentrale Aufgabe der Frau ist es hingegen dem Mann zu gefallen und sich ihm zu unterwerfen. Sie hat liebenswert, aufmerksam, bescheiden und zurückhaltend zu sein. Ihre natürliche Bestimmung liegt darin Kinder zu gebären. (Rousseau 1978: 390f.). Die Grenzen scheinen klar markiert: Der Mann ist der Starke, Mächtige in der Beziehung und die Frau das schwache Opfer, das sich zu unterwerfen hat. Rousseau versucht allerdings dieses Bild zu wandeln, indem er darauf hinweist, dass der Mann nur scheinbar der Mächtigere ist, jedoch die Frau in Wirklichkeit unbemerkt alle Fäden zieht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der Aufklärung und definiert das Ziel der Arbeit, die Weiblichkeitsbilder bei Gellert und Rousseau zu vergleichen.

2. Frauen im 18. Jahrhundert: Dieses Kapitel beschreibt die realen Lebensumstände von Frauen und den Wandel der Frauenideale von der "gelehrten Frau" zur "Empfindsamen" sowie zur "gefälligen Gattin".

3. Weiblichkeitsbild in Gellerts Werk: Hier werden die Vater-Tochter-Beziehungen, das Eheverständnis und der Anspruch an weibliche Bildung in Gellerts Lustspielen und Fabeln analysiert.

4. Weiblichkeit in Rousseaus Werk: Dieses Kapitel untersucht Rousseaus pädagogisches Modell aus dem "Emile", insbesondere die geschlechtsspezifischen Zuschreibungen und das Machtverhältnis zwischen den Geschlechtern.

5. Gellert und Rousseau: Zusammenfassung und Vergleich: Die Arbeit fasst die unterschiedlichen Ansätze beider Autoren zusammen und ordnet sie in das Spektrum der damaligen Frauenideale ein.

6. Fazit: Das Fazit resümiert die festgestellte Dichotomie zwischen den Idealen der Gelehrsamkeit und der Empfindsamkeit in der Literatur des 18. Jahrhunderts.

7. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Aufklärung, Weiblichkeitsbild, Frauenbildung, Geschlechterrollen, Christian Fürchtegott Gellert, Jean-Jacques Rousseau, Empfindsamkeit, Gelehrsamkeit, gefällige Gattin, Vater-Tochter-Beziehung, Emanzipation, 18. Jahrhundert, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert und vergleicht die unterschiedlichen Weiblichkeitskonzepte in den literarischen und pädagogischen Werken von Christian Fürchtegott Gellert und Jean-Jacques Rousseau vor dem Hintergrund der Aufklärung.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Mittelpunkt stehen die Rollenbilder der Frau im 18. Jahrhundert, Aspekte der weiblichen Bildung, das Verständnis von Ehe und Familie sowie die gesellschaftliche Positionierung der Geschlechter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die in den Texten beider Autoren verborgenen Weiblichkeitsideale herauszuarbeiten und zu prüfen, inwieweit diese die zeitgenössische Entwicklung von Frauenbildern widerspiegeln oder beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse. Dabei werden primäre literarische und pädagogische Texte der beiden Autoren mit sekundärer Forschungsliteratur zur Literatur- und Bildungsgeschichte des 18. Jahrhunderts kontrastiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der realen Situation von Frauen im 18. Jahrhundert, die detaillierte Werkanalyse bei Gellert (Lustspiele, Fabeln) und bei Rousseau (Emile) sowie den abschließenden systematischen Vergleich.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Zu den Kernbegriffen zählen Aufklärung, Weiblichkeitsbild, Empfindsamkeit, Gelehrsamkeit, geschlechtsspezifische Rollenverteilung und das Ideal der "gefälligen Gattin".

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Bildung bei Gellert im Vergleich zu Rousseau?

Während Gellert eine gewisse Bildung der Frau (verbunden mit Tugend und Empfindsamkeit) in seinen Lustspielen durchaus fördert, lehnt Rousseau eine über das häusliche Maß hinausgehende geistige Bildung der Frau ab, da sie aus seiner Sicht der männlichen Dominanz und der natürlichen Bestimmung der Frau widerspricht.

Welche Rolle spielt die Metapher des "Schleiers" bei Rousseau?

Die Metapher des Schleiers bezeichnet bei Rousseau die subtile, passive Macht der Frau, mit der sie den Mann beeinflussen und lenken kann, ohne dabei die nach außen hin propagierte Unterordnung zu gefährden.

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Details

Title
Frauenideale in der Liteartur des 18. Jahrhunderts.
Subtitle
Christian Fürchtegott Gellert und Jean-Jacques Rousseau im Vergleich
College
Technical University of Darmstadt  (Sprach- und Literaturwissenschaft)
Course
Christian Fürchtegott Gellert: Literatur, Moral, Gelehrsamkeit um 1750
Grade
1,7
Author
Sandra Faust (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V150383
ISBN (eBook)
9783640618392
ISBN (Book)
9783640618729
Language
German
Tags
18. Jahrhundert Frauenideale Gellert Rousseau
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Faust (Author), 2007, Frauenideale in der Liteartur des 18. Jahrhunderts., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150383
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