Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

Kants Unterscheidung von reinem Geschmacksurteil, Erkenntnisurteil und dem Urteil über das Angenehme in der "Analytik des Schönen"

Title: Kants Unterscheidung von reinem Geschmacksurteil, Erkenntnisurteil und dem Urteil über das Angenehme in der "Analytik des Schönen"

Seminar Paper , 2010 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Rebecca Tille (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Kantische Schönheitstheorie ist im Gegensatz zu den objektivistischen Schönheitstheorien durch einen subjektiven Ansatz gekennzeichnet. Im ersten Buch seiner Kritik der Urteilskraft, der Analytik des Schönen, bestimmt er Schönheit als subjektabhängig. Urteile über das Schöne bezeichnet er als Geschmacksurteile, da allein der Geschmack „das Vermögen der Beurteilung des Schönen sei“ . Wie solch ein Geschmacksurteil zustande kommt und worin sein Maßstab liegt, sind dabei grundlegende Fragen, die näher betrachtet werden sollten.
Thema dieser Hausarbeit soll es zum einen sein, das reine Geschmacksurteil eingehend zu charakterisieren, hinsichtlich der vier Momente Qualität, Quantität, Relation und Modalität, nach welchen Kant in seiner Analytik das ästhetische Urteil definiert. Dabei stellt sich des Weiteren die Frage, wann ein Geschmacksurteil rein ist und wie er dessen universalen Anspruch begründet. Schließlich fällt das Subjekt bei einem ästhetischen Urteil kein Privaturteil, sondern ein allgemein gültiges Urteil.
Zum anderen soll innerhalb der vorliegenden Arbeit das Erkenntnisurteil und das Urteil über das Angenehme eine ausführliche Darstellung im Sinne Kants erfahren. Kant unterscheidet drei Arten von Wohlgefallen: das Wohlgefallen am Schönen, am Angenehmen und am Guten. Das Wohlgefallen am Guten, welches eine moralische Komponente hat, soll innerhalb dieser Arbeit nur eine marginale Erwähnung finden. Das Hauptaugenmerk der Untersuchung liegt auf den ersten beiden genannten Arten des Wohlgefallens und dem logischen Urteil. Es sollen Unterschiede aufgezeigt und Gemeinsamkeiten angeführt werden. Beispielsweise wird bei einem logischen Urteil einem Objekt ein Begriff zugeordnet, wohingegen bei einem reinen Geschmacksurteil keine Begrifflichkeit des zu bewertenden Objekts von Nöten ist. Lässt sich demzufolge überhaupt eine Gemeinsamkeit oder gar ein Zusammenhang dieser beiden Urteile nachweisen? Hingegen kommt sowohl beim Wohlgefallen am Angenehmen und dem Wohlgefallen am Schönen ein Gefühl der Lust zustande. Worin liegt demnach ihre Differenzierung?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kants Urteilsformen in der Analytik des Schönen

2.1. Das reine Geschmacksurteil

2.2. Das Erkenntnisurteil

2.3. Das Urteil über das Angenehme

3. Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Urteilsformen

3.1. Ästhetisches Urteil vs. logisches Urteil

3.2. Wohlgefallen am Angenehmen vs. Wohlgefallen am Schönen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit hat zum Ziel, das reine Geschmacksurteil nach Immanuel Kants „Analytik des Schönen“ zu charakterisieren und es explizit vom logischen Erkenntnisurteil sowie dem Urteil über das Angenehme abzugrenzen, um die spezifische Natur der ästhetischen Urteilskraft aufzuzeigen.

  • Kants vier Momente des Geschmacksurteils
  • Differenzierung zwischen Interesse und Interesselosigkeit
  • Die Rolle der Erkenntnisvermögen (Verstand und Einbildungskraft)
  • Gemeinsinn und Allgemeingültigkeitsanspruch
  • Abgrenzung von logischen Urteilen und sinnlicher Annehmlichkeit

Auszug aus dem Buch

2.1. Das reine Geschmacksurteil

Mit Kant wurde die Erkenntnis ins Subjekt verlegt, das heißt die Bedingungen der Möglichkeit werden in jenem verortet. Und allein durch das Geschmacksurteil würde unterschieden, was schön und was nicht schön sei. Wenn wir sagen: „x ist schön“, so drückte diese Aussage unseren subjektiven Gemütszustand aus. Bei der ästhetischen Urteilskraft bestimmt, wie bereits erwähnt, der Geschmack das Beurteilungsvermögen. Der Bestimmungsgrund des Geschmacksurteils ist rein subjektiv, was sich darin begründet, dass „für Kant [...] das Gefühl der Lust eine selbstständige Leistung des Subjekts“ sei.

Selbstständig ist dabei als ,frei‘ zu lesen. Das ästhetische Urteil gelte als frei, weil der Gegenstand keinen Zwang auf das Urteil ausübe. Das Lustgefühl wiederum, welches die Grundlage des Geschmacksurteils darstellt, ist kein sinnliches, sondern ein selbstgewirktes. Das hieße reine Geschmacksurteile wären unabhängig von sinnlichen Motivationen. Und bei einem solchen Urteil würden anschauliche Vorstellungen durch das Erkenntnisvermögen, welches sich aus Verstand und Einbildungskraft zusammensetzt, auf das Gefühl der Lust oder Unlust bezogen. Somit wäre nicht etwa das subjektiv Angenehme, sondern das Spiel der Erkenntnisvermögen der Grund des Lustgefühls. Kommt folglich kein Lustgefühl zustande, so kann auch kein Geschmacksurteil getroffen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Kants subjektiven Ansatz der Schönheitstheorie ein und skizziert die methodische Absicht, Geschmacksurteile, Erkenntnisurteile und Urteile über das Angenehme voneinander zu differenzieren.

2. Kants Urteilsformen in der Analytik des Schönen: Dieses Kapitel definiert die drei zentralen Urteilsarten, wobei das Augenmerk besonders auf der Interesselosigkeit und Freiheit des reinen Geschmacksurteils liegt.

2.1. Das reine Geschmacksurteil: Hier wird das Geschmacksurteil als ein subjektiver, aber allgemeingültiger Urteilsakt beschrieben, der auf dem freien Spiel der Erkenntniskräfte basiert.

2.2. Das Erkenntnisurteil: Dieses Kapitel erläutert, wie logische Urteile durch Begriffe des Verstandes eine objektive Bestimmung eines Gegenstandes vornehmen.

2.3. Das Urteil über das Angenehme: Es wird dargelegt, dass das Urteil über das Angenehme auf unmittelbarer sinnlicher Lust und persönlichem Interesse beruht, weshalb es keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt.

3. Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Urteilsformen: Eine vergleichende Analyse, die die strukturellen Abweichungen und die verschiedenen Allgemeinheitsansprüche der Urteilsarten kontrastiert.

3.1. Ästhetisches Urteil vs. logisches Urteil: Gegenüberstellung der Arbeitsweise von Einbildungskraft und Verstand bei ästhetischen gegenüber logischen Urteilen.

3.2. Wohlgefallen am Angenehmen vs. Wohlgefallen am Schönen: Untersuchung der kognitiven Aktivität beim Schönen im Vergleich zur Passivität bei der sinnlichen Annehmlichkeit.

4. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, in der die Definition des Schönen als zweckmäßige Form ohne Zweck noch einmal prägnant hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft, Analytik des Schönen, Geschmacksurteil, Erkenntnisurteil, Angenehmes, Interesselosigkeit, Erkenntniskräfte, freies Spiel, Allgemeingültigkeit, Gemeinsinn, Urteilskraft, ästhetisches Urteil, subjektive Zweckmäßigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Kants Theorie der Urteilskraft, insbesondere wie er ästhetische Urteile über das Schöne von logischen Urteilen und bloßen Urteilen über das Angenehme abgrenzt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Natur des reinen Geschmacksurteils, die Rolle von Interesse und Begrifflichkeit in der Beurteilung sowie die Funktion des Gemeinsinns.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist eine präzise Charakterisierung des reinen Geschmacksurteils und die Herausarbeitung der kategorialen Unterschiede zu kognitiven und rein sinnlichen Urteilsformen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologisch-analytische Methode, die sich auf eine detaillierte Textinterpretation von Kants „Kritik der Urteilskraft“ stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definitionen des Geschmacksurteils, des Erkenntnisurteils und des Urteils über das Angenehme und vergleicht diese hinsichtlich ihrer logischen Struktur und Geltungsansprüche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Interesselosigkeit, freies Spiel der Erkenntniskräfte, subjektive Allgemeinheit, Schönheit und Urteilskraft.

Warum unterscheidet Kant das Urteil über das Angenehme so strikt vom Geschmacksurteil?

Weil das Urteil über das Angenehme ein persönliches Interesse an der Existenz des Gegenstandes beinhaltet, während das reine Geschmacksurteil vollkommen interesselos und somit öffentlich mitteilbar ist.

Was bedeutet der „Gemeinsinn“ in Kants Ästhetik?

Der Gemeinsinn ist das Postulat einer Fähigkeit, die ein gemeinsames, harmonisches Spiel der Erkenntniskräfte voraussetzt und somit eine intersubjektive Nachvollziehbarkeit des Schönen garantiert.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Kants Unterscheidung von reinem Geschmacksurteil, Erkenntnisurteil und dem Urteil über das Angenehme in der "Analytik des Schönen"
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Philosophie)
Course
Immanuel Kants Kritik der Urteilskraft – Analytik des Schönen
Grade
1,3
Author
Rebecca Tille (Author)
Publication Year
2010
Pages
18
Catalog Number
V150395
ISBN (eBook)
9783640618989
ISBN (Book)
9783640618781
Language
German
Tags
Kant Kritik der Urteilskraft reines Geschmacksurteil Erkenntnisurteil Urteil über das Angenehme Analytik des Schönen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebecca Tille (Author), 2010, Kants Unterscheidung von reinem Geschmacksurteil, Erkenntnisurteil und dem Urteil über das Angenehme in der "Analytik des Schönen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150395
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint