Die steuerliche Würdigung von Online-Bezahldiensten am Beispiel PayPal


Diplomarbeit, 2010

102 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

VERZEICHNIS UBER VERWENDETE ABKURZUNGEN

VERZEICHNIS UBER VERWENDETE ABBILDUNGEN

EINLEITUNG

A ALLGEMEINER TEIL
I. Umbruch der Zahlungslandschaft
1. Ausgangssituation USA
2 Das Internet fordert neue Zahlungssysteme
II . UBERBLICK UBER WESENTLICHE BEZAHLSYSTEME
1. Firstgate / dick&buy
2 T-Pay
3 PayPal
4 Synoptische Gegenuberstellung
III . PayPal-der Marktfuhrer
I. Grundung und A ufbau
2 Ubernahme durch eBay
3 EntwicklunginDeutschland
4 Funktionsweise von PayPal
5 Geld transferieren
6 Geld Empfangen
7 Sicherheit von PayPal-Transaktionen
8 Gebuhren
9. Einsatzmoglichkeiten
10. Ausblick
11. Besonderheiten gegenuber Girokonten

B RECHTLICHE RAHMENGRUNDSATZE FUR BEZAHLDIENSTE
I . Das E-Geld Geschaft
1. Differenzierung zwischen Netz- und Kartengeld.
2 Die E-Geld-Richtlinie
II. PayPal als e-Geld-Institut
1 Allgemein
2 Reguiatorischer Grundsatz

C UMSATZSTEUERLICHE BETRACHTUNG
I . Umsatzsteuersystemrichtlinie
1 Beg riff
2 In ha It und Funktion
3 Rechtsgrundlange
II . Bestimmung des Ortes der sonstigen Leistungen
1 Allgemein
2 Leistungsort bei sonstigen Leistungen
3 Der Leistungsort bei Finanzdienstieistungen
4 Besteuerung nach dem Ursprungsortprinzip
5 Anderungen des Umsatzsteuerrechts zum 01.01.2010
III. Unterliegen PayPal Gebuhren der Umsatzsteuer?
1 Grundsatz
2 Vergieich zwischen dem dt UStG und der 6. EG-Richtiine
3 Besteuerung des Zahiungsverkehrs
IV . Option zur Steuerpflicht
1 Allgemein
2 Voraussetzungen fur die Option zur Steuerpflicht
3 Die Option zur Steuerpflicht bei Finanzdienstieistungen
4 Nachteiie einer Umsatzversteuerung
5 Effekte a us der Umsatzsteuerpfiicht.
6 Auswirkungen der Steuerpflicht.
7 Fazitzu Optionsmogiichkeiten
8 Die Umsatzsteueroption in der Praxis
9 Fazitzur Umsatzsteueroption im Bezug auf PayPal

D ERTRAGSSTEUERLICHE PROBLEMSTELLUNGEN
I. Zeitpunkt der Vereinnahmung von Entgelten
1 Allgemein
2 Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten
3 Bestimmung des Zeitpunkts der Vereinnahmung
II . Betriebsausgabenabzug
1 Allgemein
2 Voraussetzungen im Falle der Option
3 Fazit zur ErtragssteuerUchen Behand/ung

E SCHLUSSBETRACHTUNG

LITERATURVERZEICHNIS

Verzeichnis uber verwendete Abkurzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verzeichnis uber verwendete Abbildungen

Abbildung 1: Verwendete Zahlungsmoglichkeiten. Eigene Darstellung

Abbildung 2: Kriterien fur die Auswahl einer Bezahl-Methode (Angaben in %)

Abbildung 3: click&buy Unternehmensdaten; Stand Feb. 2010. Eigene Darstellung

Abbildung 4: Verfugbare Abrechnungsmodelle bei click&buy. Eigene Darstellung ..

Abbildung 5: Transaktionsablauf bei click&buy. Eigene Darstellung

Abbildung 6: T-Pay Unternehmensdaten; Stand Feb. 2010. Eigene Darstellung

Abbildung 7: Verfugbare Abrechnungsmodelle bei T-Pay. Eigene Darstellung

Abbildung 8: Transaktionsablauf bei T-Pay. Eigene Darstellung

Abbildung 9: PayPal Unternehmensdaten; Stand Feb. 2010. Eigene Darstellung

Abbildung 10: Verfugbare Abrechnungsmodelle bei PayPal. Eigene Darstellung

Abbildung 11: Transaktionsablauf bei PayPal: Eigene Darstellung

Abbildung 12: Umsatzvergleich PayPal. Nach eigener Darstellung

Abbildung 13: Ablaufdiagramm einer Zahlung uber PayPal

Abbildung 14: Senden einer Zahlung uber PayPal

Abbildung 15: Transaktionsgebuhren von PayPal. Nach eigener Darstellung

Abbildung 16: Integrationsmoglichkeiten von PayPal in einen Webshop

Abbildung 17: Unterschiede zwischen Girokonten und Zahlungssystemen

Abbildung 18: Schema zu den Anderungen des UStR zum 01.01.2010

Abbildung 19 PayPal Kontoauszug. Eigene Darstellung

Abbildung 20: Inhaltsangaben fur Rechnungen. Eigene Darstellung

Abbildung 21: Nutzen und Potenzial von Bezahlverfahren. Eigene Darstellung

Einleitung

Das Einkaufen uber das Internet wird immer beliebter.

Aktuellen Studien zufolge wird selbst im Jahr 2009, welches hauptsachlich durch die Weltwirtschaftkrise bestimmt war, der Online-Umsatz weiter steigen. So prognosti- ziert der Deutsche Bundesverband fur Versandhandel einen Anstieg von 15 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro.[1]

Einen wichtigen Anteil an diesem Wachstum haben auch Anbieter von Bezahlverfah- ren. Laut einer Studie von EuPD Research haben im Jahr 2007 21,5 Prozent der be- fragen Shop-Betreiber ein neues Bezahlverfahren implementiert, von diesen wiede- rum hat jeder Zweite (49,5 Prozent) eine signifikante Umsatzveranderung bemerkt.[2]

Die Bezahlung per Mausklick ist einfach und wird in Echtzeit ausgefuhrt[3]. Schnitt- stellen zwischen Handlern und Bezahldiensten sorgen fur einen reibungslosen Da- tenaustausch, so dass fur eine Geldtransaktion haufig die Eingabe eines Passworts genugt. Der groBte Vorteil ist jedoch darin zu sehen, dass die Transaktion wesent- lich schneller, haufig sogar in Echtzeit, durchgefuhrt wird und so der Kaufer letztlich schneller in den Genuss seiner bestellten Ware gelangt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auf die Bezahlung im Web haben sich zahlreiche Anbieter spezialisiert - und setzen dabei auf unterschiedliche Systeme. User konnen je nach Anbieter anonym bleiben oder sogar ihr Handy einsetzen um weltweit auf Schnappchenjagt zu gehen.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Verwendete Zahlungsmoglichkeiten. Eigene Darstellung

Das Implementieren von Online-Bezahldiensten in Web-Shops stellt auf Grund ver- fugbarer Schnittstellen meist kein groBeres Problem dar. Jedoch fehlt es in der Pra­xis meist an grundlegenden Kenntnissen bezuglich der steuerlichen und buchhalteri- schen Behandlung von Online-Bezahldiensten und deren Abrechnung.

Schlagt man in Google die Begriffe „PayPal Rechnung" nach, so erhalt man 6.490.000 Eintrage. Ahnlich verhalt es sich bei den Begriffen „PayPal Umsatzsteuer" welche immerhin noch 5.400.000 Eintrage liefert.[5]

A Allgemeiner Teil

I. Umbruch der Zahlungslandschaft

1. Ausgangssituation USA

Mitte der Neunzigerjahre ist die Zahlungslandschaft in den USA gepragt durch den Gebrauch von Bargeld, Schecks und Kreditkarten. Diese stellen sich jedoch schnell als nur bedingt geeignet fur den Handel im Internet heraus. Der Postversand von Bargeld und Schecks erfordert einen hohen Vertrauensvorschuss, der bei der hohen Intransparenz des Marktes und seiner Teilnehmer in den seltensten Fallen vorhan- den ist. Auch die Verarbeitung der Kreditkarten bei Zahlungsvorgangen im Online- Handel erfordert viel Vertrauen auf Seiten der Kaufer.[6]

Ein weiteres Hindernis bestand darin, dass es in den USA lange Zeit nicht moglich war bargeldlose Transaktionen, wie Uberweisungen, Scheckzahlungen oder Kredit- kartenzahlungen bundesstaatenubergreifenden vorzunehmen[7].

2. Das Internet fordert neue Zahlungssysteme

Der Boom des Online-Handel machte schlieBlich neue, dem Medium Internet ent- sprechende und den Anspruchen der Nutzer angepasste Zahlungssystem erforder- lich. Sicherheit und vor allem Geschwindigkeit und einfache Handhabung sind die entscheidenden Determinanten der Systeme, die den Erfolg des Online-Handels un- terstutzten. Insbesondere fur die Abwicklung kleinerer Betrage und den Handel zwi- schen Privatpersonen erweisen sich die gangigen Zahlungsmittel als ungeeignet. Gleichzeitig entstehen Mitte der Neunziger Jahre Online-Marktplatze wie eBay, bei denen der Handel zwischen Privatpersonen im Mittelpunkt steht. Hier viel die Kre- ditkarte zudem als Zahlungsmittel weitgehend aus, denn Privatpersonen und kleine Handler erhalten von den Banken in der Regel nicht die Moglichkeit, Kreditkarten direkt zu akzeptieren. Die Zahlungslandschaft in den USA stand vor einem Um­bruch.[8] In der Regel werden Transaktionen uber Bezahlsysteme innerhalb von Se- kunden ausgefuhrt ohne, Rucksicht auf Entfernungen und Landergrenzen.[9]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Kriterien fur die Auswahl einer Bezahl-Methode (Angaben in %)[10]

II. Uberblick uber wesentliche Bezahlsysteme

1. Firstgate / click&buy

a. Unternehmensportrat

Firstgate gehort mit seinem Bezahlsystem click&buy zu den bekanntesten Internet- Bezahlsystemen. Die Firma wurde 1999 gegrundet und hatte ihren Sitz als Firstgate Internet AG in Koln. Heute ist die Firma click&buy International Limited in London ansassig, in Koln arbeitet lediglich das Service Team. Click&buy ist zertifiziert von der Britischen Finanzaufsichtsbehorde FSA als E-Geldinstitut zugelassen. Click&buy wird in allen europaischen Landern, in den Vereinigten Staaten und in Asien einge- setzt. Zu den Anbietern zahlen die Deutsche Post oder die Stiftung Warentest.[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: click&buy Unternehmensdaten; Stand Feb. 2010. Eigene Darstellung

c. Anwendungsmoglichkeiten

Click&buy bietet eine Reihe von unterschiedlichen Abrechnungsvarianten an. Tarif- anderungen sind jederzeit kostenlos und ohne groBere Verzogerung moglich. Der angebotene Content bleibt immer auf dem Server des Anbieters. Bei einer Anfrage durch einen Kunden werden die Inhalte durch das System vom Server geladen und direkt ausgeliefert. [12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Verfugbare Abrechnungsmodelle bei click&buy. Eigene Darstellung

aa Oick&Buy Transaktion

Die Transaktion ist die gangigste Abrechnungsart bei Click&Buy. Hier ubermittelt der Kunde fur jeden Kauf den Kaufpreis zusammen mit dem Warenkorb an ClickandBuy. Nach Registrierung bzw. Login stehen dem Kunden anschlieBend eine oder mehrere Bezahlmethoden zur Verfugung.

bb Abonnement

Beim Abonnement erfolgt die Abbuchung in vordefinierten, regelmaBigen Interval- len. Je nach Angebot kann sie jede Woche, jeden Monat oder jedes Quartal erfol- gen. Dabei sind Abonnements vielseitig einsetzbar, zum Beispiel als Aktionsangebot mit automatischer Verlangerung.

Die Verwaltung der Abonnements und das Auslosen der Abonnementzahlungen ubernimmt click&buy fur den Anbieter. Der Anbieter hat Einblick in den Status der Zahlungen und der Abonnements.

cc Zeitbasierte Abrechnung

Dieses Abrechnungsmodul hat click&buy speziell fur die Abrechnung digitaler Pro- dukte entwickelt. Nur nach erfolgreich abgeschlossener Zahlung erlauben Sie dem Kunden den Zugriff auf Ihre Produkte. AuBerdem konnen Sie dabei den Zeitraum des Zugriffs flexibel festlegen. So konnen digitale Produkte, wie z. B. Textfiles, Ar­chive, Bilder, Videofiles oder Audiofiles, weltweit sicher und in Echtzeit erworben werden.

d. Zahlungsabwicklung

Bei der Anmeldung muss der Kunde lediglich (einmalig) die Kontonummer bzw. die Kreditkartennummer angeben. Die angegebene Bankverbindung wird verifiziert in- dem Firstgate einen Betrag von 0,01 Euro auf das Konto uberweist. Die neue First- gate -PIN erscheint dann im Verwendungszweck des Kontoauszugs. Nachdem der Kunde sie erhalten hat, muss er sich damit bei Firstgate einloggen, sonst kann das Benutzerkonto nicht vollstandig freigeschaltet werden.[13]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5 Transaktionsablauf bei click&buy. Eigene Darstellung

Kauft ein Kunde bei einem Online-Shop ein, welcher click&buy bietet, wird er zu- nachst auf die click&buy Webseite weitergeleitet. Dort muss sich der Kunde mit seinem Benutzernamen und Passwort einloggen und kann daraufhin den Artikel, den Film, das Musikstuck etc. direkt downloaden. Beim Bezahlvorgang mit click&buy wird durch den Anbieter ein Nachweis generiert, der sich aus den einzelnen Positio- nen des Einkaufs zusammensetzen. Dadurch entsteht eine eindeutige ID zur Kauf- abwicklung. Dafur verwendet click&buy folgende Merkmale: Anbieter, Beschreibung des Inhalts/Produktes, Preis, Datum, Uhrzeit und Dauer der Zugangsberechtigung. click&buy tritt als Inkassostelle auf und sammelt alle Rechnungsbetrage. click&buy zieht das Geld monatlich vom angegebenen Konto per Lastschrift ein, oder belastet die angegebene Kreditkarte.[14]

Beispiel: Mochte ein Internetuser einen Testbericht im Internet erwerben, so wahlt er im Be- stellvorgang als Bezahlmethode click&buy. Er wird nun automatisch auf die Inter- netseite von click&buy weitergeleitet. Hier werden ihm, zu Kontrollzwecken, die An- gebots-, Preis- und Anbieterinformationen angezeigt. Der Erwerber muss nun den Kauf durch einen Klick auf einen Button bestatigen, was gleichzeitig den Bezahlvor- gang abschlieBt. Click&buy leitet nun den Kaufer zuruck auf die Internetseite des Anbieters, wo er bereits den gewunschten Testbericht downloaden kann. Die Transaktionsdaten konnen nach einigen Sekunden im click&buy Benutzerkonto eingesehen werden. Click&buy wird zum Monatsende das hinterlegte Bezahlmedium mit den aufgelaufenen Gebuhren belasten.

Wer click&buy verwendet, zahlt derzeit im Endeffekt per Bankeinzug oder Kreditkar- te. Der Unterschied: Diese Zahlungsmethode bucht nicht jeden Rechnungsbetrag einzeln ab. Es handelt sich um ein sogenanntes Billing-System, das alle Betrage sammelt und in der Regel einmal pro Monat gemeinsam abrechnet.[15] Dies ist so- wohl fur den Onlinehandler als auch fur den Kunden ubersichtlicher. Fur ihn ist die­ses Zahlungssystem komplett kostenlos.[16]

e. Zahlungsverwaltung

Die Anbieter-Accounts sind ebenso ubersichtlich wie die der Kunden gestaltet. An- gebotsstatistiken und Nutzerlisten verraten hier mehr uber den Erfolg einzelner An- gebote, so dass man schnell reagieren kann. Die Abrechnung des ausgelieferten Contents erfolgt dann vollstandig durch Firstgate. Die eingegebenen Zahlungen werden dem Anbieter in einer monatlichen Gutschrift abzuglich der Gebuhren zuge- wiesen. Plausibilitats- und Bonitatsprufungen sind bei Firstgate im Service inbegriffen. Das gleiche gilt fur Kontoverifizierung und Online-Autorisierung von Kreditkar- tendaten.[17]

f. Kostenstruktur

Click&buy teilt seine Gebuhrenstruktur nicht offentlich mit.

Hierzu ist eine Kontaktaufnahme mit dem click&buy Kundendienst notwendig, wel- cher dann individuell ein Gebuhrenmodell ermittelt. Einflussfaktoren sind unter an- derem Umsatz und Transaktionsvolumen. Auch flieBt die Kundenstruktur in das Ge­buhrenmodell mit ein. Mit dem Risiko der Bezahlmoglichkeit steigt auch das Trans- aktionsentgelt.

Somit ist das klassische Lastschriftverfahren, bei welchem eine Stornierung der Lastschrift innerhalb von 4 Wochen moglich ist, teurer als eine klassische Uberwei- sung.

Click&buy wird je nach Risikoeinschatzung, das Angebot an Zahlungsmoglichkeiten mit dem jeweiligen Online-Shopbetreiber abstimmen.

2. T-Pay

a. Unternehmensportrat

Die Deutsche Telekom AG (T-Com) stellt das umfassende Bezahlsystem T-Pay zur Verfugung. Als Servicedienst der Telekom werden Transaktionen vorzugsweise uber die Telefon- bzw. Mobiltelefonrechnung abgewickelt. Sitz des Unternehmens ist in Bonn.

Im Gegensatz zu Konkurrenzanbieter ist T-Pay national ausgerichtet und mehr auf den Heimatmarkt fokussiert.

b. Unternehmensdaten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: T-Pay Unternehmensdaten; Stand Feb. 2010. Eigene Darstellung[18]

c. Anwendungsmoglichkeiten

Die Transaktion ist die einzige Abrechnungsart bei T-Pay. Hier ubermittelt der Kun- de fur jeden Kauf den Kaufpreis zusammen mit dem Warenkorb an T-Pay. Nach Re- gistrierung bzw. Login bieten wir dem Kunden anschlieBend eine oder mehrere Be- zahlmethoden an.

d. Zahlungsabwicklung

aa Log-In Prozess

Alle Bezahlvorgange sind schnell durchzufuhren, entweder mit Benutzername und Kennwort, einem Anruf oder der Eingabe eines PIN-Codes wie bei der Guthabenkar- te. Telekom-Kunden konnen einfach uber ihre Telefonrechnung bezahlen. Voraus- setzung ist eine kostenlose Anmeldung auf der T-Pay-Website und eine Einwilligung zum Lastschriftverfahren fur die Begleichung der Telefonrechnung. Alle Transaktio- nen konnen jederzeit im Internet eingesehen werden und werden monatlich abge- rechnet. Somit stellen die angebotenen Services fur den Kunden eine Vereinfachung der Zahlungsabwicklung dar.[19]

bb Abrechnung

Die Nutzer haben die Wahl zwischen monatlicher Abrechnung der gesammelten Be- trage uber die Kreditkarte (Visa, MasterCard, Amex, Diners Club, JCB), Lastschrift oder Telefronrechnung und sie konnen mit der MicroMoney-Karte zahlen. Eine Auf- listung nach Einzelbetragen konnen direkt im personlichen T-Pay Servicebereich eingese- hen werden.[20]

Voraussetzung dafur ist eine Registrierung bei T-Pay. Zum Anmeldeformular gelangt man uber die Website von T-Pay. Bei der Registrierung werden Benutzername und Passwort sowie die zukunftige Bezahlart festgelegt. Wird die Abrechnung via Tele- fonrechnung gewahlt, muss der Kunde weniger personliche Daten eingeben, da die Telekom bereits uber die meisten Daten verfugt. Die groBe Datenbasis ist ein enor- mer Wettbewerbsvorteil, den die Telekom auch an ihre Geschaftskunden bzw. Shopping-Partner weitergeben kann. Das Zahlungsverhalten der Kunden muss nicht aufwendig recherchiert werden.[21]

cc Technischer Hintergrund

Bei der Anmeldung wird ein Zertifikat (X.509-Standard) auf den PC des Neukunden installiert, welches ihn gegenuber T-Pay als berechtigen Nutzer ausweist. Das hat zur Folge, dass der Nutzer vorerst an den Computer gebunden ist, mit dem er sich angemeldet hat. Erst wenn er per Post einen Freischaltcode zugeschickt bekommen hat, den er im T-Pay-Administrationsbereich eingibt, kann er den Service auch von anderen Computern aus in Anspruch nehmen. Bis dahin konnen erste Spontankaufe mit dem installierten Zertifikat und Passwort durchgefuhrt werden.[22]

Der Code ist das Identifizierungsmerkmal gegenuber T-Pay und ermoglicht den Zu- gang zum Login-Bereich, wo alle getatigten Einkaufe und Zahlungsvorgange uber- sichtlich dargestellt werden. Bei den Shopping-Partnern von T-Pay kommt der Code im Zusammenhang mit dem Passwort zum Einsatz, um Zahlungen zu autorisieren. Die anfallenden Betrage werden monatlich uber die gewahlte Zahlungsmethode ab- gerechnet. Bezahlen Kunden mit MicroMoney, reicht es die 16-stellige PIN von der Ruckseite der Karte einzugeben. Das Guthaben auf der Karte wird um den Zah- lungsbetrag reduziert.[23]

dd Schnittstellen

T-Pay ist bereits bei zahlreichen Shopping-Partnern integriert worden. Informations- und Beratungsleistungen der verschiedensten Themengebiete sind abgedeckt. An- bieter aus dem traditionellen Versandhandel sind selten. Die Anbindung der Partner erfolgt abhangig vom Angebot des Online-Shops. Bei statischen Inhalten, zu denen man beispielsweise Text-Dateien, oder E-Books zahlen kann, reicht ein einfacher Web-Auftritt auf der Internet-Seite des Anbieters. Bei dynamischen Inhalten und beim Vertrieb von physischen Gutern wird die Anbindung an T-Pay uber die Shop- Schnittstelle empfohlen Voraussetzung ist dann ein Shop-Auftritt mit Scripting- Moglichkeiten und HTML Programmier- sowie Scripting-Kenntnisse bei den neuen Anbietern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Transaktionsablauf bei T-Pay. Eigene Darstellung

e. Kostenstruktur

Fur die Einrichtung zahlt der Anbieter einmalig 119,00 Euro[24] inkl. 19 % USt. Die monatlichen Raten sind umsatzabhangig, betragen aber mindestens 11,90 Euro[25] brutto. Bei Lastschrift- und Kreditkartenzahlungen fallen auBerdem Transaktionsge- buhren mit in Hohe von mindestens 4,6 Cent bzw. 1,5 Prozent[26] an.

3. PayPal

a. Unternehmensportrat

Das weltweit am weitesten verbreitete Online-Bezahlsystem ist PayPal, das Bezahl- system des Onlineauktionshauses Ebay. Neben der Auktionsplattform akzeptieren auch viele andere Onlineshops diese Zahlungsform. Jeder, der eine E-Mail-Adresse besitzt, kann PayPal nutzen. Transaktionen erfolgen verschlusselt uber SSL.

b. Unternehmensdaten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: PayPal Unternehmensdaten; Stand Feb. 2010. Eigene Darstellung

c. Anwendungsmoglichkeiten

GroBter Anwendungsbereich von PayPal stellt nach wie vor das Auktionshaus Ebay da. Jedoch offnet sich PayPal auch fur immer mehr Online-Shops.

Bestes Beispiel hierfur ist der Paketdienstleister GLS. Seit Anfang 2010 konnen Kun- den uber die Website von GLS Versandaufkleber erzeugen und das Frachtporto gleich online bezahlen. Dieser Bezahlvorgang ist ausschlieGlich uber PayPal mog- lich.[27]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Allerdings eignet sich PayPal bis dato ausschlieGlich fur das Bezahlen von Transakti- onen, wie z.B. klassische Onlineshop-Bestellungen. Es ist derzeit nicht moglich Abovertrage bzw. zeitbasierte Abrechnungsverfahren zu wahlen. Auch eine Abrech- nung nach Volumen, also nach verbrauchter Datenmenge, wird derzeit nicht durch PayPal unterstutzt. Durch die einfache Bedienung und dank der schnellen Abwick- lung wird PayPal jedoch immer ofter von Spendenaktionen eingesetzt.

Vor allem kostenlose Websites mit einem hohen Informationsgehalt machen von dieser Moglichkeit Gebrauch.

d. Zahlungsabwicklung

Das Austauschen von sensiblen Daten erfolgt bei PayPal nicht. Wenn Verkaufer und Kaufer bei PayPal ein Konto besitzen, benotigt man zum Bezahlen lediglich die E- Mail-Adresse des Verkaufers. Diese wird neben dem zu zahlenden Betrag, in dem entsprechenden Feld eingegeben. Nach einem Klick auf den Sendebutton erhalt der Verkaufer das Geld sofort auf seinem PayPal-Konto gutgeschrieben. Um PayPal in vollem Umfang nutzen zu konnen, muss das PayPal-Konto entweder durch eine Kreditkarte gedeckt oder vorher per Uberweisung mit einem Guthaben aufgeladen worden sein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kaufer werden beim Bezahlen mit PayPal noch mit einem zusatzlichen Service be- dacht. Der Bezahldienst ersetzt dem Kaufer einen eventuellen Schaden bis zu 500 Euro, falls die georderte Ware nicht eintrifft oder nicht der ursprunglichen Produkt- beschreibung entspricht.28

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Transaktionsablauf bei PayPal: Eigene Darstellung

[...]


[1] Vgl.: Spiegel Online: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,638779,00.html, letzter Abruf 09.10.2009, 12:45

[2] Vgl.: Ecommerce Magazin; http://www. e-comerce-magazin.de; Bezahlsystem entscheidet mit uber den E- Commerce-Erfolg, Clipping 26.05.2008

[3] Vgl.: Hoft, Marc: Zahlungssysteme im Electronic Commerce, ePayment im OnlineShop, Seite 7

[4] Vgl.: Focus Online: http://www.focus.de/digital/intemet/tid-7045/online-shopping_aid_68985.html, letzter Abruf 09.11.2009, 10:15

[5] Abruf uber die deutsche Website von Google (www.google.de); Stand 18.11.2009; 07:57 Uhr

[6] Vgl.: Lammer, Thomas, Handbuch E-Money, E-Payment & M-Payment, Seite 237

[7] Vgl.: Wikipedia Enzyklopadie: http://de.wikipedia.org/wiki/PayPal, letzter Abruf 05.11.2009, 9:35 Uhr

[8] Vgl.: Lammer, Thomas, Handbuch E-Money, E-Payment & M-Payment, Seite 237

[9] Vgl.: Hoft, Marc: Zahlungssysteme im Electronic Commerce, ePayment im OnlineShop, Seite 7

[10] Vgl.: Universitat Karlsruhe: Internet-Zahlungssysteme aus Sicht der Verbraucher; http://www.deutsche- fachpresse.de/fileadmin/allgemein/downloads/online06-2002_Anlage_2_Bezahlsysteme.ppt; Download 26. Feb- ruar 2010

[11] Vgl.: Koch, Wolfram, ePaymentsysteme, Bezahlen im Internet, Wiesbaden 2002, Seite 15

[12] Vgl.: Forderland Homepage: http://www.foerderland.de/2126.0.html, letzter Abruf 06.11.2009, 23:00 Uhr

[13] Vgl.: T-Pay Website: http://mwl.telekom.de/produkte/page.php?id=5247, letzter Aufruf: 10.10.2009; 20:30 Uhr

[14] Vgl.: Sicherbezahlen-Website: https://www.sicherbezahlen.t-pay.de/users/de/Menu.jsp, letzer Aufruf: 6:10. 2009, 15:14 Uhr

[15] Vgl.: Dannenberg, Marius; Ulrich, Anja: E-Payment und E-Billing, Elektronische Bezahlsysteme fur Mobilfunk und Internet, Seite 188

[16] Sicherbezahlen-Website: https://www.sicherbezahlen.t-pay.de/users/de/Menu.jsp, letzer Aufruf: 6:10. 2009, 15:14 Uhr

[17] Vgl.: Website T-Home, T-Pay Preisliste; letzter Abruf 08.11.2009, 19:15 Uhr

[18] Vgl.: Website T-Home, T-Pay Preisliste; letzter Abruf 08.11.2009, 19:15 Uhr

[19] Vgl.: Website T-Home, T-Pay Preisliste; letzter Abruf 08.11.2009, 19:15 Uhr

[20] Vgl.: http://www.gls-group.eu/276-I-PORTAL-WEB/content/GLS/DE03/DE/500100_gls_germany_paket_shop.

[21] Vgl.: Sicherbezahlen-Website: https://www.sicherbezahlen.t-pay.de/users/de/Menu.jsp, letzer Aufruf: 6:10. 2009, 15:14 Uhr

[22] Vgl.: Dannenberg, Marius; Ulrich, Anja: E-Payment und E-Billing, Elektronische Bezahlsysteme für Mobilfunk und Internet, Seite 188

[23] Sicherbezahlen-Website: https://www.sicherbezahlen.t-pay.de/users/de/Menu.jsp, letzer Aufruf: 6:10. 2009, 15:14 Uhr

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Details

Titel
Die steuerliche Würdigung von Online-Bezahldiensten am Beispiel PayPal
Hochschule
Fachhochschule Hof
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
102
Katalognummer
V150421
ISBN (eBook)
9783640621187
ISBN (Buch)
9783640621613
Dateigröße
6523 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
E-Commerce, eCommerce, Steuerliche Würdigung, Etragssteuerecht, Kreditinstitute, Umsatzsteuerfreiheit von Bankdienstleistungen, Bankdienstleistungen, Bezahldienste und Banken, Banken, Umsatzsteuerrecht, PayPal
Arbeit zitieren
Dipl. Betriebsw. Alexander Schmidt (Autor), 2010, Die steuerliche Würdigung von Online-Bezahldiensten am Beispiel PayPal, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150421

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