Ich möchte mich in dieser Arbeit mit den Technologie und Gründerzentren beschäftigen. Wie
schon das AMTSBLATT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN (1990, S.51 f.)
muss man den Begriff zuerst erklären und somit als Einrichtungen, die
Unternehmensgründungen durch Mieträume, Gemeinschaftseinrichtungen und
Beratungsleistungen des Managements fördern, bezeichnen. Innovationsaktivitäten sind nicht
erforderlich.
Diese sind nicht zu verwechseln mit Gewerbeparks, die keinerlei Innovationsorientierung
oder Aufnahmekriterien an die Unternehmen stellen.
Demnach versteht man unter Technologie und Gründerzentren eine Standortgemeinschaft von
relativ jungen und zumeist neu gegründeten Stammunternehmen die, in gefördertem Umfeld,
an innovativen Projekten arbeiten (vgl. STERNBERG 1988: 86 f.).
In der Arbeit habe ich mir nun die Frage nach der Notwendigkeit von Technologie und
Gründerzentren gestellt und erarbeite dies indem ich mich zuerst mit den Allgemeinen
Prinzipien auseinandersetze und anschließend die Standortfaktoren für ein Gründerzentrum
betrachte. Des Weiteren stelle ich die Vor bzw. Nachteile heraus und mache diese an den
Beispielen des Technologiezentrum Mainz und des Raums Cambridge fest. Da es in Europa
etwas 800 dieser Technologie und Gründerzentren gibt, von denen knapp die Hälfte in
Deutschland existiert stellt sich mir abschließend die Frage nach der Notwendigkeit von
Technologie und Gründerzentren.
Inhaltsverzeichnis
1. Was sind Technologie und Gründerzentren und in welchem Maße sind sie für unsere Wirtschaft notwendig?
2. Allgemeine Prinzipien von Technologie und Gründerzentren (TGZ)
2.1. Standortvoraussetzungen
2.2. Vorteile für Unternehmen
2.3. Nachteile für Unternehmen
2.4. Das Technologiezentrum Mainz (TZM) und der Raum Cambridge als Beispiele
3. Eine Chance für zukünftige Wirtschaftsentwicklung und eine Hoffnung für strukturschwache Regionen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Notwendigkeit von Technologie- und Gründerzentren als Instrumente der regionalen Wirtschaftsförderung. Dabei wird analysiert, inwiefern diese Einrichtungen durch infrastrukturelle Unterstützung und Vernetzung die Gründung innovativer Unternehmen begünstigen und als Motor für die wirtschaftliche Entwicklung in strukturschwachen Regionen fungieren können.
- Grundlegende Begriffsbestimmung von Technologie- und Gründerzentren
- Analyse ökonomischer Standortvorteile und -nachteile für Unternehmen
- Fallstudien: Technologiezentrum Mainz und Raum Cambridge
- Bedeutung der Vernetzung mit Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen
- Wirtschaftliche Perspektiven für strukturschwache Regionen
Auszug aus dem Buch
2.1. Standortvoraussetzungen
Als erste und wohl wichtigste Voraussetzung kann die räumliche Immobilität der Firmengründer gesehen werden. Das schon bestehende Kontaktnetzwerk der Jungunternehmer kann ebenso wie private Gründe, z.B.: Familie, Freunde, als Grund für die Raumgebundenheit gelten.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Anbindung an die schon erwähnten FuE Einrichtungen die als Inkubatoren (also Quellen oder Anstoßgeber) für neue Projekte dienen (vgl. Das Beispiel Raum Cambridge).
Des Weiteren kann eine positive Absatzstruktur und eine relative Kundennähe als Standortvoraussetzung für den Beitritt in ein TGZ angesehen werden. Hier kann eine gute Infrastruktur bei schlechterer Kundennähe jedoch ausgleichend wirken (vgl. TAMÁSY 1996). Somit kann ein Mitglied eines Technologie und Gründerzentrums als regional gebunden bezeichnet werden. Dies lässt folglich den Schluss zu, dass es nur schwierig durch andere TGZ, Länder oder Kreise abgeworben werden kann. Diese soziale Komponente beschreibt BATHELT (2002) in Verbindung mit der vorher beschriebenen ökonomischen Komponente als sozioökonomischen Kontext.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was sind Technologie und Gründerzentren und in welchem Maße sind sie für unsere Wirtschaft notwendig?: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Technologie- und Gründerzentren als unterstützende Einrichtungen für Unternehmensgründungen und führt in die Fragestellung der wirtschaftlichen Notwendigkeit ein.
2. Allgemeine Prinzipien von Technologie und Gründerzentren (TGZ): Hier werden die grundlegenden Funktionsweisen der Zentren sowie die spezifischen Standortvoraussetzungen und die Vor- und Nachteile für die angesiedelten Unternehmen erörtert, ergänzt durch Beispiele aus Mainz und Cambridge.
3. Eine Chance für zukünftige Wirtschaftsentwicklung und eine Hoffnung für strukturschwache Regionen: Das Kapitel bewertet das Potenzial dieser Zentren als Motor für regionale Wirtschaftsentwicklung und ihre Rolle bei der Förderung strukturschwacher Gebiete.
Schlüsselwörter
Technologiezentren, Gründerzentren, Wirtschaftsförderung, Innovationspotenzial, Unternehmensgründung, Standortfaktoren, regionale Entwicklung, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, Technologiezentrum Mainz, Raum Cambridge, Wirtschaftsspionage, Infrastruktur, Standortattraktivität, Existenzgründung, Vernetzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Technologie- und Gründerzentren für die moderne Wirtschaft und deren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung von Regionen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Gründerzentren, die Analyse ihrer Vor- und Nachteile für Unternehmen sowie die Auswirkungen auf regionale Wirtschaftsstrukturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Notwendigkeit und den Erfolg von Technologiezentren zu hinterfragen und zu prüfen, ob sie tatsächlich als Hoffnungsträger für strukturschwache Regionen dienen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Auseinandersetzung mit Prinzipien und Standortfaktoren, untermauert durch Fallbeispiele wie das Technologiezentrum Mainz und den Raum Cambridge.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Funktionsprinzipien, die Vorteile wie Mietkostenvorteile und Netzwerkbildung sowie die Herausforderungen wie Reglementierungen und Wirtschaftsspionage diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Wirtschaftsförderung, Innovationspotenzial, regionale Entwicklung und der sozioökonomische Kontext von Gründungen.
Welche Rolle spielt das "sozioökonomische Kontext"-Modell nach Bathelt?
Es erklärt, dass wirtschaftlicher Erfolg an einem Standort nicht nur von harten ökonomischen Faktoren abhängt, sondern auch von sozialen Verflechtungen der Gründer mit ihrer Umgebung, etwa durch Kontakte zu Kunden oder Forschungseinrichtungen.
Warum wird das Beispiel des Technologiezentrums Mainz (TZM) angeführt?
Das TZM dient als konkretes Praxisbeispiel, um zu zeigen, wie durch Infrastrukturleistungen und ein Förder- sowie Konzentrationsprinzip junge Unternehmen in ihren ersten Jahren unterstützt werden.
- Quote paper
- Christoph Böhm (Author), 2006, Technologie und Gründerzentren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150442